Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 21 (11.12.1916)
- Date
- 1916-12-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ffc. 21. »UMsch« «,Nsstkmme" «M 3 rr » b׳a wären sie Allegeeint gegen den Kicheren Feind losgebrochen und hätten ihn zerschmettert. Als der Fürstensohn von Sidoem die Ehre des Jakobshauscs schändete, da waren es sofort zwei Söhne des Patriarchen, die ihn unv seiim Stadtbewohner züchtigten und mit Vernichtung schlugen. Meine Andächtigen! Ganz so erging es unserem Pa1tri!a!lchalischen Herrscher. Als ' er im jugendlichen Alter vo ׳nur 18 Jahren das Szeptes ergriff, erkannte er schon, welche Friedensaufgaba!er int Innern seines vielMstal tilgen, polyglotten Reiches zu lösen haben tverde und er rief die historischen Worte ans: ״Lebe Wohl meine Jugend!", denn im Sturm innerer Wirren hatte! er ׳die RegierungSaufgasbe auf sich gebunden. Durch ein׳ halbes Jahrhundert des Friedens nach außen, war seine b ewun der mipswürdige, uuormüdlilchie Tätigkeit darauf gerichtet, die Stämpnje seines Reiches friedlich zu verei!n>igen. Das war ein ewiges Ausgleichen und Bergleichen. Da entstand hieraus jenes .Maße Mißverständn.is i׳u! der Politischen Außenwelt, das da iirregeführt von den inneren Wirren glaubte, Oesterreich-Ungarn seiein schwankendes Karten- Haus; miaut braucht n,u!r daran zu stoßen und es fällt zusammen; der erste Krieg gegen den- Bestand des Reiches und es wird unter den eroberunja,sgelust!gen Feinden aufgeteilt. So entstand der Weltkrieg, des seinesgleichen nicht in! der Geschichte der Menschheit hat. Die Prämisse war jsdoch falsch! Der Streit war der d. Eifersucht um die Liebe des Vaters.Jedes Land, jede Nation suchte nur eifersüchtig da-!nach, Wie׳ die streitenden Stsinie aaif dein Lager Jakobs, sich der Lidbe desselben so zu bemächtigen, daiff ihr Vi!slg,ali1ebte!r Monarch auf ih!n sich stütze. Wiehe jedoch den Feinden, den Außen¬!stehenden, wenn sie es wagen sollten, gegen das österr. ungarische Vaterhaus feindlich aufzutreten; vaim seiner Ehre, seinem Obdachs sich zu vergreifen! Da fanden sie sich zusammen, i!n 'vereinter Kraft, und sagten in heldenhafter Tapferkeit, mit Opfern!an Gut und Blut, den Feind von! den Grenzen und erfolgten Siege, wie sie die Welt ni'cht ahnen konnte. Diese! ErkenntnÜs, daß im Ka/mjpfe nach Außen Oesterreich-Ungarn ein Ganges iist, wird dieser Krieg Gif ewige Jetten überdauern, und dies der Welt gezeigt zu haben, ist ׳das Verdienst aere pMerninswelchesunserer h׳ei!ßgeli!ebtc!r, in! die Ewigkeit entschlummerter Kaiser sich geschasfen hat; er hat im Kampfe des Weltkrieges aus den verschiedenen Steinen einen einzigen ganzen gefordert, und das ist das Denkmal, das er sich errichtet hat, ein Monument für alle Zeiten, einen Block aus Granit,!an den sich alle Fsinlde ihre gefräßigen Zähne stumpf beißen ׳werden! Auf diesem Denkmal leuchten in strahlenden Lettern! die Worte F r e t h e i t und Gleichheit; denn diese unschätzbaren Güter Nen-Oesterveichs hat Franiz Josef seinem Reiche geschaffen -und erworben; aber auch das dritte unschätzbarste Gut ׳eines Staates, die Brüderlichkeit hat stchnun ujinki* seiner Aegide im Kampfe nach Außen bewährt. Möge diese Brüderlichkeit im Kamse, sich in Jung-Oesterreich nach dem sehnlichst erwarteten Fri׳eden, auch im Innern bewähren; das wird dann der schönste Kranz sein, den wir auf das Denkmal Kaiser Franz Josef i. legen können. Betend für das Seelenheil des rühmgekrönten! .Kaisers, wird seine reine Seele vor den Stufen des Allmächtigen uns zum Schutzgeilst Iverden, daß unser Aller Glück sin Vaterlau de wieder aufleuchts unter der Sonne eines siegreichen, beglückenden Friedens, ׳daß die Tränen der in> diesem schrecklichen Kriege beraubten versiegen, und daß di>e Opfer an, Gut jmtb Blut in! dem tröstenden Bewußtsein gebracht worden sind, für die Namen des unververgänglichen, unvergeßlichen, heißgeliebtesten aller Monarchen, für das Andenken des nun selig entschlafenen, in die Gefilde der Ewigkeit hi׳m"iber.geschlumm erten___ ' Kaiser Franz Josef den Ersten Sein Angedenken wird gesegnet bleiben, für und für! Minien! Ein Tempelsänger zweier Generationen. Solch cm Begnadeter, Herr Julius Heimann, Chorleiter undsänger in der großen Lmpoldstädter Synagoge (Tempelgasse!), feierte ׳Gut letzten Samstag, den 2. Dezember d. I. seineu 70. Geburtstag, aus welchem Anlasse der Po- Pnläre und beliebte! Mann> ein gebürtiger Wiener, von Seite seiner vorglesetzten Gemeinde und der großen Zahl von Kollegen, Freunden und Verehrern vielfache Beweise der Wertschätzung und Anerkennung zuteil wurden, Wohl mit Recht. Gibt es doch kaum einen zweiten, der, wie der Jubilar, auf eine! achtundfünfzigjährige ununterbrochene, verdienstvolle Wirksamkeit in seinem Amte zurückzublicken vermag und an der Schwelle! des Greisenalters mit jugendlicher Frische und freudiger Hingabe nach wie vor seines hehren Amtes waltet. Dem Psalmisten gleich, kan!n er stolzen Hanp'tes von sich sagen: Ich singe von Gott, solange ich leibe, ihm weihe ich mein Sei!tenspiel, so lange ich bin׳ (Ps. 104.) Als zwölfjähriger Knabe trat Heimann! in den Chor -unter dem Ehormeiftor Sulzer in der Seitenstetter Synagoge ein, um ngch zweisährigor Wirksamkeit sei!ne Stelle mit der in der Leo- Poldstadt zu vertauschen, wo er im späteren Verlaust dom Männerchore angehörte! und nach tüchtiger Schulung dessen Leiter ward. Den vielen Meistern, die seit dom Beistände des Leopoldstädter Tempels unvergeßlich als Oberka'ntoren gewirkt, war Julius Heimann die vertraute Seele, di!o zuverlässige, nie versagende Stütze. In der Ausübung ׳eines ö8jährigen Gottesdienstes vernahm der Jubilierende Sänger so ntanche ererhob ende Worte a>. ׳dem Mnn!de berühmter geistvollen Prediger, die an dieser heiligen Stätte gewirkt, entbot >ga!r vielen honorigen Präsidenten beim Aufrufe zur Thora n!nd Segenspendung den feierlichen Choralgr-uß. Und wie unvergeßlich groß erst die Zahl ׳all jener, dile der allezeit auf sein'eni Platze gestandene Sänger bei Confirmatioen, Trauungen, Famili en festen weiheverleihend zur Seite stand oder beim Leben sabschiede als getreuer Eckhard die letzte Ehre gab! Daß dein Jubilar bei! der letztsanistägigen gottesdienstlichen Feier in dem Leopoldstädter Gotteshause die verdienten Ehrunjajen zuteil wnrden, läßt sich denken. Als Zweiter ׳(Lewite) zur Thora gerufen, gelobte ׳er einige Spenden, worauf ihn! Oberkantor Morgenstern eimeti. selbstverfaßten und vertonten Miisch'etberach mit Chorbegleitung widmete und S׳e. Eh׳rw. Rabbiner Dr. Max Grünwald trotz kaum überstandcnler Erkältung des Jubilars laugjährMs Wirken ini Dienste dieses Gotteshauses in Anwesenheit des gesammten Beethausvorsta!n,des und eines über-!aus zahlreichen Publikums trefflich würdigst -und Gottes Gngde! für seiinen weiteren Lebens- Pfad erbat. Julins Heiman gehörte früher auch der Wiener Hofoper an und besitzt für diese . seinje verdienstvolle und oft belobte Wirksamkeit die Allerhöchste Auszeichnung. Der Ernst dieser Zeit ließ es gebeten erscheinen׳, die Geburtstagsfeier mehr i|m/ Stillen zu begehen; die zahlreichen Ehrungen vom Vorstände der Wiener Kultusgemeinde in Form von schmeichelhaften Anerkennlungen aber sowie kostbare sinnige Geschenke von Korporationen, Freunden und Kollegen von Nah und Fern! mögen dem i!n allen Kreisen beklebten Jubilar zu hoher Gelnzigtuung und Ermnntenmg auf den weiteren Lebens- Weg dienen. A. L. » * * j Die Feier. Samstag, den 2. d., beging ׳der allgeniein beliebte und'gesch. Chordirigent des Leopoldstädter Tempels, Herr Julins Heiinann die. Feier seines 70. Geburtstages. - Diese Feier gestaltete sich zu einer solennen Kimdgebupg für Jubilar. Eine Tewipelstter, die ungemein schön varlief, leitete die Reihe der Ehrungen ein. Herr He i mann! wurde zur 4-hora aiufgerufen, dann tritg Herr Oberkantor Josef Morgenstevn mit Chorbegleitung in feierlicher Weise einen zu diesem Au-laiß verfaßten Mischebewch vor, darauf richtete Herr Rabbiner Dr. M. Gvunlwald an׳ den Julbi-tar eijnte warme, herzliche Ansprache, in der er der langen Tätigkeit der menschlichen Eigenschäften und der Beliebtheit des Chordirigenten rühmend gedachte. In! die Wohnung des Jubilars überbrachtcn btto Bethausvorstände a>n der Spitze!der Präsident k. u. k. Landesschulrat Dr. Jur. u. Phil. Markus Spitzer die Glückwünsche des Vorstandes Die ungemein wirkungsvolle Rede hielt Herr Dr. Markus Spitzer und überreichte zn/m Schluffe im Namen dieser Körperschaft dem Iw bilar ein Ehrengeschenk l!n! Form einer Kriggsanleihe»- Herr Bethans-Sekvetär-Stellvertretsr H. Weiß verlas sodann ein׳ Gvatulati!onsschveiben des Bethansvorstandcs, Herr Sekretär Dr. Emil Adler!ein! Schveiben des Kultusvorstcmdes und überreichte die Glückwünsche!der Beajmjtenschaft der .Kultusgemeilnde nnd übergab ein Ehrengeschenk, ctuen Stock mi!t sinniger Graviertmg. — Ferner gratulierten der K׳a,ntorenve.rein unter Führung ׳des Präsidenten Oberkantor I. Bauer, Vize-Präsident Oberkaintor Josef Morgenstern ,ivnd Vorstands-Mitglid 1. Kantor Salommi- Jurberiaer. Es gratulierten ferner Persönlich Rab. Dr. M. Gvunwald und Gemaliini. 1. Sekretär Kai-s. Rat Dr. Theodor Lieben und viele Beamte. Schließlich derObniiann׳ des Füufhauser Tempels Herr Kultusvovsteher Samuel Steiner. — Die Funktionäre des Leopoldstädter Tempels überreichten ihre Bilder in einem künstlerisch ausjgjesführten Tableau. Meistere Anisprgchen an den Jubi.lar richteten Prof. Josef Sulzer -und Chormitgliod Michael Stricks. Eine Deputation des S׳yn׳agog׳enve!rei>nes unter Führung d!es Obm!ann>es Herrn Salo Leinberger überbrachten die Ern0׳ii>nun!g des Herrn Heiimiann׳ zum Ehrenmitgli׳ed -und übergab mit einer vollendeten Ansprache ein׳ künstlerisch onsgeführtes Ehrendiploni. Die! Kollegen des Stadttcmpelchores widmeten ein schönes Geschenk, ׳die Ansprache hielt Herr Chordirigent Josef Zell'iüik. Ei!ne wertvolle Rauchgia,rni!tur mi.t Gravierung überreichte der Präsident des Ver- ׳e!in-es zur Bekleidung׳ armer alter Männ׳er, Herr Isidor Schwarz im Nanien des Verei'mes und im Namen der Tischgesellschaft des Jubilars aus dem Rost!aal!rant Hcrlinger. Der Kn-albenchor des Leopoldstädteir l'-empsls stellte sich mit ׳einem Gru-PPenbild ׳ei׳n>. Zahlreiche TelegrchUme, Briefe n. a. ein- Gratulationsschreiben des Vorstandes dar türkisch-isr. Kultrisgeiueilnde ׳sin sehr stiniinungsvolles Gedicht eines Jugendfr?!undes des Herrn! Franz Frankl, Vorstehr des Tempels Moden Und Marga!re!then ebenso -des Herrn Ka׳ntors Isidor Löwit, liefen ein und sprachen für die große Beliebtheit des Jubilars, dessen Ehre-rtag zu einer der schönsten Erinnerungen für ihn׳ und seine Freunde werden׳. Die amalekitische Methode in grauer Borzeit und jetzt. Van Dr. M. H. Friedlänjde!r. Seit nnidonkkichen Zetten haben׳ die Gegner Israels ׳es als ihre Leibensansgabe betrachtet, die- Fehler, Mängel, Schwächen׳ und Gebrechen einzelner Juden zu generalisieren, nn! ans diese Weise das ganze jüdische Volk brandniarken, diskreditieren, der Verachtung n. Vern!ichtnng Preisgeben zu können. Der eigentliche Schöpfer düeser -unglückssligen Methode war der alte Amalek, der gefährlichste aller Judenfeilnhe. Was mochte Wohl k1׳n Amalek Anlaß gegeben haben Israel, als es!aus ׳der Kenchtschaft Aegyptens befreit wurde, zu itberfallen? War ss Ländergier, Erob!e>rn!ugssucht? Nichts von! allerdem! Israel war ans dem ״Wgge", wohii'te!ilu! eiinfachen, zerlegbaren, Prunk- ׳und schinucklosen Hütten, nährte sich voimi Man'na, besaß wedpr Grund noch Boden!; wahrlich keine baueidens- und begehrenswerte La!ge! Warum also wurde es doch von Amalek so ingriuimig gefaßt Und überfallen? Amalek war und ist rin erbi'ttertor Feind ׳der Freiheit, des Fortschrittes, de,r Kultur und Zivilisation, )veil eituaufgeklärtes FwiheHtsliebejuidies Volk sich n,i!cht despotisch!beherrschen lasse. Amatek -tvgr! daher stets bemüht, die Fwiheit, sobald -sie sich nur irgautzwo Bahn -zu brechen begann׳, durch lügenhafte Verleumtdungen und gemein!en Den!uuzi-ati׳onen zu diskreditieren, sie als eiin! gefährliches gemeinschädliches, die! Jrrel-igiosttat, und Anarchie förderndes Ding, zu bezeichnen. Ms nun Israel, ׳das Jahrhunderte lang ׳unter der Kn'uto der Phavaonens geschniachtet, cmf wunder-