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Jüdische Presse · 1926-07-30 · 31 (30.7.1926) · p. Seite 220

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Journal
Jüdische Presse
Volume
12 (1926)
Issue
31 (30.7.1926)
Date
1926-07-30
Page
Seite 220 (sequence 2)
Language
German
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!■■■I Seite 220 JÜDISCHE PRESSE Nr. 31 fehle in keinem Hause! I , : 1—זורח ׳?אנתקי-מו שמים וארץ י ״ ״ _ ןי- | Wäre die Thora nicht- . 1 ן Himmel und Erde I, 1 ח 1׳ hättenheinen 1 f 1 ן Bestand I |l »1 Bestellung beim Landesvorstand oder direkt bei der Zentrale, Wien, II., Leopoldsgasse 26 Taschenkönig --- M SCHWARZ Wien, II., Taborstrasse Nr. 8 Telephon 4514־1־ ✓ Telephon 45-1-14 Taschner-Lederwaren und sämtliche Reiserequisiten sowie Luxus-Lederwaren aller Art, ■ IIBIHI Wieder eröffnet! ■■■■■■ jHotel National! " Wien, II., Taborstrassei 18 ■ Telephon 44-503 ■ B Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer 5 ■ mit fliessendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentral- B B heizung, Lift. Kaffeehaus und Restaurant im Hause l g Mässige Preise! 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Aber nun erhebe deine Augen und bileke uni dich, die jetzt sich versammeln כלם נקבצו באו לך• Diese kommen zu dir und dieser deiner Kinder darfst du dich freuen, Mutter Zion. Die heute ehrliche Sehnsucht hieher gelockt, sind deine echten Kinder Mutter Zion; diese sprechen צר.לי המקים ואשבה ist der Ort auch enge, so bleiben wir doch h׳'er. Diese haben in der Fremde deinen wahren Wert erkennen gelernt, diese haben die Völker für dich erzogen, die Völker, die nun durch deine Kinder für dich erzogen sind. Die Völker haben diese deine;Kinder unterdrückt, deine Kinder haben geschwiegen — und. dieses Schweigen war beredter als alles Poltern deiner unechten, von dir abgefalienen Kinder. Auch ich hatte ein Öh:r und hörte die Schmähungen ruhig mit an, . ich muHr'te und widerstrebte nicht אד׳ אלק׳ פתח ל‘ אזן ואנכי לא מריתי אחור לא נסוגתי. Auch ich empfand die Wucht der Schläge, auch meine Wangen fühlten den Schlag, auch ich errötete, wenn man mich beschimpfte, und doch hielt ich Stand.גוי נתתי למכים ובו׳ פני לא הסתרתי מכלמות ורק. Und warum dies Alles? Weil ich wußte, daß ich durch diese Standhaftigkeit allein siegen werde, daß ich dadurch meineli Peinigern' zum Bewußtsein bringe, daß ich doch ein unverwiistbares Gut in mir trage,־ für das es der Mühe wert sein muß, zu dulden, daß ich ein reiches Innenleben mein eigen nennen muß, wenn ich mich zu einer derartigen Gleichgiiltigkeit gegen alle äußere Schicksale durchdringen’ konnte, daß ich eine Welt in mir tragen muß, wenn icli gegen einte ganze Welt in scheinbar stumpfer Teilnahmslosigkeit verharren kann. Diejenigen, die für nichts zu leben hatten, die senrien auf, diejenigen, die in ihrem׳ Innern keinen Ersatz fanden für die Mißachtung der Welt, lehnten sich gegen sie׳ auf. Wir aber standen festשמתיפני כחלמיש ואדע כי לא אבוש ),felsenfest schien mein Anger* sicht, denn wir wußten, daß wir nicht zu Schandei.l werden.‘׳ Und waren wir. auch wenig, waren wir auch klein an Zahl, so entmutigte uns dies nicht. Denn wie/ blickten zurück auf unsere Vergangenheit.הביטואלאברהם אביכם וכו׳ כי אהד קראתיו ואברכהי וארבה. Auch unser stammvater Abraham war allein ,und er siegte, er war Einer, aber aus diesem Einen wurde ein Volk, und so kann; auch aus einzelnen Gliedern, des Volkes das Volk, — und aus dem Volke die Menschheit werden; Dies ist unser Trost und diesen Trost senden wir, — sendet Go'tit ari. Mutter Zion, die auf ihre echten Kinder in Treue wartet. Man mag sie Antizionisten nennen, sie sind die wahren Kinder Zions, die auch diesen herbsten Schimpf geduldig hinnehmen, denn sie wissen, daß sie Zions echte Söhne und Mutter Zions einziger ,Trost sind. Zudem kann es uns wirklich gleichgültig sein, wie man uns zu nennen für gut befindet. Ein König wird darum noch kein Bettler, weil sich die Bettler Könige nennen. Wir wujftzeln■ in Zion, Zion׳ ist die Quelle unserer geistigen ’ Kraft und wir werden niemals Zions Gegner, auch wenn sich seine Feinde mit diesem Namen zieren.'Wir lieben Zion, wie ein Kind seine Mutter liebL^mitteinecr.tiefen und heiligen; Liebe und wir spähen sehnsüchtig nach dem Augenblicke aus, in dem wir der Heimkehr würdig werden und wir werden heimkehren als Zions, würdigste und liebste Söhne. Einjähriger Handelskur» Wiener Einjähriger Handelskurn Talmud -Thp1*a ■ Schuiverein Volkslind BQigeischule für Knaben und Mädchen Wien, II., Malzgasse 1<5 Oest. Postspark.-Kto. 182.169 Spendet ffli* das älteste und grösste Jüdische Schulwerk Wiens! ','lllllllllllllllllllilllllllllllllllllilllllllllllllllllllilllllllllllllllll)’ Oberrabbiner Simche Bunem Ehrenfeld s. z. I. Wir haben vorige Woche in Ermanglung eines eingehenden Berichtes nur kurz über das Hinscneiden uhd das Begräbnis des Mattersdorfer Oberrabbiners Rabbi Simche Bunem Ehrenfeld s. z. 1. berichtet. Von befreundeter Seite erhalten wir nun die nach־ stehende Ergänzung. Erschüttert stehen wir alle an dem frischen Grabhiigel, der das deckt, was an Rabbi Simche Bunem Ehrenfeld s. z. 1. irdisch war. Was 15 Hespedim nicht vermocht haben, die Person des Heimgegangenen erschöpfend zu schildern, kann unmöglich ein Zeitungsblatt. Was Tausende empfunden haben, kann schwer die nichtgeübte und schwache Feder festhalten. Das schmerzliche Gefühl, die Bitterkeit, die das Ableben dieses Zadiks von klassischem Format erweckte, kann unmöglich und nicht durch den Würdigsten erschöpfend geschildert werden. Als Sohn seines großen Vaters Rabbi Samuel Ehrenfeld, dem Chasan Sofer, entwickelte sich der Heimgegangene schon in jungen Jahren als würdiger Sproß seiner großen Vorfahren. Tiefinnige Frömmigkeit, gepaart mit einem unübertrefflichen Wissensdurst und unterstützt durch ein beispielloses Gedächtnis, war den Heimgegangene schon als Bachur ein Musterbeispiel seiner Zeit. Mit 18 Jahren heiratete er, um noch in ganz jungen Jahren nach Sarvar als Oberrabbiner berufen zu werden- Von hier aus drang sein Ruf schon in die ganze Welt, als er nach dem allzufrühen Hinscheiden seines großen Vaters s. z. 1. Mattersdorfer Raw wurde. Was der junge gesunde Mensch in ihm an Lernen und Lehren geleistet hat, konnte nur noch überboten werden durch <Jie Größe dessen, was er in einem 20־jährigen Leiden mit majestätischer Würde getragen hat. Der äußere Eindruck dieses Menschen, der fast zwei Jahrzehnte hin־ durch nicht imstande war, eine Bewegung auszuführen, war erschütternd. Er konnte nur durch den erhabenen Eindruck eines Gespräches mit ihm verscheucht werden- Es ist eine geistreiche und vollständig zutreffende Schilderung seines Zustandes, wenn der Buczaczer Raw s. z. 1., der ihn in Vöslau kennen lernte, zu seinen Bekannten mit■ einer Handbewegüng, die auf den Hals wies, sagte: ״Der Jid ist krank bis daher, und weiter ist er gesund wie kein zweiter auf der Welt“. Sein sprühender Geist, der leider so wenig und so schwache Ausdrucksformen hatte, seine bezwingende Liebenswürdigkeit, seine herzliche Freundlichkeit, erschlossen ihm die Herzen aller, die einmal mit ihm zusammentrafen. Man hatte das Empfinden, Hiob, den schworst־ geprüften Mann, zu sehen, wenn man ihm begegnete. Und wie Hiob, so trug er ein Leiden, das andere Menschen, schon in den ersten 8 Tagen zur Verzweiflung getrieben hätte, fast zwei Dezennien in demutsvoller Ergebenheit. Es grenzt ans Unfaßbare, daß sich seine nächste Um־ gebung nicht erinnert, je von, ihm ein Wort der Klage, gehört zu haben. Und es steigert sich die Bewunderung ins Unermeßliche, wenn erzählt wird, daß er jemanden, der ihn über seinen Zustand befragte, zur Antwort gab, daß er sich in den Spitälern der Welt umsehen möge und überall Menschen finden wird, die noch ärger daran sind, als er, der stehe, wenn man ihn aufstelle, und sitze' wenn man ihn niedersetzt.’ "‘י ' Am Sonntag nach der Lewaja*) versammelte sich die ganze Gemeinde zu einer Trauerkundgebung in der großen, altehrwürdigen Schule in Mattersburg, um den Hesped, des inzwischen aus Rumänien eingelangten Schwiegersohnes, Oberrabbiner Sofer, Marosvarsahely, zu hören. Er forderte die Gemeinde in herzlichen Worten auf, Gemilas Chesed zu üben mit der Seele des Heimgc־ gangenen und in seinem Sinne zu leben und zu wirken(, insbesondere seinen jungen Schwager, der die Last der Gemeindeleitung von nun an allein zu tragen haben wird;, in seinem hohen Amte zu unterstützen. Die Gemeindei, die, und das sei zur Ehre Mattersdorfs gesagt, sich immer ihrer Pflicht ihren Führern gegenüber bewußt war — der heutige Oberrabbiner ist in ununterbrochener Reihenfolge der fünfte Oberrabbiner aus der großen Familie desi Chassam Sofer — hat würdig geantwortet. Wie in allen kleineren Gemeinden, gibt es auch hier persönliche und sachliche Differenzen, die auf das Gemeindeleben hindernd einwirken. Unter dem erschütternden Eindruck des. Ablebens ihres großen Meisters haben sich — und was *) Ueber die Lewaja ist bereits berichtet worden. Die Weltordnung. Von Uriel Birnbaum. E־s ist glücklich so weit gekommen, dass die Wissensdhaften aimd insbesondere die Naturwissenschaften als mit Gott- Gläubigkeit unvereinbar angesehen werden. Der Kampf zwischen Glaiuben ׳und Wissen, längere Zeit unterindnsoh geführt, ist nun!seit Jahrzehnten ein öffentliches Gezänike geworden —.!uns allen so vertraut, dass wir gar nicht mehr die Unvoreingenommenheit besitzen,, tz!u überlegen, ob solch ein Kampf notwendig seL Und doch wurde eine solche Uebarlegung nicht ohne bemerken«- werte Ergebnisse bleiben; und am bemerkenswertesten wäre die sich sehr 1bald eins teilende Brkenmiiis, dass dieser so laiute und so vielerörterte Kampf zwischen Glauben und Wissen• in Wahrheit gar nicht existiert. Nur ׳ein, Scheingefecht ist e!s, das uns seit einigen Jahrzehnten vorgeführt ,wird — um uns, nämlich aus dem Bestehen eines solchen Kampfes seine Notwendigkeit und aus seiner Notwendigkeit sein Bestehen und׳ aus!beiden eine innere Feindseligkeit zwischen!!Glauben! ׳und Wissen m 'be- 1weisen. Bewahren wir aber :unseren Geist vor dieser Ueber- Tumpelung, so erkenfnen wir bald, dass diese angebliche Feind- Schaft nur von einer Seite ausgeht: dass mir die Wissenschaft den Glauben befehdet, nicht •umgekehrt. Und da ist es doch wirklich fraglich, ob ein nur einseitig geführter Kampf noch Kampf genannt werden kann.: Scheingefecht ist es. Komödie. Und!eine Komödie obendrein ohne jene lange Entwicklung, die auch ihr historische Berechtigung geben würde. Denn dieser jetzt moderne •Kampi der Wissenschaft gegen den Glauben hat gar nichts zu hm mit den Kämpfen zwischen Kirche und Forschung, die die heroische. Epoche der Natur- ׳Wissenschaften ausfüllten und die in Galileis erzwungener Albsctiwöriung des kopernikanisohen Weltsystems ׳am deutlichsten wird. Das war damals' ein methodologischer Streit; die Kirche, bewusst, dass die geistigem Erkenntnisse ,die primären seien, hatte ׳noch kein Verständnis dafür, dass die!Erforschung der Natur ■physische ׳Methoden verlange und. da nur im Physischen heimisch, dort sich voll müsse ausleben können, um überhaupt m bestehen. Dass es kein tiefinneriHciher Streit war, beweist am besten die Tatsache der Gottgläubigkeit üben jener naturwissenschaftlichen Heroen — sogar Galileis. Giiordatio Bruno, der au׳s den!neuen exakten Erkenntnissen philosophische Folge• ׳rurnsen pantbeisfi-schen Inhaltes zog und dafür verbrannt wurde, wurde schon׳ damals als Ausnahme empfunden. Alle anderen aber — Kopernikus, der Domherr; Newton, der Ausleger der Offenbarung ■ Johannes’; Kepler, der ,protestantische Mystiker; Swammierdam, der erschütterte Verfasser der ,;Bibel der Natur“ — sie alle blieben sich voll bewusst, dass ,ihre. wunderbare Wissenschaft nur im Bereich des Natürlichen lebe und keinen Zutritt habe zum Bereich des Geistes; sie waren sich bewusst, dass ihre ׳Beweisführung, naturgesetzlidi arbeitenden Hirnen entstammt, im Bereich des "Geistigen keine Beweiskraft'hätten; sie waren sich bewusst, dass ihre wissenschaftlichen Erkenntmisse, als nur natürlich auch nur in natürlichen Dingen autorltativ seien — während sie in geistigen Dingen sich willig (jener Autorität beugten, die (ganz abseits von ׳ihrem naturwissenschaftlichen Wissen) ihr Glaube als eine Autorität erkannte. Denn sie wussten, dass sie immer nur bestenfalls die mechanischen Gesetze der Weit auffinden könnten, dass aber alle ihre exakten Erkenntnisse nichts auszusagen vermöchten über die Ursachen dieser Gesetze — über die •letzte Ursache, die!ihr Glaube so gut erkannte. Und sie wussten, dass in diesen! Sinne — aber nur in diesem — Glauben und Wissen wirklich unvereinbar seien. Es ist nicht ׳überflüssig, zu betonen, dass diese Einsicht der Väter der modernen ׳Naturwissenschaft gerade den ׳grossen Naturforschern bis heute geblieben ist. Was ׳die ׳seltsame!Folge hat, ׳dass von dem soviel!besprochenen erbitterten Kampf zwischen Glauben und Wissen gerade!jenen nichts bekannt ist, die es am!besten wissen müssten: den׳ geistigen Führern., den grossen Bahnbrechern der Naturwissenschaften. Und ׳es ist höchst lehrreich, dass alle die, deren Namen weiterwirkend bis heute bekannt geblieben sind, bei all ihrer wissenschaftlichen Grösse gläubige Menschen waren — gläubig in einer Zeit, wo!der flacihisite Materialismus an allen!Ecken gepredigt!und1 von ׳ihren •eigenen, kleineren Schülern begierig •angenommen wurde. Der Mathematiker Gauss, der Chemiker Liebig,_ der Astronom Secohi׳•, der Biologe Mendel (dieser ein Augustinermörnoh,!wie Secohi׳ ein Jesuit), der Entomologe Fabre, der Arzt Pasteur Jwon dessen ,katholischer Frömmigkeit freilich :anlässlich ׳seines jiingist gefeierten hundieridsten Geburtstages nirgends!die Rede •war) —ja, selbst Darwin,. der es zeitlebens strenge־ vermied, aus seinen jetzt langsam eben an ihrem Materialismus stenbenden• Theorien Irgendwelche Schlüsse weltanschaulichen Inhaltes zu ziehe m •Und demgegenüber ihre kleinen Jünger oder be-

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