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Jüdische Presse · 1928-06-01 · 21 (1.6.1928) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
14 (1928)
Issue
21 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 146 JÜDISCHE PRESSE ■י• 1י,*׳-• -״-׳■־■ --— Nr. 21 Das bestbekannte SEIDENHAUS S schließt 1220 Touristen705) ׳ Jude430 ,״ Christen und 85 Moslems) ein, die später ׳die Erlaubnis erhielten, .itn Lande seßhaft zu werden. Von den 3395 im Jahre 1927 Eiligewunderten waren 1610 Unabhängige und ]352 Lohnempfängcr. 2029 kamen aus Osteuropa. 652 aus Nordafrika unid1 Westasien, 275 aus Mitteleuropa, 145 aus den Vereinigten Staaten und 200 aus ׳Großbritannien. 320 ׳Personen wurden an den Häfen oder 'Grenzen Palästinas zurückgewiesen. im Jahre 1927 wunderten aus Palästina 2274 Personen (640 Juden, 580 Christen und 1054 Moslems), die schon vor dem 1. Juli 1920;in Palästina seßhaft waren, ferner 4704 Neusiedler (4431 Juden, 233 Christen und 40 Moslems), die nach id'em 1. Juli 1920 in Palästina einwänderten, aus. Im Jahre 1926 waren die entsprechenden Zahlen 1694 (413 Juden, 870 Christen, 411 Moslems) und 7735 (6952 Juden, 635 Christen, 148 Moslems). Von den 4431 Ausgewanderten jüdischen Nachkriegssiicdlern waren 2500 erst in den letzten zwei Jahren nach Palästina gckommen. ׳Ein Teil von ihnen wandertc nach Rußland zurück, ein anderer Teil wandte sich nach Amerika oder nach Ländern Großbritanniens.;Die Zahl der Arbeitslosen unter den Nichtjuden bewegte ׳sich zwischen 1500 und 2000. Ein >ornst׳erc׳s Problem bildete die Arbeitslosigkeit unter den Juden; man zählte nicht weniger als 5000 Arbeitslose. Gegen Ende 1927 konnte ein größerer Teil der Arbeitslosen ■ Beschäftigung finden, ihre Zahl verringerte sich merklich. Oie Regierung beschlcunigte die •Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten und beschäftigte dabei eine möglichst große Zahl jüdischer Arbeitsloser. Die Zionistische Organisation führte inner-׳ halb der Grenzen ihrer beschränkten Finanzmittel eine Anzahl von Arbeiten durch. Schätzungsweise'gibt es gegenwärtig in Palästina 26.500 jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen. 70 Prozent sind Mitglieder der Allgemeinen Arbeiterföderation. 64 Pro- .Zent sind in einem Alter von weniger als 30 Jahren. 37S Juden wurden ■im Verlauf des Jahres in •sechs neu! errichtoten Dörfern angesiedelt. ■Im Gefolge der Arbeitslosigkeit machte sich eine ׳Senkung d'cr Löhne geltend: im ■Bau- I. Tuchlauben Nr. 8 bringt zur Frühjahrssaison die allerneuesten Seiden- Stoffe in größter Auswahl zu fabelhaft billigen Preisen zum Verkauf Crfipe de Chine imptimö, neueste Dessins.S 15.—, 12.—, 9.— Crepe Georgette imprime, neueste Dessins . .. Seidenfoulard, französ. Muster . Mongol, alle Modefarben .... Mantelseide, schwarz und farbig Seidenbrokate für Futler .... Chinesische Rohseide ..... Original Japan-Pongis. . S 18.- , 15.-, 12.- , S 9.80, 7.50, 6.- . S 16.- . S 19.-, 12.-, 9.- . S 5.60, 4.90, 3.80 . S 5.80, 4.90 S . 2.90 Seidenreste zu halben Preisen I Keine Kunde kaufe, bevor sie sich nicht von unserem seriösen Angebot überzeugt hat Unser altes Prinzip: Verkauf per Kassa zu billigsten Engrospreisen Nachrichten. © Zur Beachtung! Auf vielfachen Wunsch, der aus dem Kreis unserer aus den Ostländer stammenden Wiener Leser geäußert wurde, werden wir fortab זמן הרלקת הנר עומצ״ש nach den מנהג ותיקין nach welchem unsere ostländischen Brüder sich richten, veröffentlichen. Die Zeitbestimmung wird uns allwöchentlich vom ״Hithacbduth Jereim“ zur Verfiigung gestellt. gc werbe ,betrug diese Senkung etwa 30 Prozent. 1im Vorlauf des Jahres 1927 haben sich 4374 Personen, von denen 4138 in Palästina ihren ständigen Wohnsitz haben, rnn die Staatsangehörigkeit beworben. 3188 iBürgcrschaftszcrtifikate wurden «usgegcbcu. Von den 19.-293 Personen, in ׳der Mehrzahl Juden, •die sich im Jahre 1922 für vorläufige׳ Bürgerschaftszertifikate erklärten, haben sich bis (jetzt nur 6418 um die endgültige Staatsbürgerschaft gemäß der Kabi11et.t׳sorder beworben; Besondere Erleichterungen hinsichtlich der ׳Erwerbung der Staatsbiirgerschaft wurden türkischen!Untertanen, die in Palästiiia geboren wurden ׳und ׳jetzt außerhalb ׳des Landes (z. B. in Zentrallind Südamerika) ansässig sind, gewährt, vorausgesetzt, daß sic die Verbindung ׳mit Palästina aufreohterhalten haben. Die Möglichkeit zur Rückkehr nach Palästina wird solchen Personen ■bereitwillig gewährt. Die Orthodoxen in Amerika und die antireligiösen Schulbücher. In einer jüngst abgehaltenen Sitzung des Exekutiv',- komitees des Verbandes der orthodox-jüdischen Gemeinden von Amerika erklärte der Obmann, der Unterrichtskommission des, Verbandes Dr. Moses Seidel, daß die in den Talmud-Thora-Schulen und hebräischen Lehranstalten ver- Wendeten Lehrbücher für die jüdische Geschichte der orthoidoxen Auffassung und Ueberlieferung vom Judentum nicht entsprechen. Es• sei daher zu beschließen, daß unter der Aegide und Kontrolle des Verbandes der orthodoxen ji'idih sehen Gemeinden von einem Redaktionskomitee eine Geschichte der Juden geschaffen und in hebräischer und englischer Sprache herausgegeben werden soll, die im Geiste der Tradition geschrieben ist. Hotel Max Moses, Seestr. 3-4 Tel. 292 Erstes rit Haus am Platze Voru. Nachsaison ermäßigte Preise Berlin, Rosenthaler Str. 14 Tel. NoidenS 03. Mi1la״-n Abendtisch. Ausrichtung v. Festlichkeiten Erstklassige Küche Beide Betriebe unterstehen der Kaschr.-Kommission der ■■־-- jüdischen Gemeinde Berlin. ADOLF VEIT כשיי "התאחדות יראים" ווינה ״HItachcJut Jereim“ Vereinigung Tlioragesetzestrcuer Juden in Wien II., Heinestraße 30 T. 15. ב״ה פ׳ נשא מיגיט 34 עם שעה 7 הנר עש״ק הרלקח זמן מעוט 47 עם שעה 7 החמה עש״ק שקיעת זמן ימיניט 46 עם שעה 8 הנר מוצש״ק הדלקת זמן Rabbiner Dr. Salomon Funk s. z. 1. Nach!langem Siechtum verschied der hochgelehrte!und!fromme Rabbiner der Pn.zmanitenschul und Mitglied des iRabbiinatcs der isr. Kultusgemeinde. Wien, Rabbiner Dr. S. ׳F u 11 k Donnerstag, den 12. •Si:wan im Alter vom 62 Jahren. Diese traurige Kunde erreicht;uns während dev Drucklegung dieser Naim- ׳!her. — Die Bestattung findet!Freitag, •den 1. Juni um 2׳ Uhr nachmittags ,vom Trauerhause aus, 41., Nord-!bahnstraße 32, statt. Die Trauer'feicr in der tPazmariitenschul!beginnt um halb 3!Uhr nachmittags. Samuel Ullrnann ז״ל Am 1. Tage Schevvuoth ist liochbetagt Herr Samuel U 11 m a n n in Wien gestorben. Der Verblichene war ob seines lauteren Charakters allgemein geehrt; er stammt aus der bekannten jüdischen Ge- Iehrtenfamilie Ullmann aus Lackenbach und befaßte sich auch selbst viel mit hebräischen Studien. Nach 50jähri׳gem Aufenthalte in Gloggnitz mußte er vor . zirka drei Jahren, zu seiner Tochter nach Wien übersiedeln. Sein Andenkeii wird bei seinen Angehörigen und seinen vielen Freunden ein dauernd gesegnetes sein. הנצב״ה . Die Wiener Kultnsgerneinde appelliert an die wohlhabenden Juden, die durch Inflation zerstörten Stiftungen wieder aufbauen zu helfen. (J. T. ׳A.) 'Die Stiftungen der Wiener ׳Israelit'isolien Kulttisgcnieinde sind Infolge der Geldentwertung im Kriege und nach dem ׳Kriege auf kaum 5 Prozent ihres ursprünglichen Wertes zusammengeschmolzen. Die Vorkri^gserträge aller Stiftungen waren , jährlich 550.000;Goldkronen, gegenwärtig ist der Jahresumgen wurden u neue ronas gesenanen. in den letzten Jahren!kamen wenig neue Stiftungen hinzu, im Gegensatz zur Vorkriegszeit, wo reiche Juden fast in jedem Jahre die Kultusgemeinde mit reichlich dotierten Stiftungen bedachten. Heute aber erbringen sämtliche seit Kriegsende bei der Wiener •Kultusgemeinde errichteten neuen Stiftungen einen Jahresertrag .von •nur 30.000 Schilling. Die Wiener!Kultusgemeinde!hat •nun einen Appell an die wohlhabende Wiener Judenschaft gerichtet, die ׳Gemeinde mit großzügigen Zuwendungen für das Stiftuugswescn!zu bedenken, um dessen Ertrag wieder auf die Vor kriegshöhe zu bringen. Hallo, hallo! Hier Radio Wien, auf Welle!Hotel- und Restaurationswesens: Herr Adolf Veit. Besitzer des seit über 40 Jahren ׳bestens bekannten und beliebten Hotels Max Moses in!Kolbcrg, Ostsee, direkt im Mittelpunkt der!Badestadt, dicht am See und vis-ä-vis ׳der Solbadeanstalt gelegen, eröffnet demnächst seine!diesjährige Saison ׳und teilt allen tit. Interessenten frcundlichst mit, daß er seit 1. März d. J. ׳gleichzeitig auch in Berlin, Rosenthalerstraßc 14, das ׳Restaurant Metropol erworben hat und in gleicher Weise, wie Kolbcrg, unter Aufsicht des Hamburger Vereins zur!Förderung ritueller Speisehäuser, führt. Gediegenc Küche, billige Preise. J. ׳F. Delegiertenversammlung der Agudas Jisroel in der Schweiz. Zürich. Der Landesverband der Agudas Jisroel in der Schweiz hielt im Volkshaus Zürich am 13. Mai׳ seine diesjährige Delegiertenversammlung ab, die von Ver,־ treten! der Gruppen Zürich, Basel, Baden, Luzern, Endingen, Lugano, Montreux und St. Gallen sowie von zwei Vertretern des Jugendvcrbaiides beschickt worden war. Herr A. W. Rosenzweig, Präsident der Schweizer Aguda, eröffnete die Versammlung und erstattete gleichzeitig den Tätigkeitsbericht. Dabei hob er die verschiedenen Aktionen der Aguda hervor und wies auch auf die Gründung der' Jcschiwa in Montreux hin, wo eine der Bestrebungen der Aguda in der Schweiz verwirklicht wurde. Zum Tages- Präsidium wurde Herr Rabb. Brom (Luzern) gewählt, Herr Schwarz (Basel) als Vizepräsident, zu Sekretären. Mosbacher (Zürich) und E. Sternbuch (St. Gallen). Her׳? Heiselbeck (Zürich) verlas den Kassabericht der Palästinazentrale; es wurden in diesem Jahre zirka 10.000 Franken■ nach Palästina abgeliefert, davon 5000 Franken für Erd,■י bebengeschädigte. Auch der Kassabericht des Keren Hathora, der durch Herrn Weinstein (Zürich) mit einer Ergänzung des Herrn Rabb. Brom erstattet wurde, wurde genehmigt. Dessen Einnahmen betragen zirka 10.000 Franken. Nachdem Herr Josef Rothschild (Zürich) den Kassabericht des Landeskomitees erstattet hatte, der auch genehmigt wurde, referierte Herr Ch. J. Eiss (Zürich) über, die kolonisatorische Tätigkeit der Aguda in Erez Jisroel. Er wies darauf hin, daß Machne Jisroel seinerzeit von den verschiedenen Bodenkäufern nicht besetzt wurde. Inzwischen hat aber die Palästinazentrale in Frankfurt große Bodenkäufc getätigt und den großen Bodenkomplex von Ulam und Mader erworben. Dieser Landerwerb־ verhin- ■derte in diesem Jahre die kolonisatorische Arbeit auf Machne Jisroel, die aber jetzt aufgenommen wird. Die letzte Rate von 10.000 -Pfund wurde an den arabischen Verkäufer von Ulan und Mader am 5. März bezahlt. Die Palästinazentrale isi jetzt daran, die Aufbauarbeit’in Machne Jisroel energisch zu fördern. An der Genetaldebatte beteiligten sich die Herren N. Sternbach, E. Herz, Fröhlich׳, Schnitzer Weinstein, Rosenzweig, Botschke, Rothschild und Dr. Guggenheim. Die Berichte wurden genehmigt und dem Vorstand sowie den Kommissionen unter Verdankung ihrer Arbeit Decharge erteilt. Ueber die Tätigkeit des Jugend-1 verbandes referierte Herr E. Sternbuch. Herr Ch. J. Eiss' legte der Versammlung folgende Resolution vor: 1. Der Delegiertentag macht es allen Mitgliedern der Agudas Jisroel der Schweiz zur Pflicht, die Jcschiwa in Montreux finanziell und moralisch kräftig zu unterstützen. 2. Der Delegiertentag appelliert an die thoratreu Jugend in der Schweiz, unbedingt wenigstens ein Jahu lang die Jeschiwah in Montreux zu besuchen. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Sodann erfolgten die Wahlen. Es war Kol-Nidre-Abend, ׳die .Schul bis auf den letzten Winkel voll. In weißen ,Sterbehemden stehen die Männer, tiefer Ernst ruht auf ihren ׳Gesichtern, auf der Galerie drängen sich die Frauen. Da geht ein Raunen durch die Schul — der Rabbi׳ wird sprechen. Und auf die Kanzel tritt alsbald R. .Aki׳ba, ein Beben geht durch seinen Körper und tief ׳bewegt spricht er zu ׳der Gemeinde: ■ ״Und hab’ ich einem von euch, liebe!Brüder, unrecht •getan, oder beleidigt, so seid mir’s Maucliel, liebe Brüder!“ Ein leises Schluchzen geht durch , die Gemeinde, in aller Henzcn hallt es nach, so seid mir’s Maüchel, liebe Brüder. Rabbi Scblomo :Ege-r, Sohn des großen ׳Rabbi Akiba Eger und nachmaliger Rabbiner von Posen als Nachfolger seines Vaters,!hatte einen Prozeß ׳in Erbschaftsangclegeu- ׳heiteil, bei dem es sich um eine!immense ,Summe handelte, bei dem damaligen Oberrabbiuer von Warschau, dem berühmten Verfasser des חמדת שלמה. Der Oberrabbiuer 'hörte beide!Parteien an und verschob die Urteilsvcrfäindang um einen ganzen Monat. Zürn festgesetzten Termin erschien Rabbi• Schlomo Eger wie seine Partner im Rahbiiierhause z׳u ׳Warschau, mm die Entscheidung entgegenzutiehmen. Das Urteil fiel gegen Rabbi ScMonio aus.!Die Summe, die •vorn reichen Schwiegervater!Rabbi Schlomo unter •gewissen Voraussetzungen ausgesetzt war, •mußte unter •die ׳Erben gleichmäßig verteilt werden, da die Bediiigungeu vom Besdin nicht als gegeben erachtet wurden. Räbbi •Schlomo nahm selbstverständlich das Urteil an, kotijite •sich aber 411 seiner Erbitterung nicht der Bemerkung enthalten: ״Ihr hättet ׳Euch, Rabbi, auf alle Fälle erst mit meinem Vater (Rabbi Akiba Eger in Posen) besprechen können.“ ״Da will ich Buch eine hübsche Geschichte erzäli» len,“ erwiderte der ■Rabbi ruhig: ,;Rabbi iHesche'l, der spätere Oberrabbiner von Prag, war schon als Kind bewundert und gefürchtet ob seines Witzes und seiner ׳Einfälle. Er war Sohn des Lubliuer Rabbiners, Rabbi Jakob, Unschädliches Entfettungsmittel Man kaufe sich tn der nächsten Apotheke 4 dkg Fucabohnen, davon nimmt man 2 Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Mahlzeit, hernach 3 Wochen dreimal tägiieh je 2 Bohnen nach der Mahlzeit, sodann wiederum 2 Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit. Der Erfolg ist ein überraschender In der ersten ׳Sedernacht war׳ im Rabbinerhause w׳ie üblich vor dem Benschen der Afikoman weggekommen and nicht zu finden. Selbstverständlich lenkte sich der Verdacht auf ■den kleinen Heschel. Er gestand auch die Tat ein, stellte aber weitgehende Bedingungen. Alles, was ׳sein kindlich Flcrz gelüstete, wollte er nun erfüllt haben, ahdernfalls er mit dem kostbaren Gut nicht herausrücken wollte. Alle Verhandlungen scheiterten und es blieb nichts anderes übrig, als sein Ultimatum anzunehmen. •Endlich war der!Rabbi ׳itn Besitze de׳s Afikoman. Nun aber glaubte er. den Ueberlcgenen spielen zu dürfen. Er reichte jedem der Hausgenossen ein Stückchen vom Afikoman, bei Heschel machte er aber Halt und sagte: ״Nun habe!ich Dich in der Hand. Du bekommst nicht eher Afikoman, als bis du mir einen großen Teil deiner Forderungen wieder erlassen hast.“ ״Nicht im geringsten!“ anwortete der Junge. 1״Und Afikoman?“ ״Ich habe ׳von vornherein damit gerechnet,“ lachte ׳Heschel, ׳״und habe meinen Anteil vorweggenommen.“ Sprach's, zog das Stück Afikoman aus seiner Tasche ׳und biß mit großem Behagen hinein. ״So ׳muß!man es machen,“ schloß der Rabbi seine Erzählung. ״Ich wußte wohl, daß diese Einwendung kommen würde, ■so ließ!ich mir einen Monat Zeit, um nach )Posen zu schreiben. Hier ist« die Antwort von Rabbi Akiba Eger, er teilt yolilkommen meinen •Standpunkt .. . * Rabbi Akiba Eger wurde von seinem Sohne Räbbi Schlomo bedrängt, doch ' einmal die Sehenswürdigkeiten Warschaus anzuschaucn. 11m Museum :brachten die Beamten einen antiken herrlichen Sessel mit kostbaren Schnitzereien herbei, auf daß der ehrwürdige Greis bequemer die Bilder und Gemälde bewundern .könnte. Rabbi Akiba machte es sich bequem, schloß ׳die Augen und •sofort fingen seine Lip'pen an, sich, wiie ׳immer, wenn er allein •saß. •in Thora- Worten zu bewegen. Wie Rabbi!Schlomo, der gerade etwas besichtigt hatte, zum Vater zurückkam, war dieser in seinem ,Sitz eingemiekt und wagte■ nicht, ׳ihn zu wecken. Da erwachte Rabbi Akiba •und sagte etwas ärgerlich: ״W׳ar1nm bringt man eigentlich das Kind nicht?“ Er glaubte als ,Gevatter auf einem iBriß zu ׳sein. :ז: ln Posen starb ein reicher Mann, der •nie an ׳den Lasten der Gemeinde mitgetragen hatte und auch sonst sich kaum zur jüdischen Gemeinde zählte. Die!Gemeinde- Verwaltung stellte nun an die Erben ׳das Verlangen, 500 Reiclistaler für den Begräbnisplatz zu zahlen. Sie wollten sich auf diese Weise in den 'Besitz der ׳yom Verstorbenen stets verweigerten Beträge •bringen. Die Söhne, gleich geartet wie der Vater, beschwerten sich beim Stadthauptmann, und dieser ließ den ■Rabbi kommen. ״Wie hoch ist die Summe für ,Begräbnisplätze festgesetzt,“ fragte der Präsident. ״Je nach den Vermögensvcnhältnissen, 10׳ bis 50 Rcichstaler.“ ״Und warum ■verfangt!ihr nun die immense Summe von 500 Talern?“ ״Wir,“ sagte der Rabbi, ״glauben an eine Auferstebung der Toten. Wir geben den Verstorbenen nur mietsweise einen!Platz ab, ,bis zur Auferstehung eben, und die Miete darf nicht so hoch bemessen sein. In unserem Falle handelt es sich um einen!Mann, ׳der an die Auferstehung nicht glaubte, •der sie nach ■seinem Lebenswandel auch nicht zu erwarten hat. Er will einen Friedhofsplatiz für alle Ewigkeit. Da sind 500 Reichstaler gewiß nicht zu viel.“ Das ׳leuchtete dem Stadtoberhanpt ohne weiters eiu.

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