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Jüdische Presse · 1923-08-31 · 35 (31.8.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
35 (31.8.1923)
Date
1923-08-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 35 JÜDISCHE PRESSE Seite 285 unterstützen, damit wir die Verwüstun־ gen im traditionellen Judentum aufbauen können. Gedenket Brüder, dass wir von Euch keine Almosen verlangen, sondern dass Ihr Eure heilige Schuld bezahlt. Eine Anleihe ist es, was wir von Euch fordern. Gebet Geld und wir gehen Euch Juden zurück, die erzogen sind im Geiste der Thora und des heilige!! Glaubens. Gebet uns Papiergeld und wir geben Euch jüdisehe Menschen zurück, die zur Zierde des Volkes werden. Der J a b n e־F 0 n d wird heute zur Institution der jüdischen Gesamtheit und jeder Jude, der die weitere Existenz des jüdischen Volkes wünscht, muss das seinige für den Jabne-Fond beitragen, Wie einstmals die Jeschiwah von Jabne, so soll jetzt der Jabne-Fond,'das jüdische Volk vor dem vollständigen Untergang retten. Der Jabne-Fond wird geleitet von einem Rat, der in sich die Thoragrössen, die Volksführer und Philantropen vereinigt und der die Aufgaben des Fonds nach den Bedürfnissen der einzelnen Ländern bestimmt. Jüdische Brüder in allen Ländern des Golus! Rettet das Volk, rettet die Volksseele vor Vernichtung, tröstet die Thora, die in Asche trauert. Ein jeder bringe seinen Stein für den Aufbau Israels und spende für den Jabne-Fond, dann wird das G-tteswerk gelingen. Die wichtigsten Resolutionen und Beschlüsse der Kenessio Oedaulo. 1. Resolution an den Völkerbund. In dem geschichtlichen Augenblick, da zum ersten Male seit Beginn des Exils der Judenheit, die gewählten Vertreter der thoratreuen Juden zu ihrer grossen Versammlung (Kenessio Gedaulo) auf den Ruf der Agudas Jisroel , aus nahen und fernen Ländern zusammengekommen sind, entbieten sie allen Völkern und Staaten einen Gruss des Friedens und einen Gruss der Versöhnung. Die Kenessio Gedaulo denkt mit tiefem Schmerze der furchtbaren Verwirrungen und Leiden, unter denen die Menschheit zusammenzubrechen droht. Sie erblickt in diesem Leide einen wirksamen Mahnruf der Rückkehr zum Vater der Menschheit, der über alle Nationen in unerschöpflicher Liebe, die Hütte seines Friedens spannt. Die Kenessio Gedaitrlo begrüsst die Organisation des Völkerbundes, in der heiligen Hoffnung, dass der Völkerbund Recht und Gerechtigkeit zur Grundlage der Beziehungen der Völker zueinander gestalten wird. Die Kenessio Gedaulo spricht die Erwartung aus, dass im Laufe der Entwicklung, die das Leben der Völker beeinflussenden und bestimmenden feligiösen Weltanschaungen innerhalb des Völkerbundes Säntatloiteil# Umwälzung in ddr dau erge wellten Perücken- und Scheitelmode durch die Neuschaffungen der Firma OTHMAR SCHIFF Wien, I., Kärntnerring 6 (gegenüber dem Hotel Bristol) welche den Damen kostenlos vorgeführt werden :: En gros En detail Billigste Einkaufsquelle Die grösste internationale KunstwerksUUte für Perücken, Scheitel und Transformationen Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Lander Perücken. Spezialist in Braut-Scheiteln. Diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht. Um vor Irreführung zu schützen, bitte den Vornamen Othmar und die Adresse genau zu beachten I zur Geltung kommen, damit aus dem Völkerbund Versöhnung und Friede erwachse. Resolutionen an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die zu ihrer Kenessio Gedaulo zusamm^ngetretenen Mandatare der orthodoxen jüdischen Massen aus allen Staaten der Welt, die in der Agudas Isroel organisiert sind, entbieten dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Uebernahme seines hohen Amtes ehrfurchtsvoll Glück- und Segenswünsche. Sie gedenken in tiefer Dankbarkeit des Landes, in dem Millionen ihrer Brüder eine gastliche Heimstätte gefunden, gedenken der gewaltigen Taten der Menschenliebe, mit denen die Bürger Amerikas ihren Brüdern in Mittel- und Osteuropa und Palästina während der letzten Jahre zur Seite gestanden und sprechen den Wunsch und die Hoffnung aus, dass der Präsident, den erhabenen Traditionen entsprechend, seinen Einfluss allezeit zur milden Gestaltung und Handhabung der amerikanischen Einwanderungsgcsetzgcbim'g, efnsetzen mögd.־ ר Resolution gegen den Antisemitismus. Die mit dem grossen Kriege über die Welt hereingebrochene Katastrophe, hat den Nährboden zu einem neuen Aufflammen des Judenhasses geschaffen, der unendliches Leid über Millionen Unschuldiger bringt. Die Kenessio Gedaulo appelliert im Namen G-ttes, des Vaters der Menschheit, an den in der Brust des Menschen schlummernden g-ttlichen Funken der Liebe und Gerechtigkeit, appelliert an alle Edeldenkenden unter den Nationen der Erde, dass sie den Instinkten des Hasses unter ihren Volksgenossen offen entgegentreten und der Schmach des Judenhasses endlich ein Ziel setzen. Resolution gegen die Verfolgung in Russland. Die Juden sind seit Jahrtausenden die Träger des, alle sittliche Bindung, bedingenden G-ttesgedanken. Wann und wo jüdische Menschen als Führer antireligiöser Bewegungen hervortreten, geschieht es im Gegensätze zur jüdischen Tradition und im Gegensatze zur Grundstimmung der religiösen jüdischen Massen. Seit langer Zeit ohne Beispiel, sind die Verfolgungen, die sich gegenwärtig in Sowjetrussland gegen religiöse Betätigung, namentlich auch gegen das jüdisch-religiöse Leben, also gegen alle Juden richten, die den Geboten der Thora und der Tradition gemäss leben, lehren und lernen. Die Kenessio Ger daulo spricht den Verfolgten ihr tiefstes Mitgefühl aus und protestiert gegen die Verfolgungen. Sie spricht ihre Ueberzeugung aus, dass von allen Ideen, wohl am wenigsten die Höchste, die Idee G-ttes und des G-ttes dienenden Lebens, durch irgendwelche Machtanwendung unterdrückt werden kann und appelliert an die Sowjetregierung, dafür Sorge zu tragen, dass den für den menschlichen Geist und die menschliehe Würde so überaus beschämenden Vorgängen, ein Ende bereitet werde. Resolution gegen die Schaffung rein weltlicher Jiidfscher Gemeinden. Die Kenessio Gedaulo erklärt die Bildung rein weltlicher Gemeinden, sogenannter Volksgemeinden, als in Widerspruch stehend, mit der tausendjährigen Tradition des Judentums und fordert den Aufbau der jüdischen Gemeinschaft auf der Grundlage des Thoragesetzes, das alle Zweige des religiösen, kulturellen und sozialen Lebens umfasst und ordnet. Sabbath. Die Grundlage des thoratreuen Judentums bildet die Heiligung des Sabbathes durch völlige Arbeitseinstellung. Der Sabbath der Bibel, den man der Urmenschheit als kostbares Gut des wöchentlichen Ruhetages geschenkt hat, ist für das jüdische Volk der geistige Gesundbrunnen, der allein den Fortbestand der für die Menschheit wertvollsten Charakterzüge des Juden gewährleistet. Die Kenessio Gedaulo richtet in diesem Sinne an die Staaten, in denen die Juden leben, die Bitte, die Sabbathheiligung durch gesetzgeberische Massnahmen nicht derart zu erschweren, dass den Saibbath heiligenden Juden, ein zweiter voller Ruhetag auferlegt und damit das wirtschaftliche Opfer der Sabbathheiligung für die jüdischen Bürger, bis zur Unerträglichkeit gesteigert wird. Die gesetzliche Berücksichtigung des Sabbaths in der Sonntagsruhe- Gesetzgebung, wofür Vorbilder bereits vorliegen, ist eine Forderung der Gerechtigkeit. liehen Gedächtnis und grossem Scharfsinn begabt, zeigte der Knabe schon einen solchen Fleiss, dass er bald gelehrte Männer durch den Umfang seines Wissens verblüffte. Mit zwölf Jahren fand Akiba die Lösung für eine ungemein schwierige tamudisehe Frage, um die sich sein gelehrter Onkel Rabbi Benjamin Wolf Eger und dessen talmudische Fachgenossen vergebens bemüht hatten. Dieser Onkel wohnte in Breslau, wo er eine bedeutende Talmudschule leitete. Seit er die geniale Leistung seines kleinen Neffen kannte, drang er darauf, dass Akiba zu seiner weiteren Ausbildung ihm anvertraut werde und die zärtlichen Eltern entschlossen sich, ihr Kind nach Breslau zu schicken, wo er im Hause seines Onkels die liebevollste Aufnahme und sorgfaltigste, geistige Leitung fand. Breslau war damals eine blühende Gemeinde voll jüdischer Gelehrter. Als Rabbiner fungierte seit 1754 der aus Polen stammende grosse Gelehrte Rabbi Jizchak Josef ben Chaimjonath Teomin (Frankel), dessen Tochter mit Rabbi Wolf Eger vermählt war. Ihm zur Seite wirkte der scharfsinnige Rabbi Jesaiä Berlin (auch Jesaia Pik genannt), der von 1794—99 Oberrabbiner in Breslau war. Akibas einflussreichster talmudischer Jugendlehrer war sein Onkel Rabbi Wolf Eger, der das tiefste Verständnis für die geistige Individualität seines Neffen hatte, deren Entfaltung er förderte und unterstützte. Dreizehn Jahre war Akiba alt, als sich sein Onkel, wenn er aus irgendeinem Grunde verhindert war, seine talmudische Vorträge zu halten, von ihm vertreten liess. Der Knabe ward der Lehrer bärtiger junger Männer, die ehrfurchtsvoll seine geistige Reife und Ueberlegenheit aner* kannten, die sich aber niemals in selbstbewussten Auftreten äusserten, vielmehr durch die Bescheidenheit, mit der sie gepaart erschien, selbst Neid und Missgunst entwaffneten. Der Ruhm des ״ungarischen Kindes“, wie alte Gelehrte in Breslau, Akiba scherzhaft nannten, wuchs immer mehr und wurde von den Gelehrten, die nach Breslau kamen, auch in fremde Länder getragen. In Lissa lebte damals der durch Reichtum und angesehene Stellung hervorragende Itzig Margulies, der den in jener Zeit nicht seltenen edlen thrgeist besass, für seine mit Schönheit, Geist und reicher Mitgift ausgestatteten Tochter, einen durch Gelehrsamkeit ausgezeichneten Jüngling als Gatten zu suchen. Er konnte keine bessere Wahl treffen als Rabbi Akrba Eger, der inzwischen das achtzehnte Lebensjahr erreicht, hatte. Margulies betrachtete es als sein grosses Glück, ihn für seine Tochter, die Glückchen hiess, zu gewinnen. In Lissa lebte Rabbi Akiba Eger zehn Jahre (1780—90). Es war vielleicht die glücklichste, sicherlich die wolkenloseste Zeit seines Lebens, in der er ganz und vollkommen in die ideale Welt sich versetzt glauben durfte, die seinem Geiste vorschwebte. Es ward ihm an der Seite einer verständnisvollen, echt jüdisch fühlenden Gattin ein von Kindersegen erhelltes Familienleben gegönnt, wie es der königliche Sänger nicht herrlicher ausmalt. Er hatte, dank seinem.,edeldenkenden reichen Schwiegervater, das herrlichste Heim, besass eine ungemein reichhaltige Bibliothek und durfte, frei von allen irdischen Sorgen, sich dem Berufe widmen, den seine Seele ersehnt hatte: Lernen und lehren! ln Lissa lebten damals zahlreiche und darunter auch namhafte Talmudgelehrte, mit denen Rabbi Akiba in anregendem, wissenschaftlichem und freundschaftlichem Verkehre stand, den er zum Teile auch in späteren Jahren brieflich aufrecht erhielt. Sie alle beugten sich vor der Gelehrsam־ keit und geistigen Grösse Rabbi Akibas. Der Ruf seiner Gelehrsamkeit und seiner Lehrmethode, die alles blendende Geisterspiel und Spielerei verschmähend, nur nach der Erforschung der Wahrheit strebte, zog viele Jünger von weit und breit nach Lissa, die verehrungsvoll den Lehren des jugendlichen Rabbis lauschten. Er war nicht nur ihr Lehrer auf talmudischem Gebiete, sondern das Muster und Vorbild, eines von den höchsten Prinzipien der Religion beseelten Mannes, der nicht in der Theorie, im Studium allein sie vertrat, sondern im Leben auch verwirklichte. Rabbi Akiba Eger blieb, trotzdem er von frühester Jugend an, der Gegenstand so vielfacher Huldigungen war, weiterhin die Bescheidenheit selbst, die sich auch darin äusserte, dass er weder damals in Lissa, noch später als Greis zu einem seiner Schüler Du sagte, noch sich von ihm auch den geringfügigsten Dienst erweisen liess. Trotz des Reichstums, über den er verfügte, blieb er für seine eigene Person von der äussersten Bedürfnislosigkeit und' gestattete sich nur den Luxus einer Wohltätigkeit, die weit das Mass der gebotenen Pflichterfüllung überschritt. Er gab die Anregung zu mancher Wohlfahrtsanstatt, aber er begnügte sich nicht damit, die Mizwoh der Krankenbesuche zu erfüllen, söndern wachte selbst bei Kranken und beteiligte sich an ihrer Pflege. Er kannte, trotz seiner schwächlichen Körperkonstitution, für sich selbst keine Schönung, aber er kümmerte sich persönlich darum, ob Waisenkinder bei ihren Pflegeettern sorgfältige Aufsicht und wenn sie erkrankten, die nötige ärztliehe Hilfe fanden. Er war nachsichtig gegen andere und streng gegen sich. In Lissa bereits begann er schriftlich jene strenge tägliche Seelenprüfung sich aufzuerlegen, die er Zeitlebens fortsetzte. Aber mit einem Schlage wurde diesem, den kühnsten Wünschen Rabbi Akiba Egers entsprechenden Zustande, ein Ende gesetzt. Ein verlVr,^Vr^וVוJuוJן^»ll¥Nוrי^|ו|<ו^AVוrt^^»W^»MW#^וVVV»V¥VV^VyVV>rחו(Vl(¥lV^Vllודוי^^ En gros und Erzeugung Schiff5 Pelzwarenhans!.,Bauernmarkt 24 (Ecke Fleischmarkt) Tel.67-302 Detail Verkaufs- Niederlage : |a9 Graben 28 Filiale: Karlsbad, Alte Wiese. PeUaafbewahrung gegen Vereicherung Uber Ule Sommernonate

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