Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 18 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 JÜDISCHE PRESSE --י..•.•, j--•■. Seite 123 ___ s c!h e n O r t h od ox i e!in diesen Tagen der:!Not ־ sich ׳bewußt «geworden ist. Die. aus dem Waad Leumi ausgetretenen, die יוצאים wie sie sich nennen, die tthh□ יוצאים האביב dlie im ׳Strahlen der Frühlingssonne zur Freiheit Auferstandenen, veröffentlichen ein Schreiben des Ghofes Ghaim, in welchem dieser!heilige Greis, dieser כ ה הגדול מאחיו im Geiste priesterliCher Reinheit und Wahrheit seine Brüder in ׳Erez Jisroel mahnt, auszntreten aus der Gemeinschaft des Waad 'Leumi, ולהתרחק ממלים הסכנה שיובל ח״ו להתחל; ש״י ע״י sich fernzühalten aus einem Kreise, wo sie als ׳Mitglieder nun mitverantwortlich wären für die Entweihung des g-ttlichen!Namens, die dort geschiebt. Im Anschluß an dieses Schreiben des Chofez C'haim wird ein Brief des Rabbiners Elchanan Wassermann fin Baranowibsch veröffentlicht, der folgendermaßen lautet: אתמול לפנות היום דברהייעס כ״גז רבינו בעל "חפץ חיים" ושמעתי מפה קדשו כי טוב עשה הרב הירש זצ״ל, בהבדלו מהחפשים, ובזה הציל את שארית הפליטה כמדינתו, גם אמר לי שראה מכתב מר׳ עקיבא אינר זי״ע שצריך להתבדל מההפשים. Gestern •sprach ich mit dem Chofez •Chaim׳. Da will ich denn mitteilen, was iah aus seinem heiligen!Munde ׳hörte. Er sagte, daß Rabbiner Hirsch mit seinem Austritt recht •g e h •a n d e 11 h a b e, damit habe er die Rettung des der Thora verbliebenen Restes in seinem Lande vollbracht. Ferner sagte er zu mir, daß er ein Schreiben von R. Akiiba Eger gesehen habe, worin er den Austritt als eine ,Notwendigkeit erklärt! Wlachet auf, ihr Trunkenen, und weinet! Weinet über die Trunkenheit, die auch das'׳Selbstverständliche in ein Problem verwandelt hat. Wedne'füber den Haß und die Veriblendung, die auch seit einem halben Jahrhundert die Klarheit des Blickes trübt: mid auch hindört*ij<E^üsehen,N. es <za Verstehen und darnach zu handeln, was dem reinen Gemüte eines heiligen Geistes als eine bare SelnsÖ/btstäudlicbkeit erscheint. Weinet über die Kluft, die unSete'eigenen Reihen in zwei Parteien ausoitianderreißt. Weinet über die verlorene!Zeit, die ihr ungenützt verstreichen ließet, ohnd daß eurige zu tun, das heilige •Land vor dem Vernichtungsziig der!Heuschreckenschwärme ־zu bewahren; über die verlorene Kraft, die ihr an Kämpfe der: Selbstzerfleischuhg verzettelt habt, satt.!für den gemeinsamen Aufbau des heiligen Landes im Geiste der Thora zu verwenden, iüeber das verlorene Geld, das nichtigen Zwecken zugeführt wird, statt es für die Stärkung agudistischer Tätigkeit in Erez Jisroel zu verwenden. Weinet, weinet — handelt ׳und laßt •eure Brüder in Erez Jisroel nicht!im 'Stich! Wenn selbst Männer vom Schlage eines Chofez Ghaim, Männerdes Friedens und der ׳Liebe, die jedes böse Wort als ein Pfeil i des Todes verdammen, den Kampf ■gegen;die' Feinde der , Thora!als einen heiiigen, unausweichlichen bezeichnen und — * während wir uns in Deutschland herumschlagen, ob Rabbiner!Hirsch mit seiner Austritts-Halacha auch wirklich recht gehabt hat — sich vor ihm als den Retter des de׳utsehen Judentums verneigen: Kann darüber noch der geringste Zweifel bestehen, was heute unser ׳aller ׳Pflicht, und daß die Stärkung der ׳agudistischen Ercz-J1isroel־Arbeit für die gesamte Orthodoxie die ׳dringendste Forderung des Tages ist? ... Joel der Prophet, der die Trunkenen zum Erwachen und 'Weinen aufrief, hat sie auch zum!H a ndein aufgerufen: ׳״Heranrücken und :heraufrücken mögen alle Männer des Kampfes. Zerstücket eure Sensen zu Schwertern •und eure Winzermesser zu Speeren! Der Schwache sage: ,,׳Ich bin ein He'ldf“ Nachrichten der Keren-Hathora-Zentrale. im heiligen Lande, Atinar Ben Aw-i, allen Ernstes, die Idee propagiert, auch והורים נוצרים auch christliche Juden als vollwertige Glieder des jüdisehen Volkes a n zu e r k e n ne n, כי אין הרת הישראלית מסמכת denn das jüdische Religio ns gesetz 1h a b e. s c h 0 n längst auf ge!hört, .das K r iteriumdes Judentums, des 1j׳ü d i s ch e n V 01k e s, des!jüdischen Menschen zu sein! ״Wachet auf, ihr Trunkenen, und weinet!“!Heusehreckensohwärme überzogen das Land, als Joel der Prophet seinen :Weckruf an die Trunkenen seines Volkes erschallen ließ. ״Was der ׳Gasam übrig ließ, fraß der Arbeh, und ׳was der Arbeh übrig ließ, fraß der Jelek, und was der Jelek übrig ließ, •fraß der Chazie'll“. Heuschreckenschwärme!überziehen auch in unseren Tagen das Land. Die Hischawitz und Ben-Awi ergänzen einander. Was sie einem übrig lassen, vernichten die andern, und was diese übrig lassen, werden deren Kinder und Enkel vernichten. Und die Trunkenen der!Goloh stehen dabei und lassen es zu, ja ermöglichen es erst ihrem zionistischen und misrachistisahen Sohekeizahiungen, daß der ׳Gasam und der Arbeh, der Jelek und der Ohaziel sich gütlich tun im ׳Lande! Ist wohl solches ׳in euren Tagen geschehen oder •in den Tagen eurer Väter? ,Also fragt Joel der Prophet. Und sind wir selber so ganz ohne ׳Schuld daran, daß ׳das Unerhörte, Unglaubliche in Erez Jisroel :Ereignis werden konnte? Wer war's denn, der zuerst ihn באוירה של. תורה in der Sphäre der Thorawahriheit unmöglichen Gedanken konzipierte und propagierte, daß diese Thorawaihrhetit dort, wo abtrünnige Söhne des jüdischen Volkes sie zu einem P a r t e ib e k e n n t ni s degradieren, im ׳Interesse und zum Wohle des Ganzen mit dieser bescheidenen Rolle sich zufrieden geben müsse, sich gedulden müsse, bis ein parlamentarischer Majoritätsbeschluß ihren ׳Einfluß erweitert und sie aus einer ׳Religion der auf sie Eingestellten, der auf sie!Reflektierenden •gemäß ihrer eigenen Verfassung zur Magna Charta der (jüdischen Gemeinde,■der jüdischen Gemeinscihaft, des ׳jüdischen Volkes erhebt? ׳Ist die zionistisehe /Krankenhauspolitik, in einem trefo geführten Kranken- ׳hause nur an orthodoxe Reflektanten rituelle Speisen zu verabreichen, etwas ׳anderes als eine konsequente 'Durchführung jenes unseligen Zwittersystems, aus dem die Ideolagie all!jener Trunkenen erwuchs, die in 1liberal oder zionistisch geführten Gemeinden ׳und. Organisationen die Fahne der Thora entrollen •und dieses Moratorium der Thoramonarabie gar noch als ein wundervolles ליחש השם empfinden? Und ist diese Forderung יהודי□ נוצרים als VoUjuden anzuerkennen, etwas anderes als eine logisch durchaus ׳haltbare und berechtigte Fortführung des Gedankens, daß im neutralen Rahmen eines allumfassenden, begrifflich ausgehöhlten Judentums das ׳Maß der Verpflichtungskraft des Thoragesetzes dem religiösen Belieben, der religiösen ׳Einstellung jedes einzelnen in!Israel •überlassen werden muß? )Was heute an;Schmähungen ׳und ׳Schändungen der Thora kn zionistischen Palästina geschieht, das UnlaubLiche, Niegehörte, was :im!Lande die iHiischowitz und Ben-Awi tun und treiben, schreiben und fordern —: Giftsamen s׳ind‘s, die aus der trunkenen ׳Golah der Wind nach Erez Jisroel verweht hat, die dort in einer ׳von tausend Gegensätzen, Leidenschaften, ׳Ph'anatismen überhitzten Atmosphäre einen fruchtbaren Boden finden, wo zu ■den widerlichsten, abstoßendsten אכזריות Blüten gedeiht, was sich bei uns im Galuth — in unserem ׳von שלום •und אהבה triefenden Milieu — als ׳harmloser ״Kampf der Geister“ plakatiert. Wär‘s nicht an •der Zeit, daß wir alle, alle aus unserer Trunkenheit erwachen, weinen und — handeln? Unse’ro Gesinnungsgenossen in ׳Erez Jisroel, die einen Kampf kämpfen, einen solch großen harten •und schweren Kampf, wie wir ׳ihn niemals zu kämpfen ׳hatten, sie schauen auf uns und sie erwarten von uns, daß wir ihnen aus den gleichen Ländern, aus welchen die ihnen vom Wilnd her- •übergewehten :Giftsamen stammen, Saaten der Hilfe, der Stütze, der!Heilung senden. Wahrhaft ergreifend und erschütternd ist's, mit welch tiefer!Innigkeit, mit welch rückihaltsloser •Ehrlichkeit die palästinensische Orthodoxie ihrer Schicksalsgemeinschaft mlt.unserer deut¬ (Auszug aus dem ersten Vierteljahrsbericht 1928.) I. Pädagogische Konferenz. 1. Im Anschluß an die Zentralratstagung( fand in Berlin eine pädagogische Konferenz de9 Keren Hathora statt, an welcher Delegierte des Schulwerk'es Nwerkes des Keren Hathora in Polen, Litauen und Deutsch!־ land teilnähmen. Herr Rabbiner Hirseh'owitz (Virbaln) erstattete Bericht über die Lage der Schulorga!n|isation ״Jawne“, das als einzige von der Regierung anerkannt ist, ferner zwei hebräische Mädch'engymnasien in Kowno und Telschi, eine Universalschule (Realschule) in Kowno, zu deren Leitung Dr. David Carlebäcn, Sohn des verstorbenen Kölner Raws, berufen wurde, . ferner 79 Volksschulen* Knaben- und Mädchenschulen: Die pädagogische Führung befriedigt, die materielle Läge läßt es sehr zu wünschen übrig. Es wurde beschlossen, in diesem Jahre in Telsch!i! Fortbildungskurse für amtierende Lehrer und Lehrerinnen, unter Leitung der Schulabteilung des Keren Hathora, zu veranstalten. Zur Linderung der :augenblicklichen Notlage wurde ein außerordentlicher Beitrag vom Keren Hathora bewilligt. ׳ . .! v׳■;••■■•: •:׳•..־ •!ל ״- 2. Ueber das Baj Jakob-Schulwesen in Polen referierten Dr. Deutschländer und A. S. Friedmann (Wai4schau.) Vorgelegt wurde die kürzlich erschienene Broschüre ״Bajs Jakob, sein Wesen und Werden“, welche über die Entwicklung des ganzen Schulwerkes Aufschluß gibt. Der gegenwärtige Stand.ist: 87 Schulen mit 10.800 Schülerinnen• Im Seminar werden augenblicklich 54 Kandidatinnen ausgebildet. Die Leitung des Unterrichtes liegt in den Händen von Fräulein Landsberg. Ihr Bericht wird mit besonderem Dank zur Kenntnis genommen. Zur Vorlage gelangen׳ ferner Manuskripte für neue Lehrbücher, die einer Kommission überwiesen werden. 3׳. Rabbiner ׳Kalmanowicz,!berichtet über ,die Organisation der jüdischen Lehrerkurse in Grodno Und bittet den Keren Hathora, die pädagogische Leitung zu über»- nehmen. 4. Namens des deutschen Merkas Hachinuch legt B. S. Jacobson den Entwurf einer Halachatabelle vor (inzwischen erschienen). Besprochen wurden ferner Tabellen zur Verbesserung des nebräischen GrammatiM- Unterrichtes und eine Schrift über Priesterkleidung. Die Halachatabelle wurde genehmigt. 5. Der Antrag von Rabbiner Dr. Hoffmann (Breslau)^ möglichst bald eine pädagogische Konferenz für die jüchsehen Schulinteressen in Deutschland einzuberufen, wurde angenommen. II. Aktionen des Keren Hathora. 1. Die Schweizerische ׳Landesver׳waltung •des!Keren iHathora!hat zu Pessaah eine Aktion, zur Bescharffung von Maz.zoth für •notleidende Thoralehranstalten bewilligt, von derem Ergebnis eine Anzahl Jeschiwaus in Rumänien, Polen, Litauen ׳un׳d ׳Palästina mit iMazzoth versorgt ׳wurden. Ferner wurden •im letzten Vierteljahr folgende ׳Anstalten von •der!Zentrale subventioniert: Libau, Grodno, Lubawicz ׳)׳Polen),.. Xomza, •Emek-!Halach'e in Warschau, Nowogrodek, Radin, Josefow, •Deutschkreuz, ׳Mattersburg; 10 Talmud Thora-Wiien, Bajs Jakob Oesterreich, Bais Jakob, Ungarn (Literaturzwecke), Hais Jakob Polen' (Seminar Krakau und,. •16 Anstalten), Keren. lHathora-!Schulwer׳׳k in Kischinew, Bajsmare, Szatmar (Rum.), Acs (Ungarn), Tyrnau und ׳Galanta (C. S. R.), Kopenhagen Talmud Thora, Kolel Kowno, Zentrale Ja׳wne Litauen. Die rumänische iLandesverwaltung des Keren ׳Hathora in Kischenew •hat aus Anlaß der ,blutigen Ausschreitungen in ׳Rumänien einen Trauertag angeordnet und eine Sammlung für notleidende Thoralehranstalten ׳veranstaitet. Aus dieser Aktion ‘konnten namhafte •Summen an den Keren iHathora für Jeschiwaus überwiesen werden. Spenden für Keren Hajischuw und Keren Erez Jisroel der Agudas Jisroel sind zu richten an die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Hanauerlandstr. 15 oder an die österreichische Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Wien, österr. Postscheck-Konto D 33.406 dieses ׳unglücklichen, ׳so vielen!materiellen!und seelisehen Leiden ausgesetzten!Mannes noch eine ,Richtig- Stellung. Gusztav Karpeles, der Redakteur der ״Allgemeinen Zeitung des Judentums“, machte gele.gentlieh •der Besprechung ׳der Seibstbiograplhie des Aron Isak in seinem Blatte (53. Jährig., S. 1 $2) zu der auf Markus Moses bezüglichen :Stelle folgende apodiktische ׳Bemerkumg: ״•Daß ׳dieser Dr. Mankus •kein Sohn des Preßburger Row war, ,ist se'lbstverständlieh.“ Hätte ׳Karpeles Donaths schon erwähntes und ״Weisz’ Awne besz hajozer“ betiteltes Werk gekannt, so!hätte er Aron •Siegelstechers Worten gewiß nicht widersprochen. A׳us ׳beiden Werken geht unwiderleglich hervor, daß der Preßburger Rabbiner Moses Gbarif einen •Sohn hatte, der Mordche ׳,hieß und Arzt war **). Tychsen überlebte seinen bedauernswerten Schüler fast •um 30 Jahre. 'Er starb aim 30. ׳Dezember 1815 in Rostock a)ls ■Oberbib'Hothe'kar und Direktor des!Museums. Seine jüdische Bekehrungssucht setzte er bis zu seinem Tiode fort. In der wissenschaftlichen Welt galt und gilt er noch heute als großer Odentalist.!Näheres über ihn siehe Jewish Encyclopedie s. v., Geigers Zeitschrift für die!Geschichte der Juden, III. B., 206, Zunz, Zur Gesch. u. Literatur, I., 16 u. ,448 und besonders A. T׳h .!Hartmann Wanderung durch d. mannigfaltigen Gebiete d. bibl. asiatisch. Literatur 1818—1823. (Schluß.) **) Donath a. a. O. S. MO ff. n. Weisz Awne besz: iajozer S. 30 u. 35 b. Dreihundert Jahre einer Wiener Judenfatnilie. Von L. Moses. (Fortsetzung.) Zum Schlüsse sei hier־ noch kurz von dem schriftlichen Nachlaß R. Akiba Egers die Rede. Es lag ihm naturgemäß fern, •Bücher zu schreiben, und so sind von .ihm nur teils gedruckte, teils handschriftliehe Randbemerkungen zu •talmudischen Schriften, zu Kommentaren und Superkommentaren und eine von •einem Schüler herausgegebene Sammlung von Aufzeichnungen vorhanden. A׳m ■bekanntesten wurden seine Glossen zum Talmud בליון חש״ם die. fast allen neueren Talmudatisgaben beigegeben sind, während seine תשובות in zwei Sammlungen samt Briefen und Erklärungen, seine תוספות zur Wischna sein רחש והדוש und verschiedene Ausgaben der הגהות weniger Allgemeingut sind und der' Natur der Sache nach auch nicht sein können.. Unermeßlich und unschätzbar war und ist der geistige und sittliche Einfluß R. Akibas, der am 13. Tischri 1837 starb, nicht nur auf seine Gemeinde. Noch heute sind im gesetzestreuen Judentum weit über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus Name ,und Lehre des R. Akiba Eger lebendig und diese nachhaltige Wirkung ist der Segen, den der ״letzte Gaon“ von Deutschland seinen Volks- und Glaubensgenossen hinterließ,, R. Simcha Bunim Güns und seine Brüder. Scheinbar im Schatten seines großen,::ihm auch an Jahren vorangehenden Bruders Akiba. lebend, steht R. Simcha Bunim für uns im Mittelpunkt der ferneren Untersuchung, da in ihm und seinen Nachkommen der Hauptzweig der Familie Schlesinger, der nach allen Wandlungen endlich bei diesem alten Namen bleibt, seine Fortsetzung findet. Er führte zwar ׳noch zeitlebens den Namen Güns oder Gins, der merkwürdigerweise auch in dem Familiennamen der Urahnen mütterlicherseits R. Meier Ginsmann in Halberstadt und R. David. Ginsmann ein Pendant findet, aber seine Nachkommen kehrten endgültig zu dem Namen der Wiener Vorfahren Schlesinger zurück, der ja nicht nur auf Schlesien, sondern auch auf die Gemeinde Schleusingen1) zurückgeführt werden kann2 *), als sollte damit auch die fernere Verknüpfung der Familie mit Wien zum •Ausdruck kommen. R. Simcha Bunim war der jüngere Bruder des weltberühmten R. Akiba Eger und auch sein Schüler. Er studierte u. a. in Krotoschin, von wo er ja auch seine erste Frau heimführte. Sein erstes Rabbinat War ׳Rogasen, ein Städtchen im Posenschen Gebiet, und von dort ging er, nachdem (1806) R. Mosche Sofer seine Stelle in Preßburg angetreten hatte, nach dem ihm von seiner Eisenstädter Kindheit her wohlbekannten Mattersdorf. Sein Briefwechsel mit seinefn *) ׳Weinberg, Das Memorbuch vorrHagenbach, Jahrbuch ׳der •jüd. lit. Gesellschaft, XVIII., Frankfurt a. ׳M. 1927. 2) •Bemerkenswert ist die ältere■ und vielfach noch jetzt übliche Schreibweise Schlösinger.