Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 10 (6.3.1936)
- Date
- 1936-03-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Söite 4 JÜDISCHE PH1S88I& Nf * 1Ö vt> watte ■/.» Woche_t Wie in der ״Öfficiat Gmtte* bekanntgegehm wird, *siftd im dünner 19 3 6 2k32 Juden nach PdXäSiina^i ft ge wandert. Von diesen gehörten 99i der %’ütegoHe der Einwanderer mit einem Kapital von mindestens 1000 Pfund an. iB fier Zürcher Rechtsanwalt Du Eugen Gurti, einer *Her angesehensten Schweizer Juristen, hat die Verftefidigung Earfid Frankfurters Uberndmmeft. . . , . ״ Wie der J.-T.-A.*Vertreter erfährt, sind Vorbereitungen im Gange, um den Weltkongreß der jüdischen Frontsoldaten, der für die kommen* den Sommermonate in Aussicht genommen ist, in Wien abzuhalten. Der Senat des Lemberger Polytechnv kums hat die Abschaffung der Verordnung bekanntgegeben, durch die den jüdischen Studenten der Hochschule abgesonderte Sitzplätze in den Hörsäten üftd eigene Zeichensäte Zügewiesen worden waren. Auf einer arabischen Pflanzung. pei P et ach Tikwa wurde ein Lager von englischen Gewehren neuester Konstruktion mit zugehöriger Munition entdeckt. Die Waffen würden beschlagnahmt, der Eigentümer der Pflanzung verhaftet. Er hat bisher jede Auskunft darüber, woher die Waffen stammen: ״ verweigert. Wim Jaffaer Hafen werden jetzt .V er• me ssÜngs arbeiten durchgeführt, die vermutlich mit den Plänen für den Ausbau dieses Hafens zum Haupthandelshafen Palästinas Zusammenhängen. % König Georg II. von Griechenland wohnte am 25. Februar dem G-tt es dienst in der Synagoge von Jaftina bei. Zum Andenken wurde ihm ein goldener Thoraschmuck überreicht. Nach dem ' G-ttesdienst besuchte der König das jüdische Viertel. Pressemeldungen zufolge■ werden von der Postdirektiön Vorbereitungen zur Errichtung einer eigenen T eie ph on zentrale für Tel-Aviv getroffen. In der Sitzung des englischen Unterh aus es fragte der Abgeordnete Dan Chater den Innenminister, ob er die Polizei beauftragen wolle, vorbeugende Maßnahmen gegen die Belästigung und Verfolgung jüdischer Kau fleut e durch faschistische Organisationen zu treffen. Innenminister Sir John Simon antwortete, der Abgeordnete könne versichert sein, daß die Polizei a l le. erforderlichen Schritte unternehmen werde, um solchen Methoden in diesem Lande ein Ende zu machen. Nach den Universitäten Oxford und Birmingham hat jetzt auch die Universität Garnbridge den Rektor der Heidelberger Universität ״verständigtf daß sie der Einladung zur Teilnahme an den Jubiläumsfeierlichkeiten des 550jährigen Be- Stehens den H eid\p\ lbe\r g er Universität n i c h t Folge leisten ■könne. In Hamburg erschoß ein 25jähriger junger Mann seine Mutter, weil sie sich und die ״Sippe” durch eine seinerzeitige Ehe mit einem Juden ״geschändet“ habe. Der J ii dis che Kulturbund in D eut s ehr land steht laut Mitteilung seiner Verwaltung infolge des generellen Verbotes seiner Darbietungen im ganzen Reiche durch den Reichspropagandaminister Doktor Goebbels vor dem Zusammenbruch. Der Schatzmeister der Jewish Agency und der Direktor der Anglo-Pdlestine Bank begaben sich nach Lond on, um an den Verhandlungen zur Bildung des Council f or German J ewr y im Rahmen der Sir-Herbert-Samuel-Mission teilzunehmen. Das Weihefest des Nationalmuseums in Tel- Aviv am 23. Februar wurde durch eine Demons t r atio n gegen den zur Feier erschienenen High Commissioner, Sir Arthur W au c h 0 p e, der von einer Menge mit גJNieder“-Rufen empfangen wurde, g estört. Die jüdische Presse von Palästina weist auf die verstärkte Nazitätigkeit unter den Deutschen Palästi n a s, besonders unter den Haifaer Templern, hin und fragt die Regierung, warum sie nichts gegen die scharfe antisemitische Propaganda der von Goebbels gesandten Emissäre unternimmt. In einem Kommunique des Londoner Büros des Hach ko mmis s qriat s f ü r Auswandererfürsorge wird mit geteilt, daß das norwegische St orthin g (Parlament) dem Hochkommissanat einen Beitrag von 5000 norwegischen Kronen (250 Pfund) bewilligt. Aus Jerusalem wird gemeldet: Professor L. A. Mayer und Dr. A. Reifenberg, die im vergangenen Jahr eine alte Synagoge in Ashtamoa entdeckt haben, fanden nunmehr in dem in dem gleichen DistHkt gelegenen Khurbet Susiyeh abermals Ueberr.este einer antiken Synagoge. Am 25. Februar wurde in Re chowot das Labotffyto rium flüiי ß o danu,nt er siu ohun g e n durch den High Commissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, und den Präsidenten der Jewish Agency, Dr, Chaim Weizmann, eröffnet. Im Verlauf des Jahres 1936 soll ein Kongreß sämtlichen palästinensischen H and eis ammern und ähnlicher Institutionen, die an dem Wirtschaftsverkehr zwischen Palästina und der Welt interessiert sind, nach Präg einberufen werden. In Cincinnati wurde die Konferenz des Joint Distribution Committee eröffnet, auf der die Kampqgne zur Aufbringung von 3,5 Millionen Dollar im Jahre 1936 proklamiert wurde. Auf Verlangen arabischer Arbeiter sind achtzehn jüdische A r beiter, die bei offen tliehen Arbeiten in Jaffa beschäftigt waren, sofort entlassen worden. •Die englischen Ko n su l ai e in Df u tschland haben mit der Erhebung d,er Schäden begonnen, die englische Staatsbürger jüdischen Glaubens in Deutschland irri Züge der antijüdischen Gesetzgebung und der Hinausstoßung der Juden aus dem Handel erlitten haben. Anläßlich einer Debatte über die t e r r or ist iSchen Methoden der Cuzis t e n karges im rumänischen R.qrfym&tf zu 8 tur nySzenen. 4h der % Ümbe rger Un iversität u$d dom Polyteohnikum erneuerten sich die antis emit isch e n Unrnheft, * Hl. Grün. II״ Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. E Goluspflanzen auf ErezJistoehErde f In den Mai dntagen der Gleichberechtigung, als die BäüMö der Eöiähaipätioii In deh HimMei Mi wachsen dffchteri, ä c n 1 u g e n s16 ä ti c h a ü #. Viele de* eben aus dein Ghetto Entlassenen fußten inlt der gewonnenen Freiheit nichts anMufattgetn Sie weilteh einerseits alle ßrüöken aü ihrer Vergangenheit äbbrecheh, hatten aber andererseits nicht den Müt, das Judentum gänzlich auf* Zügeben. Aus diesem Diiemtoa wurde däs reformierte Judentum gehören. Diese Verlegenheitslösung hat sich nicht bewährt! Die Vor- und Nachbeter des Liberalismus hatten sich so sehr von jedem wahren Judentum entfernt, daß sie am Ende außerhalb seiner Seh- und Hörweite gerieten. Und dabei hatte es sein Bewenden! Denn die Hoffnungen, die an die ÄbstreifUiig der altehrwürdigeh Formen Und die Annahme neuer, fremder, geknüpft würden, haben sich Keineswegs erfüllt: man hatte, Was man sicher be- Sessen, aufgegeben uhd dafür — n 1 chts gewonnen. Und sb gibt eS statt der efwartOten LÖsifng nur peinliehe־ V er 1 e ge nh ei t. Man sollte nun glauben, daß von dieser Entwicklung auch der ״Welt Ver band für liberales Judentum" etwas gemerkt habe und daß also die Selbsterkenntnis auf die Dauer nicht ausbleiben könne. Eine Selbsterkenntnis, die Sich nicht auf den bewußten ersten Schritt zur Besserung ׳beschränkt, sondern die endgültige Umkehr vom beschrittenen Irrweg bringt. Allein, was man. zu hören bekommt, klingt ganz anders. So anders, als alle Vernunft es für möglich hielte, daß man beimüßigt wäre, darin einen verfrühten Purimscherz zu sehen, wenn es nicht in einer authentischen Meldung aus London schwarz auf weiß hieße: ״Der Welt verband für religiös-liberales Judentum hat sich an Rabbiner Dr. Max Dienemann in Offenbach mit dem Ersuchen gewandt, eine!Palästina-Reise zwecks Feststellung der Bedingungen für die Entwicklung moderner religiöser Formen in Palästina zu unternehmen. Rabbiner Dr. Dienemann soll die Aufgabe haben, zu untersuchen, auf welche Weise dem Bedürfnis nach neuzeitlichen Formen des G-ttesdienstes und Gebetes in einer sowohl. den besonderen Lande sverhä 11niss.en als auch der seelischen Hait u n g der jetzt in Palästina lebenden religiös-liberalen Juden angemessenen Art entsprochen werden könnte." Man fragt sich vergeblich, wie sich die Herren ׳und Damen des ״Weltverbandes״, seine männlichen und weiblichen Rabbiner, liberales Judentum in Palästina vorstellen. Sollen etwa auch im Heiligen Lande die Gebete für Jerusalem und Zion eliminiert werden? .Und soll daneben der reformierte ״Kultus" seine Formen dem der Araber entlehnen, um sich wie in der Diaspora auch hier den ״besonderen Landesv e r h ä 11 n i s s e n" anzUpassen? Und für wen soll die ganze Komödie inszeniert werden? Für die verlorenen Söhne der jüdischen Gemeinschaft, die sich im b 1 o ß e n Nationalismus einen Abgott geschaffen haben, oder für die strenggläubig,en, buchstabentreuen Bekenner der Tradition,?;Oder gar für Dr. Dienemann und Konsorten, also für die I n i t i a t o r e n selbst? Eines steht allerdings fest: für wen immer der Mummenschanz auch getrieben werden soll — für die K a t z’ ist er für alle Fälle ... . Fast gleichzeitig wird bekannt, daß bei uns in Wien der ״Ver ein f ür f 0rts chr i 111 ich - r e 1 igiöses Judentum" seine Selbstauflösung mit der Begründung beschlossen hat, daß hier ״kein Boden für die Verpflanzung eines Reformjudentums nach deutsch,em und englischem Muster“ vorhanden ist. Es wäre auch nicht mit rechten Dingen zugegangen, wenn in diesem, mit dem Blute zahlloser Märtyrer!gedüngten Boden, auf dem vormals edelstes und reinstes Judentum geblüht hat, das Unkraut der liberalen Selbstvergessenheit und Selbstaufgabe gediehen wäre. Es war traurig genug, daß die Saat auch nur g e s t r e u t werden konnte. Daß sie nicht aufgegangen ist, sollte denen zu denken geben, die noch über das alte, einst hier heimische Saatgut verfügen, und noch mehr denen, die diesem Saatgut in Wien geringen Ertrag prophezeien. Der Misrächi präsentiert die Rechnung R a w Amiel, den die Tel-Aviver Gemeinde aus Antwerpen berufen hat, ist nicht nur einer der bedeutendsten Führer des Misrächi, sondern auch einer seiner bedeutendsten Kritiker. Was seine Freunde im stillen erkannt haben, hat er offen bekannt: daß der Misrächi auf religiösem Gebiet nichts (wenn Schaden und Unheil — ״Nichts" heißen) erreicht hat und daß eine Lockerung der Beziehungen zur Zionistischen Organisation bei gleichzeitiger A n n ä h # r ung an die O rthodoxie vonnöten wäre. Es ist bis jetzt immer gelungen, Raw Amiel damit zu beschwichtigen, daß man die Arbeit des Misrächi — die doch in Wirklichkeit nichts anderes als! eine Missionstätigkeit im Dienste des Zionismus, ist — al3 eine MJissionstäUgkeit i n n e r halb des Zionismus darstellte, deren Erfolg schließlich nicht aüsbleiben könnte. Nun aber, da er Gelegenheit hat, sich im Heiligen Lande von der Unheifli.gWe.it s)e/i|her Leute zu überzeugen, soll Raw Amiel, der aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen pflegte, das Schweigen lernen. Er, der keiner von״ jenen verantwortungslosen geistigen Führern, keiner jener pflichtvergessenen Wächter ist, die der Prophet ״stumm« Hunde, die nicht bellen können", nennt, er soll den Maulkorb umgebunden erhalten und an die Leijne gelegt werden. ׳ Das wurde ihm in unzweideutiger Weise von Rabbi F is ch mann, dem Vertreter des Misrächi, zu ver* stehen gegeben. ״Wir,“ sagte dieser auf dem Festbankett, das die Gemeinde zu Ehren ihres neuen Rabbiners gegeben hat, ״wir haben die ReUe des Schadchens gespielt, der Raw Amiel zu seiner Würde verholten hat. Da es nun!üblich ist, daß der Schadchen für seine Mühe belohnt wird, verlangt auch, der Misrächi, daß Raw Amiel seine Schuld an ihn begleiche, indem er sein Amt! im Sinne und nach Wunsch des Misrächi führe,״ Wie dieser Wink mit dem Zaunpfahl aufzufassen ist, darüber kann wohl kein Zweifel bestehen, Räw Amiel soll nach Art düs Misrächi öicäts!sehen und fcörün und Ms er sieht und hört, beschönigen. Er Söll nichts vdh Öhiliui BehAbbes Merken, nicht den Genüß von Mächöiaui Aisüraüs rügen uhd kbine Tahära# HäMiäMhjpöchö in deft ziönisti* iChett Röiönieh fördern. Dehn erstens existieren diese ProbleMe seit deh religiösen Erftihgenschaften des Misrächl äüf dem Luzerner Rohgreß Überhaupt nicht mehr und zweitens werden sie ׳Schön Von ihm, dem Misrächi, auf dem nächsten, dem XX. Rbhgreß zur endgültigen LÖSUhg gebracht Werden. Und so Söll sich das höhe Amt des Tel-AViver Rabbiners im Bebug!siefües!Gehalts erschäjjfen. {״Schweigen ist Gold", lehren die Erfahrungen; bedeutende Stellen in der Zionistischen Organisation, Posten Und Zertifikate, alles, alles Ist für Schweigen zu haben. Warum sollte da nicht auch mit der Rabbinerwürde das Schweigen eines Mannes, der eben nur unter dieser Bedingung Rabbiner würde, zu erkaufen sein? Warum sollte für ein Rabbinergehalt nicht ein bißchen Mundhalten zu erstehen sein? ...meint der Misrächi. Ob auch Raw Amiel, zu dem man bislang aufrichtig sagen konnte: ״Mir tut's in der Seele weh, wenn ich dich in der Gesellschaft seh"', Ob auch er dieser Meinung ist, wird sich zeigen. Wenn er — wie zu erwarten ist — diese Art von ״Schadchones", von Geschäften mit dem Heiligsten des Judentums, richtig beurteilt, dann werden seine bisherigen Klagen Über den schlechten Erfolg des Misrächi zu einer einzigen flammenden Anklage gegen dessen schlechten ■ Willen werden müssen. Unter Aufsicht des ehrw. Herrn כשר RabbinerH.Schenk שלפסח werden heuer HUI1 die Schokoladen Kakoapulveretc. der Marken ״Emola“ und ״Gourmet“ der Ohocolaterie Gourmet, Eugen Molner Wien II, Gr. Mohrengasse 19. erzeugt Aguäas-Jisroel-Jugendgruppe, Wien, H., Floßgasse 1. EINLADUNG zu der am Samstag, den 7. März 1936, um 8 Uhr abends im ״Kleinen Theater“, II., Praterstraße 60, stattfindenden PURIM-FEIER Karten für Damen und Herren sind allabendlich in der Jugendgruppe erhältlich. Karten rechtzeitig sichern! Die Kindervorstellung, welche gemeinsam mit dem Chinuch-Amt des Keren Hathora veranstaltet wird, findet am Sonntag, dem'8. März, um Yi2 Uhr nachmittags im selben Saale statt. n 1 fei Das Fest von Esther bringt die lustige Purim- Stimmung, um diese aber zu erzielen, ist vor allem ein mit wohlsciimeckendeh Leckerbissen gedeckter Tisch nötig, Das traditionelle Packwerk und mm משלו ח-Portion- Sendungen stellen Sie rasch und billig mit Dr. Oetkers bewährten Backhilfsmitteln her. Verlangen Sie die כשר mit dem Rabbinatsattest versehenen Erseugnisse yon Dr, A. Oetkers Backpulver ״Backin“ und Vanillinzücker, Gratisrezepte erhalten Sie bei ihrem Kaufmann oder franko von Dr, A.-Oetker, Brünn. * Gdol-Mundwaster enthält neben dem wirksamen OdplrAntiseptikum noch den aus der Myrrhe gewonnenen Extrakt* der sich gegen Lockerung der Zähn# und Blutung des Zahnfleisches als ganz besonders wirksam erwiesen hat,