Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 17 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.!7 * Seife 118 ייי־ JÜDISCHE PRESSE I Tschechoslowakei i K. Jona Hirsch Fonfeder זצ׳ל * Aus Michalovce kommt die Trauenk'unde von ׳dem Hinscheiden des R. Jona Zwi Fo nie der, einer der Besten und Edelsten der Gemeinde und der gesamten orthodöxen ■Juden 11 eit in der Slowakei. Sein Ruf ging weit über seinen Wirkungskreis hinaus. Trotz seiner grenzenlosen Bescheidenheit und Zurückgezogenheit באה לה של תורה genoß er im ganzen Lande ein. hohes Ansehen; Hunderte verehrten in ihm einen wahren ,עובר ה einen תלמוד חכם מ1סלנ und צדיק תמים von reinster Gesinnung und aufrichtigster Lobensbetätlgung. Er entwickelte sich van seiner. .Kindheit auf in gerader Linie zu einer ganzen, geschlossenen Persönlichkeit, die zu den besten Hoffnungen berechtigte. Er lernte auf den Jeschiwahs in Piestany, Galanta. Preßburg und war mehrere Jahre hindurch beispielgebender ראש ישיבה in Hunsdorf als תלמוד מובהר des גאון וצדיק Rabbi Samud Roseniberg לזצ״ Nach seiner Ehe- Schließung mit einer Tochter des R. Jakob David Moschkowatsch’ זצ״ל lebte er mehrere Jahre sorglos ausschließlieh seiner'Vervollkommnung in תירה 1י״ש und wurde eine Zierde des Judentums. Trotzdem seine materiellen Verhältnisse sich inzwischen vollständig geändert hatten, und er mit .der bittersten Not zu kämpfen hatte, ließ er von seinem g-ttgeweihten Leben nicht ab. Unter Verhältnissen, die unerträglich schienen, sammelte er eine kleine Jeschiwah um sich und lernte, ganz׳ wörtlich genommen, Tag und Nacht mit seinen Jüngern, denn sein Unterricht dauerte von 3 Uhr morgens bis 10 Uhr in der Nacht. Seine Frömmigkeit war seiner ■ganzen Umgebung ein Vorbild hingebungsvqller Liebe zu השי״ת und seiner Schöpfung und flößte allen, die ihn kannten, tiefsten Respekt ein. Die großen Entbehrungen und. die unablässige Sorge um das־ Allernötigste ,.scheinen aber seine physische Widerstandskraft gebrochen zu haben. So wirkte denn sein unerwartetes Ableben in den frühen Morgenstunden des 6, Ijar erschütternd auf die: ganze Gemeinde und auf jeden, zu dem die Trauerbotschaft gelängte. Ucbcr die הלד׳ besitzen wir noch keinen Bericht. Inmitten der Trauer wendet sich jedoch die allgemeine Teilnahme den in furchtbarer Not lebenden Hintcrhl!ebenen, •.der Witwe mit ihren sechs unmündigen'Kindcrn, zu. Der Mihalowcer jüdischen Gemeinde vornehmlich, aber auch allen edlen Menschen erwächst di e Pflicht, das Los dieser schwergeprüften Familie nach Möglichkeit zu erleichtern und das Andenken des Verblichenen auch dadurch zu ehren, daß der Witwe die Mittel in di e Hand gegeben werd en, i.'h r e K;iad er zu e r!n ä h r e n. und . s i e in seinem fr oinm en Geiste zu e r zieh e n. Wie wir vernehmen, wird eine Landesaktion zu diesem Zwecke beabsichtigt. Die Redaktion der ״Jüdischen Presse“ in Bratislava. ist jetzt schon bereit, Spenden'zugunsten der Hinterbliebeneh des R. Jöha Zwi Fonfeder זצ״ל zu übernehmen und ׳ihrer Bestimmung, zuzuführen, auf daß die נשמה dieses צדיק וחסיד vor dem himmlischen. Throne Fürsprecherin sei für alle, die seinen Lieben Gutes erweisen, חנצב״ה 1 Propaganda-Nachmittag in Presow. .. : Am'vSchcwii schcl P.esach veranstaltete die Presover Agudas Jisroel-Jugendgruppe einen gut besuchten Propaganda-Nachmittag. Präses Herr Salamon R e i n i t z eröffnete.die Versammlung mit einer begeisterten Ansprache und führte an der. Hand tälniudischer und geschichtlicher Beweise aus, daß die orthodoxe Jugend ■in keiner anderen Organisation als in der Agudas Jisroel für Kelal-Jisroel anbeiten'könne. Er sprach''von den beiden Idealen,׳ deren Verwirklichung sich die Agudas Jisroel zur Aufgabe setzte^ und zwar ■die Erreichung einer Jugend, die den orthodoxen Prinzipien stets treu bleibe und ■die kräftige Schwiegervater verarmte, mußte R. A'kiiba das ihm angebotene. Rabbinat . in Märkiscii-Friedland annehmen. ,Einige Jahre vorher war auch seine Frau gestorbenund er heiratete im Jahre 1797 deren Nichte Breindel. Im Jahre 1811 soll die Gemeinde Eisenstadt ihren: großen Sohn R. Akiba zum Rabbiner gewählt haben, aber auf Ersuchen seiner Gemeinde blieb er in Friedland, bis er 1815 nach Posen .ging. Hier in der Hauptstadt jener Provinz Deutschlands, die das jüdische Reservoir für das ganze Reich darstellte, war-, der;״letzte .Gaon in Deutschland“ erst an der ihm angemessenen Stelle. In dieser עיר ואם בישראל אבן חראשה לבל דבר שבקדושה פוזגא המהוללה bestieg er seinen ״später mit schwarzem Leder bezogenen Lehrstuhl, der heute noch als Reliquie aufbewahrt und Pietätvoll unbesetzt bleibt.“ In seinem Aufträge mußten zwei von ׳ihm bezahlte Männer alle Kranken der Gemeinde aufsuchen und ihm über ihre Bedürfnisse berichten und auch, sonst war er beispielgebend in seinen Liebeswerken, als Vermittler und Berater in allen Angelegenheiten seiner Gemeindeangehörigen und als Wohltäter der Armen und Waisen.;Nach Wreschner (a. a. 0.) begann R. Akiba um vier Uhr morgens sein Tagewerk mit Mischnastudien, hielt dann nach ,dem Morgengebete eine einstündige TahnudVorlesung vor einzelnen, Gemeindemitgliedern, wodurch er zugleich Gelegenheit fand, ihre Mithilfe für gemeinnützige Bestrebungen in Anspruch z׳u nehmen. •Nach ■einem, einfachen• Frühstück, welches allein ihn an fWerktage;n mit seiner - Familie vereinte, beschäftigte er sich mit .׳der Bibel, von 10 bis 12 . Uhr hielt er,, mit Ausnahme, der beiden Festmouate Nissan und Tischri, den Haupt-Schiur in seiner Jesohiwah, an dem meist fünfzig Schüler teiinahmem Für das sehr kärgliche, leichte MittagmaW gönnte er sich Anteilnahme an allen Aktionen der Ä. J.-Weltorganisation. Hierauf sprach Herr Samuel R e 1.11 e r und forderte die zahlreich versammelte Jugend auf, den orthodoxen Führern treue Gefolgschaft zu leisten, denn das jüdische Volk könne keine Führer anerkennen, deren Lebensweise mit den religiösen Prinzipien nicht übereinstimmt. Es sprachen noch Herr Licht, der die Aufmerksamkeit der Mitglieder auf die soeben gegründete Bibliothek lenkte. Herr Artur Leffcöwi.ts sprach über die Schiurim-Binteilung und spornte die Mitglieder zum eifrigen Besuch der Schiurim an. Er bewies mit sehr treffenden פוסקים "und מדרשים, daß der Bestand der Gruppe nur gesichert ist, wenn in •deren Mitte eine rege. Tätigkeit auf dem Gebiete der ,לימוד חחורד entfaltet wird. Sonach wurde die Versammlung, welche auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck ausübte, geschlossen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Nove-Zämky. Die A. J. J. G. Novö-Zämky'hat beschlossen, jeden שבת und יו״ט Vorträge zu veranstalten. Wir hatten auch schon Gelegenheit, von den aus fremden ישיבות über יום טוב• hier weilenden Söhnen unserer Gemeindemitglieder, und zwar von den ב ח ודים Jenö Trau ■b, Märton Stern, Eriitö Herzog, Jenö Weiß, B. Stern, sehr geistreiche י ח D ח י י und מגירות Vorträge zu hören. Es war ein erhebender Anblick von כבוד התורה sämtliche Gemeindemitglieder bei den Vorträgen beinahe ausnahmslos in einem Lager zu sehen, wie überhaupt seit den letzten Gemeindewahlen und der Reorganisierung der Agudas Jisroel-Ortsgruppe eine merkbare Begeisterung . für •die Agudaidee platzgegriffen hat. Orts- und .Jugendgruppen haben noch eine wichtige aktuelle Aufgabe zu lösen, und zwar für unsere der ישיבות entwachsenen jungen Leute und auch für ב עלי בתים einen שיעור קבו ע zu sichern, was ב״ ה mit Rat •und Beihilfe Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners uns auch gelingen wird. . F. G. Generalversammlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Nitra. Am מו״ש חול המועד פסח hielt die Jugend- ' . -; t . * H ־ Perücken u. Scheitel vom Lager zu den dann billigsten Preisen Ausverkauf in Spezialhaus 1 Meilen h>!:r Wien, I., Mahlerskräne 5, Tel. 77-0-54 kaum besondere Zeit; in den ersten Nachmittagsstunden wiederholte er mit seinen Söhnen, Angehörigen und auserlesenien Schülern da!s Vormittags- Pensum und wohnte darauf den Sitzungen des Beth Din (oft auch der Gemeindevertretung) bei. Auch hier leistete der mit praktischer Lebenskenntnis ■und gemalern richterliche Blick begabte R. Akiba Eger als רבד׳ Hervorragendes, da seine weisen und wirksämen Vermittlungsvorschläge, seine scharfen und treffenden Entscheidungen, über die verschiedenen Rechtshändel, über die er stets sorgfältig Protokoll aufnahm, trotz des offiziellen Verbotes selbst von Andersgläubigen viel begehrt und sich großer- Beliebtheit erfreuten. Nach dem Minchagebet, das er, in Tallis und Tfillin .gehüllt, verrichtete, hielt er einen Lehr vor trag über מגן■ אברהם Dann erst ging er an die Beantwortung , der aus allen Himmelsrichtungen an ihn gelangenden Anfragen, an die Aus׳־ arbeitung seiner berühmten Rechtsgutachten, die immer zahlreicher wurden, obwohl er in seiner Bescheidenheit und Gewissenhaftigkeit sich selbst die Beschränkung auferlegte, keine Entscheidung außerhalb seiner Gemeinde zu treffen, und erst gegen Mitternacht schloß der nur allzu Schwächliche sein reiches Tagewerk. Schn an den Schülern ließe sich, wenn es eines Maßstabes noch bedürfte, die Größe des Meisters ermessen. Wir nennen hier nur die Bekanntesten: Raphael Fürstenthal, den Verfasser eines Kommen- Jars zu :חובות הלבבות Jehuda Aron Lazarus, den Vater des bekannten Prof. Lazarus, dessen *,Ethik des Judentums“ wohl nicht zuletzt in R. Akibas Geist seine Wurzeln speist, Heimann Joel, den Vater des Breslauer Seminarrabbiners Dr. Joel, ferner R. Zwi Unschädliches Entfettungsmittel Man kaufe sich In der nächsten Apotheke 4 dkg Fucab o 11 n e ם, davon nimmt man 2 Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Mahlzeit, hernach 3 Wochen dreimal täglich je 2 Bohiien nach der Mahlzeit, sodann wiederum 2 Wochen dreimal täglich eine Bohne nach der Mahlzeit. Der Erfolg ist ein überraschender gruppe ihre halbjährige Generalversammlung unter dem Vorsitz des geschäftsführenden Vizepräsidenten, des Herrn Wilhelm Stark, ab. Die rege Beteiligung der Mitglieder •bewies, daß auch die Jugend von Nitra, sofern sic noch für das religiöse Judentum in Betracht kommt, unter die Fahne der Aguda sich schart. Vorsitzender referiert über die Tätigkeit des Vorstandes seit der letzten Wahl und glaubt, mit Stolz behaupten zu können, daß sich der Verein im letzten Semester in jeder Hinsicht zum Vorteil entwickelt hat. Besonders auf dem Gebiete der Limid-Hathora ist viel geleistet worden, was nicht zuletzt das Verdienst des Sektions־ leiters, Herrn Emil Klein, ist. Auch die anderen Sektionen haben Ersprießliches geleistet. Herr Emil He r c zl.erstattet über Ersuchen des Vorsitzenden ein beifällig aufgenommenes Referat über die Idee und den praktischen Wert der Koifer Nefasch-Aktion. Darauf wurde unter allgemeiner Begeisterung beschlossen, die Aktion in Nitra sofort durchzuführen. Kassier Herr Isr. Weiß verliest •den Kassabericht, der nach kurzer Debatte zur Kenntnis gewirl Pli״ un« 7 י•״•’־׳״״ ״־1׳i1״ V R 11 ״ ס׳ל Für die Talmud Thora-Schule in Kosice. Aus Kosice berichtet •man uns: Auf Beschluß des!neuen Gemeindevorstandes waren am letztenש״ק,in 311611בתיכנסיות und Bethäaiserh der orthodoxen Gemeinde die נדרים ונדבות den Zwecken der Talmud Thora gewidmet. Die auf diese Weise aufgebrachtem Spenden ergaben mehrere tausend Kronen. Orthodoxe Konferenz in Nove Zainky. Aus Nove Zatnky •meldet man uns: Am 14. April versammelten sich die יראים ושלמים der orthodoxem Gemeinde Nove Zamky. um über die •geplante Neubelebung der Machsike• H a d a s - V e •r e i n i g u 11 g zu beraten. Gcmeindepräses Herr Rafael Kohn .verlas das Rundschreiben des Vorbereitung'skomitees und empfahl die Gründung einer Ortsgruppe dieser Vereinigung zur Hebung und Wahrung des strengjüdischen Löbens. In der sachlich gehaltenen Diskussion wurde verschiedenen Wünschen Ausdruck gegeben. Zum Schlüsse wurde beschlossen, von der Gründüng einer besonderen Machsike Hadas-Vereinigung mit Rücksicht auf die Agudas Jisroel, der alle in Betracht kommenden Gemeindemitglieder angehören und in deren Programm auch die Arbeiten der früheren Machsike Hadas enthalten sind, abzüsehen. Hingegen sollen die Ortsgruppen der Agudas Jisroel aufgefordert werden, •die Verwirklichüng ihres Programmes mit größtem Eifer zu betreiben. (S. B.) Der Hader in der Munikacser Gemeinde. Wir haben in unserer vorletzten Nummer anläßlich der zugunsten der ,Beizer“ entschiedenen C'newra- Kadischa-Wahl darauf himgewiesen, daß. der -, ■gegenwärtige Zeitpunkt geeignet wäre, den über alle Maßen verwildertem Konflikt in der Miumkacser Gemeinde durch ein Besdin •auszutragen, der aus führenden Rabbinern bestehen ■soll, die \ bisher zu •dem Konflikt in keiner Weise Stellung genommen haben. Wir erblicken in der jetzigen Situation den günstigen ״psychologischen Moment“, in dem erreicht werden könnte, . daß der ganze Komplex d e r Mumkacser Fragen vor dem Besdin aufgerollt und nach •dem דין תולה d■em dסc b Spendet für den der Adas Jisroel, Wien! II., Nestroygasse 11 Hirsch Kalischer, Rabbiner von Thorn, die bereits genannten Dr. Joel und Professor Dr., Lazarus, selbst der Talmiidübersetzer Dr. Moses Efraim Pinner, der Verfasser eines Wörterbuches zum Talmud, Prof. Dr. Jakob Levy, der spätere Prager Prediger und Pofessor Dr. Saul Isak Kämpf, de spätere Kustos am British Museum Jossef Zedner und nicht zuletzt der bekannte Leipziger Orientalist Prof. Julius Fürst, dessen Schriften zu den Standardwerken der Wissen- Schaft des Judentums gehören. Zu den Schülern. des R. Akiba Eger gehörten aber auch viele seiner Verwandten, wie sein Schwager R. Simon ben Jehuda Feibelmann und sein eigener Bruder R. Simcha Bunim. der spätere Mattersdorfer Rabbiner, dem dieser Abschnitt eigentlieh in erster Linie gewidmet ist, und selbstverständlieh auch seine Söhne. Von diesen stammten aus erster Ehe Abraham Eger, Salomon Eger, Kaufmann in Warschau, dann. Rabbiner in Kalisch und zuletzt Nachfolger seines Vaters im Rabbinat von Posen, und zwei Töchter, von denen uns die Jüngere, Sari, noch beschäftigen wird. Aus der zweiten Ehe stammten acht Söhne, von denen -Benjamin Wolf und Bunim die hervorragendsten waren, und sechs Töchter, die durchwegs mit gelehrten Männern verheiratet waren und den Glanz des Hauses Eger wahrten und mehrten. Die über ganz Europa verbreitete Nachkommenschaft des Rabbi hat erst in einem kurz vor Kriegsausbruch stattgefundenen Familienkongresse wieder zusammengefunden, der wohl mehr noch denn als'Familientag als eine Heerschau über hundert Jahre jüdischen Geistes in höchster Reinkultur gewertet werden durfte. (Fortsetzung folgt.)