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Jüdische Presse · 1934-06-08 · 21 (8.6.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
21 (8.6.1934)
Date
1934-06-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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;!גיר'־־.׳ mKßmSS ף;;‘־ ־ . HBBiyHi fWÜ vttlBlBr tmarmi «xpiffli fßt P&B&m ORGAN FÜR DIB INTERESSEN DfiS ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration! Wien,Ui, Mäl^aäM 12 ä,.: Telephon A4־Ö?Ö46. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach.381. Jugoslawien!. S ü b o t i c a, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktiohsschltiß: Mittwoch Mittag« ׳ Aboönemeötpreise: Ganzjährig: fürÖesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150« das übrige Ausland Schw. Fr. 14,1 Einzelnummer ösh Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Presse״, Wien, auf fol* gende Poätsparkassenfeotiti: Wien Nfv ©*93.SI4. Brünn Nr. 126.058, BerlinNr. 122.619, Budapest Nr. So.ifö, Warschau Nr. 10O.4Ö9, Zagreb;•,..Nrvvj4p.a11r,: Zürich Nr. Vffi, 4iiT. Nr. 21 Wien-Bratislava, 8. Juni 193# ב״ה ווינא-פיעמבורג כ״ה ם־ין תיציד. 20. Zentralratssitzung der Agudas Jisroel in Warschau Am vergangenen Donnerstag fand die Zentralrats־ Sitzung der Agudas Jisroel in Warschau, die vort Montag an getagt hatte, ihren feierlichen Abschluß mit der eiuheiligen Beschlußfassung einer Reihe von Resolutionen, die wir in unserer nächsten Ausgabe veröffentlichen werden. . _ v. ־ .:■‘--,■י,-..־ , Wir können heute mit' aufrichtiger Freude feststellen, daß die Tagung, die ״kleine Kenessio״, die in sie gesetzten Erwartungen vollauf erfüllt und ein *Ärbeits- Pensum erfolgreich absolviert hat, das jedem von Uns Anerkennung und Dankbarkeit abringen wird und das — wenn die Beschlüsse zur Ausführung gelangt sind — einen weiteren gedeihlichen Aufschwung der Aguda-Bevvegung erwarten läßt. Von den wichtigsten Beschlüssen heben wir heute hervor: Schaffung einer Zentrale für Apologetik des Judentums, Bildung einer Kommission für Taharas - hamischpocho, Intensivierung der E r e z - J i s r o e I - A r b e i t — wobei die Goius- Arbeit keine Vernachlässigung erfahren darf, Ablehnung des. jüdischen Weltkongresses, Ablehnung eines Zusammengehens mit dem Misrachi — solange dieser der Zionistischen Organisation angehört, Ausbaü des Keren Hathora und Beth ־ Jacob־ Schulwerkes, Gründung eines orthodoxen Lehrerseminars in Warschau, Vertretung im internationalen F1 ü c h 11 i n g s h i 1 f skomitee Mac Donald, Zusammenlegung der Keren-Hajischuvv - Zentralen Wa rsch au und Frankfurt, Entsendung einer D eie g a t i o ri nach E r e z Jisroel zwecks Bereinigung schwebender Fragen, Ergänzung des allweltlicheri Rabbinischc 11 R a t e s, Stärkung des י orthodoxen ־ R a b b i n a t e s i n Erez Jisroel, Protest gegen die Ein־ Wanderungsbeschränkungen• in Erez Jisroel, Einberufung einer E rziehungskonferenz. Wir erhalten über den Verlauf der Zentralratstagung (über die Eröffnungssitäiing haben wir in unserer vorwöchigen Ausgabe berichtet) folgenden Bericht: 2. Sitzung. Organisation — Exekutive — Finanzen — . Rabbinischer Rat Nachdem während der ganzen Dauer des Montags. Beratungen der .Aguda-Leitung im engeren Kreise stattgefunden hatten, wurde die erste Geschäftssitzung ־deä Zentralrates Dienstag Vormittag eröffnet. An Stelle des heimgegangenen ersten Vize- Präsidenten des Zentralrates, Rabbiner Dr. Isaak Auerbach s. A. in Halberstadt, dem der Vorsitzende warme Worte des Gedenkens und der Dankbarkeit widmete, wurde Rabbiner Josef Horovitz (Frankfurt am Main) gewählt. Alsdann erstattete J a c o b Rosen heim (Frankfurt am Main) den Bericht über die Tätigkeit des Geschäftsausschusses, der sich über die Fragen der Organisation, Propaganda und des Finanzwesens, über die politischen und religiösen Angelegenheiten, die die Exekutive beschäftigten, und über die Arbeit auf sozialem Gebiete erstreckte, während die umfassende Erez-Jisroel- Arbeit und die Tätigkeit des Keren Hathora den Sonderreferaten den Leitern dieser Abteilungen überlassen blieben. - In der an den Bericht sich weiter anschließenden allgemeinen Aussprache gelangte zunächst auf organisatorischem Gebiete der Antrag der Leitung auf baldmöglichste Ergänzung der Exekutive des Allgemeinen Rabbinischen Rät es der Agudas Jisroel zur Annahme. Schon in der Generaldebatte gelangte ferner der Leisfungsfahigstes Möbelhaus M♦ Redler/ Wien 1/ Schottenring 35 Telephon A-12-9-78. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebernahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen, ״Schomra“-Mitglied. Wunsch zum Ausdruck, die Exekutive der Agudas Jisroel sobald wie irgend , angängig nach Erez Jisroel zu verlegen, ohne daß hierüber hach Lage der Dinge ein Beschluß gefaßt werden konnte. Rabbiner Hager־Wischnitz berichtete in ,interessanter Weise über die Arbeit der Agudas Jisroel in Rumänien und verlangt dringend die Entsendung einer Delegation nach diesem Lande, die die hoffnungsvollen Keime der Entwicklung, die sifch dort zeigen, zum Besten des ganzen gesetzestreuen Judentums weiter fördert. 3. Sitzung. Keren Hathora — Beth Jacob — Rußlandhilf e — Bnos Agudas Jisroel Die Nachmittagssitzungl wurde durch Verlesung zahlreicher Begrüßungsschreiben und Begrüßungstelegramme aus allen Teilen -der Welt , eingeleitet. Die Sitzung ist dem Keren Hathora gewidmet und wird durch ein Referat des Mitgliedes der Wiener Keren- Hathora ־ Zentrale, Großrabbiner Mordechai Friedmann (Sadagora), jetzt Przemysl, eröffnet. Alsdann erstattete der Leiter der Keren-Hathora-Zentraic, Dr. Leo Deutschländer, seinen Bericht. Der Berieht .klang insbesondere über die zweite Abteilung des Keren Hathora, die Beth-Jacob-Arbeit, außerordentlich erfreulich. Der Keren-Hathora-Zentrale in Wien angegiiedert ist ' auch die: durch die Agudas Jisroel organisierte Ruß 1 a n d h i 1 f e,' die' im Verein mit Nichtagudisten ständig fortgesetzt wird. Zweimal im Jahre sind an700 :־Ö Adressaten ־־־ in Rußland Lebensmittel, beziehungsweise Geldsendungen angewiesen־ worden. Starkem Interesse begegnete das interessante Referat des Direktors des Krakauer Beth-Jacob-Seminars, L. Orlean, das viele Einzelheiten über den Betrieb des Seminars und über die weitverzweigte Organisation der Beth-Jacob-Schule mitteilen konnte. Außerordentlich beklagenswert sei es, daß das Krakauer Seminar, dessen Jahresbüdget mit über 100.000 Zloty balanciert, bisher nur solche Schülerinnen aufnehmen konnte, die den Pensionspreis׳ entrichten können. Es sei die wichtigste'Aufgabe des Zentralrates, Mittel und Wege zu finden, um den Beth- Jacob-Seminaren die Aufnahme armer Mädchen unter völligem oder teil weisem Erlaß des Pensionspreises möglich zu machen. An das Orleansche Referat schloß sich ein Bericht von A. S.׳Friedensohnia Lodz über die Bnos-Agudas- Jisroel-Bewegung. In Polen existieren heute für die den Beth-YFacob-Schulen entwachsene Jugend 200 Bnos- Agudas-Jisroel-Gruppen mit 10.000 Mitgliedern. Hier sind zwei aktuelle Erfordernisse zu erwähnen, deren Befriedigung der Zentralrat seine Aufmerksamkeit züwenden müsse: Die Herausgabe von geeigneter Lektüre für die jungen Mädchen und weiter die Einrichtung von Hachschorostätten für Erez Jisroel für die Mädchen. 1 A. S. Friedmann (Warschau) hielt dann ein ernstes, man muß schon sagen, erschütterndes Referat über die Erziehungsnot unter der männlichen jüdischen Jugend Polens. Ein großer Teil der auf gesellschaftlicher Basis aufgebauten jüdischen Elementarschulen sind zusammengebrochen, so daß sich das Unwesen der Privatchadorim wieder in beängstigendem Maße breit macht. Um zu helfen, müßte vor allem eine Erziehungsstätte zur Heranbildung geeigneter Lehrer, analog den Beth Jacob- Seminaren, geschaffen werden, die dann auch später im Amte eine geschlossene pädagogische Körperschaft bilden. Im Anschluß an das Friedmann’sche Referat erklärt Dr. Leo Deutschländer die Bereitschaft der Keren Hathora-Zentrale, für die Gründung dieser Lehrerbildungsstätte einen größeren Betrag zür Verfügung zu stellen, wobei die Bewilligung der gleichen Summe von seiten der polnischen Keren Hathora-jVerwaltung vorausgesetzt wird. In der Aussprache betonten die anwesenden Mitglieder des Mauezes Chachme Hathauro, insbesondere Rabbi Elchonon Wassermann aus Baranowitsch, Rabbi־ Ahron Ko11 er aus Klecz und andere, in . starken eindrucksvollen Worten die Lebensnot־ wendigkeit d er Jes chi wos und die heilige Pflicht, sie vor Not und Verelendung zu schützen, Im Anschluß daran wurde der Vorschlag erneuert, diesem Gedanken auf dem Wege einer größeren, das Ohr der jüdischen Oeffent־ ODOL• ZAHNPASTA brauchen Sie zum Zähnepuizen, so ausgiebig ist ODOL-ZAHN PASTA! Inländisches Erzeugnisi . lichkeit findenden internationalen jü di s che n Konferenz ein Echo zu geben und es wurde alsdann ein entsprechender Beschluß im Rahmen der auf den Keren Hathora bezüglichen Resolutionen gefaßt. 4. Sitzung. Taharas-hamischpocho — Erez Jisroel Der Beginn der Mittwoch-Vormittagsitzung stand ganz unter dem erschütternden Eindruck der unmittelbar vor Beginn eingegangenen telegraphischen Meldung von dem Hinscheiden des Hamburger Raws, Oberrabbiner Dr. Samuel Spitzer s. Z. 1. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete, während die ganze Versammlung sich erhob, der Präsident des Zen-t tralrates, O b e r r ä b b i n e r Le w i n, dem heimgegang'enen Kollegen und Freunde in, tiefer Bewegung.Worte der Trauer und des Dankes. Im Anschluß daran ergriff Jacob R o s e n h e i m namens der Agudo-Exekutive und; der deutschen Landesorganisation das Wort, um in kurzen Zügen die Bedeutung der Persönlichkeit zu kennzeichnen, die dem' ganzen thoratreuen Judentum allzu früh entrissen worden ist. Was Oberrabbiner Spitzer gekennzeichnet vor vielen anderen, die gleich ihm im öffentlichen ׳Leben; ihre Pflicht gegenüber dem jüdischen Volke erfüllt hätten, sei seine beispiellose ,Verbundenheit mit der Thora, seine völlige Verwurzelung im Lernen im Behsmidrosch gewesen. Er war nach dem Ableben von Rabbiner Dr. Salomon Breuer der berufene Vorsitzende des Rabbinischen Landesrates der Agudas Jisroel in Deutschland und; aus seinem ׳klaren, . von tiefster Thorakenntnis erleuchteten Geiste konnte man Wegweisung schöpfen, wenn es galt schwierige halachische ׳Fragen für die deutsche Judenheit, für Agudas Jisroel im ganzen zu lösen. Unsterbliche Verdienste habe sich der Heimgegangene um den . Keren Hathora erworben und unvergeßlich sei die beispiellose Opferfreudigkeit, mit der er sich seinerzeit in den Dienst der Entschuldungs-• aktion für die litauischen Jeschiwos erfolgreich gestellt habe. .Agudas Jisroel wird das Andenken dieses Führers und Lehrers für alle Ewigkeit in hohen Ehren halten. Rabbi B e r F r i־edm ann aus Wien erstattete ein . eingehendes Referat über Tahar as-hämischpocho.. Der Referent glaubt, daß nicht nur, wie jedermann weiß, aus praktisch-religiösen Gründen eine systematische Tätigkeit in theoretischer und praktischer• Hinsicht auf diesem Gebiete erforderlich sei, sondern daß gerade angesichts der Ideen-Entwicklung in unserer Zeit auch die größte Aussicht bestehe, weitesten Volkskreisen die Bedeutung der Familien- und Ehegesetze für die ganze Fortexistenz des jüdischen Volkes ans. ■Herz zu legen. In der Diskussion wurden mannigfache Gesichtspunkte, insbesondere die Bedeutung der- Fraüenorgani־ sationen in den verschiedenen Ländern für die Lösung des Problems vorgebracht und auch auf Maßnahmen ver-• wiesen, die von Seiten der Gemeinden zur Förderung. des Besuches der Mikwaoth getroffen werden müßten. Die Diskussion endete mit• der Annahme einer entsprechenden Entschließung. . In später Vormittagsstunde erhielt der Leiter der Palästina-Zentrale in Frankfurt a. M., Dr. Salomon Ehrmann, das Wort zum Erez Jisroel־Refe.rat• Er ging von der These aus, daß die Erez Jisroel-Frage für uns keine ökonomische, sondern eine durch und durch religiöse ist. ©er, Redner behandelte zunächst:Fragen des S c h u 1 wesens und das, was die Agudas Jisroel mit ihren beschränkten Mitteln bisher auf diesem Gebiete leisten konnte, und ging dann s5u einer ausführlichen Par* Die reisende Dame erhält bei mir schon Innerhalb 3 Stunden eine individuell ihrem Geeichte entsprechend modellierte Perücke I Besitzet der weltbekannten PerUcken-Kunstwerkstätte Wien I, Kärntnerring 6 rdtlM ■,:0 m

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