Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 10 (6.3.1936)
- Date
- 1936-03-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m 1d Miß $ ffifmmmwm tm unserem Korrespondenten Von unserem Korrespondenten In dem arabischen Dorf A Law an kam es am läßlich eines Streites *Weier Familien ztt einer jfegel* rechten Schlacht, die mehrere Stunden dauerte, wobei von den Dächern der Däuser geschossen wurde. Die Orte- Polizei war diesem Treiben gegenüber machtlos und’ erst die aus Sichern herbeigertifene Verstärkung konnte den Dampf beenden. Es gab vier Tote und eine große Zahl Schwerverletzter, Die am nächsten Tag durchgeführten Durchsuchungen förderten eine Unmenge von Waffen und Munition zutage. . Die vor kurzem bei den ,!Prüfungen durchgefallenen hundert ausländischen Rechtsanwälte klagten die palästinensische Justizbehörde und verlangten die U ngültig keitserklärung der .Prüfungen und neuerliche Durchführung derselben, da man ihnen Prägen stellte, die im Gesetze nicht vorgesehen sind und die sie unmöglich wissen konnten. Das Jerusalemer Gerieht gab der Klage statt und ordnete neue Prüfungen an, ohne daß neue Prüfungstaxen zu bezahlen sind. Auf dem ״Hadar Hakarme 1“ wurde mit dom Bau neuer Straßen begonnen, der zirka neun Monato dauern wird und dessen Kosten mit 9000 Pfund berechnet worden sind. Der Hafen von Haifa wird seit kurzem jeden Abend mit speziell aus England herbeigeschafften Netzen a b gesperrt, so daß von 6 Uhr abends bis 6 Uhr früh kein Schiff dort landen kann. In einer der letzten Sitzungen des Waad Lcumi lag ein Antrag der Leitung auf Schaffung eines Kulturamtes vor, welches sich hauptsächlich mit der Verbreitung der hebräischen Sprache beschäftigen soll. Der Vertreter der Sefardim, Jakow Kohn, verlangte, daß sich dieses Amt zur Aufgabe machen soll, ״die Taten von Esra und Nechemia zu erneuern und Thorawissen unter der jüdischen Bevölkerung zu verbreiten“. Der Misrachi unterstützte anfangs den Antrag von Kohn, als jedoch die Vertreter der Linken, Kernes, Ben Zwi usw., mit Nachdruck verlangten, daß vorläufig nur auf die Sprache Gewicht gelegt werden soll, fielen die Vertreter des Misrachi um und stimmten gemeinsam für den offiziellen Antrag, gegen welchen nur Herr Kohn stimmte. Dieses schändliche Vorgehen der Misrachi-Vertreter hat sogar in nichtreligiösen Kreisen großes Aufsehen hervorgerufen. Die Handelsverbindungen Polen-Paläs t i n a sind im steten Wachsen begriffen. Der Export polnischer Waren nach Palästina betrug im Jahre 1935 14,308.000 Zloty gegen 9,067.000 im Jahre 1934 und 5,752.000 im Jahre 1933. Der Import palästinensischer Waren nach Polen betrug 4,026.000 Zloty im Jahre 1935, 1,062.000 im Jahre 1934 und 578.000 im Jahre 1933. Im Jaffaer Hafen arbeiten gegenwärtig 592 Lastträger, davon 35 Juden, 392 palästinensische Araber und 165 Araber aus dem Hauran. In der letzten .Stadtratssitzung von Tel-Aviv erklärte der Referent für Bauangelegenheiten, Herr Zaborsky, daß die Baube wegung'in Tel-Avivnicht unterbrochen worden ist. Im Monat‘ Jänner wurde für 640 Zimmer und 20 Geschäfte auf einem Gelände von 21.000 Quadratmeter die Baubewilligung erteilt. Der ״Bote Mögen David“, die Tel-Aviver Rettungsgesellschaft, ist dieser Tage in ihr ri euesHeim übersiedelt. Das neue Gebäude, das speziell für, diesen Zweck gebaut wurde, ist mit den modernsten ärztlichen Apparaten versehen und besitzt auch eine chirurgische Abteilung, die so eingerichtet ist, daß jederzeit etwa nötige schwere Operationen sofort vorgenommen werden können. Laut den Veröffentlichungen des statistischen Amtes zählt gegenwärtig Haifa 50.000 Einwohner, gegen 16.000 im Jahre 1931. Jerusalem 71.000 gegen 53.800 im Jahre 1931. In den großen Städten Palästinas wohnen insgesamt 284.000 Menschen, davon 75,6 Prozent Juden. nugtuung und frohlockenden Triumphes auf. Die Saat, die er gestreut, war au f g e g an g en ... nach allem und trotz allem. Er war Sieger ־:— und Juda lag am B 0 den! Da — er wollte gerade zu reden beginnen — erschauerte er plötzlich; kalte Angst rieselte an ihm herab, - ihm war, als würde seine Kehle von einer würgenden Hand umkrampft, daß ihm das Wort auf den Lippen erstarb. Ein vermaledeiter Singsang, drohend und belustigt, zündend und schmeichelnd> war an sein Ohr gedrungen: ״Und es war in den Tagen des Achaschwerosch, das ist der: Achaschwerosch...“ Die Juden lasen jetzt die M egilla, denn es war der Abend des 18. Adar, jenes Tages, für den er, Haman, das Los gezogen hatte, daß an ihm ״alle Jehudim vertilgt und getötet und aus gerottet“ wiirden. Nein} sie hatten es ihm nicht vergessen und ihm das A n de nken bewahrt, wie sie es ihm versprochen: ״Und dieser Tage werde gedacht und sie werden gefeiert von allen Generationen und Geschlechtern, in allen Ländern und Städten; und diese Tage des Purim hören nicht auf untey den Jehudim und ihr Gedächtnis schwinde nicht bei ihren Nachkommen.“ Er wollte sich bei Hitler, der ihn halb erstaunt und halb gespannt, verwundert und erwartungsvoll anblickte, entschuldigen, ihm alles, erklären und *begreiflich, machen, als er wie unter einem Peitschenhieb zusammenfuhr. In Schweiß gebadet, zitternd und bebend, mit aus den Höhlen tretenden Augen und gelähmter Zunge stand er da. Er hatte seinen Nam&n und darauf’ betäubendes Hatschen und Schnarren, St am p fen und Poltern gehört und namenloses Entsetzen und wilder Schrecken hatten ihn befallen. ״Laß a b von ihnen“, lallte er, ״laß ab! Ich mein3s gut mit dii'. Die vergessen und schenken einem nichts! Seit zweieinhalb Jahrtausenden schon spielen sie mir derart auf. Unter allen Qualen und Martern der Hölle habe ich diese am furchtbarsten empfunden. Ach, wie weh das tut und schmerzt!“ Er sank erschöpft zusammen. Alles an ihm zuckte, er wand und krümmte sich wie ein Wurm. ,Eie vergessen einem nichts!“ kam es kaum hörbar von seinen Rippen, ״Sie werden3s auch dir nicht vergessen und werden dir genau so mitspielen• Ich mein3s gut mit dir, Laß ab! Laß ab von ihnen., »/“ Wohl überflüssig, zu sagen, daß Hamm in ein Konzentrationslager gebracht wurde, wo er gut bald den letzten Seufzer tat. Es war ein Seufzer der Erleichterung! Denn Hamm hatte im Äugenblick darauf nichts Eiligeres zu tun, als zum Tor der Hölle zu laufen und stürmisch Einlaß zu begehren, um da, wie er hoffte, die so dringend benötigte Erholung zu finden,., M. Zachek. Oberhausdebatte aber den ״Legislative Council“ In der Sitzung des engiischen Oberhauses vom 28. Pebrtiaf fand eine ^Airaspteche^übef den Plän der Elrt■*► Setzung, eines Legislative Cettueil!41 Pal&stiitä statt. Eine «eihe^fübrender Mitglieder#des Obei» hauses übte scharfe Kritik an diesem Projekt, dessen Gefahren für die Stellung Englands UW Nahen Osten dargelegt wurden. Es wurde betont» daß durch die Einsetzung eines Legislative Council die nationalen Gegensätze in Palästina versehärft und eine Entfremdung der duden gegenüber England berbeigeftihrt werden könnte. Auf die Reden mehrerer׳ Oberhausmltgiieder aller Parteien, die u. a. die Ent- Sendung einer königlichen Kommission zur Üntersuehung d0t Verhältnisse in Palästina und die Aufstellung eines 10-dahr-Planes für die allmähliche Entwicklung lokaler Selbstverwaitungtelnriehtungett Vorschlägen, antwortete der Unterstaatesekretär für die Kolonien, Lord Plymouth. Er sagte, daß die Regierung die Angelegenheit unter jedem möglichen Gesichtspunkt erwogen habe. Das Mandat verpflichte die Mandatarmacht, das Land für die Entwicklung einer Selbstverwaltung vorzttbereiten. Die Regierung habe schon 1922 die Errichtung eines Legislative Council zugesagt und die Nichterfüllung dieser Zusagen würde das Vertrauen zur Regierung schwer erschüttern. Der Unterstaatesekretär beendet© seine Ausführungen, indem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß das jüdische Volk seinen Weg erkennen und bereit sein werde, seinen Plate im Legislative Council eirtzunehmen. (Daß diese Hoffnung wenigstens für den Augenblick noch eine trügerische ist, braucht nieht besonders betont zu werden. — Die Redaktion.) Vor lästigen Verfärbuhgen schützt O DO L-Zahn pasta Ihre Zähne. ODÖL- Zahnpasta reinigt gründlich, 6 D O L- Zahnpasta macht Zähne wie Perlen I Kleine Tube S -*.90 Große Tube S 1.40 Wieder Klagemauer-Frage Die Jüdische Telegraphen-Agentur meldet unter dem 2. März aus Jerusalem: Die arabische Zeitung ״El Liwaa" hat in einem Artikel behauptet, der Aguda-Führer Rabbi Blau hätte in einer in Tel-Aviv gehaltenen Rede erklärt, die Judenheit halte ihren Anspruch auf das Eigentum an der Klagemauer fest. Mit Rücksicht auf die Erregung, die diese Veröffentlichung des arabischen Blattes in mohammedanischen Kreisen äusgelöst hat, und auf die Möglichkeit einer auf diese Veröffentlichung sich stützenden gefährlichen Propaganda hat die Palästina- Regierung Rabbi Blau aufgefordert, einen ausführliehen Bericht über seine;^Aeußerungen in bezug auf die Klagemauer vörzulegen.i>s,u Eine direkte Bestätigung dieser Meldung liegt uns bis zur Stunde nicht vor. Plan einer Kantonisierung Palästinas In der einflußreichen konservativen Londoner Wochenschrift ״S,p ectato r“ stellt der frühere stellvertretende Sekretär der Palästina-Regierung, Lionel G. Archer Cu st, den bereits wiederholt aufgetauchten Plan der Schaffung nationaler ״Kantone“ in Palästina neuerlich zur Diskussion. Der Verfasser schlägt vor, daß das Gesamtgebiet von Transjordanien und Palästina unter Auflassung der bisherigen Jordangrenze in einen jüdischen und einen arabischen Kanton geteilt werde. Zur Abhärtung des Körpers und Hebung seiner Widersfandsfähigkeif Ffanzbrcinnhveln Die letzten 500 Juden des Saarlandes leiden Not Von den 4800 Juden des Saarlandes sind etwa 500, meist Handwerker und Arbeiter, im Lande verblieben, weil die französischen Behörden für diese Kategorien keine Wohn- und Arbeitserlaubnis auf französischem Gebiet erteilen wollten. Die Lage dieser Juden würde sich sehr t r a g i s c h gestalten, falls die französischen Behörden ihre Haltung nicht ändern; am 1. März erlosch die Schutzgarantie für sie, Ministerpräsident Koscialkowski warnt die Antisemiten > Bei Beratung des Budgets ina polnischen Sejm kündigte der Ministerpräsident den schärfsten Kampf gegen alle antistaa11 ichen Elemente an, welche ״blind fremde Muster nachahmen“, und bezeichnete als solche Elemente einerseits ,di? Kommuristen, welche soziale Umsturzideen propagieren, andererseits die heimischen Nationalisten, welche durch Aufwiegelung der Bevölkerung zu antisemitischen Ausschreitungen die öffentliche Ruhe und Ordnung im -Staate' gefährden. Der Ministerpräsident erklärte, daß die Regierung den Kampf gegen diese beiden Elemente mit der größten Strenge durchführen werde, da sie anarchische Zustände im Lande nicht dulden könne. Dr. Salomon Ehrmann in Rumänien Aus Kreisen der rumänischen Aguda wird uns geschrieben: Der rumänischen Agüdas Jisroel ist es gelungen, Herrn Dr. Salomon Ehrmann, Direktor der Palästina- Zentrale der A.gudas Jisroel, Frankfurt a. M., zu einer Propagandareise für die Agüdas Jisroel in Rumänien zu gewinnen, die Mitte Adar stattfinden soll. ,Das rumänische orthodoxe Judentum ist heute noch nicht organisiert. Die diversen Kräfte wirken daher nicht einheitlich. Gerade heute, wo das Judentum, insbesondere die Orthodoxie, auch in!Rumänien ein Leben zu führen hat, welches mit Brotkampf ausgefüllt ist, und in einer Zeit, wo .Ultranationalisrmus, Haß und Feindschaft gegen das Judentum sich erheben, ist eine einheitliche Organisation unerläßlich. In Rumänien ist die Agüdas Jisroel _der politische Ausdruck der Orthodoxie, außer den lokalen Gemeinden. Ist die Orthodoxie im allgemeinen die konsequente Trägerin des G-ttesgedankens und der Thora, so ist die Agüdas Jisroel der Faktor, der politisch für die Vormachtstellung der Thora im jüdischen Volke kämpft. Agüdas Jisroel will einerseits die Kontinuität der jüdisehen Geschichte im Lande der Väter wiederherstellen, einen G־ttesstaat auf bauen! und anderseits die brennenden jüdischen Probleme in der Gola im Geiste der Thora lösen und die Juden unter der Fahne der Thora sammeln.■ In Rumäniej^hat die Agüdas Jisroel spezielle jüdische Probleme zu lösen, außer der Erziehung und der Verbreitung jüdischer Werte. Es gilt in erster Linie, bei allen, die im Geiste der Thora leben und leben wollen, auch unter erschwerten Lebensbedingungen, Interesse für spezielle jüdische Werte und Ideale zu wecken׳. Die intensivere Tätigkeit der Agüdas Jisroel von hier leitet Herr Dr'< S. Ehrmann ein, eine der markantesten Persönlichkeiten! der organisierten Orthodoxie. Auf seine Propagandareise setzt ׳ die rumänische Aguda die größten Hoffnungen, wie ihr auch in nichtagudistischen Kreisen größtes Interesse entgegengebracht wird. ״Der Jude ist ein Mensch zweiter Klasse“ Das ״Schlochauer Kreisblatt“ berichtet über eine. Verhandlung vor dem A m tag e r i c ht in. Schlochau in Deutschland. Der Angeklagte hatte behauptet, der Inhaber einer Konkurrenzfirma sei. J u d e. Da diese Behauptung jedoch nicht den Tat- Sachen entsprach, erblickte darin das Gericht eine bewußte ״Verächtlichmachung“ aus Konkurrenzgründen.. Es vertrat die Ansicht, es sei ״die schwerste Beleidigung, die heute einem deutschen Volksgenossen zugefügt wer? den könnte, als Jude bezeichnet zu werden“. Ein Jude sei ein Mensch zweiter Klasse und es gelte gerade auf dem Lände als volksverräterisch, bei Juden zu kaufen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu sechs Wochen Gefängnis. Dr. Mayer Ebner kommt vors Gericht Dr, Mayer Ebner, Vizepräsident der Jüdischen Reichspartei in ׳Rumänien, früherer Deputierter und; Senator, wird sich demnächst vor dem Czernowitzer Mlilitärgericht wegen ״r e g i e r u n,g s f e ind 1 i c h e r T ä t i g k e i t“ zu verantworten haben. Die Anklage stützt sich auf einen Artikel Dr. Ebners in der von ihm herausgegebenen ״Ostjüdischen Zeitung“, in welchem er den rumänischen Minister des Aeußern, "Titulescu, apostrophierte, weil dieser in der letzten .Sitzung des Völkerbundrates erklärt hatte, Rumänien werde nicht einen einzigen jüdischen Flüchtling aus Deutschland aufnehmen können. Dr. Ebner schrieb in diesem Artikel, diese Erklärung Titulesous stehe im Widerspruch zu den historisehen Idealen des rumänischen Volkes. Oethef hilft . Sporen! Millionen Hausfrauen verwenden OR. QETKIR’SBACKPULVER »BACKIN«, weil sie dadurch an Butter, Eiern und gnderen teueren Zutaten bedeutend sparen können.