Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIX (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (18.1.1918)
- Date
- 1918-01-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 1—2. .Jüdische B,lksstimme" «eil, 6 dentums m Berlin als Dozent für Religioms- Plätzchen frei war. Nach der Begrüßungsrede des Philosophie berufen worden. Professor Gut'tmann Herrn Obmanns hielt Herr Mediziener A. Lech, ist ein Sohn des Breslauer Gemeinderalbbiners der die Festrede, die vom» flammender Begeiste- Professor Dr. Jakob Guttmlcmn. Der Gewählte rung zeugte. Herr Lechner hat auch fast in jeder ist zurzeit im Heeresdienste beim 6. schlesischen Beziehung um die Veranstaltung verdient ge- Trainbataillon tätig. — Dieser Tage ist in Kramacht, wofür ihm auch cm dieser Stelle der gebühkau der berühmte Rabbi Abraham Markus rende Dank ausgesprochen sei. Wenn wir noch hin- Klmgberg, genannt der Zaleschitzer Rabbi, im zufügen, daß das Remertragnis dem hiesigen isr. hohem Greisenalter gestorben. Der Heimgegcm- Flüchtlingskomitee und dem Nationalfond zugene hat weit und breit eine hohe Verehrung gefloß, so ist!der allen Darbietenden folgende Arnassen. Von den fernsten Gegenden kamen seine laus um! so erklärlicher. Aeußerst gelungen unv Anhänger und Verehrer, bei ihm sich Rat zu hovortrefflich waren d;e Deklamationen der Frls. len. Er war ein Manu, des Friedens und großer Robitschek und Elisabeth Zwicker, nicht minder Klugheit, dev viel. Wohltätigkeit geübt hat. Vor gut die gesanglichen Darbietungen der Herren vielen Jahren wi׳rkte er in Zaleschitz in Polen, sowie der Frls. Fanni Zwicker, Irma Fleischer, von wo aus er nnach seiner Ausweisung nach Gertrude Robitschek, Elisabeth Zwicker und En- Krakau, seiner Geburtsstadt, übersisdelte. —! sabeth Buck. Wahrlich, wenn jede Jugend so ar- Aus Newhork wird berichtet: Jakob Billokopf, beitsfreudig und zionistisch gesinnt wäre, wie dw der leitende Direktor des amerikanisch-jüdischen Zwitauer, dannbva,uchte uns um die Existenz des Umterstützungskomitees (American Jewish Re-.Judentums nicht bange zu sein, lief Commitee) teilt mit, daß die ersten zwei Wochen des Monats Dezember d. I. für eine grobe! Neutitschein. Am 26. d. starb hier der lang- Aktion bestimmt seien, um in Newyork 4 Millijährige Kultusbeamte Adolf Kulka im 66. Leonen Dollar behufs Ergänzung des 10 600 000bensjahve. Ein Kind des Leipniker Ghetto, Fonds für indische KriegSnotleidende aufzubrinbvachte er von Haus aus eine gottesfürchtige Ergen. Die Gesamtsumme (10 Millionen Dollars ziehung in sein frommes Amt mit, das er fast müsse aufgebracht werden, um die von. Julius 30 Jahre ununterbrochen ausübte. Vom berühm- Rosenwald in Chikago unter dieser Bedingung ten Rabbiner seiner Gemeinde Moses Bloch ׳erversprochene Million Dollar zu erhalten. Die Akhielt er die Autorisation zur Schichitah. Einer tion wird wird Jakob H. Schiff selbst leiten, un- Generation seiner Gemeiinde leistete er treue terstützt von Felix N. Warburg, Louis Marshall Dienste in Freud und Leid, treu Diennste auch und anderen hervorragenden jüdischen Personals Gatte und Vater in seinenletztwilligen Ver- — ׳—- - -! lichkeiten. — Herr Hermann Wolfsheim , hier, fügungen. Eine ehrlose Zeit durchwegs, neu auch wurde eme Resolution angenommen, die die Repräsentant der Syinagogenaemeinde, hat kürzmitunter etwas rauh und wiederhcvarig. Was Ueberzeugung der Versammlung zum Ausdruck, nd) \n Anerkennung seiner Tätigkeit zur Bekam- Rabbi Moses Sofer einem Diener seiner Ge- ^mgt, daß der Friedenskongrcß der Mächte die,nfung der Tuberkulose währenddes Krieges das meinde nachvühmte: Lecko Numijo es hilo, das «edle Initiative der englischen Regierung unter-! Verdienstkreuz für Kriegshilfe erhalten. — Am galt auch vom Heimgegangenen, sin grundehrlistutzen werden. Die Versammlung richtete eme, 1g. b. M. ist in Osterode in Ostpreußen der Precher stets treubswährter Gememdodiener. Endlich Begrüßung an den englischen und amerikanischen biger und Lehrer Herr Jakob Sturmann im 80. leitete ihn strengste Pflichterfüllung. Seme groß- Lebenswahre verschieden. Er stand 62 Jahre im 1e Freude bestand, auch hierin dem Neemcm alt- Dienste der Gemeinde und entfaltete eine segensehrwürdiger Gemeinden nachahmentd, den Anreiche!Wirksamkeit auch im Dienste des Judendachtssuchenden das Gebetbuch aufzuschlagen und tums. Er war Begründer und langjähriger Voram Ausgang des Versöhnungstages das Abendsitzender des dortigen Vereins für jüdische Gegebet für seine Gemeinde zu verrichten.Nun verschichte und Literatur und nahm besonders an richtet er.es im Reiche ewiger Versöhnung! Schon einzigeSmal einander begegnet u. keiner wußte, wo sich der andere aufhiet. Der ältere arbeitet in einer Salamifabrik, der andere in einer Papierfabrik. Vor zwei Jahren hatten sie sich zum letzrenmal gesehen. Als der ältere Bruder vor zwei Jahren einrückte, war der jüngere noch kaum den Kindevjahren, entwachsen. Die Szene dieses Zusammentreffens hat auf die Augenzeugen derselben einen mächtigen Eindruck gemacht. Die Aufnahme der Erklärung Balfours in Rußland. (Weitere Kundgebungen.) Dem jüdischen Pressbureau in Stockholm wird aus Petrograd telegraphiert: Die Erklärung Balfours, daß die englische Regierung entschlossen sei den Juden zur Schaffung eines nationalen Heimes in Palästina zu verhelfen, wurde von!der großen Mehrheit der russischen Judenheit mit außerordentlicher Begeisterung ausgenommen. In zahlreichen Städten Wunden Versammlungen zur Begrüßung der!englischen Erklärung abgehalten. In vielen Orten wurden Gottesdienste veranstaltet. Sehr em-- drucksvoll war die zionistische Manifestations- Versammlung in Petrograd die von 4000 ' nehmern besucht war und unter dem Vorsitze von Borris Goldberg stattfamd. Auf der Versammlung waren auch Vertreter jüdischer militärischer und wirtschaftlicher Organisationen erschienen. Begeisterte Ansprachen hielten die Herren Aleini^- kow, Babkow, Schwarz mann und Grünbaum. Es Gesandten in Petrograd. Eine ähnliche Versammlung wurde in Moskau veranstatet, die von mehreren Tausend Inden besucht wurde. Der englische Konsul in Mosbau der bei der Versammlung anwesend war, hielt eine Begrüßungsrede. Es sprachen die H reu ׳v50ffe und Grnnberg. Die einstimmig an ge-, bcn Urzeiten des Vereins Mischer Reliaionsmit kvcmkem Leibe ließ er sichs nicht nehmen, im " . 1י׳ י' י "י Ostpreußens, dessen langjähriger Vorsistarrem Winterfroft übers Feld frommen Dienst tzende er war, regen Anteil. : zu verrichten, wobei er den Todeskeim sich holte. ,Den Einsender verhinderte militärische Pflicht —-— ן an dessen letzter Würdigung. So seien diese Zeiv 1 len seinem! Andenken gewidmet. Er ruhe in Fri>׳- den! nommene!Resolution drückt die zuversichtliche Hoffnung aus, daß das jüdische Volk dem Rufe der Geschichte folgen, und alle materiellen und geistigen Kräfte für seine Wiedergeburt einsctzen werde. An den Zionistenführer Tschlcino-W in London wurde ein- Begrüßungstelegramm gesandt Eime großartiae Manifestation fand in Kiew statt. Es beteiligten sich an ihr alle Schichten der jüdischen Bevölkerung mit den iüdischen Soldaten an der Svitze. Der englische und amerikölnische Konsul hielten Begrüßungsansprachen die enthusiastisch ausgenommen wurde. Im Namen der Ukrainischen Roda bearüßte die Manifestation Proffesor Hruschkewskij, der die warmen Svmpathien des ukrainischen Volkes für die indische Uuflcibnngsbeweguug zum Ausdruck brachte. Ein Jude leitet auf Seite der Russen die Friedensverhangungen mit den Zentralmächten. Aus Brest-Litowsk, dem Sitze einer einst! Ooreesponäenzen.! Wien. Herr Ernst Vogel, Gesellschafter des Brünn. Frl. Ada Wolfer, Tochter des Herrn Bankhauses Straffer u. Co. hat sich mit Frau- Elias Wolfer hat sich mit Herrn Oberleutnant lein Jennys Subak, Brünn, verlobt. Unsere be- Vogel vermählt. Unsere besten Glückwünsche. ׳ sten Glückwünsche die Redaktion. Die Redaktion. | Wien. Herr k. k. Kommerzialrat Salamion Lundenburq. Hier ist Frau HeleneReihs im Kudich, Landtagsabgeordneter der Bukowina, ist 58. Lebensjahre gestorben.! am 3. Dezember im 66. Lebensjahre gestorben. Trebitsch. Nach kurzem Leiden ist Titer am־ Wien. (Chewm Kadischa Men l.) In der 16. Dezember Herr Samuel Stößler, Vater nnseam 18. Dezember l. I. stattgefundenen Vorstands res aeschätzten Rabbiners Dr. Johann Stößler, Sitzung wurde bei Anwesenheit sämtlicher Vorim Alter von 76 Jahren gestorben. Ein treuer stands-Mitglieder Herr Landesschulrat Phil. u. berühmten Jttdenaemeinde von den Nullen' Air begeisterter Anhänger d. Judentumes, onspruchs-. stlr. Dr. Markus Spitzer zum Präsidenten -der «Girier der stärksten besinnaen ausaebaut die sie und in stiller Zurückgezogenheit nur dem. St-! Chewra Kadtscha und Herr Moritz B. Eißler zum Lnschaft lebend, weilte ^er Vizepräsidenten einstimmig gewählt. Friedensbotschaft durch alle Lande. Dort tagt die! ^r'1e ln-unsevemGotteshause mit gl an Sriehentfonftm«. dort bat « 22. Dezember bk t!!'? russische Delegation erklärt, sie aebe vor dem klar, ausgesprochenen Willen der Völker Rußlands 1 stand sowie die Mitglieder der Temvelverwoi Wien ,Todesfall. Sonntag, den 6. Jänner fand unter ganz ungewöhnlicher Beteiligung das! tung werden dem Entschlafenen ein dankbares j Bedräbims des im 74. Lebensjahre verschiedenen Andenken bewahren. Die Leiche des Verewiaten! Herr Manuel Schwager statt, der viele Jahre wurde am 18. Dezember nach Bisenz überführt.! das verantwortliche Amt eines Inkassanten des Die große Beteiligung am Leichenbegängnisse! Vereines für Kleingewerbetreibende in musterzeugte von der Beliebtheit,!deren sich! der Ver- Hafter Weise versehen hat. Oberkantor Morgenewigte in allen Kreisen erfreute. K stern und-der gesammte Tempelchor trugen die Trauergesänge musterhaft vor, ebenso am Grabs tmt Oie ztnrmorr ,WS ״siermmues nor roetate ^wittau. (Todesfall, — WOhltätigk-eitsakadas ״El Mole rachamin" Rabbiner Dr. Grün- Führer der russischen ^rieben^beleaiert^‘ bemie.) Herr Gerhard Kanter teilt uns mit: Am Wald hielt dte Gedenkrede, in der er hervorhob, verschiedener^lbweichunaen und Different vergangenen Freitag, kurz vor Eintritt des Sadaß das Leben des Gerechten voll Mühsal sei, daaus, möglichst bald den Abschluß eines allgemei- Uen gerechten, für alle in gleicher Meise annehmbaren Friedens zu erreichen und unterbreitete Vorschläge auf Ostnnd der Beschlüsse des allrnssü scheu Kongresses der Arbeiter- und Soldatenräte. In der darauffolgenden Sitzung legte Graf Czerniu die Antwort des Vierbtmdes vor, welche der trotz zen ol6 woianet bezeichnet? sofort zu Nerband-' voats, Wurde emes der ältesten Mttglteder unsur aoer oepen ^reroestunve voll Ru sannen libe^ einen^lln/rnelnen ,.«?״ serer Kultusgemeinde Herr AlbertGlas nach langebung und feierte den Verstorbenen als Gatten gern schwerem, mit Geduld und Ergebung getra- und musterhaften Erzieher somer Kmder,׳ von genen Leiden im Alter von 76 Jahren zu Grabe denen Herr Max Schwager bekanntlich der langgetragen. Eßn Schwiegersohn des Heimgegangejährige Admiinistrator der ״Oesterreichischen Woaen ist schwer verwundet. Möge Gott, der Allchenschrift" ist. Rabbiner Schächter feierte das mächiige, die s'chwergevrüfte Familie trösten. —i mustergültige Berufswirken des Verstorbenen. Am 26. Dezember veranstaltete der hiesige zion.> Unter den Anwesenden bemerkte man den Ge- Verein ״Achdutb" eme Wohltätigkeitsakademie,; sammtvorstand des Vereines der Kleingewerbedie in jeder Weise glanzend verlief. Wenn schon treibenden mit -dem Obmann S. Klausner, den die Veranstaltung im Herbst gelungen war, so! Vizepräsidenten des Bethausvorstandes Anton übertraf die jetzige selbst die künsten Erwartunj Beck, die Rabbiner Dr. Bach, Dr. Kamins, Taggen. Das gäb sich auch darin zu erkennen,daß kein' ilcht, Dr. Swarz, kais. Rat Kläger, den Präsiden* langen über einen allgemeinen Frieden unter den kriegführenden Staaten zu schreiten. Der Führer der russischm Delegation ist wiederum, wie bei den Maffenstillsta-ndsverhandluingen, der russische Jude Joffe. Vermischtes. Professor Dr. Julius Guttmann. Privatdozent Philosophie an der Universität Breslau, ist an die Lehranstalt für die Wissenschaft des Ju-