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Jüdische Presse · 1934-06-08 · 21 (8.6.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
21 (8.6.1934)
Date
1934-06-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Stellung ^def^edeutuäg»er Afü&tetltSige und def Poale- Iffft dafiif m äOfgei »ii&Jttftsif» Arbeiter eine sichere Zukunft häbe» iifid seßhaft »'Mensch eö werden, sei unter dem Namen ״Jisehuw Mathora“ eia besoäderer tfoäds gegründet wofäefi. Redner teilt mit» daß aus der neuen Schedule die Jewish Agency der Agudas Jisfoel f #r02enfe der abgegebenen Arbeiterzertifikate zur Ver* fiitung stelle, WÄs natürlich hinter den Ansprüchen der Aguda zurübkbteibtv lift Drittel werde Polen» ein Drittel werde. Deutschland erhalten, ^beschließen sei, daß fortan ln den durffi die Agudas jisröei zur Verteilung ge* langenden Zertifikaten nur diejenigen Länder Anteil haben dürften» die sich ihrer Verpflichtung gegen den Keren Hajischuw bewußt Sind. Die VerWal tting deä Keren Hajisehuw Soll f 6 5 fga Ml s i e r t Und ihre Z ahi* Stelle in Holland domiziliert Werden, Es wird ein Di re k 16 r i u ni und daneben ein Auf sichtsrat von 10 bis 16 Mitgliedern gebildet. Redner berichtet Über die Pläne zur Besiedlung Von MächaneJisroei und Über Verhandlungen in Bezug, auf die Grundstücke in Ö1 a m und M a ä h a r. ßingegättgen sei ein ausführlicher׳ Bericht der-Erez^Jisroel^Zenträle ,der Agudas Jisroei in Jerusalem, worin in organisatorischer Hinsicht ver* schiedene Forderungen gestellt werden, Über die der . Zentralrat endgültig entscheiden müsse. ' . 5. Sitzung. Organisationsfragen in Erez Jisroel . Weltkongreß Misrachi Die Nachmittagssitzung war bis in die י frühen Morgenstunden hinein gänzlich den Erez- Jisroel* Angelegenheiten gewidmet. In der Diskussion traten zunächst wiederum die Vertreter der Mauezes Chachme Hathauro mit eindring« liehen Ansprachen hervor, an ihrer Spitze Rabbi Elchonon Wassermann. Die Tendenz der Darlegungen dieser Gedaule Hathora läßt sich dahin zusammenfassen, daß sie von der allzu lauten, Betonung der Erez-Jisroel-Arbeit einerseits eine Vernachlässigung der-Golus-Aufgaben, andererseits eine Minderbewertung der ausschlaggebenden Rolle des Limud Hathorä im Kreise des jüdischen Volkes befürchten. Das jüdische Volk habe, ob auch in größten Nöten, 2000 , Golus-Jahre ohne Erez Jisroel Überlebt, hätte aber ohne Thora noch nicht ein Jahrzehnt seiner Geschichte überdauern können. Demgegenüber wurde natürlich darauf ׳ hingewiesen, daß ja auch das Ringen um Erez Jisroel ein Ringen um die Thora und für die Thora sei und bleibe und daß andererseits auch' über die materiellen Nöte, die die jüdischen Volksmassen heute aus ihren Golusländern heraus nach Erez Jisroel treiben, von einer Volksorganisa-; tion wie die Agudas Jisroel nicht, hinweggesehen werden dürfe. Die Diskussion wendet sich den p a 1 ä s t i n e n s isehen Organ.isationsf ragen zu, wobei die verschiedenen Auffassungen, die auf diesem Gebiete in Polen, in Deutschland, in der ׳Slowakei und Ungarn herrschen, ‘ naturgemäß zur Geltung kamen, Es gelang schließlich, sich mit Einmütigkeit auf eine Resolution zu einigen, die im wesentlichen interne Weisungen für den Neuaufbau der palästinensischen Landesorganisation auf Grund von Neuwählen und über, die Verteilung der Kompetenzen enthält. Ausgeführt werden soll die Resolution "durch eine sobald wie möglich nach Erez Jisroel zu entsendende Delega■׳ tion, der Vertreter der in der Debatte zu Worte gekom• menen verschiedenen Anschauungen angehören sollen. Was die Erez Jisroel-Arbeit im Golus betrifft, so wurde beschlossen, die P a 1 äst in a־Z e n tr a 1 en in Fr an k f u r t un d W arschau zu ge meinsamer ״ Ar beit zu verei n'i g e n, wobei propagandistisch die östlichen Länder von Warschau aus, die westlichen von Frankfurt aus erfaßt werden sollen. In der Debatte machte Dr. Ehrmann noch Mitteiiung von einem originellen Propaganda plan, der dem Jischuw Hathora Mittel zuführen soll und über den die Oeffentlichkeit in Kürze unterrichtet werden wird. Jakob Rosenheim ■berichtete im Auftrag der Exekutive über die vom Misrachi angeregten Ver• handlungen wegen Einberufung eines orthodoxen Welt ko n g r e s s e s nach Jerusal e m und über die Korrespondenz, die sich hieran geknüpft hat. Von seiten des litauischen Rabbinerverbandes sei eine eigene Kornmission gebildet worden, deren Aufgabe es sein soll, auf Misrachi und Agudo einzuwirken, damit diese beiden Organisationen angesichts der bedrohenden Lage des orthodoxen Judentums gerade in Erez Jisroel praktisch zusammenwirken möchten. Redner legt namens der Exekutive eine ausführliche Resolution vor, die den Gedanken des orthodoxen W e 1 tkongressses verwirf t, die Exekutive der Agudo. jedoch ermächtigt, mit Vertretern . des Misrachi die Möglichkeit eines• Zusammen- Wirkens von Fall zu Fall in praktischen Dingen zu erörtern. Alsdann legt die Resolution dar, daß und aus welchen Gründen eine e n gereundd au er n d e Ge m e i n'-r Schaft mit dem Misrachi, solange er der Zionistischen Organisation angehört und seine Einstellung zu jüdischen Dingen hierdurch bestimmt wird, n i c h tjö g 1 i c h s e i. Die Resolution klingt in den Appell an den^.Misrachi aus, durch Austritt aus der Zionistischen Organisation die Herstellung einer Einheitsfront des orthodoxen Judentums zu ermöglichen. In der Diskussion ergibt sich Einmütigkeit in der Ablehnung des orthodoxen Weltkongresses. Dagegen ist einem großen Teile der Versammlung schon die B e r e i t s c h a f t zu Verhandlungen mit dem Misrachi über ein Zusammengehen von Fall zu Fall zu w e i t g ehe n d, weil der Mi srachi insbesondere in Polen der gefährlichste und auf. allen Gebieten des jüdischen Lebens der Agudas Jisroel bis zum äußersten bekämpfende Feind der organisierten Ortho- Sicheres, strafloses Autofahren. Eine gute und ge« diegene Fabrschuiausbüdung hat nicht nur die Vorbereitiing zur Lenkerprüfung zum Ziele, sondern die Vermitttimg von Fach- und Fahrkenntnissen, die den Schüler zuw sicheren Führer machen, der keine Unfälle verursacht, sich hei Pannen selbst zu helfen versteht und somit der Schule für eine derartige vollkommene Ausbildung stets dankbar bleibt und in diesen Zufriedenheit tiile seine Freunde und Bekannten nur dieser seriösen Schule empfiehlt, Mit diesen bewährten Prinzipien unterrichten die renommiertenl Neudegjger; Au10m0bU- und;M0i0rrad-Fahrschu i &p,; Wien» VIII., Neudegge r |:a SS e Nr, 18 (Ecke Lerchenfelderstraße 18), pm0 n R-46-5-TV und Inzersd0rf (Nieder- Österreich), In der Neudeggergasse 1.8 kann auch ganztägig :kostenlos das einzigartige, mit• Kraftstrom be* triebene Lehrchassis — das laufende Auto im Lebrsaal . W;■besichtigt werden, ׳' ■ d 0 x i e 3 e i. Auch von slowakischen Seltewerden starke Bedenken gegen jedes ^üsaöiffieögehen geite»dge»iäehL Behließiiöh erklärt dieR*ekütive,däß sie d f i R i ä # .;'11. rt;»»; zu rück ziehe, .üftdsich Vorbehalte» iri wissenhäfter Erwägung dir Sächläge und uatefBertiek-: ilehtlgüiif iier{ i» der Dlsküssiotf hervorgetretenen Aä* SehauüBge» das Schreibe» des Misrachi »ach eigeftef» Ermessen zu beantworten. Eutä Schluß wurde , nöcft beschlossen, de» Wäid häpoel zu ermächtigen, iö bezug auf zwei im Rahmen der *Tagesordnung nicht mehr,' zur Erledigung gebrachte Wichtige Prägen, unter SSuMehting der anwesenden Mit* glieder des Rabbinischen Rates und einer dreigliedrigen Kommission des Zentralrates, am nächsten Tage endgültig zu entscheiden: Die Stellungnahme der Welt*Aguda zu den i» Jerusalem auf initiative der Regierung geführ* ten Verhandlungen wegen B i 1 d ü n g e i n e S e i n h e 11- 1 i C h e n Ö b e r r a b b i ü ä t S, Sowie die Haltung der Poale Agudas J i s r o e 1 * Organisation in Erez Jisroel hinsichtlich der Beziehungen zu den Arbeiter* Organisationen im Heiligen Lande. Zu der letzteren Präge liegt ein ausführliches' Memorandum der Poale Agudas Jisroel*Örganisation vor. Gemäß diesem Beschluß des Zentralrates trat der Waad hapoel mit dem Rabbinischen Rate und der Zentral* ratskommission am Donnerstag Vormittag zu einer mehr* ständigen Sitzung zusammen, über deren Ergebnis noch berichtet werden wird. Mit warmen Worten des Dankes an alle Erschienenen wurde die Zentralratssitzung durch den Präsidenten Oberrabbiner , Lewin um die zweite Morgenstunde des Donnerstag geschlossen. Raummangel halber mußte diese Woche die Fort- Setzung der Erzählung ״Hinter Mauern“ ausbleiben. IE H ט haltung und Verfügbarkeit eingezahlten Beiträge LGEMEINP ,V l CH GRABEN 20 * TEl*U 21*510 Agudas Jisroel und Misrachi. Von Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach, Altona Immer wieder wird in letzter Zeit die Frage einer Vereinigung der Agudas Jisroel und des Misrachi aufgeworfen und es steht außer Zweifel', daß diesem Gedanken — vorerst rein theoretisch — eine gewisse Aktualität und Zweckmäßigkeit nicht abzusprechen ist. Wir veröffentlichen nachfolgend leinen Auszug aus einem in der ״Laubhütte“ erschienenen Aufsatz von Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebachj der für die Vereinigung eintritt, obxöohl wir uns manche seiner Gedankengänge nicht zu eigen machen können. Man wird sich jedenfalls stets vor Augen zu halten haben, daß von einer Vereinigung mit dem Misrachi so lange keine Rede sein kann, als dieser — entgegen dem ausdrücklichen und klaren Verbot der rabbinischen Autoritäten ■— eine der Zionistischen Organisation angegliederte und ihr unterworfene Fraktion darstellt. Erst wenn die grundlegende Voraussetzung für eine Vereinigung, der Austritt des Misrachi aus der Zionistischen Organisation, gegeben ist, wird man in der Lage sein, an die Prüfung dieses Problems, vom orthodoxen Gesichtspunkt heranzutreten. In diesem Sinne wurde auch der Beschluß von der Zentralratssitzung in Warschau gefaßt. — Redaktion: Der Kampf zwischen; diesen beiden Brüdern ist das tragischeste Moment im jüdischen Leben der Gegenwart. Was die Juden unter den Völkern sind: die ׳Bewahrer und verantwortlichen Träger des Monotheismus und seiner Lebensordnung, das ist innerhalb des Judentums selbst die Gesamtheit derer, welcheלdie . Thora zur unverb r ü c h 1 i c h e n B a s is> all ihres Tuns .und TLassens machen. Es sind die einzigen, für die es etwas Unantast- ׳bares gibt, woran!keine Wandlung der Zeiten rühren kann, einen unveränderlichen Maßstab, ...an dem die Dinge zu messen sind, ein unabhängig von allem Zeitenwandel bestehendes Ideal, das Endziel aller Bestrebungen' bleiben muß. Wären diese einig, werden sie!keinem Außenstehenden einen Zweifel möglich machen, daß ihre Grundgesinnung; identisch ist, so würden sie die größte g e is t i g e M a ch t innerhalb des J u d entum s darstellen, so wäre ihr stiller Einfluß auf alle ihre Gegner einfach zwingend und beherrschend. Diese Einheit und Einigkeit ist nicht äußerlich gemeint. Sie könnte sich in tausend Nüancierungen des ׳Minhag, in allen möglichen Mannigfaltigkeiten der Verwirklichung auswirken, denn die Thora ist reich genug, um letzte Feinheiten der Individualität in Freiheit sich ausleben zu lassen. . Aber diese Einheit muß eine grundsätz- 1 i c h e sein, grundsätzlich in dem Gedanken, daß alles Einzelne aus der ewigen Verpflichtung unseres Volkes gegen G-tt und innerhalb der unverrückbaren Schranken unserer religiösen Verfassung sein. Daseinsrecht, und seine Möglichkeiten erhält. Die geschichtliche Enge und mangelnde Weitsicht in früheren Epochen, so bittere Folgen sie für die Zeitgenossen hatten,- konnten dem Judentum als Ganzem nicht schaden, weil über die geistige Basis unseres Volkstums und ׳Lebens, Über das Wesen des Judentums selbst kein Zweifel,!keine Zersplitterung herrschte. Anders heute. Unzähligen unserer Brüder ist das Judentum selbst zum Problem geworden. Sie wissen nicht, was es ist, was es fordert; sie lassen sich die׳ Deutung von außen geben, weil ihnen der geschichtliche Zusammenhang mit der Vergangenheit zerbröchen ist. Sogar die Grundfrage ist zweifelhaft geworden, ob das Judentum ein Begriff, unvergleichbar mit allen Religionen und jedem Volkstum ist. Die nationale und persönliche Assimilation hat alle geschichtlichen. Gewiß- »eiten über den Haufen geworfen. Die Zeit steht vor einem Vakuum, in das sie ihre Phantasiegebilde hineinbaut. Gerade darum wäre die Einheit der Frommen von so außerordentlicher Wirkung. Vor ihr würde die Moderne mit ihrer inneren Unsicherheit, um nicht zu sagen mit ihrem bösen Gewissen, zerscheitern. Es ist ein unsagbares Unglück, daß nicht nur die Geschlossenheit und Gesinnungseinheit der Frommen heute nicht besteht, sondern daß im Gegenteil sovieie kleinliche Kämpfe, Verbitterung und Haß in den häßlichsten Formen zwischen ihnen sich abgespielt haben. Es mag das geschichtlich verständlich sein. Alle Frommen haben einen harten Kampf mit der unfrommen Umgebung und Beeinflussung auskämpfen nassen. Niemandem ist sein Judentum in den Schoß gefalien; weil es aus Kämpfen erwachsen ist, Ueben sie es un» schützen sie es mit der Leidenschaftlichkeit, mit der man eben sich vor ein bedrohtes Gut stellt. Kampf macht blind und dUrstet danach, allein gerecht m sein. So wurde jeder Seite die Aus- SchUeßüqhkeit ihres Standpunktes1 eine innere Notwendigkeit, auf die sie nicht verzichten konnte. i Die A g u d a-s J i aroe l selbst war gegründet worden ln dem ausdrücklichen Willen, kein© Kampforganisation zu sein. : In Kattowitz waren die Misrachisten mit derselben Energie wie die Nielitmisraehisten ׳bestreikt, die Gründung ׳ einer ailumfassenden Organisation der Frommen zustande zu bringen, und ihre erste Vorstandschaft setzte sich aus beiden Seiten einträchtig zusammen. Die erste Kenessio zerriß das Band zwischen beiden Lagern, die zweite vermochte es nicht wieder zu •knüpfen, obwohl die Wieder- Vereinigung die ganze Tagung beherrschte. Aber selbst diese zweite Kenessio stand noch einer politisch glücklichen Gesamtkonstellation des Judentums . gegenüber. Man konnte, sich .gewissermaßen , noch das Alleinstehen, die splendid isolätion leisten. Das Problem der Wiedervereinigung entsprang wohl einem Wunsche der ■Herzen, aber es war nicht eine blutig ernste Not- Wendigkeit, eine Frage, von!Sein und Nichtsein. Das ist inzwischen anders geworden. Die jüdische Weltlage sieht in vielen ׳Ländern des Golus ein Trümmerfeld vor sich, dem gegenüber nur der eine Lichtblick offen bleibt: , . die wachsende Kolonisierung von Erez Jisroel, der Jischuw, der nicht nur ein Jischuw hoorez, sondern auch ein Jischuw hanefesoh für Israel geworden ist, nicht nur ©ine materielle Zukunft, sondern eine Heimat glücklicher, vollerer und ganzerer Menschen. Heute ist der Kampf zwischen Agudas Jisroel und Misrachi unter ein zwiefaches Schlaglicht gerückt; einerseits durch den Hinblick auf die Not und das Unglüc k des Judentums und zweitens durch den der Zukunft des Heiligen Landes. Wir wissen, daß es nur eine Alternative gibt: entweder wird der Jischufr der Th0 r a gemäß sich aufbauen, dann wird er Bestand haben, sonst wird er חיו unweigerlich zugrunde gehen. Und dieses Schrecklichste des Schrecklichen, daß auch hier ein. großer Fehlschlag in unserer Geschichte eintreten, daß diese palästinensische Siedlung nur eine Episode unserer Geschichte sein sollte, ebenso zugrunde, gehend wie einst der Jischuw in der Zeit der Kreuzzüge, das auszudenken, die moralische Wirkung dieses Ausganges sich auszumalen, vermag jedem gläubigen Juden den ׳Schlaf der ׳Nacht rauben. Das darf nicht kommen. Das wäre zu, zu bitter. Mit dieser Alternative aber können wir nur bei den Gläubigen ein Verständnis finden. Wir müssen uns darauf gefaßt machen, ■bei den andern damit verlacht zu werden. Wir sind ja nun auch über 150 Jahre verspottet worden, wenn wir der Assimilation und der •Untreue am Gesetz ein klägliches Ende vorausgesagt haben.. Und nicht einmal heute, wo das Fiasko der Abwendung vom Judentum in vielen Golusländern Tatsache geworden ist, kann nian uns verstehen, will man uns verstehen. Wie sollten wir da erwarten, daß man der großen Hoffnung Palästina gegenüber das •einzige: ״W enn" unseres Erfolges uns glaube, das Wenn der Thora, das: ״wenn ihr hört auf Meine Stimme“?. ׳Der Faschismus der Revisionisten und der Sozialis* mus der Arbeiterschaft haben in erschreckendem Umfange das Leben in Erez Jisroel zu beherrschen begonnen; selbst die zionistisch-religiösen Kreise haben ihr religiöses Empfinden so sehr assimilert, in seinen Formen so europäisiert, daß •es nichts mehr vom Geist Palästinas an sich hat. Aus religiösen Festen sind Volksbelustigungen geworden, aus heiligen Verpflichtungen Tagesbedürfnisse, aus einer überirdisch bestimmten Volksaufgabe als der Seele unserer Gemeinschaft eine den praktischen Organismus des Darseips würzende Zutat. Und so ballt sich die bange Frage für alle Frommen wie eine Wolke zusammen: Soll nicht die gläubige Judenheit als eine geschlossene Front, als eine starke geistige Kraft sich diesen Gefahren entgegenstellen? ׳/.' ׳ י '־...־־■■■■ ׳ Aktueller Anlaß. zu unserer Betrachtung gibt uns eine ׳Broschüre des Öberr%bbiners A m i e i aus Antwerpen, betitelt; ״Die ideologischen Grundlagen des Misrachi“. £5s ist das eine Schrift von einer bewundernswerten Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. solchen Mitleidslosigkeit wider die Grundprinzipien des Misrachi ins Gericht; so ohne alle ׳Selbstliebe und Selbstgerechtigkeit, daß sein

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