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Jüdische Volksstimme · 1917-09-10 · Heft 14 (10.9.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 14 (10.9.1917)
Date
1917-09-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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vettt 4 ״Mische Bsttsstimme" Skr. 14 die die heiligen Gesetze enthalten, welche auch heute noch die Grundlage der Ethik der gesamten Menschheit bilden, und tausende Herzen schlugen dankbar jonen beherzten Männern entgegen, die in höchster Lebensgefahr in erstickendem Rauch die heiligen Rollen aus «der brennenden Bundeslade herausholten. Es waren dies die Angestellten der Gemeinde: Sigmund Kornfein, Beamter des techn. Amtes, die Herren Ludwig Schüller u. Markus Lichtenstern, sowie der Hauswart Heinrich Schramm, die sich m hervorragender Weise bei der Bergung der Sifra-Tora und der Kle- Kaudesch betätigt haben. Auf dem Brcmdplatze reschienen vom Kultusvorstande kais. Rat Sigin,und Kauders, Gemeinderat Dr. Schwarz-Hiller und Landesschulrat Dr. Spitzer, Sekretär Emil Engel vom Ausbruche des Brandes bis die Feuerwehr abzog, auf dem Brandorte und traf die entsprechenden Anordnungen. Die Kunde von dem Brande des Leopoldüädter Tempels hat auch a>n den einzelnen amtlichen Stellen tiesme Eindruck gemacht. Es erschienen persönlich auf dem Braindplatze Statthalter von Bleyleben, Stadtkommandant Generalmajor von Mossig, Bürgermeister Dr. Weißkirchner, .Polizeipräsident Gayer, Stadtbaudirektor Heinrich Goldemund, Bezirksvorsteher Dr. Blasel, der Leiter des Polizeikommisslariates Leopoldstadt Dr. von Brand- Huber, Magistratsrat Formanek, die Bezirksräte Eduard Hoffmann, Al. Pollak, Mlh. Zisarsky u. m. a. Sämtliche Herren sprachen gegenber dem Sekretär Emil Engel ihr Beileid über das Brandunglück aus. Der Minister für Kultus u. Unterricht gab schriftlich seiner Teilnahme an dem Unglück Ausdruck. Mit besonderer Anerksnnung se!i die übermenschliche Arbeit der Feuerwehr erwähnt, welche eine unheilvolle Ausbreitung des Feuers verhütete, sowie der ausgerückten Polizei, die in musterhafter Weise die Ordnung aufrechterhielt. UtfuEMlMNehlll (vormals Eduard Urban) Kaiser - Franz - Josef - Platz Nr. 18 Übernahme von Heldern zur günstigen Vor- 1׳::: aa aaa ZlttSUng. > ־־ד— י־■ An- und Verkauf von Losen In allen mttgllohen •=■׳■־.׳ ־־׳.■! Kombinationen. - ׳׳״ .=!■■ Jtundfdiaii. Auszeichnungen von Rabbinern. für Zivilverdienste 2. Klasse: Obervabbiner Dr. Moritz Güdemann; Moritz Kramer, Rabbiner, Mitglied des ״Deth Dm"; Dr. Max Grunwald, Rabbiner am Leopoldstädter Tempel; Dr. Sal. Funk, Rabiner am Kaiser Franz Josef l.-Huldigungstempel, H., Pazmanitengasse 6; Dr. A. Zlbeles, Rabiner am ׳Bethaus M., Untere Viaduktgasse 18; Dr. Moritz Dauer, Rabbiner am Josefstädter Tcnlpel; Dr. Israel Taglicht, Rabbiner am Fünfhauser Gemeindetempel; Dr. M. Roseumann, Rabbiner am Gerneindetempel in Floridsdorf; das Kriegskreuz für Zivilverdienste 3. Klasse: Dr. Arthur Zacharias Schwarz, Rabbiner am Tempel im 9. Bez.; ferner erhielten: Qberrabbiner Dr. Heinrich Brody, Prag, den Orden der eisernen. Krone 3. Klasse; Prof. Dr. D. Herzog, Rabbiner in Graz, das Kriegskreuz für Zivilverdienste 2. Klaffe; Prof. Dr. Adolf Biach, Rabbiner, Brüx, das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens; Dr. L. Levy, Brünn, das Kriegskreuz für Zivilverdienste 3. Klasse; Dr. Moritz Lewin, Rabbiner, Nikolsburg, den Titel eines kais. Rates; Prof. Dr. Emil Hoffmann, Rabbiner, Reichenberg, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone; Prof. Dr. Ottokar Kraus, Rabbiner in Beneschau, das Kriegskreuz für Zivilverdienste 3. Klasse; Moses Rudolfer, Rabbiner, Hotzenplotz, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. Präsident Dr. Alfred Stern. Mittwoch, den 29. August d. I., begieng der Präsident der Winer israelitischen Kultusgemeinide Doktor Alfred Stern bei vollster körperlicher und geistiger Frische Leiwen 86. Geburtstag in Baden bei Wien. Kais. Rat Richard Wilhelm. Unter dsni Persönlichkeiten, die am Geburtstage dies Kaisers ausgezeichnet wurden, befindet sich auch der Mitherausgeber der ״Korrespondenz Wilhelm", Herr Richard Wilhelm, der zum kaiserlichen Rat ernannt worden ist. An der Seite seines Vaters, des hochverdienten Regierungsrotes Ignaz Wilhelm, leitet kaiserlicher Rat Richard Wilhelm die Korrespondenz, die e-ip un!- entbehrliches Hilfsmittel nicht nur der Wiener Zeitungen, sondern» auch aller Ämter und Be- Hörden .geworden ist, getreu den Traditionen des Unternehmens, mit seltenen Pflichteifer, mit Umsicht und Sachkenntnis. In Wiener publizistischen Kreisen wird die Auszeichnung des heliebten Kollegen überaus sympatisch begrüßt. FestgotteSdienst anläßlich der Befreiung von Czernowitz. Befreiung von Czernowitz im Gemeindetempel im ll. Bezirke, Tempeelgaffe Nr. 3, ein Festgottesdienft statt. In Vertretung der Unterrichts- Verwaltung war Sektionsrat Dr.Thaddäus Ritbner, in Vertretung .des Polizeipräsidenten Polizeirat Dr, Klose erschienen. Ferner waren anwesend: der Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Leopold Kohn, die Mitglieder des Kultusvorstandes, Landesschulrat Dr. Markus Spitzer und Emanuel GrünwaU die Gemeindebeamten, der Bürgermeister von Buczacz, Reichratsabgeordneter Bernhard Stern, viele hier weilende Bukowinaer usw. Nachdem Oberkantor Morgenstern jdie Fesisänge vorgetragen und den Psalm 111 rezitiert, betrat Oben rabbiner Dr. Grunwald Ne Kanzel und hilelt die Festpredigt, i׳n der er auf die Bedeutung des großen und für die Monarchie freudiqen Ersitznisfes hinwies. Dann wurde bei’ geöffneter Bundeslade das Kaisergebet verrichtet. Weihevoll durchbrausten dann die Klänge der Volkshymne den Tempel. Mit dem Gebete für das Seelenheil für die gefallenen und verstorbenen Helden, die während des Krieges für das Vaterland ihr Leben ließen, schloß die Feier. Kais.-königl. Gesellschaft vom Oesterreichischen Silbernen Kreuz. Das ״Silberne Kreuz", das säine gewaltige Hilfstätigkeit im Kriege mit der außerordentlich erfolgreichen Aktion ״Gold gab ich für Eisen" glücklich einlsitete, versendet nunmehr seinen Jahresbericht 1916 und es ist in diesem furchtbaren Bilde des Krieges wie ein nie erlöschender Trost, daß soviel Werktätige Hilfe, soviel erfindorische Fürsorge,, soviel übermenschlicher Opfermut durch Ne Not der Zeit wachgierüttelt wird. Ueber 18.000 gebiente Soldaten aller Nationalitäten und Konfessionen sind, um nur eine Ziffer zu erwähnen, durch das ״Silberne Kreuz" teils unterstützt, teils auf Arbeits- und Dienstposten untergebracht worden. Eine soziale Reorgcmisierung der durch den Krieg aus ihren Erwerbs- Möglichkeiten gerissenen Soldaten durchzusühren, ist die große Aufgabe des ״Silbernen Krem zes", duffen Haupttätigkeit eigentlich erst eine Friedensarbeit sein Wird, wenn die Hunderttausende Zurückgekehrter Unterstützung, Hilfe und Rat beim ״Silbernen Kreuz" begehren werden. Der Jahresbericht gibt ein übersichtliches, sozial interessantes Bild dieser Organisation, um deren Ausbildung sich durch unermüdliche Arbeit und aufopfernde Hingabe unter anderem die Herren k. k. Hofrat Dr. Stefan Koczynski, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Th. Gutmann, Apotheker Ed. Binder und der rührige Direktor Al. Edler von Biczo besonders verdient gemacht haben. Die ״Wiener Zeitung" vom 17. August verffentlicht u. a. die nachstehenden Allerhöchsten Auszeichnungen: Es erhielten »das Kriegskreuz war nicht mehr am Leben, und den ihn bewirteten Mädchen seiner Verwandschaft befahl er zu fliehen um ihre Ehre zu retten. Wie ein weltentrückter Patriarch stand er da in seinen herunterwallenden weißen Bart Gebete hineiNmunnebnd und seine vereinsamte Seele dem» Schutze Gottes empfehlend. Vor seinen geistigen Auge entrollten sich wiederholte SHreckbildev aus der iirdischen Leidensgeschichte: Mgeschlachtete!Gemeinden aus der Periode der Kreuzfahrer, Märtyrer aus spanischer Inquisition und den Auto-da-F6s, Opfer der aufständischen Kosaken Ehmelnickis . . Sein Loos ist nun mit der großen Schaar südischer Märtyrer sich zu vereinigen rm!d »al kidusch ha- Schem" (für Ne Heiligung des Namen Gottes) zu sterben ... Das Erhalten der Seele am Leben ist zwar ein heiliges Gebot, doch war kein Wagen zu haben und zum Gehen versagten die alten Wotterigen Beine.... Moses Ber stürzte ungestüm m die Behausung den verlassenen Rabbi, der ihm setzt in seiner heldenhaften Resignation heiliger und höher als je erschien, und ohne Fragen und Zeitverlust saß der ׳Greis bald auf seinem HanNvagerl. Die Fahrbging im Galopp und seit Stunden imühete sich Moses Ber ab seine ״heilige Last" durch das Chaos des flüchtenden Zuges durchzubringen. In langer es wahrte,' desto größere Schweißtropfen triefen vom Angesichte des Trägers und so schwerer es ging, desto mehr verdoppelte sich die Anstrengung. Innerlich ober erstarkte seine Seelle und verlieh ihm Kraft. Das vergilbte Antlitz verklärte sich an der Freude erfüllender Pflicht. Ein Auf Anordnung des Vorstandes der israelitischen Kultusgom,einde Wien fand! Mittwoch den 16. August, um 10 Uhr vorm., aus Anlaß der wonniges Gefühl ward aus edm Grunde feines Innern hervorgezaubert. War doch diese Last ein Teil der Thora, ein ins Leben übertragenes Wort Gottes, ein heiliger Verkünder der einzigen Wahrheit, einer von ׳dien Nachfolgern Abrahams, Jsaks und Jakobs, und aller Meisen und Frommen späterer Geschlächter, die den Weg der Gerechtigkeit wandelten. Nur hin und da schaute er nach Rückwärts zu seiner dicht hinter dem Wagerl trappelnden Frau hinüber deren Blick ihm wie zustimmend!, begegnete.. Stundenlang hatte sich Moses Ber den Weg erkämpft. Ein einziges Streben «beherrschte ihn: .Den Rabbi immer vorwärts zu bringen und an sicherem Orte zu bergen. Bei der an der Straßenkrümmung entstandenen Stauung ist er aber in einen nicht zu überwältigenden Rummel hineingeraten. Und nur mit Anstrengung zog er das Wagerl immerfort schreiend: ״Platz! Platz!" Die Leute herum, — olle vom Städtchen her — allein ärOerst denewiert vom Stocken ihres Wettermarsches, erkannten nun ihren alten Hirten am Wäger! des Lastträgers unÄ von -aller Kehlen erklang, es: ״Platzt Platz für unfern heiligen Rabbi!ö . . . Und im! höheren Sphären ist eine Bewegung unter den Engelsfcharen «entstanden, die tzm Chore einfielen: ״Platz! Platz für Moses Ber den Träger!..." Neuhof—Wien. r * Rüben Fahn.l Die Kundgebung des Papstes. In diese Situation ist die Friedenskundgebung des Papstes gekommen. Was ihren materiellen Inhalt angeht, so kann ich keine Stellu-ng nehmen, bevor nicht eine Verständigung mit unseren Bundesgenossen stattgefunden hat. Ich muß aber der Auffassung entgegentreten, daß die Entschließung des Papstes durch die Zentvalmächte beeinflußt worden sei. Ich konstatiere, daß die Kundgebung des Papstes der spontanen Entschließung des Oberhauptes der katholischen Kirche entsprungen ist. Auch kann ich schon setzt sagen, daß es unlerer mehrfach kundgetanen Haltung entspricht, daß wir jedem ehrlichen Versuch, iim das Völkerelend des Krieges den Gedanken» des Friedens hineinzutragen, sympathisch gegenüberstehen und» daß wir »den Schritt des Papstes, der. vom ernsten Bestreben »nach Gerechtigkeit und Un- Parteilichkeit getragen ist, besonders begrüßen. Die Judenfrage in Rumänien. Dem jüdischen Korrsspondenzbureau im Haag wird aus New-Aork berichtet: ' Der trotz Mer offiziellen und offiziösen Versprechungen unveränderte Kurder rumämschon. Machthaber gegenüber der jüdischen Bevölkerwrg die Nachrichten über die Inhaftierung und Hinrichtung vieler Juden auf bloße Berdachtsgründe, und die Vergewaltigung jüdischer Frauen haben in Amerika tiefgehende Erregung ausgelöst..' Auf Veranlassung des rumänisch׳ jüdischen Verbandes wird die Lage der rumänischen Juden im amerikanischen Parlament

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