Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIX (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (18.1.1918)
- Date
- 1918-01-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sittt s. xr 1-2 ten des Oester. Kantorenvereine, Okerkantor gegebenen ״Monatsschrift für Geschichte und Dauer mit fast scrmmalichen Wiener Kantoren, Wissenschaft des Judentums". Auch ward ihm OberAamter Hemnch Engel, Amtsleiter Kochdie Freude, seinen Herzenswunsch erfüllt zu semrs, Frau Rosa Kudelka, Frau Oberkantar Mor- ' ׳״׳״״״ — - - genstern und Frau C. Benedikt von der weiblichen Fürsorge. Wien. (Verband der isval. Reliigionslehrer an,den Österreich. Mittelschulen). In der letzten hen, da Dr. Veit den Verlag des vierten Bandes seiner ״Geschichte der Inden", der zuerst die Presse verlieh, übernahm. In ihm wurde die Zeit vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des TaliMd (das ist vom Jahre 70 bis Ausschutz^Litzung unter dem Vorsitze des Obmaetwa K8V nach der üblichen Zeitrechnung) in fornn«S Rabbiner Dr. Rosenmann wurde mitge-sbenreichen Bildern von dem geistigen Leben und terlt, daß es nach vielen Bemühungen gelungen ‘ “־ ־ - ist, dahm zu wirken, daß seitens des k. k. Ministers für Kultus und Untericht den nicht definitiveN is!r. Religionslehren an den Österreichischen Mittelschulen, sofern sie im Hauptberufe tätig sind, die gleichen Teusrungszuwendungen zuerrannt werden, wie sie die Supplenten erhalten, mit wißen vom 1. Juli 1917. Von der Abhaltung!eines Verbandstages wird auch diesmal wieder aibgesehen. Marienbad. Sonntag, den 9. Dezember, fand im großen Festsaal des Hotel National unter Leitung Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Dia- Weben jener Epoche ,geschildert. Dieses literarische Ereignis war gleichsam die erste Probe seiner historischen Kunst. Und! staunend sah man. Band auf Band aus der stillen Werkstatt des Gelehrten hervorwachsen. Es ist hier nicht der Ort, das monumentale Werk eingehend zu prüfen. Wr wollen hier nur /I4144« AA \TTJ A 4M <« C X i. W . 1 fl! 1Y!. f! .י •י* f C A aber beim, eigenen Ertrag. Und man darf in Palästina Feldfrüchte drei Jahre aufspeichern, das Jahr vor und nach dem Brachjahr und in fcem Brachjahr selbst — aber m Jahren des Mangels darf man nicht einmal ein Maß Johannesbrot, frucht aufspeichern, weil man auf den Markt Fluch bringt. Die Rabbiner haben gelehrt: Man darf keine lebenswichtigen landwirtschaftlichen Produkte aus Palästina ausführen, wie Weine, Oele, Mehlsorten. R. Jehuda dein Batyra erlaubt es beim Wein, weil dadurch das Liebesgetändel verringert wird. Anderswo haben die Rabbinen gelehrt; Man darf nicht in Palästina lebenswichtige, landwirtschaftliche Produkte, wie Mine, Oele, Mehle aufkaufen, um sie mit Verdienst loszueinige Momente, die einen Lichtblick über das schlagen, ganze Mrk verbreiten, hervorheben. Die Rabbinen ׳haban gelehrt: ״Man darf an Es wurde gegen Gmetz der Vorwurf erhoben, Eiern nicht zweifach verdienen (man hätte es für er sei nicht objektiv in seiner Geschichte der Juden, erlaubt halten können, weil sie nicht so wichtig, gewesen. Er hatte das Buch mehr mit dem Herzen! wie die oben erwähnten Produkte sind und der Wffi mti Aitm .«YL-.n V,... rt* 4^ . cvr.. p#׳* r _ .•f _ crY\ ׳' r. . v _. .1 \ OY w OY..o ®r* ®]?**1,י Radmner Dr. D1,aals mit dem Geiste geschrieben. Auch der Einwand! Aufkäufer viele Mühe davon hat.) Am, der äußerst gelungene Chanukkah-Fever einer Geschichtspoosie wurde ihm entgegen ge-> legung dieses Satzes streiten sich Raw un! mant eine statt. Nach einem Prolog sang der 10 jährige Flüchtlingsknabe Samuel Ernst mit sonorer Stimme die Segenssprüche beim Entzünden der acht Kerzlein, worauf derselbe assistiert von seinen vier Brüdern haueroth halohi und Moaus zur wirkungsvoll zu Gehör brachte. Hierauf folgte ein Festspiel: »Der Weg der Treue", bei welchem ebenso wiie beim folgenden Ulk: ״Der geheime Punsch" alle ״Kunstkräfte" durch anmutiges Spiel und schönen Vortrag die zahlreichen Zuhorer entzückten. Auch die hübschen religiösen und patriotischen Vorträge Paßten sehr gut in den Rahmen des Programms. An dem Gelingen der Feier hatte auch Frau Paula Beck ihr redlich, Stirn־ teil. Durch das gütige Entgegenkommen der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde wurde es ermöglicht daß jedem Kinde nicht nur lukullische Genüsse, sondern auch jedem ein! praktischer Gegenstand zurErinnerung verabfolgt werden konnte. Die Sammlung freiwilliger Spenden für die Hilfskommission 1915 ergab einen namhaften Betrag. Wormsdorf. Herr Siegbert Kien hat sich mit Frl. Irma Müller Bicenz verlobt. Aus- und Saschleudert. . j muel.Einer meint, man darf nicht den Einkaufs- Daß Graetz sein Volk liebte, gibt er selbst: preis verdoppeln׳. Der andere meint: Ein Kauf zu. Daß die Liebe zu dem Volke, dem, er durch Geburt und Ueberzeugung angehört, seine Feder gemann dürfe die Eier nicht einem zweiten Kaufmann verkaufen, sondern müsse sie direkt dem führt, bemerkte er offen, wobei er aber hinzufügt, Konsumenten abgeben, um!nicht durch den Der daß diese Liebe ihn nicht zu Parteilichkeit und Bedienst der Kettenhändler den Preis ungebührlich schönigung verleitet habe. Mit diesem Geständnis; in die Höhe zu treiben, hat er Ende des Jahves 1873 den ersten Band Literatur. Heinrich Graetz und Samson Raphael Hirsch. Des jungen Oldenburger Landrabbiners S. R. Hirschs »Neunzehn Briefe" machten auch auf einen ungewönlich begabten jungen Menschen in Wollstein, namens Heinrich Graetz, einen tiefen, bestimmenden Eindruck. Graetz, der in seinen reli>giösen Grundlagen wankend gewesen war, wur seiner Geschichte, der aber dem Erscheinen!nach der letzte ist, ausgehen lassen. Graetz hat eben seine Geschichte der Juden nicht allein!geschrieben, sondern durchlebt. Graetz war traditionell religiöser und natio- Notiz. Kinder-Unfall-Bersicherung mit Kriegsanleihe. Eine praktische Neueinrichtung für unsere naler Jude zugleich. Diesem Staindpunkte ist eräugend hat das rührige Silberne Kreuz in Versein, ganzes Leben hinidurch treu geblieben. Um bin-dung mit seinem Versichernngsbureau I. Bäso mer unverständlicher,ist es, daß er, der die Gei-! ckerstr. 2, geschaffen. Man kann dort seine Kingersche Reform bekämpfte und sie als Modejuden-! der Kriegsanleihe zeichnen lassen und versichert tum höhnte, in seiner Behandlung der biblischen! sie gleichzeitig gegen Unfall. Wenn man bedenkt, Bücherdas Handwerk der Bibelkritik anlegte. — wie leicht ein Kind durch seine Unerfahrenheit Hierin hat auch Graetz sich vom Geist der Zeit in Gefahr eines Unfalles ausgesetzt wird, so kann unid von der herrschenden Mode beeinflussen man diese Neueinrichtung nur begrüßen. Bet lassen. Es ist nur sehr zu beklagen, daß es sich Zeichnung von je 100 Kr. ist das Kind auf je aus den Reihen der traditionell-religiösen Kreise 5000 Kr. Unfall versichert und erhält K 50 per keine Persönlichkeit fand, die an Graetz anknüp- Wochenbeitrag. Stuf dieser Basis können Kriegsfen sollte. An Stelle des Kampfes, der gegen! anleihen, Kinderunfallversicherungen bis zum Graetz unternommen wurde ünd anstatt der gan- Höchstbetrage von Kr. 4000 gezeichnet werden. zen Anti-Graetz-Bewegung wäre ein Anschluß an Graetz und ein Fortentwickeln seines Werkes um das trMtionell-riligös-jüdisch-nationale Judentum sehr vorteilhaft. Der Talmud und die Preistreiber. Vom silbernenKreuz. Wahrhaft Humanitär wirkt in dieser schweren Kriegszeit, wie wir uns selbst überzeugen konnten, die k. k. Gesellschaft vom! Oesterr. Silbernen Kreuze zur Fürsorge für heimkehrende Reservisten. Die Gesellschaft gibt Bargeldunter- Im Talmud, dem von gewisser Seite so hef-; stützungen, Speiseanweisungen für 100 Wiener tig angegriffenen Quellenwerk für Lebensan-! Gasthäuser, Kleider, Schuhe, Werkzeuge, Fahrwanderte. Drei Jahre blieb der Schüler bei dem Meister. Noch einmal kreuzte sich der Lebensweg der de!nun in seiner traditionstreuen Auffassung, schauung und Lebenspraxis aller strenggläubigen: harten, Kautionen etc., alles ohinie Unterschied wieder befestigt. Doch nicht nur dies, es hatte ihm Juden, findet sich folgende für die heutige Zeit! 1ז(0פ Nationalität und Konfession der Bewerber, ein solch starkes Verlangen nach dem Schreiber j besonders interessante Stelle. (Baba bathrm Un 18.000 gediente Soldaten wurden bereits der ״Nenn,zehn Briefe" erfaßt, da>ß erzu ihm Blatt 90b): I Arbeitsposten vermittelt. An der Spitze dieses ... ' ' Die Rabbinen haben gelehrt: Die Aufspei-! vortrefflichen Vereines stehen: als Präsident cherer von Früchten (Feld oder Baum), die auf Graf Hans von Bonz, als Vize-Präsidenten Ab- Zinsen Ausleihenden, die, welche das Hohlmaß geordneter Dr. v. Baechle, Hof und Gerichtsadvobeiden. Graetz hatte in Breslau zum Doktor pro-! verkleinern, die, welche höheren Preis verlangen, Dr, Gutmann und Apotheker Eduard Binmovirt, war in Gleiwitz bei, seiner Probepredigt ^als der Marktpreis ist, auf sie gilt der Schriftsatz! ver, als Direktor Alexander von Biczo. stecken geblieben und hatte deshalb dem Rabbiner- (Slmos Kap. 8): ״Die da sagen, wann wird der r. 0״ beruf entsagt und den Posten eines Leiters der Monat vorüber sein, daß wir das Getreide los- Kars, köm prrvrlegrerte Oesterrerchrsche L,anorthodoxen Neligionsschule in Breslau übernom-' schlagen können, wann das Brachjahr, daß wir derbank. Kundmachung. men; die Religionsschule ging ein und Graetz unsere Kornspeicher öffnen können; die das Hohl- 10. Aprrl 1912 stattgehabten ordentlichen Geneentschloß sich, als politischer Korrespondent nach maß verkleinern, die ihr Geld vergrößern (durch, ralversamlung der .lktiouare der kms. kon. Prwr- Wien zu gehen. Auf dev Reise nach Wien kehrte Zins NB) und die Wagschale durch List stören" legierten Oesterreichischen Landerbank wurdeder!er bei Hirsch, der inzwischen Landesrabbiner von?— und es heißt da weiter: ״Es schwört der Beschluß gefaßt, oas Aktienkapital von 160 Mit Mähren geworden war, in Nikolsburg ein. Graetz Ewige: bei dem Stolze Jacobs werde ich ihre *,י* ״0״י׳ übernahm die Leitung der Gemeindeschule inLun-j Taten nicht vergessen." denburg und verheiratete sich dort 1860: zwischen Weißt du zum Beispiel einen Aufspeicherer Hirsch und ihm hatten sich inzwischen Gegensätze von Getreide? Darauf antwortet Rabbi Jochain ihrer jüdischen Auffassung herausgebildet, und! nan ״Wie Sabbatai, der Getreide aufgespeichert es bedurfte nur eines Anlasses, um die Trennung hat." Der Vater von Samuel verkaufte in der herbeizuführen. Der Besuch Graetz mit seiner jun-: Frühernte fü^ einen scharf berechneten billigen gen Frau bei Hirsch gab diesen Anlaß, indem Preis (um den Preis niedrig zu halten). Sein Hirsch verlangte, daß die junge Frau ihr Haar Sohn Samuel verkaufte sogar in der Hochsaison für billigen Preis. Darauf schickte man von Palästina und erklärte: Besser ist das Verfahren des Vaters als das des Sohnes, denn wenn der Preis einmal hoch gestiegen ist, hält er sich. Darauf sagte Raw: Man darf aber für sich den eigenen Ertrag aufspeichern. So haben wir auch anderswo gelehrt: Man speichert keinerlei bedeckt trage nnid das Ehepaar dies abschlriA Unter Leitung des verehrten Rabbi trieb er nunmehr mit Eifer biblische und talmudische Studien, und zwar in Planmäßiger, systematischer Mise, so daß sein Geist diszipliniert, seine sittliche unid religiöse Kraft gefestigt wurde. Zur Vollendung seiner Ausbildung ging Graetz dann nach den Universitäten Breslau und aufgekaufte Früchte auf, wenn sie zum Leben nö- Jena und erlangte 1845 den Doktorhut. Er tig sind, wie Weine, Mehl und Oehlsorten, wohl wandte sich nunmehr ganz und gar geschichtlichen' aber darf man es bei Gewürz, Dill und Pfeffer Studien zu. Die Resultate!derselben veröffeu,t-! tun. Wovon handelt das Verbot des Aufspeilichte er in Frankls seit Oktober 1851 herauscherns? Mnn man es auf dem Markt kauft, nicht lionen Kronen durch Slusgabe von 75.000 auf den Inhaber lautenden Slktien a 400 Kronen auf 100 Millionen Kronen zu erhöhen. Gleichzeitig wurde der Verwaltungsvat ermächtigt, die näheren Modalitäten der Begebung dieser neuen Aktien und insbesondere den Begebungskurs sowie den Termin selbständig festzusetzen und hienach die Kapitalserhöhung durchzuführen. In Ausführung dieses Beschlußes werden hiemit den Be sitzern der derzeit im, Umlauf befindlichen Aktien der Länderbank Stück 65.000 neue Slktien a Nominale 400 Kronen, welche an den Geschäftsergebnissen der Bank vom 1. Jänner 1918 ab Partizipieren, zu Kurse von Kronen 570. — tel quel pro Stück zu den nachstehenden Bedingungen angeboten: 1. Den Inhabern der derzeit im Umaufe befindlichen Slktien wird das Recht sjugeräumt auf je fünf alte Aktien eine neue Aktie.zu beziehen. Stuf weniger als je 5 alte Slktien wird kein Bezugsrecht gewahrt. 2. Das. Bezugsrecht ist bei sonstigem Erlöschen desselben in der Zeit vom 5.