Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 11 (1925)
- Issue
- 8 (20.2.1925)
- Date
- 1925-02-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 46 jGDtteRE F*£9SE Die Juden in Russland. Am Samstag, den 7. d. M. hat im Turnsaale der Talmud• Thora vor einem geladenen Kreise, hach einer Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald, der Delegierte der Welthilfskonferenz in Paris, Herr Dr. Markus Krämer, ein eingehendes Referat über die traurige Lage der Juden in Russland׳ gelialten. Angesichts des bevorstehenden Wiener Sammeltages ־wurde beschlossen, die höchst dringende Hilfe für die Ukrainer Kinder erst in einem späteren, passenden Zeitpunkte zu organisieren. Dann soll auch über den ersehnt־ ternden Bericht Dr. Krämers näher gesprochen werden. Isidor Turner S. A. Dienstag, den 17. Februar (23. Schebat), verschied Herr Isidor Turner, der langjährige Obmann vom Bethausverein Amunes Aves, Wien, XIV., Storchengasse. Nebst zahlreichen Vereinsmitglicdern, Freunden und Verwandten erschienen Delegierte der Kultusgemeinde, Chewra-Kadischa, Adas Jisroel, beim Leichenbegängnis. Seine Verdienste für den Bethausverein, sein Lebenswerk als Jehudi, schilderte Rabbiner Aron Weisz in ergreifender Weise. , Sijumfeier an der Jeschiwah in Mattersdorf. Sonntag, am 21. Schewath, wurde an der Mattersdorfei' Jeschiwah eine Sijumfeier auf מם׳ נדרים abgehalten, an. welcher fast alle Talmede Chachomim der Gemeinde so.wie zahlreiche, von auswärts gekommene Schüler der Jeschiwah teilnahmen. Die gehobene Stimmung erreichte ihren - Höhepunkt, als das geistige Oberhaupt der Gemeinde, Oberrabbiner S. B. Ehrenfeld, in Begleitung seines! Sohnes, Oberrabbiner Samuel Ehrenfeld im Saale erschien, Mit brausendem Boruch Habo '׳seitens des Ba« churim-Chores wurden sie begrüsst. Nach dem Sijum der Mesichta ergriff Rabbinatsassessor Rabbi Israel T a u s s i g^ der die Mesichta regelmässig vortrug, das Wort, um in geistreicher Weise den Schluss :des Gelernten mit seinem Anfang zu verknüpfen. Die Feier fand einen; herrlichen Ausklang durch die begeisterte Ansprache des Herrn Oberrabbiners. Auch eine Anzahl von Bachurin^ hat geistig beigetragen, die Feier recht erhebend zu gestalten. Das Benschen wurde unter reger Beteiligung für mehr als eine Million versteigert. 'Die Sudas Mizwohl. dauerte in angeregtester Stimmung bis spät nach Mitternacht. Frauenkirchen. Donnerstag, am 18. Schewath, verschied hier nach langem Siechtum *die allgemein geschätzte fromme Frau Julie Ungar ע״ן־ן im Alter von;76 Jahren. Als אשת חייל war sie weit über die Grenzen! der Stadt bekannt. Oberrabbiner Löwy würdigte an: der Bahre ihren Lebenslauf in bewegten!.Worten. Hierauf״ schilderte der Neffe der Verblichenen, Isidor Ungar,1 aus Sombathely, ihr Wirken für Haus und Familie. Die׳ Teilnahme an der Beerdigung war eine sehr grosse. Die Purimakademie der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Wie alljährlich veranstaltet auch in diesem Jahre die Wiener Agudas Jisroel-Jugendgruppe eine grosszügigje Purimakademie, die einen überaus erfolgreichen Verlauf zu nehmen verspricht. Die Akademie findet am Montag, den 9. März im grossen ,Festsaale des Hotels ״Bayrischer Hof“ statt. Ein buntes abwechslungsreiches Programm büdet den äusseren Rahmen des Abends, für den sich in weiten Kreisen lebhaftes Interesse kundgibt. Der Kartenverkauf für diese interessante Veranstaltung hat bereits begonnen. Konditorei Pomeranz, Wien, II., Flossgasse 7, ist die einzige Zuck e r b ä c k e r e.i, die unter Aufsicht de יו Adas Jisroel (Schiffschul) steht. Dieselbe kann allen Lesern! dieses Blattes mit gutem Gewissen bestens empfohlen' werden. ' Budapest. Einen der Besten unserer Kehilla haben wir am 8. Tewes zur letzten irdischen Ruhe begleitet, Rabbi David Goldstein ist nicht mehr. Seit 33 Jahren' war er der Rabbiner im Schomre Schabbos-Verein, dem er seine ganze Seele widmete. Thora und Gemiluschessed waren sein Lebenselement und seine Awoda war von( Geiste beispielloser Andacht durchhaucht. Als Schüler des alten Sandezer Zaddicke und des Reb Herschelei Liska hatte er nur den einen Lebenszweck, im Sinne; dieser Zadikim zu wirken. Der Kreis, den er um sich sammelte, war von seiner Persönlichkeit erfüllt und wurde' von ihm in die Sphären heiliger Jüdischkeit und jüdischer׳ Heiligkeit gehoben. Als er vor einigen Wochen nach langer, schwerer Krankheit die Schwelle seiner Schul überschritt, um G־tt für seine Genesung innig zu danken, weinte die ganze Gemeinde Freudentränen ob der g-ttliehen Hilfe, die den 71jährigen Rebbe errettete. Er schien vollständig hergestellt zu sein und widmete sich mit gewohnter' Opferwilligkeit seiner Kehilla. Am Freitag abends war er noch in der Schul, machte Kiddusch und wurde von dem Unglück plötzlich ereilt. Ein Herzschlag machte seinem edlen Leben ein Ende. Die Gassen waren schwarz von Leidtragenden, die sich um den Sarg des frommen Führers schärten. Kein Auge blieb trocken, als Rabbi Suszman Fisch! ihm den!Hesped widmete. Dem Talmud Chochan, dem edlen Menschen Und dem idealen Jehudi galten die klassischen Worte des grossen Meisters. Nach ihm sprach der Schwager Rabbi Scholam Weinberger im Namen der Geschwister und Schwäger, dem dann der Ofner Rabbi Jakob Josef Gross folgte. Sein Sohn Rabbi Ch. Goldstein (Ujhely) dankte im Namen der . Kinder. Am späten Abend war die Trauerfeier beendet, die einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterliess. Besuchen Sie die 8. Wiener Internationale Messe (Frühjahrsmesse) 8. bis 14. März 1925 Internationale Musterschau von Erzeugnissen der Industrie und des Gewerbes Internationale Motorrad -Ausstellung* Ausstellung für Nahrungs- und Genussmittel Land- und forstwirtschaftliche Musterschau // Wein ko st Bedeutende Fahrpreisermässigung auf den österr. Bahnen naskfinfte erteilt die Wiener Messe 11.-0,, Wien, llll. Oberrabbiner Ben-Zion Katz als Czernowitzer Rabbiner endgültig bestätigt. Es ist noch in allgemeiner Erinnerung, welche hässliche Kampagne von zionistischer Seite gegen die Bestätigung der Wahl Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Ben-Zion K a fz als Czernowitzer Rabbiner geführt wurde. Oberrabbiner Katz hat bereits vor zwei Jahren sein Amt angetreten und ist es ilun dank seinem unermüdlichen Eifer gelungen, die religiösen und kulturellen Institutionen der Gemeinde wesentlich zu heben. Dessenungeachtet haben seine Gegner unermüdlich dahin gearbeitet, seine Bestätigung als Rabbiner der Gemeinde zu hintertreiben. Als der rumänische König vor einigen Wochen in Czernowitz weilte, wollte (die zionistische Gemeindeleitung Rabbiner Katz negligieren. Der König überhäufte ihn jedoch mit Ehren und zeichnete ihn noch vor seiner Abreise aus. Auch dies hinderte seine Feinde nicht, gegen seine Bestätigung als;Rabbiner bei den Ministern zu schüren. Nun ist doch die endgültige Bestätigung seiner Wahl von der!höchsten Instanz erfolgt. Hoffentlich wird nun Oberrabbiner Katz ungestört für die Hebung des religiösen Lebens und; des Thoralernens in Czernowitz arbeiten können. Grandrabbin Dr, Alkalay in Subotica. S11 b 0tica. (A. J. P. B.) Grandrabbin Dr. Isak Alkalay, Belgrad, stattete Sonntag, den 18. Jänner der. Suboticaer Gemeinde;;einen. Besuch ab.;Auf dem1 Bahnhöfe wurde er von den Vertretern der Stadt- und Gemeindebehörden feierlichst begrüsst. Eine Ehrenkompagnie leistete unter den Klängen der jugöslawischen Nationalhymne dem Grandrabbiner die Ehrenbezeigung. Im Namen der Stadtverwaltung richtete der Obergespan an den Grandrabbiner eine herzliche Ansprache. Oberrabbiner Moses Deutsch begriisste hierauf im Namen der orthodoxen Gemeinde in Subotica den hohen Gast, und hob in seiner Ansprache die grossen Verdienste des Grandrabbiners für die Bestrebungen der Orthodoxie hervor. Nach dem offiziellen Empfang auf dem Bahnhofe, begab sich der Grandrabbiner in Begleitung einer Gala- Ehrenwache in die Stadt, wo Tausende von Mensehen Spalier bildeten. Im festlich geschmückten Rathause empfing Dr. Alkalay die Vertreter der ver- PESSACH 2£37 KAFFEE- ZUSATZ laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Simon Schreiber aus Erlau verlässlich . נש ר auch heuer wieder in garantiert reiner und ausgiebiger Qualität zu haben bei Heinrich Franck Söhne In Koslce Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht d. Herrn Oberrabbiners :Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle eines von Sr. Ebrwilrdeo ernannten frommen jüdisehen Aufsehers, so dass ihre sämtlichen Erzeugnisse verlässlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen ruhig das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkauf ja recht genau die Schutzmarke: KAFFEEMÜHLE und Unterschrift: Heinrich FRANCK Söhne wenn Sie die verlässlich aechte Qualität bekommen wollen! •»*•MM Nr. 8 schiedenen Konfessionen. Abends wurde zu Ehren־ des Grandrabbiners ein Bankett gegeben, an dem die Spitzen der Behörden, des Militärs und der hohen Geistlichkeit teilnahmen. Die beiden jüdischen Gemeinden in Subotica, die orthodoxe wie auch die neologe, sandten an den König Hüldigungsdepeschen, der mit herzlichen Worten dankte. Gründung einer Aguda-Ortsgruppe in Ostpreusseit. I. a p i e n n e n. (A. J. P. B.) Ueber Initiative de9 Gruppen-־ verbandes der Agudas Jisroel in Halberstadt wurde int Ostprcussen eine Ortsgruppe der Agudas Jisroel mit den* Sitze in Lapierinen ins Leben' gerufen; äti deren Spitze Herr S. Bengis in Lapiennen steht. Die Ortsgruppe ha§ bereits eine grosse Zahl von Mitgliedern angeworben. Die Reise Dr. Deutschländers nach Polen. Lublin. (A. J. P. B.) Auf Einladung des Merksa Hachinuh in Polen, besuchte Herr Dr. L. Deutschländer die Beth Jakob-Schulen in Krakau, Lemberg, Przemysl, Lublin, deren Entwicklung ausserordentlich günstig fortschreitet. Elternkomitee, Lehrer und Schülerinnen begriissten den Gast überall mit freundlichen Worten. Nach stattgehäbter Prüfung richtete Dr. Deutschländer eine warme Ansprache an die Schüler, ermahnte sie, den Beth Jakob-Geist zu pflegen, den Lehrern und Vorstehern drückte er seine höchste Anerkennung aus für die in kurzer Zeit erzielten bewundernswerten Erfolge. Zur Weiterbildung der Lehre-־ rinnen soll im Herbst des Jahres ein zweimonatiger Fortbildungskurs unter Anteilnahme von hervorragenden in- und ausländischen Lehrkräften eingerichtet werden. Von der Weltjeschiwah in Lublin. Lublin. (A. J. P. B.) Im Aufträge der Keren Hathora-Weltzentrale referierte Herr Dr. Leo Deutschländer den Mitgliedern des Verwaltungsrates und des Baükomitees der Jeschiwah in Lublin. In einer gemeinsamen Sitzung referierten die Herren Moses Eisenberg und Israel Meier über die gegenwärtige Lage der Jeschiwoh. Das erste Stockwerk ist bereits aufgerichtet. ,Sobald die Bauperiode wieder be-׳ ginnt, soll die Fortsetzung des Baues erfolgen. Die gegen-'' wärtige wirtschaftliche Krise in Polen bereitet dem Komitee( schwerste Sorge. Herr Dr. Deutschländer erklärte, dass* die Keren Hathora-Weltzentrale von der Notwendigkeit dieser Jeschiwah überzeugt sei und wird nach wie vor dem Unternehmen eifrigste Förderung angedeihen lassen. Von den Erträgnissen der gegenwärtig in vielen Ländern mit gutem Erfolg propagierten Dollaraktion wird ein gewisser Prozentsatz für die Lubliner Jeschiwoh abgeführt werden. Am 12. d. M. fand eine Besichtigung; des grossen, von ,Herrn Eichenbaum-Lublin gespendeten Bauplatzes und des -Baues selbst satt. Das Werk macht schon in seinen Anfängen einen überwältigenden Eindruck. Intensivierung 'der, Agudäärbeif in Argentinien. B u en os Ai r es. (A. J. P. B.) Hier wurde von: der Agudas Jisroel ein Keren Hathora-Komitee ins Leben gerufen, dem die prominenten Persönlichkeiten der Or־> thodoxie beigetreten sind und das bereits eine intensive Tätigkeit entfaltet. Neue Agudaorgane. Warschau. (A. J. P. B.) Demnächst erscheint in Bondzin ein Wochenblatt in jüdi■* scher Sprache. In Dwinsk erscheint gleichfalls eine periodische Monatsschrift unter dem Titel ״Unsere Fahne“, Alle diese Organe haben sich die Propagierung de£ Agudagedankens zur Aufgabe gesetzt. Ein agudistisches Tagblatt in Lettland. R i ga. (A. J. P. B.) In kurzer Zeit wird hier ein agudistisches Tag־^ blatt, das ״Jüdische Wort“, erscheinen. Das Wiedererscheinen des ״Jud“. Warschau, (A J. P. B.) Die Vorbereitungen für das Wiedererscheinea des ״Jud“ sind insoferne bereits gediehen, dass der ״Jud|* sein Erscheinen als Wochenblatt wieder aufgenommen hat. Zu Pessach beginnt der, ״Jud“ wieder täglich zu erscheinen. ״ \ Gründung eines orth. Jugendvereines in Fiume. Auf Anregung des Leiters der Humaner Talmud Thora, Herrn öscher Hsahhof, wurde hier •eine הברת מקשיבי תורח «egründet. Aus ׳den Statuten ist hervorzubeben die Erriditung eines Früh- und Abend-Minjan, die Erwerbung ehies Seüer Thora und die Verpflichtung der ordentlichen Mitglieder, täglich eine bestimmte Zeit Thora zu terrien. In den Vorstand wurden gewählt: Josef E n « e 1 s r a t h, Arje Weisz und J• ׳Haipem. Die Lehrerbildung in Bayern bleibt von der Neuregelung in anderen Ländern völlig unberührt. Die Auabiidiung zu Volksschul־ :und Reüftgkwiale'hrern erfolgt wie bisher über Präparahdie und Lehrenseminar. Das neue Schuljahr beginnt am 24. Apnil (ר״חאייר)• Aufnahmen erfolgen für sämtliche Klassen. I. ln die!unterste (1. Pr äparan de n׳klas9e) können Schüler ein treten, welche 7 (V01ksschulklassen absolviert haben. II. Für die- 4.!Klasse (1. Seminarkurs) sind aufnahmeberechtigt Schüler mit öklassiger Realschul- oder Gymnasialbildung. UL Absolventen mit dem Reifezeugnis einer 9klassigea Anstalt können in die 6. Seminarklasse (oberster Seminarkurs) eintreten. IV. Junge Leute mit gründlichem jüd(•* sehen Wissen, deren Profanvorbildung nicht den staafliehen Anforderungen entspricht, können im Seminar sich zu pädagogisch und profan qualifizierten Religionslehrem ohne staatliche Volksschullehrerberechtigung ausbildeh. V. Die jüdisch-wissenschaftlichen Lehrgänge des Seminars! und des Fortbildungskurses (Jeschibakurse) stehen auch anderen Interessenten mit entsprechender Vorbildung offean die sioh eine Zeitlang ausschliesslich oder vorwiegend dem Thorastudium widmen wollen. Anfragen und Meldungen! für die 3 Präparandenkurse nach Höchberg, für Semiqa?-. und Jeschibakurse nach Würzburg.