Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 2 (11.1.1929)
- Date
- 1929-01-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Novlnovä ▼Tplatnfe povolenö rladlt post a telegrafov v Bratislava «8. 41572-II1-2Q. Zeitungen vom Verleger versendet Journal exptdie par l'editear. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSIEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Adrat0»ttratlon Wien, 11.. Leopolds* gasie 26, 1. Stiege, 1. Stock. - Tel. R 4584־4־. Tschechoslowakei; Bratislava, Postfach 140, Erscheint jeden Freittg - Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abannemenisprctse. üanzjährjg; Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70, Einzelnummer öst. Or. 40, das übrige Ausland S Dollar Zahlungen auf Konto ״Jndische Presse״, Wien für Oesterreich: PostspaikassenkontoNr.D־t3614; Deutschland:Postscheckkomo Be!lm Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Arat Zagieb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Ami Warschau Nr. IÖ0409; Ungarn: t'osispk.-Amt Budapest Nr.ö0170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; lür dit Tschechoslowakei: ״JUdisene Piesse“, Biattsiava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr. 53•86 filr. 2 Wien-Bratislava 11. Jänner 1929 ,ביו רנה־פרעסבוי־ג ביט טבת תיפיט 15. Jahrg« 60 fahre ״T rennungsorthodoxie.“ Wolf Pappenheim Madame Wicksel (eine Schwedin), •Re־ fercntin über ׳die Eingaben der Agudas Jisroel- Weltzentrade und der asdikenasisohen Gemeinde •in Jerusalem, koivkludiert in ihrem vortrefflichen Referat an den Völkerbundrat 1im Jahre 1926 über diese (Eingaben gegen den von dem zionistischen Waad Leumi vorgelegten modernistischen, terroristischen Entwurf eines Gemeindegesetzes: Es ist wohl notorisch, daß es für die englische, resp. paiästinensische Regierung ungemein schwierig ist, mit zwei sich befehdenden Jüdischen Konfessionen zu tun zu haben; es erscheint Je- .doch gänzlich ausgeschlossen, Männern, die gar keine Religion haben, die Macht zu geben über Menschen, die nur in der Religion leben. (Ihr Andenken wird im religiösen Judentum stets in dankbarer Erinnerung bleiben.) Durch Jahrtausende war das Judentum religiös geeint. Von kleinen Revolten abgesehen, gab es nur ein mosaisch-rafobairisches Judentum. Im Gefolge der Enzyklopädisten brach die Mende'lsohn-Periode an, •die sich dadurch auszeiohnete, daß die!Kinder desselben •die Taufe nahmen und seine hervorragenden Schüler Bibellcugner wurden. Mcndclsohn lebte als frommer Jude, stellte aber die verderbliche These auf, daß in der jüdischen Religion die Werktätigkeit das Primäre sei, der Glaube (resp. Unglaube) frei sei. Durch ■den in den oberen Gesellschaftsschichten dazumal herrschenden Libertinismus (die ׳berühmten Salons Hitzig in Berlin und Arnstein in Wien, waren Brutstätten des heidnischen Judentums ohne jeden ethischen und moralischen Gestalt) wurden die obe!re!11 Schichten dem Judentum entfremdet, oft auch dem Christentum in die Arme geführt. Dieses verderbliche ‘Belspiel verdarb bald die Sitten, man suchte , sich von den Einschränkungen, die das Religionsgesetz erheischt, zu bcfreien und cs fanden sich Geistliche, die, bar alles jüdischen Wissens, das mosaisch-rabbinisohe Gesetz für cadpk und ׳dem religiösen Judentum den Krieg erklärten. Das von Napoleon im Jahre 1805-6 einberufene Synhcdrion fand, menschlich-begreiflich, nicht den Mut, dem Willen des Imperators zu widerstehen und dekretierte eine Anzahl Reformen, •darunter die dem Judentum gefährlicbste, die Sanktionierung der Mischehen. Bald machte sich die Reform auch in Deutschland und Ungarn •breit und ging mit einer Brutalität, wie sie allen ■revolutionären Bewegungen zu eigen ■ist, zum Angriff über. . Die Rabbiner,- hervorragend durch Geist, Gelehr־ samkelt und höchste Ethik, waren nur auf geistigem Gebiet kampfgewohnt und begnügten sich mit Abwehr in Wort und Schrift. Die Modernisten, die sich rasch in Besitz der europäischen Kulturgüter gesetzt hatten, die durch שרמז בשי (תחת השגחת חרב ד ישעי סורסט שיפשוחל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Uebera II erhältlich! die Freiheit von den 1״Fesseln“ der Religion (Sabbatruhe, Ritualkost etc.) sich den Niohtjunden, soweit selbe es gestatteten, anbiederten, errangen Einfluß auf die Staatslenker. Durch häßliche, aber kluge Vcrnaderutig der rcligiösen Judenschaft •als Kulturfeinde und wnpatriofciscih Gesinnte, gelang es, unglaubliche Zwangsmaßregeln gegen die Orthodoxie zu erreichen. So wie Rabbi Jochanan ben Sakkai verstand, ■daß nach der Zerstörung ■des jüdischen Reiches nur ״Jabnch“, die Ldurstätte der!jüdischen Religionswissenschaft, Juden- •tum und Jaidenheit, die unauflöslich verbunden sind, erhalten könne, ebenso verstanden es die Frankfurter Modernisten, daß nur die Zerstörung der Lehrhäuser dem religiösen Judentum den Garaus machen könne. Sie •erwirkten 1in den Dreißigerjahren •ein Verbot des Talmudstudiums und im Jahre 1839 wurde Rabbi Salomon Trier, ■ein ■ehrwürdiger Gelehrter von 75 Jahren, über Denunziation des neologeii Gemeindevorstandes zu zwei Monaten Arrest verurteilt, weil er Talmud unterrichtet hatte. — Im Jahre 1842 verbot der Gemeindevorstand den Zisith-Verein; dessen einzige Aufgabe Abhaltung von Talmudkursen für Erwachsene war. Wie richtig sagt doch Fichte: Der Fanatismus •des Unglaubens hat mehr Unheil angerichtet als alle Religionskriege zusammen. In Frankreich war eine zwangsweise Einheitlichkeit mit einem Konsistorium an der Spitze errichtet worden, die das religiöse Leben dort bald gänzlieh erlahmen Ließ. In Deutschland versuchte man in Rabbinerversammlungen, deren .׳Mitglieder auf talmudischem Gebiete Analphabeten waren, eine neue jüdische Religion ,zu kreiren. Auf der ersten dieser ״Synoden“, die •im Jahre 1845 in Braunschweig abgehalten wurde, war es der Talmudkenner Holdheim, der verlangte, man solle sich klipp und klar vom Ta'lmud lossagen, da im Rahmen des Talmud keinerlei Reform möglich sei. Zacharias Frankl, ein hervorragender Talmudgelehrter und'Lehrer des Breslauer Rabbinerseminars, aus dem fast die ganze Gilde der reformistischen Rabbiner in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts d. g. Z. hervorging, schrieb an die ׳Rabbinerversammlung in Frankfurt 1846: Ihr Judentum •ist nicht das althergebrachte positive, das Ich bekenne. Im Gefolge des ungarische« ״Trennungsgesetzes“ vom Jahre 1871 erschien auch in Preußen 1876 ein Gesetz, das die Zwangseinheit der Gemeinde aufhob und den Austritt aus derselben ohne Austritt aus dein Judentum gestattete. ,In Ungarn tobte der Kampf weiter. Als in den Vierzigerjahren Budapest ekle zahlreiche und reiche Gemeinde wurde, nahmen die Herrschgelüste der Neologen Dimensionen an, die seitens der Orthodoxie ungeheure Kräfte für die Abwehr in Anspruch nahmen. Als dann in den Fünfzigerjaihren von Kaiser Franz Josef die jüdische •Krdegskontribution ■jüdischen Schulwerken gewidmet wurde, war der Appetit der Neologen unbezähmbar. Denunziationen gegen die Orthodoxen wurden tagtäglich den Behörden und der OeffentlichkeJt vorgelegt und so eine Stimmung gegen die .Orthodoxie erzeugt, die nur auszunützen galt. Unter dem österreichischen klerikalen Regime war aber gegen die Gläubigen nicht viel zu erreichen, da die Neologen als Himmelstürmer verschrien waren. Kaum war das erste nationale und demnach liberale Ministerium in Ungarn eingesetzt worden, da begann der Sturmlauf wegen Unterdrückung •der Orthodoxen. Unter dem Vorwände ״Regelung der Rechtsverhältnisse der Juden“ wurde der Kultusminister Eötvös, ein hervorragender Gelehrter und Philosoph, aber in jüdischen Dingen gänzlich •unbewandert und von den selbst gänzlich uninformierten Budapester Großhändlern unterrichtet, voranlaßt,• einen Judenkongreß mit ausgedehnten Vollmachten eiiiz'uberufen. Der Einfluß der Budapester war so gewaltig, daß zu einer vorbereitenden Konferenz im Ministerium 30 ne010ge und 5 orthodoxe Delegierte berufen wurden, obwohl es notorisch war, daß die Orthodoxie 70 Prozent der Judenheit umfaßte. Diese Kommission verfaßte eine Wahlgeometrie, welche den 30 Prozent Neologen 51 Prozent, ■den 70 Prozent Orthodoxen 49 Prozent der Mandate gab. Die einzelnen Phasen der drei Monate andauernden Debatten wiederzugeben, würde weit den Rahmen dieser Blätter überschreiten. Es sei nur registriert, daß sich eine ״Mittelpartei“ Orthodoxer ,bildete, die in der Hoffnung, die gemäßigten Neologen izu kapazatieren und in dem Köhlerglauben, es gäbe zwischen Unglauben und Glauben ein Kompromiß, zu einem Kompromiß geneigt war. Diese ausgezeichneten Männer suchten ״Worte des Friedens und der Wahrheit“. Sie übersahen aher, daß es in Religionssachcn nur eine Devise geben kann: ״Liebet Wahrheit und Frieden“, erst Wahrheit und den Frieden nur, wenn er nicht auf Kosten der Wahrheit erzwungen werden muß. Die ״Unentwegten“ verließen nach wenigen Wochen den Kongreß ■unter Protest gegen die terroristische Führung der Verhandlungen und gegen den destruktiven Geist, der da!herrschte, sieh vorbeihaltend, die Beschlüsse des Kongresses abzulehnen. הודעה עדת'•אגודת אחים״ בציריך המתקימת זה! כשמונה עשרה שנח ושח כריה הם יחודי מזרודאירופה, מבקשת לה רב שיהי׳ נדול בחירה ומומחה ומיסלא בהוראה, ירא שמים באמת ובעל תכונה אצילות חבם; בטילי דעלמא ודעתו מעורבת עם הבריות, נאה רורש כרי שיובל להשפיע מרוחו על צעירינו. רצויה מאד גם יריעה בש,פח אשכנזי כדי להשפיע אף על אלו בני הנער ששפתם היא שפת אשכנז, משכרת ברוח. המסגלים ייטיבו להמציא תעודות מגדולי זמננו המסרסמיס עפ״י הארריסה: Jüdische Gemeinde ,Agudas Achim1, Zürich PostbUro 6 (Außersihl) Postfach 148 ההוצאות תושבנה רק לאלו שיזמנו לבוא, ואלו שיבואו בלי הזמנה — ההוצאות עליהם. ו1וווווווו«ו1«וווווו0ווווווואווווווווואוחו1ו1ו11(1ווווווו1ו«ווט1וווווווווו1וווווו1ו0וווווו«1וווחוו1ו1ווטוווווווו!1ו1ו1וווו!ו1וון1ו1ווו Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff,Wien, I., KärntnerringG Bristol Tel.dU-41 -3?62) in Damenperueben? 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