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Jüdische Presse · 1926-07-30 · 31 (30.7.1926) · p. Seite 221

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
31 (30.7.1926)
Date
1926-07-30
Page
Seite 221 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 31 JÜDISCHE PRESSE Seite 221 wäre würdiger gewesen um der Friedensliebe des Heimgegangenen gerecht zu werden — die Hände gereicht und heute steht hinter dem jungen, zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden Oberrabbiner von Mattersburg eine einheitliche Gemeinde, einig in Sinn und Streben. Das Andenken der Gerechten ist zum Segen! Im Nachlasse des Verblichenen fand sich ein Brief von Scheweth Sofer, Oberrabbiner S. B. Schreiber, Preßbürg s. z. 1., dem folgende Begebenheit zugrunde liegt: Als der Verstorbene zu Beginn seiner Leidenszeit, er kannte, daß er seiner Gemeinde nicht mehr seine ganze Kraft weihen kann, beschloß er, nach dem heiligen Lande auszuwandern. Seine Mutter bat :er am Vorabend des! Jom Kipur, ihn in ihr Gebet eirtzuschließen und daran' zu denken, daß er mit G־ttes. Hilfe nach Erez Jisroel auswandern werde. Am Ausgang des Jom Kipur erzählte ihm seine Mutter, daß ihr des Nachts ihr Gatte! im Traum erschienen sei und ihr nahegelegt habe, ihn von seinem Plan abzubringen. Während der Sukkothtage» die V\vie immer in herzlicher Freude im Mattersdorfer Rabbinerliause begangen wurden, langte der oben angedeutete Brief• aus Preßburg ein, in dem kurz folgendest stand: ״Du weißt, daß ich auf Träume sonst nichts gebe, Nachdem sich mir aber der Traum wiederholt hat, und, zwar unter den Umständen, wie ich sie weiter schildere, sehe ich mich veranlaßt, Dir davon Mitteilung zu machen., KoPNidre nachts erschien mir Dein Vater, um mich .zu; bitten, Dir zu schreiben, Du mögest Deinen Plan, von1 Mattersdorf wegzugehen, aufgeben. Du hast die Pflicht» dort zu bleiben, um Deiner Kehilla vorzustehen. Ich hätte nichts darauf gegeben, wenn nicht in der vergangenen Hoschano-Rabbo-Nacht Dein Vater in Begleitung seines; Großvaters, und Rabbi Akiba Eger wieder erschienen wäre, um zu bestätigen, daß auch sie der Meinung sind* daß Du dort bleiben mußt als Führer Deiner Gemeinde:'» wenn auch nicht durch Taten, so durch Deine Persönlich־ keit vorzustehen.“ 'Nie hörte man mehr eine Aeußerung über diese Sache, aber seinen Lieblingsplan hat er für immer aufgegeben. S. VomTagoT Ein Jubiläum der Gewissensfreiheit. Nachdem im alten Ungarn der Gewissensfreiheit; eine Bahn erkämpft worden war, folgte Preußen im' Jahre 5636 nach. Es sind also 50 Jahre verstrichen, seit׳־ dem es für die Juden in Preußen die Möglichkeit: gibt, sich in solchen Gemeinden zusammenzuschließen, deren Führung den eigenen religiösen Anschauungen entspricht. Unseres Wissens hat man vor 7 •Jahren in Ungarn keinerlei Jubilä1f|tn ob der Wiederkehr dieses Tages gefeiert, obwohl man sich dort hätte füglich sagen können» daß sich der vor 50 Jahren mit hartem Kampf erstrittene Gedanke siegreich durchgesetzt hat. Die Auseinander- Setzung in Ungarn erfolgte rasch und gründlich. Der Gedanke der Gewissensfreiheit war so selbstverständlich geworden, daß er sich sogar unter ,sehr schweren politischen Verhältnissen in den Nachfolgestaaten Ungarns sofort seinen eigenen Organ schuf. . Wenn man in Preußen daran denken sollte, die' Wiederkehr dieses Tages würdig zu begehen,, so müßtees eine sehr nachdenkliche Stünde sein. Man müßte sich1 die Frage vorlegen, warum die Selbstverständlichkeit dieses Gedankens so wenig Freunde erworben hat. Denn füglieh, das vergißt man so leicht, war ja der betreffende1 Schritt nur eine Aenderung inbezug .auf das Verhältnis von Staat und Gemeinde. Derselbe Staat, der vorher den Gewissenszwang in allerschärfster Form ausgeübt hatte und den Gemeindegewaltigen seine Macht lieh, um Gebets- Veranstaltungen nach alter heiliget Sitte zu verbieten, .Ritualbäder zu verschütten, Steuern für traditionswidrige Zwecke zu erpressen, derselbe Staat verzichtete auf dieses Recht und gestattete, daß in der Sphäre der rleligiösenl Gemeinschaften die Moral zum Siege kam. Woher' also rührt es, daß sich im ganzen und großen preußischen Reich, kaum ein halbes Dutzend selbstrühriger orthodoxer Gemeinden von dem Augenblick an, in welchem det4; Orthodoxie eine Bewegungsmöglichkeit gegeben war, auf1 Toleranz besonnen haben. Sehr viele Gemeinden; haben auch solche Einrichtungen getroffen, von denen die ortho-• doxen Gemeindemitglieder Gebrauch machen konnten. Die Zeit war einfach zu kurz, als daß sich die Mehrzahl der1 Orthodoxie auf prinzipielles Denken hätte, einstellen können. Darin, und darin allein liegt der Schlüssel ftii׳ das Verständnis der Situation. Andere Gedankengänge, das stärkere Betonen des nationalen Momentes, die vermeintliche Notwendigkeit für einheitliche Frontstellung zur Abwehr von Angriffen gegen Judentum und Judenheit, spielen gewiß eine große Rolle. Aber wenn auch die prinzipielle. Klarheit nur in־ wenigen Köpfen sich durchgesetzt hat, sie ist in diesen außerordentlich vertief!) und mag sich am Jubiläumstage dem Tröste hingeben, daß auch in Deutschland der Gedanke der Selbständigkeit der Orthodoxie immer Kämpfer und Sieger finden wird.' ׳ E. F. Wien. Von einem schweren Schicksalsschlage ist die Familie des Herrn A. Hornstein heimgesucht worden. Im rüstigsten Mannesalter verschied nach kur'zer, aber schwerer Krankheit Herr J. Hornstein. Sein Heimgang fand weit über den Kreis .״ der Familie hinaus tiefste. Anteilnahme. Getreu den Traditionen seines Hauses, stellte Herr Hornstein den Idealtyp eines wahrhaften \Jehudrf dar. In der Jugend hatte er, bei großen Rabbinern in seinem :Heimatlande gelernt, insbesondere bei seinem Großvater, dem berühmten Bplochower Raw. Das Haus, seines Vaters in Kiew war eines der angesehensten inf russischen Judentum, bis der Krieg mit seinen furchtbaren Schrecken dieses wahrhaftig־!adelige Haus in Trümmer■ warf. Es begann eine seltene. Leidenszeit für die Familie Hornstein, der sie aber kraft, ihrer ungewöhnlichen Frömmigkeit und Herzensbildung ■ zu widerstehen vermochte. Zürich. Von einem herben Schicksalsschlag wurde ,der Vorsitzende der orthodöken Gemeinde, Herr Har- Bürger betroffen. Im blühenden Alter von 24 Jahren verlinglückte sein Sohn, Ernst:,’ als er mit seinem Auto einem Kind ausweichen wollte; dem er mit dem eigenen Leben das seinige erhalten 'hat. Die Lewaja fand unter! weitester Anteilnahme der ganzen Züricher Bevölkerung statt. Rabb. Kornfein hielt einen ergreifenden Hesped. 1Im 83.. Mbbnsijathire ist Sigmund Löwy ל״ל. kt Baden!bei Wien, wohin er sich, :in ckir (Hatlmimg der!Erlangung׳ 00090< Telephon 7426״2״ Telephon 74«2-26 >o»0 § Wien» I., Graben 12 derrTTrattnerhof) Diese neueröffnete, grösste und modernste Werkstätte für Haararbeiten u. Schönheitspflege erzeugt Perücken, Scheitel u. Transformationen, für deren allererste Qualität der internationale Meister Karl Schiroky *eder Dame persönlich haftet. Unsere Einf iihrungspreise sind sensationell billig! Ein unverbindlicher Besuch zeigt Ihnen die schönsten Bubiperücken . . von S 75 aufw. die schönsten Transformationen von S 35 aufw. dieselben mit Scheitel . . . . vonS45aufw. und werden Ihnen für Reinigen, Wasserwellen u. Reparieren Ihrer alten Perücken die billigsten Preise berechnet. Wir Tärben auch Ihr Haar auf jede gewünschte Farbe mit Original Henne und datier wellen dasselbe nach dem allerneuesten ,Mayersehen Verfahren, unter iedweder Garantie. 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Sulzbach. neuer (Kräfte ׳begehen hatte;׳ ■sanft in ׳eitle!bessere Weh liiinüibergeschl umm e rt.!Eimern •berii hm bei! Rabbiner-geschlecht entstammend — Enkel׳ ■des alten ׳Raav von □צעהלי lind! ■letzten Verfassers ■des חוט המשלש - erwies sich!der ׳munmethir in ■Gott ruhende seiner ■großem Alliaen vollends würdig Sein ganzes •Sinns« uimd Tiraahtdn ,war amif die ■Pflege!und «Betätigung wahrem .Judentums ■ein,gestellt!, keinen Tag!fohlte &r :im!Gotteshause, wo or sich am woiblsUti!fühlte, von Hirn konnte man mit Recht sagen ככל ביתי נאמן הוא.!Milt Bewunderungswürdigen: ■Zähigkeit׳ ging ׳er daran, auch diejenigen, in den. Piflichtonkreis •d׳e׳s .Indemt1:׳ms zu ,ziehen, ׳bei denen die ■Zusammen- * hänge mit den ׳Uidbenlieferungen der Väter gelockert schienen. Als מוהל halt er in!früherem Jahren gerade, ׳diejenigen in ׳den •Bund der jüdische« Gemeinschaft aafgenommen. deren Väter, aiwf die!Beobachtung ■des alhrahamitischein Gebotes ,keinen Wert!mehr legten. iFäir!jedermann hatte e!r ein freundliches, gütiges Wort und sein ganzes ׳von!Bescheidenheit ,lind Milde verklärtes Wesen atmete reines Gottiveirtrauen und selbstlose ■Nächstenliebe. זכר צריה לברכה. Die Wahlproteste und die Berliner Repräsentanten. Berlin, 16. Juli. (JTA.) Die am 16. Mai d. J. statt-• gefundenen Wahlen zur Berliner jüdischen Repräsentanten■•• Versammlung endeten bekanntlich mit dem Verlust eines Mandats für die Liberalen, so daß diese ihre bisherige Majorität (11 :10) einbüßten. Da über eine Anzahl Wahl- Proteste der liberalen Vereinigung und des Verbandes1 nationaldeutscher Juden noch immer nicht entschieden ist und die angerufene Aufsichtsbenörde (der Berliner Polizei- Präsident) die Angelegenheit prüft, fungiert immer noch! die alte Repräsentantenversammlung : ein Zustand, dessen ,, Rechtmässigkeit von ■ den tM^gliedern^jde^iyplkspärtei lind * vonv--äeri'-'T<öiifserVätivenVfbesi1:itten Wircl.' Zur ־ Kläruhg der Situation berief der stellvertretende Vorsitzende der;Re־* präsentantenversammlung• Moritz A. Loeb (der Vorsitzende, Rechtsanwalt Stern, befindet sich zurzeit in London) äuf den 15. Juli, abends, eine Sitzung-ein, zu der die volks-* parteilichen und konservativen Repräsentanten in ihnen Mehrheit erschienen waren. Es entspann sich zunächst eine lange Geschäftsordnungsdebatte, betreffend die Gültigkeit der heutigen Versammlung. Die Liberalen beJ •stritten die Rechtmäßigkeit der Einberufung und ver1■* ließen den Sitzungssaal, die volksparteilichen und konservativen Repräsentanten beschlossen, weiter zu tagen. Magistratsrat Dr. ■ Neumann (religiöse Mittelpartei) plädierte für abwartende Haltung, vom Polizeipräsidenten sei gewiß ein objektiver und unparteiischer Spruch zu erwarten. In der Abstimmung wurde die Resolution Loeb mit den Zusätzen Dr. Klees in ihren einzelnen Absätzen: gegen je eine Stimme bei einer Stimmenthaltung angenommen. Die liberale Fraktion bestreitet die Rechtmäßigkeit der Versammlung und hat ihre Teilnahme an! derselben abgelehnt. Das zweite Verhör mit Schwarzbarth. ־—Aussagen der Tatzeugen. Par.is, 29. Juni. (JTA.)"'Heute"'fand''1'elhe־ zweite leugnen, dass die Welt überhaupt ein Ziel halbe, so ersetzen sie .d^tuägilöseh .Oage.h-apteter, 'dfe Vogt u!n:d Büchner!und •Haeckcl i und Moiescliot't —!i1albvergessen׳e und iganz^ vergessene Namen. Und, imit solcher Regelmässigkeit' trott d'iias® Ersobeiinnng der Gläubigkeit grosser ,Forscher .gegenüber;der Ungläubigkeit Meiirierer!Gelehrten auf, •dass es fast den Anschein einer Regel ihat!und ■dass einfach umkehrend aus der 'Gläubigkeit oder Um igläuibigkeit. eines Natur! wiissensoliatftler-s schon die ■Zeitgenossen auf seine!wissenschaftliche!Bedeutung oder Bedeutungslosigkeit schliessen können. Wie das vielleicht Einstein gegenüber nütz- Lieh •ist der.seine unglaublich einfältige Aufseklärtlhieit von vom-!hierein sehr .auffällig von . allen ■seinen Vorgängerin, den grossen Mathematikern, scheidet. . ׳Und wie :s!ag(t .doch Bacon vom Vierulam, der. selbst als Aufklärer verschriene: ״Eine oberfläc.h-;liehe Nafcurkerai'tnis mag vielleicht jemanden zum Atheismus;verleiten, dagegen vollere Züge!führen Immer wieder m Gott ziurück.“:! 1 , Ein .und derselbe geistige Mangel ׳ist es offenbar, der ■bei solchen!;Naturwissenschaftlern• .־ gleicherweise die religiöse Erkenntnlis Vie . den. .wisseiischafÜitdhen׳ TiefbMck!beihindert. Und bei schärferer Prüfung erkennen wir ׳einfach mangelnde Logik als dieser Männer geistigen ■Fehler. Dieselbe!mangelhafte Logik, die sie unfähig macht, Gott zur erkennen!, dessen Existente doch , aus lallen Dingen, der Welf!zwingend folgt — und die nie unfähig!macht, die Lächerlichkeit gerade ׳ihres ׳eigenen! wissenschaftl'ichen• Miübens einauisehen. Um .das. nämlich,intiiht ■sich alle ,Naturwissenlschiaft: ■Die Gesetze zu ffinde'm nach denen die natürliche Welt sich bew׳egt —•die Gesetze im Umlauf der Sterne wie im Kreislauf ׳dies BMes; ,die Ordnung zu .ergründen, die diese Gesetze miteinander, verknüpft — die, Ordnung vom!Aufbau und Einsturz der Erde, vom.Leiben und Tode der Wesen; das Ziel zu 1bestimmen, dem, .diese Ordnung znstreb: •— das Ziel des' vielleicht .dem allgemeinen Kräfteawsgleich austrebenden Weltalls wie das dei fficli'rÄrinier h.öhier. entwickelnden Organismen. ' ■.Und׳ sind jene kleinen :Geister nicht lächerlich, die Gesetze -und׳ Ordnung. und Ziel der Welt: erforschen .wollen und die doch: die Weit als,MuteriaKsten dem ,binden Zufall oder;als monistische. .. einem tatiunfähigen Schicksaisafbllaut ausaeliefert' glauben?; ...Wie soll Zufall an ein Ziel; führen, wie eine yiejlßicKt. bewusstlose, oder, .wenn auch bewusst, so!doch än׳ ®ich: selbst .gefesselte, ewig .aus sich ׳selbst rollende Fügung? lind w!en« Einige dann in Erkenntnis dieses logischen Fehler» nur Falsches durch noch Falscheres. Denn eiine nicht ziel- . shreibige Ordnung ׳iist unmöglich. Ein Rad ■kann nicht rollen, Ohne von. der Stele zu׳ kommen —׳ ohne, ob auch noch■ so (langsam, näher und immer näher irgenideiueim Ziele zu kommen. Da die Welt da iist, <l׳ ä ׳in Räum und Zeit, ׳in dienen1 fs!ie ■abrollt — •muss s׳ile eto Ziel׳ häben:;Diesem Ziel entgegen geht •sie i:n einer ׳unerschütterlichen Ordhiung' n׳ac(h!unierscMitterlichen Gesetzen. /; . - Diese drei ■also .sind es, •um ׳deren Ergründung die Naturforsohung׳!sich .!müht: Die, Ordnung, die Gesetze unid das Ziel der Welt. Und diese drei! existieren. ■ .!Hier aber, :eben ihiier' erlahmt die Logik der kleineren Geister. Dem .tieferen Denken drängt sich; haben sie ■soweit gedacht, hier ■nnabweisliich׳ die Frage nach' dem Ursprung,!alles dessen auf —der Ordnung, :der ׳!Gesetze, des Zieles. Und jeder in. seiner Abt (aber׳ jeder' irgendwie■ gläubig) versuchen sie ׳sie m •lösen. Dieser Frage ׳Beantwortung, aber, slie ,ist dem geringeren Verstände ׳nicht etwa , mir!ziu schwer — sondern darin beweist sich eben der geringere Verstand,, dass diese Frage tärt nicht ׳ins (Bawus&tseün JaOTimt. Menschen dieser Art — die Büchner und Ostwaid — wundern sich n 1!cht ,Über die Gesetze, denen ste'nacMo.rscheh; sie lassen sidi von der Phrase, dass das alles ״von ewig“, her!so sei, als , von duer Antwort ©Wüllen,' noch, ׳eh׳e 'sie dazukommen,' jene. ׳Frage zu stellen. Und Uhr Mangel ah Logik verhindert ' sie an der Erkennntis, dass der!Begriff. Ordnung über dem zu Ordnenden Stühe — dass keinerlei:. Ordnung, möglich, ׳wäre, wenn nicht ein ordnendes: ,Prinzip vor ׳dem zu ׳Ordnenden schon bestanden!hätte — dass sic 'selbst die Ordnung nicht als;solche eikennen könnten, wenn nicht dies ordnend©,’ Prinzip auch' toi. nhnen selbst von vomihenein ^wirksam, gewesen, wäre,!Ehr Mangel an Logik hilndert.sie, den ׳Weitond׳ne r ׳zu erkennen, der den grossen Führern der. Forschung . dartk ׳ihrer .‘tieferen Einsicht'"• als. eins ßrkenhtnisnötwen'idteit bew>usst. wind. . Abßr; die rTatsache geringer Erkenntnis ist ׳es nicht, allein, <3k! NaturfoT.scher von!der Art Uaeckeis zu Forschern minderen IR,£1i1«gse>s ,^s.ted(111pe<lt.. Diese Mindeirwertigfeeit ist nicht ©ine ■unmlttelbar© Folge .׳jenes geistigen Ma׳t1®äs. Da sieln der Welt Gbtt nicht sehen', deir Ordner der Welt, u!m dien herum doch , eben die Weit geordnet ist, fehlt ihnen die Fähigkeit, die Ordnung der Weilt so rasch und sicher zu 1testimmen, wie es der Gläubige vermag, der den Mittelpunkt kennt, auf den di© ganze Ordnung bezogen ist Was man paradox s.0 ausdrüoken könnte, dass •es dem gläubigen Zoologen leichter : als dem ungläubigen •־' fällen muss, beispielsweise die׳ Eintagsfliege als. zur •Familie •der Köoherfliegen in der •Ordnung der ׳Netzflügler von der Klasse der ׳Insekten de׳s ■Stammes!Gliedertüssler des' Tierreiches ziu klassifizieren. So mag es wohl auch kein Zufall sein, dass jeher Mann, der als erster für Tier© und Pflanzen die• ׳einhetoflichiö Ordnung, und Namengebung fand — dass de!r grosse li׳n׳n6.ein gottgläubiger, frommer Mensch war. ilimmerhin aber ׳ist es selbstverständlich, dass auch-'der ungläubige Forscher sein ehrenwerte ׳und achtunggebietende Arbeit zu leisten vermag; nur soviel musste fesfgesteilt werden, dass die ganz grossen Tateu ton Entwicklungsgang der exaktem Wissenschaften fast ausschliesslich von frommen Gelehrtem getan ׳worden sind, die eben um ihrer Frömmigkeit willen sie ’ zu tun fähig waren. Sehr viele wichtige Arbeit ׳ist van gottfernen Menschen geleistet worden, obwohl man!doch meinen sollte, dass Gott ganz ferne Menschen gar nichts schaffen könnten, was!Bestand hat. Dass aber, wenigstens innerhalb der NaturwiLssenschäften, anüh!ganz gottlose Menschen ׳Wertvolles — und wertvoll!Bleibendes! — zu leisten vermögen, hat seine Ursache .darin, dass, ab. sie!auch ,den Ordner der Weif nicht ׳erkannten, sie doch die in der'!Natur!bestehende Ordnung; sahen. Sie «erfassten sie nicht als den Abglanz ■Gottes, aber sie ,nahmen sie als Tatsache. Und weil sie solcherart ,eine ■götthohe Wahrheit zur Grundlage ihrer Forschungen!machten, wurde ihre Arbeit von einem Teilchen göttlichen •Lichtes erhellt und wurde von Wert. Darum sind von Menschen dieser Art immer gerade ihre allerspeziellsten Spezial arbeiten ,am wertvollsten, in■ denen sie streng der gottgegebenen.Ordnung ihres Studienmaterials folgen müssen, wobei mangelnde Logik nicht viel zu schaden vermag! Wie das etwa der Fall ist bei׳. H'aeckels strengem Packwerk über die Radialiari’en. In solchen Werken wird ׳auch der in seinen mehr ׳ungläubig gefärbten und1 daher populären Werken höchst vergängliche gottlose Forscher Bleibendes zu schaffen vermögen. Au-sserhalb der Naturwissenschaften allerdings •liegen die Dinge anders.., (Schluss folgt.) ■... t

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