Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 2 (11.1.1929)
- Date
- 1929-01-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 2 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Sicken von 1 Sack =־ SO kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons K JULIUS HABER "kohlen- und Koksgroßhandlung Nordbahnrutschen Wien, II., TaborstraSe 9 3• Kohlenhof Nr. 372376־ Fernipreoher Nr. 41-0-22 wm₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪mm* Die ״Mittelpartei“!hielt mit einer einer besseren, Sache würdigen Zäliigkeit ans und die Kongreßbeschlüsse besiegelten die unbedingte ■Hersohait der Neologie, ■Das Statut wurde vom Minister dem Kaiser zur Sanktion vorgelegt!und genehmigt. Und nun begann ein Unterdrückungskampf, wohlgcmerkt, ein Kampf der geistigen Unterdrückung, der •an Roheit den Eroberungskriegen gegen Mexiko und gegen die Indianer nichts naohgab. Aebr: ״Siehe, es scMäft unjd schlummert nicht der Hüter Israeis“. Der Leiter der Abwehrkampagne. Ignaz Reich, wußte den ungarischen ״Vater des Vaterlandes“, Franz Deak, und den Präsidenten der protestantischen Kirche, Eduard Zsedenyi, der selbst trotz!hervorragendster sozialer Stellung wiederholt in Verteidigung der protestantdscihen Kirche!in ׳den Kerker wandern mußte, die Ueberzeugung von der absoluten Gerechtigkeit der orthodoxen Sache und von der Verruchtheit •der neologen Ziele und ihrer Kampfmethoden beizubringen. Dem entscheidenden Einfluß dieser beiden Männer gelang es, das Pariament zu ׳bestimmen, den;Beschluß zu fassen, ״daß das Kongreßstatut nur für!jene Gemeinde verbindlich sei, die es annehmen wolle“. Dieser denkwürdige Tag, Purim 5630, war für die Ortihdoxäe eine Erlösung. Nun hatten die Neologen eihe stramme Organisation. Obwohl das Judentum der Diaspora durch, die 18 Jahrhunderte stets kongregatianalistisch war, das!heißt!jede Gemeinde;(Kongregation) unabhängig von der anderen) (nur!in den /Seiten der Not ,verband man sich zu ׳gemeinsamer Abwehr), mußte nun auch eine orthodoxe ׳Zentralbehörde geschaffen werden. Am Simchas Tihora 5632 genehmigte der Reichstag das orthodoxe Statut mit einer staatlich anerkannten Zentralkanzlei. Nun hätte sich das ungarische Judentum ungehemmt herrlieh entwickeln;können, hätten große Kräfte gemeinsam für alle ׳nicihtreligiösen Belange, wie Reohtstellung, Wohlfahrtsaktionen u. a., verwendet werden können. Aber der Fanatismus des Unglaubens ließ die Neologen nicht ■auf ihre;Herrsdigelüstc verzichten, und sie bestürmten ,durch vier Dezennien iliindurah alljährlich die Regierung ׳(unter gewohnter Denunziation dre Orthodoxen) um eine e i 11׳ b e i 11 -1 c h e Autonomie. Erst die Krlegsnot ,mit ihren schweren Sorgen ließ die Neologen ein seihen, ׳daß es ein Verbrechen sei; solch großen Kraftaufwand, an ein verlorenes Bestreben zu vergeuden. Heute ist ׳das Verhältnis ׳so, daß sich die beiden g ü d i ^c |h e n Ko •n' if e s> |i! o! In! e n ui ü! c!1111 im djh r b׳ e-!kämpfe n u 11 d oft a;11׳ f;11 e u ■t ׳r a 1 ׳e m G e b i e t e zusammen arbeiten, zum Wöhle der gesamten J u d e 11 s c h a f t. Der Zweck ׳der absoluten Selbständigkeit der Orthodoxie war der, daß heute die Religiosität bei den Juden R. Süßmann Elieser Sofer דל *). Von Rabbiner Ph. Fischer in Säraspatak. ויאמר ה׳ אל אבי□ לך לך מארצך וממולרחך ומבית אביך אל חארץ אשר אראך• ״Es sprach der Ewige zu Abram: Gehe weg aus deinem Lande, ans deinem Geburtsorte, aus deinem Vaterhause ins ׳Land, das ich dir zeigen werde.“ Meine Lieben! Auch der große Mann, der gefeierte Lehrer in Israel, um dessen Tod wir trauern, dessen Andenken wir in dieser Stunde feiern wollen, auch er vernahm vor kaum vier Wochen, am ערב יו״ב Riisttag zum Jomkippur das Wort Gottes: . לך לך Auf! Du treuer Knecht Gottes. Genug des Wanderns auf der Erde, du müder Pilger. Verlaß doch dese Erdenwelt, deinen Geburtsort. Verlasse ׳ dein irdisches Vaterhaus: das Erdendaseiti •mit all seinen Drangsalen und Würrnissen. Ziehe hin in jenes gelobte Land der Ewigkeit, das ich dir zeigen werde. In das gelobte Land des ewigen Friedens und der endlosen Freude. ואחחלך לפני ה׳ בארצוח החיים Dort wirst du wandeln vor dem Angesichte Gottes in den Gefilden des ewigen Lebens. Ja! mit dem klagenden Dichter rufe ich aus: עיני עיני יורדה מים כי מ־פר לאבל משורר ועוגבי למול מכים ״Bitt’re Tränen entstürzen meinem Auge. Denn verwandelt hat sich die freudige Stimmung der vergangenen Festeszeit zur — Trauer. Der Harfenton ward zum Weinen!!“ Trauer. Der ,Harfenton ward zum Weinen!!“הוי ה חירה חגי־ר ״ שק ההפלשי בעסרThora, Thora umgürte dich mit Sack, setze dich in Staub.“UZ^rr^yפלה:Denn ach! entrissen ist -uns worden die Krone unseres Hauptes, der große Lehrer in Israel, der ein halbes Jahrhundert hindurch mit größter Selbsthingebung in der Thora geforscht und sie begeistert gelehrt und verkündet, der mit solch herrlichen ספרים Schriftwerken halachischen und aggadischen Inhalts uns bereichert hat, mit Werken, die ein glänzendes Zeugnis von dem riesigen Fleiß und Eifer ihres Verfassers ab- *) Ursnriinglich als Gedenkrede gehalten am Donnerstag לך לך i. J. 5663. _JÜDISCHE PRESSE_ im alten Ungarn perzentuell mehr Bekenner zählt und dem Talmudstudium mehr Jünger obliegen, als vor 60 Jahren. Hiezu sei für Fernstehende bemerkt, daß das Talmudstudium kein Brotstndium, sondern Selbstzweck ist. So beißt es auch im Talmud: ,,Tausend gehen ins Lcbrhaus ein, von denen einer nur zum!Lehrer berufen ist. In dem großen Wettkampf der beiden sich doch so nachstehenden 'Konfessionen hat sich die Frömmigkeit auch in neologen Kreisen eine gewisse Wertschätzung errungen. Wenn inan in unseren Tagen in nationalen Kreisen immer und immer wieder von der ״Trennungsorthodoxie“ schreibt;und spricht und schreit, daß sie die ״Einheit des Judentums“ gefährdet, muß man diese eklatante Gesclnchtsfälscluuig ais böswillige Verleumdung zurückweisen. Schon ,Rabbiner Moses Sofer זצ׳ל in Preßburg, einer der •mildesten Männer, die das Judentum hervorgebracht ׳hat,!hat vor 10!* Jahren erklärt: Wir müssen die Reformer als Bibelleugner aus ׳unseren Reihen hinaus weisen, damit ׳sieu userc Kinder nicht zum Abfall verleiten. Alle ehrlichen* bedeutenden Reformer, Geiger, Löw, Hold'heim •usw., haben schon vor 80 Jahren proklamiert, wenn wir Reformen im Judentum e i n f ü 1h r e n, verursachen wir kein Schisma, denn das Schisma besteht längst.!Hätte die Einheit im Judentum bestanden, so wäre sie durch ׳das antireligiöse Treiben und durch •die wirtsdiaftiich und politisch gemeinsohädliohen Tendenzen der National'judcn in die Brüche gegangen. Hört man doch heute schon in Wien in modernen Kreisen vielseitig die An- und Absicht äußern: Wenn cs •zu •einer zionistischen Herrschaft mit!ihrer Verelenduingstendenz kommen sollte, müssen wir eine eigene Gemeinde bilden. ‘ Ucber die Entwicklung der Verhältnisse zwischen Orthodoxie und Neologie in Deutschland und׳ Oesterreich ein anderes Mal. Wir resümieren: Einzig die Selbständigkeit der Orthodoxie!hat ihr die Kraft gegeben,;sich zu entwickeln! und den ■antireligiösen ׳terroristischen Zionismus in seiner Entwicklung aufzuhalten. VOM TAGE Die Agency-Erweiterung.! In der Presse findet sich eine wenig anmutende Diskussion über die Frage, wer bei der Jewish-Agency- Umwandlung gesiegt hat, ob Weizmann, ob die Nichtzionisten, usw. Uns scheint die Situation sehr klar zu sein. Zionismus ist Politik und hat in seinen Ideen und Zielen eine große Elastizität, daß er" ״unterwegs“ den gegebenen Möglichkeiten sich anschmiegen kann. Da er die Ziele der Judenheit aus der jeweiligen weltpolitischen Lage umorietieren kann. Nachdem die Charteridee Herzls durch das Mandat beziehungsweise durch die im Mandat verankerte Balfour-Erklärung in einer anderen, in manchen Punkten, verheißungsvolleren, in anderen wieder senwächeren ,Form abgelöst war, nachdem im Prinzip also eine gewisse Machtbasis geschaffen war, handelte es sich darum, diese Voraussetzungen dynamisch -umzugestalten, durch Arbeit und Qeldinvestitionen den Rahmen auszufüllen. Als durch mancherlei Krisen und Fehlexperimente diese Tätigkeit ins Stocken zu geraten drohte, da kam der Gedanke an die Erweiterung der Jewish-Agency. Was hieß das? Es hatten schon bisher eine Fülle von Nichtzionisten dem Zionismus Mittel zur Verfügung gestellt, ohne eine Gegenrechnung zu präsentieren. Das war allmählich anders geworden. Die Inhaltslosigkeit des legen, wie derselbe ,bei Tag und Nacht in der Thora forschte. Ja, meine Lieben! der gefeierte גאון R. Süßmann E. Sofer, der weitberühmte Pakser רבי weilt nicht mehr auf Erden. Mit Elischah kann auch ich ausrufen: אבי אבי רכב ״ ישראל ובוVater, 0! mein Vater, du Triumphwagen Israels und seine Reiterei!“ Andere haben in dem Verblichenen bloß den großen Meister der Thorawissenschaft zu beklagen, mir aber ist mit seinem Hinscheiden auch der Stolz und die Zierde meiner Familie — mein teurer Großvater ins Grab gelegt worden. Doch stehe ich nicht an dieser heiligen Stätte hier, um den großen, unersetzlichen Verlust meiner Familie zu schildern, sondern um euch darzustellen, was das ganze Haus Israels in dem Heimgegangenen besessen und mmmehr verloren hat. Ein tiefsinniges Wort des Midrasch lautet wie folgt: שישה שמוח נקרא לארם הזה אחד שקראו לו אב ו ואמו ואחד שקראיילו אחרים ואחר שקראו לי תולדות ברייחי. ילק״א הספדיל״ק ״Drei Namen erhält der Mensch. Den einen vom Vater und Mutter. Den zweiten geben ihm die anderen Menschen. Der dritte endlich wird im Buche erwähnt, das die Ent- Wickelungen seiner Geburt enthält.“ Diesen rätselhaft scheinenden Ausspruch unserer h. Weisen erklärte mein Großvater ז״ל in einer über den frühen Heimgang seines erstgeborenen Sohnes gehaltenen Trauerrede*) auf folgende sinnige Weise. Die Namen bedeuten im Hebräischen ■bekanntlich auch die Charaktereigentiimlichkeiten des damit Bezeichneten.**) Nun aber wirken auf die geistige •und moralische Entwickelung des Menschen drei verschiedenartige Einflüsse ein. In erster Reihe wird der Mensch von der ihm von seinen Eltern gewordenen Erziehung heilsam oder unheilvoll beeinflußt. Das fromme, gläubige Wort, noch mehr aber das Bild des frommen, Gott wohlgefälligen Lebens und Wirkens von Vater und Mutter prägen sich ungemein tief in das empfängliche Gemüt des Kindes ein. so daß die heilige Saat der Frömmigkeit und Gläubigkeit, die fromme Eltern aufs empfängliche Ackerfeld des jugendlichen Gemütes ihrer Kinder ausstreuen, mit ihrem belehrenden Worte und vorbildlichen Leben ausstreuen, gar oft genugsam ge- *) im זכרון אפרים **) S. Joma. 83. 6. כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר de8 orth• Rabbinatsaasessors, Kogice, erzeugt ״POLIO*1 FRIEDMANN Sk OO. HU Seifen- und Kerzenfabrik, KO§lCE WM₪₪₪L Pro-Palästina-Komitees versagte. Nun mußte nach einer realen Basis gesucht werden. Je mehr sich bereits vorher die zionistische Organisation auf rein wirtschaftliche Fragen und Formen umgestellt hatte, um so leichter war diese Basis zu finden. Es brauchte nur das rein Wirtschaftliehe ganz in den Vordergrund gestellt und die ״Idee“ des Zionismus, d. h. des sogenannten rein politischen-Zionismus, etwas seines Charakters als Idol entkleidet zu werden. Das geschah und es ist begreiflich, daß eine solche Umstellung Gegner fand, die eben fürchten, daß Staffagelinien nicht genügend sind, um eine Organisation wirksatn in Erscheinung treten zu lassen, die ferner, vielleicht in der besten Meinung, bedachten, daß eier sol־ chen Linie vor allen Dingen jede werbende, begeisternde Kraft fehlt. Allein man weiß doch, daß die Einflußsphäre der garantierten fünfzigprozentigen Teilnahme der zionistischen Organisation an der ״neutralisierten“ Jevvish Agency roß genug sein wird, um der Organisation als solcher as Uebergewicht zu verschaffen, ganz abgesehen davon, daß wohl auch bei den übrigen fünfzig Prozent sich manche, wenn nicht viele, organisierte, disziplinierte Zio־ nisten befinden werden. Die unzählig vielen orthodoxen Menschen, welche die zionistische Organisation bewußt oder unbewußt unterstützt haben, sie dachten niemals daran, eine Gegenrechnung zu präsentieren. Sie denken auch jetzt nicht daran, und so kommt es, daß auch in der erweiterten Jewish-Agency die Note der Orthodoxie fehlt. Das hat freilich noch einen anderen Oriuid. Es ist eben die Orthodoxie weder in ihren Ideen noch in ihrer Zielsetzung so elastisch, daß sie die reine Dynamik gelten lassen kann. Ob es gut für die Aufbauarbeit Palästinas ist, daß sie die Religionstreue, das Prinzip und Ventil, ganz ausgeschaltet hat, darüber sind Bände geschrieben worden. Es ist lediglich und einzig allein diese Frage, welche die Beteiligung der selbständigen Orthodoxie an der Jewish Agency ermöglicht oder Verbietet, losgelöst von jeder PrestigerücksScht. Wenn erst einmal wieder im sdteten Kampf die reine Idee über die reine Wirtschaftlichkeit gesiegt haben wird, dann erst ist Weg und Bahn für eine wirkliche Jewish-Agency. Geht das russische Judentum unter? ,Herr Markus Hornstein, der Repräsentant der jüdischen Gemeinde Berlin, der1 der bekannten, ׳im religiös-konservativen russisehen Judentum einst führend gewesenen Familie Hornstein entstammt und auch beute noch den Zusammenhang mit den religiösen Schichten des russischen Judentums nicht verloren hat, ergreift im ״Israelitischen Familienblatt“ das Wort zu dem ■gegenwärtig so aktuellen Thema vom Sein oder Nichtsein des russischen Judentums. (J. T. A.) Das Problem Ost und West, schreibt er, v/ar zu allen Zeiten aktuell: eine Wechselwirkung zwischen dem russi- ■sehen und dem deutschen und darüber ׳hinaus dem Judentum Westeuropas fand ununterbrochen statt. Dieses Problem beschäftigt uns heute in noch weit stärkerem Maße; heute, wo vor dem russischen Judentum das große tragisehe Fragezeichen steht. Kann ein Judentum leben und sich entwickeln, dem sein gewaltiger östlicher Flügel abgcschnitten wird, dem gleichsam seine rechte Lunge verdorrt, dem sein Jungborn versiegt? Und ist nicht das deutsche Judentum als der unmittelbare ■Nachbar am meisten in Mit־ leddenschaft gezogen? Der Verfasser ikommt zu dein Schlüsse, daß das russische Judentum nicht tot sei, der heilige Funke glimmt;unter der Asche; ׳es krankt nur an den Objekten, an den Tatsachen des äußeren Lebens. Es steht vor neuen Problemen. Problemen der Fristung des jüdischen Daseins, der Erziehung des Nachwuchses und der Manifestation seiner selbst •in einer völlig umgestürzten und verwandelten äußeren Welt. Aber •es lebt und wird leben! segnet ist, um ׳die Kinder für ihr ganzes Erdenleben auf dem heiligen Glaubenspfad eines echbiüdischen Lebenswandels zu erhalten. Dies ist der Sinn des Wortes: אחר ״ שקוראיו לו אביו ואטDen einen Namen erhält der Mensch von Vater und Mutter.“ Die zweite Art Einfluß, ׳die sich bei der geistigen und moralischen Entwickelung und Bildung geltend, macht, ist diejenige, welche von anderen, durch kein Band der Verwandtschaft mit uns verknüpften Menschen auf uns ausgeübt wird. Es sind dies die Lehrer und. Erzieher des Menschen, Deren Einflußnahme auf unsere innere Weit gewährt uns unseren zweiten Namen. ואחד שקראו לי אחרים Der dritte Name aber ist derjenige, den wir selber uns zu verschaffen •uns bestreben, indem wir mit Aufbietung all unserer inneren geistigen und moralischen Kräfte bemühet sind, all das Gute und Göttliche, daß dem Keime nach schon von unserem Entstehen, von dem Beginne unseres Daseins an in uns vorhanden ist, zur Entfaitung zu bringen.ואחר שקראו לו בספר תילריח ברייתו Der Mensch hat die heilige Aufgabe, all die Fähigkeiten, die ihm der allgütige Schöpfer in seiner väterlichen Liebe und Weisheit bei seinem Eintritte in diese Welt zuteil werden ließ, aufs allermöglichste zu entwickeln. Wie schon der berühmte Verfasser •des ב־נח לעתים erklärt: ויקרא את שמו 516״ארם ביים הקרא□ verdienen den Namen ״Mensch“ erst von dem Tage an. da sie sich bestreben, sich selber gleichsam aufs neue zu erschaffen, die in ihnen schlummernden Fähigkeiten zur völligen Entfaltung zu bringen. So will ich nun, meine Zuhörer, •das Lebensbild meines Großvaters זצ״ל nach diesen drei Beziehungen hin betrachten. Nur schmale Streiflichter will Ich darauf werfen, die uns seine überwältigende Größe wohl ahnen lassen, aber keineswegs imstande sind, dieselbe uns voll und ganz darzustellen. Denn wollte ich den verblichenen großen Meister in Israel in seiner vollen Größe darzustellen mich bemühen, wollte ich seinen Lebenslauf in dessen ganzer Erhabenheit euch vor die Seele bannen, wollte ich all die zahllosen Verdienste, die wie funkelnde Diamantsteine eine Königskrone, den Lebenswandel des großen Verblichenen zierten, dann wäre •die kurze Zeitspanne von einer rasch verschwindenden Stunde viel zu wenig hierfür. So lasset mich die einzelnen Züge seines herrlichen Wesens nur^ mit flüchtigen Pinselstrichen berühren. Ich gebe mich dem Glauben hin, daß selbst diese flüchtige Federzeichnung hin-