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Jüdische Presse · 1937-08-06 · 25 (6.8.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
25 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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'י י•■■•'. Seite 2^ ' JÜ0BCHG PRESSE p-fi'iii----'■■י־ך-----—,.- nachmittags, 3 Ühf: IX» Plenarsitzung. L BeHcbt tief ÜrgänisaMonsttncf FinartzkommHsiön. 2. Berichte .der Erez JisroeI-K omiwission. VBö«$tige iKwhntissionsberichte. 4. Ülsktission.‘ eventuell Nachtsitzung. 5. Schluß der Fraiteiitagung und der Jiigemltagung. Dienstag, den 1?* Ellnl (24. August), vormittags,!1 Uhr: X, Plenarsitzung. 1. Bekanntgabe der Beschlüsse des Rabbinischen Rates. 2. Anträge des Perma«en>2aussch113ses und der Kommissionen. 3. Wahlen. nachmittags, 5 Ühr: XI. Plenarsitzung. Schluß^Sitziing. Mittwoch* de« 18. Ellnl (23. August): Sitzungen der neu* gewählten Organe. (Laut der Geschäftsordnung steht dem Permanenzatisschuß das Recht zu, die Tagesordnung den Erfordernissen gemäß abzuändern.) Presse-Konferenz des Büros der Kenessio Gedaulo in Prag Zwecks Darlegung des Programms der Kenessio sowie der Ziele und der Arbeit der Agudas Jisroel Uberhaupt, veranstaltete das Büro der Kenessio am 27. Juli im Hotel Esplanade zu *Prag eine Presse-Konfereivz, zu der sich die Vertreter der tschechoslowakischen und der ausländischen Presse in größerer Zahl eingefunden hatten. Die Herren Dr. Lieben, Prag und Dr. Cohen. Wien, hielten die Referate; zum Schluß beantwortete Dr. Cohen die seilens der Pressevertreter an ihn gestellten Fragen. Den Ausführungen der Referenten war zu entnehmen: . Die Weltorganisation Agu das Jisroel, die ihren Hauptsitz in London hat und Zweigorganisationen in fast allen Ländern Europas, in Amerika und Palästina besitzt, ist die Repräsentantin der orthodoxen Judenheit der Welt. Sie vertritt die religiösen Ideale des geschichtlichen Judenturns und es ist ihr in 25jähriger Organ’isationsarbeit gelungen, die thoratreuen Massen des jüdischen Volkes politisch reif ’.zu machen, so daß sie imstande sind, sich in der!Kultur: weit wieder Gehör zu verschaffen. ' Die Agudas Jisroel verwirft den religionslosen Nationalismus, ebenso den g—ttcntfremdeten Liberalismus und marxistischen Sozialismus. Die Dritte Kenessio!Gedaulo ist eine Tribüne, von der nach außen wie nach innen die Ideologie der Agudas Jisroel verkündet und praktische Beschlüsse zu den schwebenden politischen, Wirtschaft!!- clien und kulturell(en!Problemen des!Judentums gefaßt werden sollen. Das Tendenzreferat wird , ׳der palästinensische Aguda-Fülirer Dr. Isaac!Breuer halten. Die Kenessio Gedaulo wird ,in der Frage der Teilung Palästinas die Haltung der Orthodoxie fcstzulegeu haben, nachdem zahlreiche' Verhandlungen mit den anderen jüdischen Parleien und Sondierungen über mögliche Abänderungen des Planes vorangegangen sind. Auch den wirtschaftlichen, kulturellen und organisatorischen Aufgaben der Aguda in ’Palästina, der ׳Entwicklung ,ihrer Arbeiterbewegung, ihres Schulnetzes und ihrer! Kleinsiedlungen werden . Tage und (Nächte ׳der Kenessio gewidmet sein. Ein ganzer Tag ist den Erzieht»ngsaufgalben in den Ländern der Diaspora ,gewidmet. Der Leiter der Keren Hathora-Zentrale und der der iMUdchenerzielrung gewidmeten Bet Jakob-Zentrale, jRabibinier Jakobson, Kopenhagen, wird über das agüdistisehe Sclnilwerk berichten. Im 1Mittelpunkt der Beratungen . der Kenessiosteht neben Palästina, das brennende Prob- י lern der jüdischen Uebersee-AusWanderung; iifid Siedlung. Agudas Jisroel verlangt seit Jahren auf diesem Gebiete eine ׳Konzentration der zahlreichen nebeneinander anbeitenden Organisationen zu einem einheitlichen Äuswanderungs- ׳niid Siedlungsamt. Dieses Referat wird Dr. Maximilian Landau aus Berlin halten.!Die Sitzung des Großen Rabbiniischen Rates, dem die hervorragendsten geistlichen Führer der Judenheit, an iliTcr Spitze der weltbekannte Wilnaer Rabbiner Cliajim Oser iGrodzenski, angehören, wird sich u. a. mit der Frage des geplanten jüdischen Staates in Palästina und ihrer religiösen Problematik zu beschäftigen haben. Im Rahmen der iKenessio werden auch Konferenzen der agudistischen Frauen-Weltorganisation sowie der in einer Jugendzeutrale zusammengefaßte Jugendorganisationen statffiiideu. Die Referenten gaben Aufschluß über Aufgaben und Arbeit des Keren illatiiora, der sehr viele Thora-Hochschulen in Osteuropa, aber auch jüdische ׳Schulen im europäischeu Weste»» untorhält, allein mit Hilfe des Keren Hathora; , in den Vereinigten Staaten winde z. B. der berühmten TJiora-Lehrstätte dn Lublin ein Betrag von 100.000 Dollar Kur Verfügung gestellt. Die Bet Jakob-Zentrale unterhält rund 300!Schulen mit 30.000 Schülerinnen, außerdem ,,Lehrerinnen-Ausbildungsstätten in Krakau, Wien, Czernauti, .New York, ferner Ausbildungskurse in Bratislava. In Jerusalem ist eine Lehrerinnen-Ausbildungsstätte in Gründung begriffen. Der Keren Hajisehuw ist das Finanz- Instrument für die Siedlüngsarbeit der Aguda in Palästina, wo er auch ein bedeutsames Schal w-erk geschaffen hat. Die »!Histadruth Poale Agudas Jisroel« (Arbeiterverband der Aguda in Palästina) zählt heute etwa 3000 Mitglieder. Die Agudus Jisroel stellt auf dem Standpunkt, daß das Leben ׳des .’jüdischen Menschen von der Thora beherrscht und geleitet wird, und nach diesem .Standpunkt orientieren sich die gesamte Ideologie und die ])faktische Arbeit dieser, Weltorganisation der jüdischen Orthodoxie. das PafösüM-PtcMetH Zionistenkongrcß und Palästinafragen (Spezialbericht der »Jüdischen Presse«). Zürich, 2. August. Der 20. Zionisteiikongreß sollte ein Jubiläumskougreß seiii — aber in den letzten Tagten vor der K011greßei'öffuung ist wenig von einer Jubilüumsstiiiimung zu. merken, Im .׳Gegenteil, man ist äußerst ernst gestimmt und sieht den kommenden Beratungen und Beschlüssen in allen Lagern mit ׳unruhiger Spannung entgegen. Das Peel-Projekt, über das gerade jetzt vor der Mandatskommission in Genf verhandelt wird, beherrscht die Stimmungen und ׳setzt alle ׳Gemüter in Erregung, Im Gegensatz zu den verseltiedenen •Kundgebungen- und Meinungsäußerungen, die unmittelbar nach der ׳Bekanntgabe der -Empfehlungen der (Reel-Kommission laut geworden sind mul die mit nur ge- ׳ringen Ausnahmen in ein lautes »Nein« ausklan&en, wer- *den ׳immer mein• Stimmen laut, daß man diese Frage doch mehr dilatorisch behandeln müßte und sich nicht durch ein bestimmtes Votum binden dürfe. Die gruppen- ׳.:mäßige, Zusammensetzung des Kongresses sichert keiner oinzelnea Richtung eine feste Mehrheit. Die »Arbeitter«- Gruppe ist wohl zahlenmäßig die stärkste, doch fehlen ihr zur Mehrheit etVvä 20 Stimmen und sie wird auf die Mit- Wirkung ändefef Gruppe« angtewiesen «ein: Aber nebenher Zeigt sich schön jetzt die Erscheinung, daß die ■Meimtfrg TitnerhälJb der idnzeihe« Gruppen nicht einheitlich ist* ln jeder Gruppe gibt es absolute »$fdft«*SÄter, bedingte »Nein «-Säger Md sogar teilweise bedingte *Ja«- Snger —- ganze -teJa«־Sag0? sind allerdings nicht vorhähden, denn •in der heutigen Form erscheint das PeeKFrajekt auch den *Realisten« Mehl annehmbar. Selbst in der kaum 8 Mann starken Judettstiatspartei ist es Bereits zu einer Spaltung und zum Austritt ton Richard Lichtheim und Dr. Söskitt gekommen, Äehniiche Erscheinungeh Mnd auch bei den anderen Gruppe« nicht ausgeschlossen. ״ Um die Haltung der Exekutive, bzw, Dr, Weizmanns sowie die Haltung der Jewish Agency und ihrer nichtzionistischen •Mitglieder gibt es ein großes Rätselraten. Man nimmt aber an, daß schon die Eröffnungsrede Dn Weizmanns einige Aufklärungen bringen wird. Daß Dr. Stephan Wise Zu den schärfsten »Nein«-Sagefn gehört, war anzunehmen. Er geht nun so weit, sogar eine Vertagung des, Kongresses auf (Ende Oktober zu. fordern, bis die Mandatskommi'ssion und der "Völkerbund rat sich zu dem Dreiteilungsprojekt geäußert haben würden. Dieses Verlangen dürfte aber kaum durchdringen, denn die Stellungnahme des Kongresses ist gerade für die Endhaltung der Mandatskominission und des Völkerbundrates von großer YVlCIlllgKeil. ... Daß die Agudas Jisroel Und die ׳N. Z. O. sich gemeinsam in Genf zur Geltung bringen wollen, erregt einiges Aufsehen. Doch glaubt man, daß es möglich sein werde, zwischen Jewish Agency,!N. Z. O. und Aginda eine Ein- ,heitsfront .herzustellen. Vorausgesetzt natürlich, daß es gelingen werde, den Zionistenkongreß zu einer klaren Stelhtn,״nähme zu bringen.;Allgemein herrscht die Meinung vor. daß Dr. Weizmann, dessen weiteres Verbleiben an der Spitze der Organisation (keinem Zweifel unterliegt, sich darauf 'beschranken werde( , sich vom Kongreß Vollmachten zu weiteren Verhandlungen mit der Mandatarmaoht erteilen zu lassen. In diesetm Falle wird allenfalls ein gewisser Schwebezustand entstehen und es werden allen Mögliclikeiten Titr und Tor geöffnet bleiben. Daß Ussischkin, der׳ schärfste Gegner des Teilungsprojektes, zum Vorsitzenden■■ des Kongresses in Aussicht genommen ist, wird u. a. dahin gedeutet, daß man diese Kämpfernatur gewissermaßen *neutralisieren« wolle. Allerdings könnte dadurch uuCH ein entgegengesetzter Effekt erreicht werden. ־.' ׳ B.—Z. Dr. Weizmann über das Dreiteilungsprojekt Zürich, 3. August. In seinem politischen Referat bei Eröffnung des Zionistenköngresses erklärte Dr. Weizmann u. a.: »Viele unter euch wollen wahrscheinlich wissen, was ich zum Teilungsplan zu ,sagen habe. Darüber werde ich in einer späteren Sitzung ausführlich sprechen. Heute will ich nur feststellen, daß man; mit vielen Punkten im Peel-Berieht nicht Ubereinstimmeh müsse und auch nicht übereinstimmen könne. Unbeschadet aller seiner Fehler jedoch stellt der Bericht ein wichtiges ׳Dokument dar. über welches man sich nicht ihinwegsetzen kann und soll. Der Bericht bringt den jüdischen Idealen Sympathie in einer Art und in einem Maße entgegen, wie dies bisher in einem amtlichen Dokument noch nie geschehen ist. Dennoch enthält er einen grundlegenden Fehler, ma»1 könne dies eine fundamentale Miß-Konzeption nennen: . ,Ich meine die These, daß das Mandat sich als undurchführbar herausgestellt lmt. Wir leugnen dies entschieden. Der Fehler liegt nicht am Mandat: die Schwierigkeiten entstanden dadurch, daß die Palästina- Administration nicht nur keinen Versuch gemacht hat, das ־ Mandat seiner Erfüllung näher zu ־brihjgeiV sondern daß sie sogar die Durchführung des Mandates stört. Weizmann stellte weiter fest, daß zwischen der Dar- Stellung des Palästinaproblems im Peel-Bericht und den Empfeliluiigen in diesem selben Bericht ein gewaltiger Wider- Spruch klafft, da der Bericht der jüdischen Sache gerecht zu werden versucht, die Empfehlungen aber die jüdischen Möglichkeiten nach allen Richtungen hin begrenzen und einengen.; . Nach einem weiteren Hinweis, daß er zu dem Bericht mul zur, Teiiung'sfrage in einer späteren Sitzung des Kongresses eingehend Stellung nehmen werde, erklärte Weizmann: Der Kongreß muß .schon jetzt gegen die Erklärung der englischen Regierung in ihrem Statement of policy protestieren, wonach während der nächsten acht Monate im ganzen nur 8000 jüdische Menschen in Palästina hereingelassen werden sollen. Diese Beschränkung der Einwanderung lediglich aus politischen Gründen widerspricht dein Prinzip des Mandats. Zum Schluß erklärte Weizmann: Ungeachtet dessen, daß man mit vielen Punkten im Peel-Bericht sich durchaus nicht einverstanden erklären könne, stellen dieser Bericht und seine Empfehlungen dennoch einen konstruktiven Versuch zur Lösung des Palästina-Problems dar. Welche Haltung immer der Kongreß eiiiivehnien möge, eines^ steht fest: Der Bericht bringt eine neue Note in unsere Gegenwart hinein, die an die ersten Prinzipien des Zionismus, an Herzls großen Tramp vor ,40 Jahren von der Schaffung eines Judenstaates anklingt. ¥ N. Z. O. und Agu<la an Dr. Weizmann Ans London wird berichtet: Der Präsident der Neu- Zionistischen Organisation, Vladimir Jabotinsky und der Präsident der Weltorganisation Agudas Jisroel, Jakob Rosenheiin, haben gemeinsam an den Präsidenten Professor Chain! Weizmann ein Schreiben gerichtet, in welchem dev Vorschlag gemacht wird, im Hinblick auf die Besorgnisse, die die Vorschläge der Kgl. Kommission in der gesamten jüdischen Oei'fentlichkeit hervorgerufen haben, eine Körperschuft einzusetzen, die die gesamte propaläsünensisch eingestellte Judenheit umfaßt und die Stellungnahme des iüdisehen Volkes zu der Zukunft Palästinas endgültig festlegen soll, Als erster Schritt zu diesem Ziele solle unverziiglich eine Round-Table-Konlterenz von Vertretern der jewisli Agencv, der Neu-Zionistischen Organisation und der Agudas jisroel einberufen werden. Im Schreiben an Doktor Weizniapii heißt es 11.’ a.: »Da in der ganzen jüdischen Welt die Befürchtung zunimmt, daß die Vorschläge der Kgl. Konnnissioii Sinn und Seele der jüdischen Heimstätte-Bewegung zu vernichten drohen, wird es mein• denn je gebieterisch notwendig, daß über die Stellung des jüdischen Volkes zur Zukunft Palästinas von einem Organ endgültig entschieden wird, das die gesamte piopälästineusische Judenheit der Welt repräsentiert. In vollem Bewußtsein der wesentlichen Unterschiede zwischen den Anschauungen der Unterzeichneten Organisationen halten wir es dennoch für unsere gemeinsame Pflicht, der Zionistischen Organisation, der Jewish Agency und der jüdischen und nicht jüdischen Welt im allgemeinen unsere Forderung vorzulegen, daß die jüdische Stellungnahme zu der Zukunft Palästinas der Entscheidung einer besonderen Versammlung־ unterworfen werde, die die gesamte propalüstinensische Judenheit der Welt ohne Rücksicht auf Gruppeiizugehörigkeit repräsentiert. Als ersten Schritt in dieser Richtung schlagen wir' vor, daß unverzüglich eine Rouud-Table-Konferenz unserer drei Organisationen, geleitet durch einen neutralen Vorsitzenden, einberufen werde* damit wir gemeinsam über die Mittel itftö Wege enfseheiden. tim den itt rfetti yerangehen* de« Absatz dargelegte« Gedattke« z« terwiryiehen.« . ״*■ ׳'■-־־■ * Das Büro der Agudas Jisföel in JeruSälefft hat einen die Unterschrift »Liga der Rächer« tragende« Brief erhaL Jen, in welchem mehrere« Personen, unter ihnen Viscount Herbert Samuel, Dr. Chaim Weizmann und Rabbi Mosche Blau* mit dem Tode gedroht wird. In dem Briefe heißt es «teiter, daß alle, die für den Teiluttgsplan sind, als »Verräter« den Tod finden werden. $ . '׳■׳ Der Teilufigspian für Palästina vor der Mandatskommission In der geschlossenen Sitzung der Mandatkommission hat der britische Kolonialminister Ormsby-Gore am Freitagnachmittag eine erste Darlegung des Standpunktes seiner Regierung gegeben. Ormsby-Gore bemerkte einleitend* Großbritannien verwalte Palästina im Namen und Auftrag des Völkerbundes. Heute handle es sich darum, die Lage auf Grund und im Lichte der Erfahrung der ganzen siebzehnjährigen Dauer des Mandates zu überprüfen* wobei die Anstrengung darauf gerichtet teein müsse, die bestmögliche Form für eine *bessere Regierung« für Palästina ausfindig zu machen, iti Uebereinstimmung mit dem Geiste des Völkerbundspaktes, der Balfoitr-Deklaration und dem guten Willen aller Bevölkerungsteile Palästinas. Der Bericht der britischen Palüstinakommission, bemerkte Ormsby-Gore, gebe in erster Linie eine offene und umfassende Darstellung aller wesentliehen Faktoren, mitinbegriffen, ( was nicht übersehen werden dürfe, der tiefen geschichtlichen Wurzeln, die zu den Ursachen der außerordentlichen Schwierigkeiten des palästinisehen Problems gehören. Die Mandatskommission sei verpflichtet, zu einem unabhängigen Urteil über den Bericht zu kommen. Daran wolle er durch das Mittel einer mögliehst nicht förmlichen Aussprache über alle Möglichkeiten mithelfen. Die britische Regierung habe in großen Zügen die Argumente und die Schlußfolgerungen der Kommission gutgeheißen und festgestellt, daß sie die für die Mandats- ‘ macht sich ergebenden Verpflichtungen gegenüber Juden und Arabern nicht für unvereinbar gehalten habe unter der Voraussetzung, daß im Laufe der Zeit die beiden Rassen ihre nationalen Aspirationen derart gegenseitig anzupassen verstünden, daß ihre Vereinigung in einem einzigen Staatswesen unter einer Regierung möglich wäre. Die britische Regierung habe alles getan, die Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden zu fördern. Sie sei jedoch auf Grund der Erfahrungen und Tatsachen zur Ueberzeugimg gekommen, daß die Gegensätze der beiden Rassen iiniiberbrüclcbar und deren nationale Ziele unter dem gegenwärtigen Mandatssystem nicht zu verwirklichen seien, so daß sich eine Teilung als der beste Ausweg aus der gegenwärtigen Sackgasse ergebe. Ormsby-Gore wies darauf hin, daß die Mandatskommission nur das Recht habe, dem Völkerbundsrat einen Vorbericht zu unterbreiten; doch würde ihr Recht, einen endgültigen Entscheid zu fassen, davon nicht berührt. Immerliin werde schon eine vorläufige Billigung oder Mißbilligung von weittragender Bedeutung sein. Billigung bedeute Unterhandlung mit Juden und Arabern, vorausgesetzt, daß diese zu Verhandlungen bereit seien, bedeute Vorbereitung des endgültigen Planes; dies wiederum bedeute die Verwirklichung־ eines umfassenden Programms von Verträgen. Das Ziel sei die Umschreibung des Mandates in bezug׳ auf Transjörclanieii und den größten Teil von Palästina in sbl-! eher Weise, daß ein jüdischer und ein arabischer Staat geschaffen und außerdem gewisse Orte in Palästina zum Teil dauernd, zum Teil nur vorübergehend, unter britisches Mandat gestellt werden. Die britische Regierung sei durch 'keinen■ Teihingsplan gebunden. Die Teilung selber werde am besten durch eine Grenzltestsetzungskommission durchgeführt; den Zeitpunkt ihrer Bildung festzustellen, bedürfe besonderer Ueberprüfung־. Die Aguda-Delegation in Genf , Rabpi Mosche■ Blau, Mitglied der Aguda-Delegation 1 vor der Mandatskommission in Genf,, weilt seit einigen Tagen in Bratislaoa. Unser p-Bericliterstatter benutzte diese Gelegenheit, um Rabbi Blau über das hochaktuelle Palästinaprobtern zu befragen, 1. Frage: Welche Aufgabe hatte die Delegation? Antwort: Der Zweck der Aguda-Delegation war ein vielfacher. Die Mandatskom mission mußte vor allem daran erinnert werden, daß die Zionistische Organisation keineswegs das gesamte jüdische Volk vertrete. In diesem Falle war es ganz besonders wichtig, nachdem die Royal Konimission (Peel) die Neigung׳ gezeigt hatte, die Zionistische Organisation als kompetente Vertreterin der Judenheit anzuerkenneii und der englischen Regierung vorgesclilagen hätte, ihre Vertrage im Einvernehmen mit dieser zu fassen. Die Aguda-Delegation mußte weiters den religiösen Charakter von E,rez Jisroel zum Ausdruck bringen und setzte sich dafür ein, daß die Herrschaft der Thora für das jüdisehe Volk anerkannt werde, falls cs zur ׳Gründung eines‘ jüdischen Staates kommen sollte. Als ein wichtiger Faktor in! zukünftigen Judenstaate, wie auch als Vertretin von Millionen orthodoxen Juden in der Diaspora, mußte Agildas Jisroel zum eigentlichen Erez\Jisroel-Problem (Teilungsplan), sei es politisch-ökonomischer Art, sei es spezifischreligiöser Natur, Stellung nehmen; sie mußte ihre verschiedenen Bedenken gegen eine Teilung von Erez Jisroel zum Ausdruck bringen. 2. Frage: Welches ist die Stellung der Agudas Jisroel zu einer Teilung von Erez Jisroel? Antwort: Die endgültige Stellungnahme wurde der Kenessio Gedaulo überlassen. Vor der Mandatskommission wurden nur die Möglichkeiten der Auffassungen innerhalb der Agudas Jisroel dargestellt, und zwar entsprechend dem Gedankengange der geistigen Führer der Agudas Jisroel. 5• Frage: Wie äußerten sich die einzelnen Mitglieder der Mandatskommission zur agudistischen Note? ״ V Ln allgemeinen kann gesagt werden, daß cue Mitglieder der Mandatskommission ein lebhaftes Interesse den Meinungen der agudistischen Führer entgegengebracht haben. 4. F r a ge : Glauben Sie daran, daß im zukünftigen Juaeustaate die Fhora als Staatsverfassung• von seiten der englischen Regierung garantiert wird? , Antwort: Es hängt davon ab, inwieweit das gesamte jüdische Volk im allgemeinen und Agudas Jisroel im besonderen zu den Verhandlungen über den zukünftigen Status von Erez Jisroel wird •zugezogen werden, Die Aussichten hiezu sind allenfalls günstig. 5, Frage: Was ist wahr daran, daß Agudas Jisroel mit der N. Z. O. eine Vereinbarung bezüglich der Stellungnähme zu dem Erez Jisroel-Problem getroffen hätte? ׳ Antwort: Die Zeitungsberichte, sind wohl übertrieben. Soviel ist jedoch wahr, daß Herr Jacob Rosenheinv der Präsident der Agudas Jisroel, gemeinsam mit Jabo* tinsky, Präsident der N, Z. 0״t ein, Schreiben an die Jewish Agency gerichtet haben, in dem die Forderung aufgestellt

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