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Jüdische Volksstimme · 1917-09-10 · Heft 14 (10.9.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 14 (10.9.1917)
Date
1917-09-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Skr. 14. VlUVpiflllr Seit« 5 zur Sprache gelangen. Die jüdische Presse der Vereinigten Saaten zweifelt nicht daran,!daß die amerikanische Regierung lin offener und entfchisdener Weise oie Unterdrückung der rumämischen Juden Einspruch erheben und auch die AMerten zu!der!gleichen Stellungnahme deranlassen wird. Die rechtlosen rumänischen Juden. ז י Die rumänischen Juden in Frankreich protestieren dagegen, daß sie in die Ententeheere eingereiht werden sollen. Die Liga für Menfchenrechte unterstützt diesen Protest, da d!ie rumänischen Juden in ihrer Heimat derart rechtlos seien, daß man sie eigentlich nicht als Ruwänen bezeichnen körme.^ Die russichen Juden und Rumänien. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau ,ftn Haag wird am 20. August von seinem Londoner Die Times meldet, daß die Sadt Kherson der rumänischen Regierung -wahrscheinlich zur 'Verfügung gestellt werden und diese ihren Sitz dorthin verlegen wird. Me der Korrespondent der Times" in Odessa meldet, widersetzten sich die jüdischen revolutionären Organisationen von Kherson diesen. Vorhaben. Eine revolutionäre Volksversammlung in Odesia hat sich mach eimiem, -Wink des Petrograder Arbeiter- und Soldaten-, kongreß in Petrograd'Wilson zu dancken -sei. Die russische N-cgi-errmg beauftragte kurz -vor dem Zusammentritt des Kongresses ihren Gesandtten in Washington sich über den Standpunkt der amerikanischen Regierung gegen über dem Zionismus zu unterrichten. Erst die Antwort veranlaßte die russische Regierung, das Mini sterinm für auswärtige Angelegenheiten auf dem Kongreß vertreten zu lassen. Es leide heute keinen Zweifel, daß Wilson mit äußerster Euergie für die Verwirklichung des zionistischen Programmes eintreten werde. des Präsidenten der Vereinigten Staaten in Bezug aus die Palästinafrage und die ziomiistischeu Bestrebungen der provisorischen Regierung zu überbrmgen. Diese diplomatische Mission ist ein Teil der allgemeinen politischen Vorbereitungsarbeit der zionistischen Politiker für die Durchsetzung der zionistischen Forderungen auf dem Friedenskongreß — man denke an die Bemühungen des Mitgliedes des Engeren Aktionskomitees Nahum Sokolow bei den׳ Regierungen Frankreichs, Jtaliens und beim Vatikan und des Präsidenten der englischen Zionistenfederation Profesior Weizmann bei der englischen Regierung, sowie die Vertretung der zionistischen Forderungen durch die sozialistische Fraktion des Zionismus vor,dem sozialistischen Bureau in Stockholm und muß der jüdischen Presse in Amerikazu folge als die bedeutsamste Aktion zugunsten des Zionismus betrachtet werden, da es sich um ein gqmeimlsames Eintreten der Regierungen zweier Länder für den Zionismus handle, m welchen die überwiegende Mehrheit des jüdischen Volkes siedle. Der Ernst der amerikanischen Aktion für die zionistische Lösung der Juden frage erhelle auch daraus, daß heute als feststehend angenommen'werden dürfe, daß die Anwesenheit ei! nes Vertreters des russischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten beim Zionisten rates erbötig gemacht, die Kamerad er! in Kherson ,zu bewegen, eine gastfreundlichere Haltung anzunehmen. Judenpogrome in Kiew. Nach Blättermeldungen nehmen die Juden- Pogrome in Rußland einen erschreckenden Umfang -an. Auch in Kiew haben meuternde Soldiäten unter Führung mehrerer Offiziere Po grome veranstaltet. Den Ausschreitungen der Menge konnte erst nach heftigen Kämpfen scheu regierungstreuen Truppen und der plünvernden Menge ein Ende bereitet werden. Der Stadtkommandant erließ einen Aufruf an die Bevölkerung, in dem erklärt wird, daß die derhafteten Offiziere und die Soldaten nicht der aktiven Armee, «anigehören, sondern verkleidete Banditen seien. Die Ruhe ist wieder hergestellt. 31 Juden in Petersburger Gemeinderat. Wie ״Daily Chronicle" berichtet, wurden! bei den Gemeiinder-atswahlen in Petersburg 31 Juden in den Rat gewählt. Hiezu gehören Senator Winawer, der Advokat Slosberg, der Arbeiter sührer Leo Deitfch -und Frau Gurjewitsch, die erste Jüdin in ebnem russischen Gemeinderat. Sozialdemokratische Friedenskonferenz. London, 10 August. (Reuter.) -Das Memoivandum der englischen Arbeitspartei befaßt sich mit der Gründung einer Liga der, Nationen, der alle Staaten der Erde angehören sollen. Die Hauptbedingungen für den Frieden ist die Wie¬ ^Herstellung Belgiens, Serbiens Montenegros, die Gründung eines Balkanbundes, das Gut׳ machen des Verbrechens von 1871,!das den Verlust Ibon Elsaß-Lothringen bewirkte. ״Das Memorandum befaßt sich dann mit den berechti'gton Interessen Italiens, fordert Rechtsgleichheit für die Juden aller Länder -und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß auf Grund eines internationalen Übereinkommens Palästina von der Last der türkischen Herrschaft befreit und nie einen freien jüdischen-Staat ümgewandelt werde.6 Armenien, Mesopotamien und Arabien dürfen den türkischen Tyrannen ׳nicht mehr ausgeliefert werden. Alle Kolonien der europäischen Staaten sollen an die Völkerliga übergehen und von einer unparteiischen Kommission verwandelt werden. (Daß die Judenfrage in den Enten- Geländern heute aktuell und von allen Parteien unterstützt und -in den Vordergrund gestellt ist, berechtigt uns zu großen Hoffnungen. Anm. d. R.) Wilson und der Zionismus. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau im zufolge berichtet der American Jewish Chroniele, daß Las Mitglied des Großen Aktionskomitees der Monisten Organisation Leo Motzkin, sich nach Petrograd -begibt, um ein Handschreiben Der jüdische Kongreß in Rußland. Das jüdische Korrespondenzbureau im Haag berichtet: Am 31. Juli wurde in Petrograd eine Konserenz zur Festlegung des Programmes des allrussischen jüdischen Kongresses eröffnet. Alle jübischen Parteien und Organisationen des ruffischen Judentums waren durch 60 Delegierte vertreten. Ins Präsidium wurden Senator Sliosberg, Abgeordneter Friedmann und die Herren Alejnikow, Jakobsohn und Grodjse-nsky gewählt. Der Vorschlag der Poaleizioinisten, dem Kongreß die Bestimmung der Tagesordnung zu überlassen, wurde -abgelehnt.. Die Forderung der Zionisten, die Sicherung der Rechte der Juden in anderen Ländern und die Palästinafrage als gesonderte Punkte auf dem Kongreß zu behau׳ ein, stieß auf den!entschiedenen Protest der Bundisten, welche die Einmischung in die Angelegenheiten fremder Länder durch Resolutionen und Protestkundgebungen als unnütz erklärten und die Einfügung der Palästinafrage als eines besonderen Punktes -in die Tagesordnung bestritten, da der allrussische jüdische Kongreß keine zionistische Parteitagung werden dürfe. In der Sitzung vom 2. August wurde eine Einigung erziehst, welche alle Parteien befriedigte. Djie Zionisten verzichten aus die Besprechung der und die Bundisten willigten em, daß der Kongreß die Frage der Sicherung der bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden in Polen, Palästi-na und Rum.äniSn -behandle. Polen wurde mit Rücksicht auf seine bisherige Zugehörigkeit zum russischen Reich an die erste Stelle gesetzt. Das Programm lautet: «Der jüdische Kongreß Rußlands hat den Zweck: 1. Die Grundprinzipien der jüdisch-nationalen Autonomie in Rußland auszuarbeiten. 2. Die- Formen und die Sicherungen der Rechte der!nationalsnl Minderheiten fostgustellen. 3. Die zeit- Weiligen Formen der Gemeindeorganisation des russischen Judentums festzustellen. 4. Die Frage der Sicherung der bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden in Polen, Palästina, Rumänien usw. zu behandeln. jeder amerikanische Jude oder jede amerikanische Jüdin den Verdienst von einem Tage dem Fonds zur Verfügung stellt. Nathan- Straus, der bekannt» Philanthrop, der für die notleidende jüdische Bevölkerung in »der Kriegszone sehr große Spenden gegeben hat, zeigt jetzt wiederum der Welt -rin bemerkenswertes Beispiel von hochherziger Wohltätigkeit. Er hat sein eigenes Haus zum Verkauf gestellt, dessen Wert von 350.000 Dollar dem 10 Millionen Dollar Fond zuflirßen soll. Die jüdischen Studenten der Columbia- Universität haben 1100 DollaE für den 10 Mil׳ lionen Kriegs-Hilsssond für die durch den Krieg betroffenen Juden beigesteuert. Dies schöne Resultat ist den Bemühungen eines kürzlich gebildeten Komitees zu verdanken, dessen Ehrenpräsident Profesior R. Gottheil ist. Eine neue religiös-nationale Organisation Amerika. w Unter dem Namen ״Hcrmizpah Association" ist eine mit der Färdevationder Amerikanischen Zionisten verbundene zionistische Vereinigung gebildet worden. Außer der Förderung der allgemeinen zionistischen Ziele hat die! Hamizpab eine Sonderausgabe: den Standpunkt des traditionellen Judentums zu behaupten in Ubereinstimmu'ng mit dem von Theodor Herzl feftgelegten Grundsatz, daß ״ die Rückkehr zum Judentum der Rückkehr ins Judenland vorausgehe. Die Vereinigung beabsichtigt, energisch für die Erhaltung der Mischen Traditionen als eines Faktors für die Regeneration!des jüdischen Volkes zu arbeiten. Unter d>en Mitgliedern des leitenden Komit-ees der Vereinigung sind-: Dr. Salomon T. H. Hurwitz, Präsident; I. L. Bril, Sekretär, Dr. M. W. Beder, Schatzmeister; Rabbiner Dr. Herbert S. Goldstein, Dr. Nathan Blechman, Dr. Henry Kelleer usw. Das jüdische Pegiment in, England. An das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag wird aus London telegraphiert, daß das׳ jüdische Regiment für Juden bestimmt ist, die sich freiwillig melden. Tausende englischjüdische Soldaten haben bereits ihren Wunsch ausgesproßen, in das jüdische Regiment versetzt zu werden. Die russischen Juden hingegen, die in England bl-eiben und dort diienen wollen, werden durch Agitatoren gegen das jüdische Regiment ausgehetzt. Der Londoner Korrespondent des Bureaus meint, daß Anzeichen vorhanden sind, die die Annahme gestatten, daß die russischen Juden ihre Ansicht ändern wollen. Jüdische Kolonie aus Java. Aus dem Haag wird gemeldet, daß dem-!nächst einige holländische junge jüdische Männer sich mach Java (NiMrländisch-Jndien) begeben, um dis Möglichkeit der Gründung einer jüdischeu Kolonie auf Java zu studieren und vorzulbereiten. Bon Jerusalem «ach New-Uork über Zürich-Bern. Der 10 Millionen Dollar Kriegs-Hilfssoud. Der «American-Jewish Chroniele" regt zur schnelleren Realisierung des Projektes des 10 Millionen Dollar Kriegs-Hilfsfonds an, daß Was das friedliche Bern -sich me׳hätte tränmen lassen, ist durch den unberechenbaren Krieg Ereignis geworden. Gegenwärtig beherbergt Bern oa. 90 Juden aus Jerusalem. Letzten Freitag abend kamen über Österreich 42 Palästinentische Juden nach Born! mit dem Reiseziel: Amerika. Sonntags darauf kamen weitere 45 j-erusalemische Auswanderer an, die zur selben Reisegesellschaft gehören und das gleiche Reiseziel haben. Während die erste Gruppe aus Frauen und Kindern bestand, waren in der zweiten Gruppe auch ältere und jüngere Männer vertreten. Alle sind, amerikanische Staatsangehörige, und ein Teil von ihnen spricht auch Perfekt englisch, alle aber sprechen oder verstehen hebräisch. Sie alle erklären auf Befragen, das absolut keine Pogrome oder irgendwelche Feindseligkeiten gegen die Juden als solche stattgefunden haben. Im Gegenteil: die Türken behandeln die Juden schr loyal. Sie feW wurden weder interniert noch ausgewiesen. Einzig und allem die Meck-

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