Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 25 (6.8.1937)
- Date
- 1937-08-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wiftl, sämtliche jüdische Öfgärtisatiüüfeü. die an Eifez Jisitöel :Interessiett sind ttad der Jewish Agency nicht angenöfen,, Zn geirteinsattief Beratung des Erez Jisroel-Problems heran* Anziehen. 6. F t ä g e: Stimmt es» daß die Leitung der Ägndas Jisroel in Jerusalem und Genf mit der Jewish Agency Be* ratungen gepflogen hätten? A n t w 0 r t: Im Interesse des einheitlichen Auftretens vor der Mandatskommission, hat die Agudas Jisroel die Initiative ergriffen, die Jewish Agency dazu zu bewegen, sie *möge zusammen mit der Aguda die religiösen Belange von Efez Jisroel bei der Mandatskommission befürworten, damit — nachdem es auf religiösem Gebiete in Genf keine Differenzen entstehen dürften — die Agudas Jisroel dann die Möglichkeit hätte, in Fragen wirtschaftlich-politischer Natur zu einem Verständnis mit der Jewish Agency zu gelangen und die Einheitlichkeit des jüdischen Volkes wäre wenigstens nach außenhin gewährleistet. Durch die Kürze der Zeit, die uns zur Verfügung stand, konnte aber leider eine Verständigung derzeit noch nicht zustandegebracht werden, was natürlich die Exekutive der Agudas Jisroel gezwungen hatte, vorläufig selbständig ihre Interessen in Genf zu Wahren. Zu einer Aussprache zwischen der Exeku- ,tive der Agudas Jisroel und den Vertretern der Jewish Agency in Genf kam es nicht. PuuthuLAu. / Die Annäherung London-Rom. Die Spannung־ zwischen England und Italien, die durch den Ahessinienkrieg ausgelöst wurde, soll nun im Wege einer Verständigung zwischen London lind Rom beseitigt ׳werden. Die dahingehenden Verhandlungen sind auf dem besten Wege Und ist ein Erfolg dieser Bemühungen zu erwarten. Wenn man bedenkt, daß diese Differenzen es in der Hauptsache waren, die zur Schaffung der »Achse Rom-Berlin« führten, wodurch der außenpolitisch isolierte Nationalsozialismus eine Stärkung erfuhr, so darf erwartet werden, daß die Beseitigung der Spannung zwischen England und Italien dieser »Achse« den eigentlichen Boden entziehen werde. Dieses internationale Ereignis dürfte somit eine über den Rahmen der aktuellen außenpolitischen Probleme hinausgrei- Jencle Bedeutung haben und wohltuende Folgen zeitigen. Jüdische Gemeindeautonomie in der Ceclioslovakei. Am 1. August endet die Frist, die das Innenministerium den jüdischen Kultusgemeinden zur Ueberreichung von Vorschlägen betreffend ihre Organisation gestellt hat. Der Oberste Rat der jüdischen Kultusgemeindeverbände in Böhmen,‘Mähren und Schlesien hat einen Entwurf aüsgearbeitet, durch den das allgemeine und geheime Proportio* nalwahlrecht in den jüdischen Gemeinden eingelührt wird. Höchstes Vollzugs- und Kontrollorgan soll der Oberste Rat der jüdischen Gemeindenverbände mit einem Rabbinerkollegiuni und einem Rabbinatsgericht in religiösen , Fragen sein. Die Verhandlungssprache des Obersten Rates Soll nach'v dem Entwurf cechiscli sein. . *V .• Die Auswanderungsfrage auf der zweiten Weltkonferenz der polnischen Juden im Ausland. An der in Antwerpen vom 22. bis 25. August stattfin־ denden zweiten Konferenz des Weltverbandes der polnisehen Juden im Auslände werden Vertreter aus 16 Ländern teilnehmen. Die Konferenz wird -sich mit den Problemen befassen, die sich aus der rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Lage der polnischen Judenheit ergeben. Die Frage der Auswanderung polnischer Juden und ihrer An- Siedlung in Palästina wird in den Beratungen einen breiten Raum einnehmen. * Skandinavischer Jugendverband und Weltverband der jüdischen Jugend. Der Kongreß des jüdischen Jugendverbandes für Skandinavien, der soeben beendet׳■ worden ist, behandelte die vom Jugend-Ausschuß des Jüdischen ׳ Weltkongresses aufgeworfene Frage der Schaffung eines Weltverbandes der jüdischen Jugend. Der Kongreß, welcher Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland repräsentiert, beschloß, am kommenden Kongreß, der 1958 in Stockholm stattfinden •soll, die Frage des Beitrittes zum Weltverband der jüdischen Jugend definitiv zu behandeln. Die Aufforderung der von Lord Cecil geleiteten Friedensorganisatiou »International Peace Campaign«, dieser Organisation beizutreten, wurde an die lokalen Vereinigungen zur Beschlußfassung geleitet. , ft R. Chaim Michael Michlin s. Z. 1. ln Romath-Gath (Palästina) verschied im Alter von 71 Jahren der bekannte Schriftsteller und Führer des alten Jischuw, R. Chaim Michael Michlin s. Z. 1, Aus Chaslavicze (Rußland) stammend, kam er noch als Kind nach Palästina und war längere Zeit Sekretär des Rabbi Moscheh Neclienja Kahane s. Z. 1״ Leiter der Jeschiwa »Ez Chaim«, sowie des Rabbi Israel Salanter s. Z. 1. Der Verstorbene war Mitarbeiter und Korrespondent hebräischer Blätter in Palästina ־und im Auslande und trat stets in energischer Weise für die Interessen des alten Jischuw ein. — Auf Grund eines Ansuchens an Kaiser Franz Josef erhielt er seinerzeit aus der kaiserlichen Privatschatulle die Mittel zur Gründung einer hebräischen Druckerei in Jerusalem. Zstkeätosimakei Zur Kenessio Gedaulo Von David L i s s a u e r, Michalovce, Die Seloim-Aktion, die auf den Ruf der obersten Aguda-Instanz im agudistischen Lager durchgeführt wurde, ist in uusereni Lande mit einem verhältnismäßig zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen worden und da dem Seloin! verkauf keine genügende Propaganda voranging, darf wohl das lebhafte Interesse, das sich seitens unserer religiösen Judenheit für diese Aktion kundgab, als ein sporn laues und daher aufrichtiges gewertet werden. Nun sollen aber die an der Aktion Beteiligten nicht ,etwa meinen, daß sie sich ihrer Pflicht der Aguda gegenüber mit der bloßen Sela-Abgabe restlos entledigt haben. Der Seiä*Attkä«f galt wöhl als freiwilliges offenes- Bekennt* nis züttt Afüda*Pfinzip, war löjgiseherweise dazu verpflichttef* aüth dem zweiten Ruf der Gedattlo Jisroel, sich je zahlreicher mh der bevorstehenden Kettession Gedaulo zu beteiligen, Folge zu leisten. Und wahrlich eine stark beschickte Kenessio Gedaulo müßte’ von uttäbschätzbarer Aus- Wirkung sein auf die Befestigung der Aguda und den Aufsehwuftg des religiösen Leberts im allgemeinen. Abgesehen von dem demonstrativen Wert einer solchen heiligen Versammlung für die . Verankerung des reinen Thofagedankens in der jüdischen Welt* ist die Kenessio Gedaulo eine bedeutungsvolle Etappe auf dem EntWicklungsweg des historischen Judentums und hat abgesehen von ihrem reichhaltigen Arbeitsprogramm eine erzieheri* sehe, aufklärende, weckende und mahnende Bestimmung und diese Momente machen es den verantwortungsbewußten religiösen Massen zur Pflicht, sich an der Kenessfb Gedaulo je zahlreicher zu beteiligen. Und dies nicht etwa bloß, um dieser Versammlung der berufenen Thoravertreter einen würdigen Rahmen zu geben, sondern hauptsächlich, um die Missionserfüllung dieser Thoragrößen zu ermögliehen. ü. Die Kenessio Gedaulo, die als einzige offizielle Vertreten!1 des organisierten religiösen Weltjudentums, über religiöse Fragen vitaler Bedeutung wird zu entscheiden haben, soll dadurch nach außen hin das ihr gebührende *Gewicht erhalten. Es soll damit vor aller Welt dokumentiert werden, daß die dort versammelten Gedaulo Jisroel nicht nur im Namen der Thora, sondern auch im Namen einer organisierten Thorajudenheit sprechen. In den jetzigen krisenhaftesten aller Zeiten für das jüdische Volk ist eine zuverlässige und maßgebende Instanz notwendig, zusammengesetzt vön cleii unbestritten größten Thoraautoritäten, iim auf die körilpliziertesten Fragen, die das jüdische Leben auf die Oberfläche bringt, im reinen Geiste der überlieferten Thora ’ zti antworten. Und diese verantwortungsvolle Aufgabe 'harrt der Kenessio Gedaulo. Die Kenessio Gedaulo, die , die höchste Instanz des vereinigten .Thorajudentums darstellt, soll der nunmehr akuten Gefahr Vorbeugen, daß die systematische Verfälschling jüdischen Volkstums nicht völkerrechtliche Sanktion erhalte. Sie wird klar und unzweideutig die Voraussetzungen bezeichnen, die zum Titel »historisches Judentum« berechtigen. Und ׳um mit genügender Autorität in solch lebenswichtigen Fragen ihr Wort erheben zu können, muß sie auch äußerlich das Bild des religiösen Judentums »en miniatur« abgeben. , y. ׳ Die massenhafte Beteiligung 1 an der Kenessio Gedaulo ist auch von großer propagandistischer Bedeutung, für die Verbreitung der Aguda-ldee. Durch eine stark besuchte Kenessio Gedaulo ,ist ein Aufschwung der Aguda in unserem Lande zu gewärtigen. Das }Zusammentreten von Thoragrößen gemeinsam mit religiösen Massen (in dem das wahre, ideale, thorageschaffene, Achdus zum Ausdruck gelangt), der heilige Ernst ferner, : von dem diese jüdischen Führer bei ihrer י“ 1.ד ש H?7) יה י ב durchdrungen sind, können ihre Wirkung auf den verständnisvollen Teil- .nehme■!■ nicht verfehlen. ,., ׳ So mancher Gegner, der aus angeblichen religiösen Bedenken sich ,der Aguda fernhalten zu müssen glaubt, wird durch den überwältfgeriden Eindruck, den er ,dort erhalten wird, seinen Standpunkt revidieren müssen. So manche Unentschlossene, und Zaghafte, die aus verschiedenen Rücksichten sich mit!einen! offen agudistischen Bekenntnis nicht herauswagen, jverclen die Grundlosigkeit einsehen, aus ihrer Reserve, heraustreten ׳ und sich deiyOiv ganisation anschließeri. , :; Die Kenessio Gedaulo wird ׳ auch die agudistischen Massen, deren Begeisterung und Arbeitslust in den letzten Zeiten bedenklich abgeflaut sind, ■ zu erhöhter Aktivität animieren. Die Kenessio Gedaulo 'dient also dem hohen Zweck, die erschütterten Fundamente der Aguda zu festigen. und der Aufwärtsentwicklung des Thoralebens neue Schwungkraft zu geben. Und wer sich an dieser Kenessio leschem ScliQmajiin beteiligt, hat zur Förderung dieser heiligen Ziele beigetragen. ■ . *;, Jesdiiwas Chadime-Lublin und die 3. Kenessio Gedaulo Ueber dieses Thema sprach’ in cler letzten Zeit, in mehreren Ortschaften ■der Slowakei der vorzügliche agudistische Redner und Vertreter der Lubliner Jesclviwo in der Slowakei, Herr Mendel Stern, Dun. Streda. Redner schildert die Bedeutung des großen Werkes des unvergeßlichen rühmlichst bekannten Gaon, des hervorragenden Aguda,- führers Rabbi Majer Sch a p i r as. Z. 1״ der hier der Thora eine Heimatstätte im wahrsten Sinne des Wortes geschaffen, und somit auch den Koweud der Thora und ihrer Pfleger gehoben hat. Er wußte über die' große ׳ Schar von hervorragenden Thoragelernten zu berichten, die seit der Gründüng dieses gigantischen Institutes hier hervo!,gegangen sind und forderte schließlich zur tatkräftigen Förderung und Unterstützung dieses Werkes auf. Ungezwungerweise kam Redner in allen seinen Vorträgen auf die bevorstehende Kenessio Gedaulo und überhaupT Tiber Agudas Jisroel im allgemeinen zu sprechen. Handelt es sich doch hier um ein Kronwerk des agudistischen »Keren Hathora«, der zur -Verwirklichung des Planes nach Errichtung dieser Jeschiwo, die von der 1. Kenessio Gedaulo beschlossen wurde, vieles beigetragen hat und vor allem, war doch ihr Initiator und Schöpfer dei: unermüdliche Vorkämpfer für die Idee der Agudas Jisroel, der einmal in seiner. Rede sagte: »Wahrlieh, nicht ich bin in Agudas Jisroel — Agudas Jisroel ist in mir«. Das sagte er und danach handelte er stets, der so jäh von dannen gegangene wahre Führer des jüdischen Volkes. _ Herr Stern sprach daher im guten Zusammenhang damit über die Aufgaben und Leistungen der Agudas Jisroel und dem bevorstehenden Ereignis von historischer Bedeutung, die Kenessio Gedaulo, die in Marienbad stattfinden wird. Diese seine in Galanta, Nove Zarnky, Pie§fany, Topolcany, Vrbove und Dun. Streda abgehaltene Vorträge wurden überall von dem zahlreich anwesenden Publikum mit größter Begeisterung und Beifall aufgenommen. fb. lfm Mathe m (Nocke * ln Kattomitz fand oor kurzem die Tagung der Verbände öffentlicher Angestellter aus ganz Polen statt, Die Nationaldemokraten hatten zu dieser Tagung umfassende Vorbereitungen getroffen, in, der Absicht, die Annahme des Arier *Paragraphen durchzusetzen,, Der Antrag wurde jedoch mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. * ln Przytyk, das im porigen Jahr der Schauplatz eines blutigen Pogroms gewesen,ist, ist es am 26. Juli neuerlich zu schweren antijüdischen Ausschreitungen gekommen. Huligans schleuderten Brandbomben in jüdische Häuser, Mehrere Häuser gerieten in Brand, Der Schaden ist beträchtlich. Den Huligans gelang es zu entkommen. י~ ln Leopoklow bei Ryki schlugen Huligans die Fenster zahlreicher jüdischer Häuser ein. Ein 12 jähriger jüdischer Knabe wurde düfdk 6ihett$t*intfr8tfcbettelit,ln Zyta■ dpw überfielen Miigtmfettifr'ttö&ifäi-radikalen Partei jütünche Passanten und schlugen sie blutig. Die Huligans ter* trümmmeti mbk MhtMtfm fefatm ■maUtmt HAumt md Oesthäflsläden. — ln Byehom, Lubliner Distrikt, ereignen sich täglich Ueber fälle auf Juden. Die 'Pölüei hat bisher keine Maßnahmen getroffen, uni den Schuti dir jüdischen Bevölkerung tu garantieren. * Der Direktor des litauischen staatlichen Rundfunks teilte Presseoertretern gegenüber mit, daß künftighin in der Nachrichten- und Neuigkeitssiunde des Radiopfögrämms auch die jüdische Lokatchronik entsprechend berücksichtigt werden wird. Die Direktion des staatlichen Rundfunks hatte es für ihre Pflicht, den Wünschen der jüdischen Radio* abonnenten, die innerhalb der allgemeinen Abonnententäht einen großen Proientsatz bilden, tu entsprechen. Auch im musikalischen Teil des Programms werde der jüdischen Musik mehr Raum gegeben werden. * Der Oberste Gerichtshof oon Litauen hat eine Ent- Scheidung gefällt, in der anerkannt wird, daß Klageschriften auch jiddisch unterschrieben werden dürfen. Die oberstgerichtliche Entscheidung hat in jüdischen Kreisen Befriedigung ausgelöst, da nach der bisherigen Gerichtsordnung jüdische Kläger, die derm litauischen Sprache nicht mächtig waren, gezwungen waren, gerichtlich beeidete Uebersetzer heranztitiehen, wodurch die Prozedur wesentlich verteuert wurde. * Der jüdische Wächter Jizchak Kimmeidorf, der am 29, März einen Araber in Notwehr erschossen hatte, ist 00m Kreisgericht in Haifa zu zwei Jahren Gefängnis öerurteilt worden. * Aas Beuthen, der Hauptstadt Deutsch-Oberschlesiens, treffen Nachrichten über schwere antijüdische Ausschreitungen ein, die sich dort in den letzten Tagen ereignet haben. Die Exzesse setzten gleich nach Ablauf der Genfer Konoention ein, Hakenkreuzjugend demolierte mehrere jüdische'Geschäfte und beschädigte auch die Ortssynagoge. Die Exzedenten forderten die jüdische Bevölkerung auf, aus dem Bezirk von Oppeln auszuwandern. . ״ t * An der in Czernowitz durchge führ ten, Neuwahl der Vertretung der Jüdischen Gemeinde haben \8893 Wähler teilgenommen. Von den 50 Mandaten entfielen 14 auf die Liste ür. Gutherz (Agudas Jisroel), 10 auf: den »Bund«, 9 auf die Liste Dr. Ebner, 8 auf die Liste.Dr. Menczer, 6 auf die Liste Greif, 3 auf die Liste Steinberg. Bei der in Anwesenheit von 41 Mitgliedern der,, Gemeindevertretung vor genommenen Wahl des Vorstandes wurde nach mehreren ,Wahlgängen Dr. Karl Gutherz zum Gemeindevorsitzenden gewählt. *Das »Czernowitzer Morgenblatt« meldet, daß es im Verlaufe der am 25. Juli in Rädauti statt gef undeneri i Gemeindewahlen zu schweren und blutigen Ausschreitungen gekommen ist, wobei auch mehrere Juden Überfällen warden. Unter den mehr oder weniger schwer" Verletzten befinden sich: Rauchbach, Jonas Teitelbaüm. Aron Kostiher, Mendel Kern, der Uhrmacher Cohn,'' Samuel Fleischmann, Jakob Gelber, Sindel Riegler, Israel Riczker, Nacliman Kreisel, Abraham lierer u. a. ' * Der Innenminister Sir Samuel Hoare empfing eine vom Abgeordneten der Labour Party Dan Frankel geführjq.{ Deputation von Londoner Unterhausmitgliedern, dicWimV Minister Material über die faschistischen Umtriebe: in L'ondort East End, sowie Protokolle von Augenzeugen über ein parteiliches Verhalten der Polizei bei n>.antifaschistischen , Versammlungen übergab. Der Minister.) versicherte, er werde״ 1 - :---—ד----- — ■ —;-" -- H. Grün, II., Taborstraße, 8 b, Tel. R-42-5-66', Atelier, für feine Herrengarderobe. die Beschuldigung der Parteilichkeit der Polizei untersuchen lassen und in Zukunft hierin Abhilfe schaffen. — Es verlautet, daß besondere Polizeiwachen nach dem, East End für Nachlpalrouillen beordert wurden, utn eventuelle fascliisti-■ sehe antijüdische Ausschreitungen, zu verhindern. * In der letzten Sitzung der Anglo Jewish Association teilte Chief rabbi Dr. Hertz mit, daß ein Wiedererwachen der ן Agitation für die Acht-Tage-Woche festzustellen sei. Diesmal seien die treibenden Kräfte nicht die großen Universitäten und Gelehrten-Gesellschaften, sondern amerikanische Finanzkreise. Unglücklicherweise habe die Sache diesmal einen Anstrich, der recht gefährlich aussieht. Chile ist veranlaßt worden, die Sache als Mitglied des Völkerbundrates zur Sprache zu bringen und es ist tatsächlich in einer vorbereitenden Sitzung beschlossen worden, den Gegenstand auf die Tagesordnung der Ratssitzung im September zu setzen. Der Plan würde, wenn er, ausgeführt werden sollte, die Kontinuität der überlieferten?-Tage-Woche zerstören und einen schweren Gewissendruck für die religiösen Kreise zur Folge haben. ' * Am 26. Juli wurde in Kopenhagen der Kongreß des jüdischen Jugendoerbandes Skandinaviens, dem die meisten jüdischen Jugendoereirie in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland angehören, feierlich eröffnet. Auf der Tagesordnung des Kongresses steht der vom Pariser Verband angeregte Plan der Schaffung eines Weltoerbandes der jiidisehen Jugend. — ln der Eröffnungssitzung hielt der als Gast anwesende Oberrabbiner von Hamburg, Dr. Joseph Carlebach, einen Vortrag über »Die Aelteren und die Jüngeren — Juden in Ost und West«,■ ■in dem er für eine Annäherung zwischen dem West- und Ostjudentum eintrat, Die Rede des agudistischen Rabbiners fand starken Beifall. * Der neue Gouverneur der Insel Rhodos, Conte D, Vecchi di Val Cismon, persönlicher Freund und Mitarbeiter Mussolinis und Mitglied des Quadrumoirats, , das die faschistische Bewegung gegründet hat, stattete nach seinem Amtsantritt dem Rabbinerseminar in Rhodos einen Besuch ab. * Bei der Eröffnung der zweiten Tagung der österreichischen Röntgenologen würdigte Bundesminister R e sc h in einer längeren Ansprache die unvergänglichen Verdienste des! Pioniers der Röntgenheilkunde, Professor Dr. Leopold Freund, der vor mehr als vierzig Jahren die Röntgentherapiebegründet hat. Der Minister teilte mit, daß der Bundespräsident in Anerkennung der Forscliertätigkeit und unermüdlichen Arbeit Freunds auf dem Gebiete der Röntgenkunde diesem den Titel eines Hofrates verliehen habe. ‘ *Auf der Welt-Kirchen konferenz in Oxford erklärte der Londoner Pfarrer Pa ton, daß der Anti semitismus das Leben der christlichen Kirche in vielen Ländern gef ähr de, Die Kirche stelle einen fortwährenden Vorwurf gegen jene dar, die das Leben eines Volkes auf Grund der Anschauungen opiv Rßis^ und Boden reglementieren wollen. * Der polnische Verein der Kaufleuter hai sich mit einem Memorandum an das Handelsministerium ge* wendet, in dem verlangt wird, daß es jüdischen Kau/*. leuten verbeten sein soll, in »christlichen Gassen« Läden %u eröffnen. Als »christliche Gassen« werden jene Gassen bezeichnet, in denen vorwiegend Nichtjuden wohnen. ׳,7' , ׳ V-:׳-:;