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Jüdische Presse · 1934-05-18 · 19 (18.5.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
19 (18.5.1934)
Date
1934-05-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 19 JÜDISCHE FRESSE Seite 6 Und jetzt: klart Front! Wir haben In def kurzen Zeit, die der Kampf um die Wiener Kultusgemeinde nun dauert, viel zu viel und viel zu deutlieh die religiösen Verhältnisse in der Wiener jüdischen Gemeinde aufgezeigt, um ihre Schilderung heute wiederholen zu müssen. Wir haben gefordert, daß die Mißstände abgestellt oder daß jenen, die sich in dieser Gemeinde nicht wohl fühlen, freigegeben werde, sich in seihständigen religiösen Gemeinschaften zusainmenzuschließen. Kein Vorwurf, den wir bis heute erhoben haben, ist entkräftet worden« Und wenn jemand erwartet hat, daß in der vorwöchentlichen Versammlung ein Versuch gemacht werden wird, irgendwie die ״religiöse'‘ Haltung der Kultusgemeinde und ihrer Machthaber zu recht• fertigen, so wurde er auch darin enttäuscht. Nicht ein Wort von logischer oder religiös-wissenschaftlicher Widerlegung unserer Argumente wurde gesprochen. Für uns, die wir einen ritterlichen Kampf für eine hohe Idee führen, war die Versammlung ein Beweis für die Berechtigung unserer Haltung, deren letzte Konsequenz es ist, den religiösenGeist in der jüdischen Gemeinde souverän zur Geltung zu bringen und die Träger dieses Geistes nicht zu korumpieren und unreligiösen Zielen gefügig zu machen, Ist dies den anderen gelungen, so ist das für uns, die wir mit fanatischer Liebe an unserer angestammten Religion hängen und mit grenzenloser Ehrfurcht vor ihren Trägern stehen, ein Argument mehr, eine klare F rout zu schaffen mit dem Kampfruf: Heraus aus einer Gemeinschaft, die den Geist der Religion und deren Träger vergewaltigt! Der Ruf ist nicht neu in Oesterreich und ist bereits erhört in fast allen Nachbarstaaten. In Ungarn und Rumänien, in Deutschland und in Jugoslawien und seit dem autoritären Kurs auch in Polen, ist die staatliche Gesetzgebung den Bedürfnissen der religiösen Kreise entgegengekommen. Nur in Oesterreich besteht vorläufig noch ein Zwang, der religiöse Menschen dazu verhält, sich einer a- und antireligiösen Mehrheit in religiösen Dingen zu fügen. War dieser Zustand schon in den Zeiten der Demokratie unerträglich und widersinnig, so ist er es um so mehr in einer Zeit, in der das ganze Staatsgefüge religiös unterbaut werden soll. Vor uns Hegt ein Gutachten aus dem Jahre 1872, das von Rabbiner Salomon Spitzer s. Z. 1. verfaßt und von etwa vierhundert Rabbinen unterzeichnet worden ist. Unter diesen Geistesheroen befinden sich keine Geringeren, wie Großrabbiner D. M. Friedmann aus Czortkow, Rabbiner Joseb Babad, Tarnopol, und Isak Babad, Kalus, der berühmte Zaddik Reb Hilel Lichtenstein aus Kolomea, Rabbi S. Babad, Trembowla, der Sandzer Rebbe, Rabbi Chaim Halberstam, der Lisker Rebbe, Rabbi Abraham Chaim Horowitz, Großrabbiner M. Hager aus Wischnitz und fast sämtliche Namen habenden galizischen und russischen Rabbonim י ז צ ו ק * ל die hier in einer Front mit den gewaltigen Thoragrößeren des damaligen Ungarn, dem Ksaw Sofer, Rabbi Aron, Sohn des Rabbi Jehuda Aßod, dem Krakauer Raw, Rabbi Simon Sofer, dem Maharam Schick und dem Chasan Sofer, מנוקיל und allen damaligen deutschen Rabbinern, wie S. R. Hirsch, Hildesheimer und Carlebach stehen. Sie alle bekräftigen mit ihrer Unterschrift wörtlich, *,daß der gesetzestreue Jude mit Personen, die sieh einer Apostasie schuldig gemacht haben, nicht in einem religiösen Gemelndeverbaude bleiben darf und kann und nach jüdischer :Lehre jede Steuerleis tunganeineReligionsge mein de, deren Institionen nicht auf der unerschütt erlichen Basis des vom SchulchanAruch kodifizierten Religlonsgesetzes stehen, verboten ist“. Wenn nun der Staat uns den Weg zur religiösen freien Entfaltung durch sechs Jahrzehnte hindurch versperrt hat und wir einerseits nicht die Möglichkeit hatten, von den Institutionen der Gemeinde Gebrauch zu machen und uns eine Doppelbesteuerung aufzuerlegen gezwungen waren (wir mußten einerseits die Steuer an die Gemeinde leisten und waren andererseits bemüßigt, uns unsere Institutionen selbst zu schaffen und zu erhalten), so danken wir G-tt, daß er uns jetzt in der Zeit der höchsten( Not einen Weg aus diesem unerträglichen Zwang gewiesen hat. Für uns, für alle aufrechten religiösen Juden hat die vorwöchige Versammlung mehr als irgend eine andere bewiesen, daß es für jene, die besorgt sind um das geistige und sittliche Wohl ihrer Kinder und Enkel, nur eine Parole gibt und die lautet: לא לנו ולבם לבנות את בית הי ״Nicht unser und euer ist es, gemeinsam das Haus unseres G-ttes zu bauen." Die sich dort wohlftihlen, die mögen bleiben und mögen sehen, wie sie die religiöse Zukunft ihrer Kinder und Nachkommen in Gemeinsamkeit mit Leugnern der religiösen Grundsätze bestellen wollen. Uns treibt das Gebot unserer großen Vorgänger, das Verbot der gewaltigen Geistesheroen des vorigen Jahrhunderts, die Sehnsucht nach uneingeschränkter religiöser Entfaltung, die Liebe zu den unveräußerlichen Grundsätzen unserer Emunoh heraus aus dieser Gemeinschaft. Wer hat den Mut, wer hat das moralische Recht, wer hat die Kraft, gegen jede Logik, gegen die unerschütterliche religiöse Ueberzeugung opferbereiter Menschen, gegen die in der neuen Staatsverfassung festgelegte religiöse Grundidee uns zu zwingen, als religiöse Menschen in der religiösen Gemeinschaft den religiös Abtrünnigen Tribut zu leisten. Und jetzt: klare Front ... Die Berichterstattung der ״Reichspost“. Der Zahnschmelz lif die Sdiutzdecke der Zahnet! Die Pufynitfel dürfen oha diese Sdurfjdetkebeim Reinigen tifchf verfefjen. ODÖL*Zehnpa^t feinigr die Zähne gründlich, ist ober soweich, dä& euch der Schmelz zarter Kinderzähne nicht verlefjt wird. Darum für Ihre Zähne u. die Zähne Ihrer Kinder ODOL- Zahn- ק a s f a I ' Tube Kc4.- GrefjeTube Kö6.- Sie gibt den Zähnen elfenbeinfarbenen Glanz l Inländisches Erzeuanisl Ehrung Rabbiner Dr. Hildesheimers durch die Berliner Israelitische Kultusgemeinde, Anläßlich des 70. Geburtstages war Rabbiner Dr. Hildesheimer, wie zu erwarten war, Gegenstand zahlreicher Ovationen aus der ganzen Welt. Sie sollen hier nicht registriert werden, zumal es der Bescheidenheit des Jubilars ganz und gar widerspricht. Aber eine Ehrung soll hier festgehalten werden, weil es speziell für unsere Wiener Verhältnisse überaus belehrend Ist. In Berlin besteht bekanntlich neben der großen Kultusgemeinde, die heute von einer liberalen Mehrheit beherrscht ist, eine autonome orthodoxe ״Adas Jisro e 1", .deren Begründer Rabbi Esriel Hildesheimer war und in dessen Rabbinat Dr. Meier Hildesheimer seit 40 Jahren tätig ist. Trotzdem hat das liberale Präsidium der Kultusgemeinde beschlossen, die von ihr geschaffene Mensa academica mit dem Namen ׳des Jubilars zu schmücken, ■während hier in Wien die Bestrebungen zur Schaffung einer autonomen Gemeinde mit Diffamierung all• derer beantwortet werden, die nur das Problem zu erörtern wagen. Schwuos-Gedanken. Von Oberrabbiner S. Fürst (Adas Jisroel-Schiffschul). ותאמרנה לד. כי־אתך נשוב לעמך .(V 10, 15, I, ,הנה שבה יבמתך אל עמה ואל אלהיה ירוה ״Sie sprachen zu ihr: Doch! Mit Dir wollen wir zu- Deinem Volke gehen." Noemi sprach zu ihr: ״Deine Schwägerin ist heimgekehrt zu ihrem Volke und zu ihren G־ttern." Leicht glaubte sich die ערפה ihren Uebertritt zu machen, bequem stellte sie sich den Tausch vor, -כי-אתך נשו לעמך National jüdin will sie werden, ihr genügt das Bekenntnis zum jüdischen Volke, ohne Verpflichtungen und Bindungen der jüdischen Religion gegenüber. Noemi hält ihr die Aussichtslosigkeit ihres Beginnens vor Augen. Sie verläßt die Noemi und das Judentum, dem sie in Gedanken niemals zur Gänze angehörte. Sie ist zu ihrem Volke zurückgekehrt. Wie schmal war nun die Grenzlinie; Jüdin will sie werden, wo sie noch mit ihrem Denken und Unter diesem Titel wird in der ״Stimme" vom 15. d. M. ein Bericht der ״Reichspost“ über die Vorgänge an der Wiener Judenschaft als ״bewußt unrichtig informiert“ hingestellt. Nicht w i r sind die Sachwalter der ״Reichspost“, unsere Pflicht ist es aber, eine entgegengesetzte Feststellung zu machen: Wir begegnen der wahrheitsgemäßen Darstellung der ״Reichspost“ mit Achtung ■und Anerkennung. Unwahrheit und parteipolitische Entstellung hingegen sehen wir in der Berichterstattung der ״Stimm e“ und ihrer Mitläufer. In der sogenannten ״orthodoxen“ Versammlung im Hotel Continental haben beinahe alle Redner, einschließlieh des mit zionistischem Privileg neueingeführten ״Großrabbiner“ den Zionismus, und nur den Zionismus, und seine irreligiösen Führer in überschwenglichster Weise verherrlicht. Diese Tatsache wird von der ״Stimme“ konsequent verschwiegen, von der ״Reichspost“ aber wahrheitsgetreu wiedergeben. Zionismus ist aber von allen glaubenstreuen Rabbinern als reiigionswidrig erklärt. Eine so auf Parole zionistisch lobsingende Versammlung ist demgemäß zwar zionisti3ch, aber nicht orthodox. Die Berichterstattung der ״Reichspost“ ist also in diesem Punkt objektiv und wahrheitsgetreu. Die ״Stimme" in ihrer Berichterstattung verschweigt beharrlich die Rede des Herrn Rabbiners Habermann, der die prinzipielle Berechtigung einer unabhängigen orthodoxen Gemeinde voll anerkannt hat. Die ״Reichspost“ hingegen bringt diese Rede wahrheitsgetreu. Einen Durchblick in den Reden, ״daß eine Spaltung die Subventionen der Bethausvereine gefährden könnte“, kann die ״Stimme“ nicht entdecken. Herr Abr. Geiger hat es aber pathetisch ausgerufen. Uebrigens hat ein Großteil der dort anwesenden Rabbiner uns gegenüber erklärt, daß sie der Kundgebung nur unter schärfster Drohung des Subventionsentzuges seitens der Kultusgemeinde beigewohnt haben. Für diese Behauptung stehen wir jederzeit ein. Herr Dr. Löwenherz stößt in dieser ״orthodoxen“ Versammlung blasphemische Bemerkungen über die Bibel aus, dessen sich ein einigermaßen bibelkundiger Nichtjude schämen würde, die ״Stimme“ aber verschweigt dies alles unentwegt. Was aber die Rede des Herrn Dr. Friedmann betrifft, ist es vielleicht unwahr, daß die Kultusgemeinde die Bildung einer unabhängigen orthodoxen Gemeinde verhindern will, mit Berufung auf eine irreiigiöseMehrheit, die es nicht will? Ist es unwahr, daß diese Mehrheit mit Gewalt die Aufrechterhaltung eines raoralisch und juristisch zu Unrecht bestehenden Gesetzes erzwingen will? Ein Gesetz, weiches die MODUL «934 HaarftNtiflt« Sie.—, SO, Biber III.״ WoUHl» S 11.10. 1)40 Wien, II., Taborstr. 39, XIV,, Secbshauser3tr. 39, XVII., Kalvarienbergg. 34 orthodoxe Minderheit weiterhin zwingen soll, die Steuern der Kultusgemeinde zu bezahlen, deren Entrichtung aber mit dem größten ״Issur" belegt wurde, mit dem schärfsten religiösen Verbot, ausgesprochenvon400 der größtenundnamhaftesten Rabbiner im Jahre 1872. Wenn gerade die ״Reichspost“ den Forderungen der orthodoxen Judenheit Verständnis entgegenbringt, so bleibt sie damit nur ihrer Tradition treu. Es muß der Ehre Wahrheit werden, daß bei Schaffung des jüdischen Kultusgesetzes im Jahre 1890 Dr. Lueger und seine Parteigenossen, trotz der damaligen antisemitischen Einstellung, für die Forderung der Orthodoxie nach religiöser Selbständigkeit eingetreten sind, wie allgemein bekannt ist, so daß der Abgeordnete Dr. Weitlof, Mitglied und Berichterstatter des ״Ausschusses über das jüdische Kultusgesetz“ in seiner Antwort an Dr. Lueger im Plenum des Abgeordnetenhauses am 13. Februar 1890 ausdrücklich betonte, ״daß diejenigen, die an den Beratungen des Aus- Schusses teilgenommen haben, eine Schwärmerei für das orthodoxe Judentum nicht ertragen konnte n“. Der von der ״Stimme" so eindringlich ins Treffen geführte Motivenbericht stammt aber eben von jenem Ausschuß, der nach eigenem Geständnis eine ״Schwärmerei" für das orthodoxe Judentum nicht ״ertragen“ konnte. Dreißig Jahre früher hat aber selbst der weit rechts stehende deutsche Reichsratsabgeordnete Doktor Wagner bekundet: ״Die wahrhaft konservativen Interessen erheischen die Erhaltung des orthodoxen Judentums.“ An den Sieg der autoritären, unbeeinflußt herrsehenden Regierung Oesterreichs zur Festigung von Glau- und Religion knüpft sich die!berechtigte Hoffnung des historischen orthodoxen Judentums, seine Erhaltung auch im Gesetze, trotz den Anstürmen einer nationalen und religiös indifferenten Gruppe, gewährleistet zu sehen. Die agudistische Vertretung im Verwaltungsrat füll Flüchtlingshilfe. Der dem vom Völkerbund eingesetzten Hochkonimissariat für Ausandererfürsorge angegliederte Verwaltungsrat ist in London zu einer Tagung zusammengetreten. Der Verwaltungsrat setzt sich aus Vertretern der an der Arbeit des Hochkommissariats interessierten Organisationen zusammen. Die Zionistische Organisation, die auch in diesem Verwaltungsrat vertreten ist, hat ihren Einfluß dahin geltend gemacht, daß eine Vertretung der Agudas Jisroel nicht zugelassen werde, Der Hochkommissar Macdonaid, der letztens eine Reise durch die europäischen Länder unternahm und auch mit den Führern der Aguda, insbesondere in Polen, in Verbindung trat, hat nun auf der Londoner Konferenz mitgeteiit, daß er der Agudas Jisroel eine Vertretung in den Verwaltungsrat eingeräumt habe, zur Frage der Berufsumschichtung berichtete der Hochkoni-. missär, daß die Agudas Jisroel auf diesem Gebiete In Polen, Holland, Frankreich, Lettland, Jugoslawien, Engfand, Dänemark, Schweden und Tschechoslowakei tätig ist, in welchen Ländern Ausbildungsstätten für künftige Palästina-Wanderer bestehen. Fühlen in fremdem, moabitischem Boden wurzelt. ,הנה שיד אל עמה ואל אלהיה kaum ist sie zu ihrem Volke zurückgekehrt, findet sie auch zu ihren G־ttern heim. ותלך וחבא ותלקט: מדרש אבחי לא אזלח׳ ואת אמר וחבא? ר׳ יהודא ברבי סימון אמר, התחילה מסיימת הדרבים (ילקוט רוח). ״Sie ging nun hin, kam und las Aehren auf dem Felde.“ Sie war noch nicht an ihre Arbeit gegangen, bemerkt der Midrasch, und schon kehrte sie heim? Die Äntwort: sie ging und kehrte stets zurück, um sich die Wege zu bezeichnen. Es ist dies die große Lehre der Wegprüfung, die uns רות die Begründerin des מלכות בית דוד an das sich die messianische Hoffnung Jisroels knüpft, zuteil werden läßt. ותלקט Sie will sammeln, muß ihren Lebensunterhalt draußen suchen, sie betritt den Weg und bezeichnet ihn mit Marksteinen. Wenn sie gezwungen ist, ihren Lebensunterhalt draußen zu suchen, sich ins Ungewisse zu wagen, so war sie stets darauf bedacht, den Weg nach zurück zu bezeichnen, damit sie sodann, am Ziele angelangt, zu ihrer Ursprünglichkeit בקדשה וטהרה zurückfinde. * .(45 בי. עליך הרגנו כל־היום, נחשבנו כצאן טבחה (החלים ״Um Dich werden wir erschlagen Tag für Tag, werden geachtet wie Schafe der Schiachtenbank.“ Wenn uns die Sefiroh-Tage an die erlittenen Leiden der Jahrtausende erinnern, erleben wir aufs neue nicht nur die körperlichen Schmerzen unserer Vorfahren, sonderndes erschüttern uns die seelisch-sittlichen Erniedrigungen, die wir in den Jahrtausenden der Geschichte über uns haben ergehen lassen müssen. ״Um Dich ließen wir uns töten Tag für Tag.“ Im allgemeinen schließt die gegenseitige Bekämpfung nicht die gegenseitige Anerkennung aus. Selbst der Feind zollt ansonsten seinem heldenmütigen Gegner Achtung. Doch für unsere Helden gibt es kein Heldenkapitel. Für unsere Märtyrer kennt die Geschichte der Nationen kein Ruhmesblatt. כי עליך הרגנו Deinetwegen ließen wir uns töten, für das Erhabenste vom Erhabenen, für das Ideal der Ideale, für den G-ttesgedanken opferten sich unsere Helden, Statt der Anerkennung und Wertschätzung unserer Gegner wurde uns der Hohn unserer Peiniger zuteil. Die Tragik liegt darin, daß נחשבנו כצאן טבחה Sie sprechen uns jeden edleren Gedanken, jedes höhere Ideal ab, gleich dem Schafe der Schlachtbank, das ziellos und gedankenlos hingeschlachtet wird. ♦ Die Festtage, die wir dazu benützen sollen, um uns mit Geist, Gemüt und Gebet in ihre geschichtliche Bedeutung zu versenken, an denen sprechen wir in der Tefiloh: אתה בחרתנו מהל העמים, אהבת אתנו . »»Du hast uns erwählt aus allen Völkern, hast uns geliebt, an uns Wohigefailen gefunden und erhoben von allen Sprachen.“ Diese Tatsache der Teilhaftigwerdung der g-ttlichen Liebe verpflichtet uns zu einem Dank, den richtig auszusprechen wir kaum vermögen. Denn unsere menschliche Sprache ist zu arm, die Zunge zu schwer, um die Fülle der g-ttlichen Gnade richtig Ausdruck zu verleihen. ודממחנו daß Du uns erhoben, מכל לשון übersteigt unser Sprach* "vermögen,״י, ״״;.־: : י (Mitgeteilt von Sekretär Moritz Spitze «vif

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