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Jüdische Volksstimme · 1916-07-27 · Heft 12 (27.7.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 12 (27.7.1916)
Date
1916-07-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. »WWW» V»Wp««ß* Nr. 12 pattonsgebiet ausUibauen. Die Zionisten Oesterwichs erachten es i׳n! biicjcm Atigeublicke als ihre hoillige Pflicht, die Regierullg uust die Oe!ffentlichkeit darauf zl! verlvei'seu, das; im Okkupation^- geitzi-ete!leben den Palen ein Mittioinenvolk lebt, die Inden, U>drf)c eiae durcha!ns eigenartige, ugtianale Einheit darstellen, ihre eigene Sprache sprechen und schreiben n,ud eisn. eigenes geistiges Leben, das Resultat einer Iahrtiausendalten Ent- Wicklung,, führen. Die palitische Nechtslasigkeit der Inden einerse!its nrnd engherziger Eha.u:viiu>islu,us filierender Persönlichkeiten im Lande haben bdlvirkt, dast die Kemiitnis van dem, wichen na-tianalen uud 510 tu retten Lebe!: der Ilweu Hin nahen Osten nicht weiter gedruuWu ist uust es besteht die Gefahr, dast, ׳n'icht ans basen Witten, sondern ans ManWl air Vertrautheit mit den tatsächlichen Berhaltuisseu das Befreilungstverk insaferne vereitelt lvird, als für die Mittilmen iüdische.r Bürger die nationale rund kill in rette Nechtslosigkeit in!der alten Farm bestehen bleibt. Bürgerliche und palitische Gleichberechtigung bedeutet nichts, wenn nationaler und kutriretter Flvaug mlfrecht erhalten wird! s Unter Berücksichtigung des UiuskMdes, daß heute,, Var alten anderen palitischen und sozial er! Fragen, deren Erörterung einenl nahen Feitp.l!>n!kte Vorbehalten bleibt, die Sprachen frage lind die mit ihr eugverbuusteiue Frage der Jugenderziehn>ng eine gerechte n!nd gedeihliche Lösung erfahren' niüssen, hat das Ereentivkomitee! der Fiou-isteu׳Oesterreichs folgende Nesolntian geflößt n. den in Betracht kommenden Faktoren unterbreitet: 1״.) Wir verlangen für die In den Russisch-Polens die, SckMlautoudmie, das tttecht,!ihre Schuten eingurichteu und Ul leitell. 2.) Wir verlangen, daß denij Hebräischen und denl Iidischen, der Umgangssprache von, 00°/״ der 'Inden Nnssischs-Polens, die gebührenden liechte znerka!>1u׳t lvevdeu und vovlvahrcu n!ns gegen die Unterdrückung der selb eil." 8BIQIE!IEäl3&lB18EIHI!SIHiEiDE!E*!-׳ Aufruf! t^ai'.l׳.׳, unerwartet traf uns d?e behördliche Bevfiignng, daß zirka :000 Flüchtlinge!11 u:׳.serer S-tadt untergebracht lverden müsstll lt.nd sind diese dermsten der Kriegsopfer bereits bei uns eiugetroffeu. Hier ist rasche Hilfe nötig. Ck׳ ist u;u* trotz der Opferlvitl'gkeit der Bewohner nnmöglich, ohne auslvävkige Unkerstützuua diesen Bedanernegverten ihr Los nnr halbwegs ertraglich Ui gestalten. Es ergeht daher xn alle Menscheu freunde die dring ende Bitte 1׳m Gewährung eines Beitrages Ui nnserem Hilssivake. Auch die geringste Gabe ist willkommen. Geldbeiträge für Misere R'echuuug erbitten lvir an die k. k. priv. all 111!0ך ei1:!10 Verkelirsbant, Filiale in Göding. Göding, am2 ׳:'.. Juni1001 ׳ Für das k^ödi.nger Flüchtlingssürsorgekomitee: Der Obmanil: Frist Frankl, Kultusvorsteher. Jtundfcftcut. Auszeichnung. Der Bruder unseres Druckgrs E. Ignatz M ral, der seit Begiuu des :kuioges bei der Hauditz Mullitionskolotziue dtv. 1. des k. 1t. k. schlv. Feldtrrtitterie Rgmts. Nr. tili als Kialnonier ein-- rückte, Heuer i׳n Frühjahr zum )ttechuiuugs-kbn.teroffizier befördert lrurrde, ist mit denl Eisernen Verdiellstkreuz \m1it der grolle am Ball de der Ta Pfejrke!i!tsmedaille a!usgezeichnet lvordeu. Zweimal ausgezeichnet.! Lqutnaut d. R. Istig Wagner des Insauterieregilirents 'Nr.!»5, geboren in Suczava, im Fivi! berufe Beamter der Auglo Oesterr. Bank in Wien» ston-d seit Jahresfrist im Felde. In der Nacht vom 20. .ruf den :10. Juli v. I. führte er als Fähnrich feine Kompagnie znm Stnrnr auf eine von den Russen zäh verteidigte Ttelluug, da es galt, die Eisenbahnliuie nach Lublin in Besist U> nehmen. Für die da-bet bewiesene 'Bravonr wurde er mit der kleinen silbernen Tapferkeitsmedaille ausg;zeich׳:et. In einem Wochenlang währenden 'Gefechte am Otvr gelang es!lnn mit seiner Abteilung, als erster in ein von de״.l Russen besetztes Dorf!׳.nzudringeu und viele Ein jüdischer General. Englisch-jüdische Fettungen beschäftigen sich seht viel mit einem australischen General John Mollasch, der sich!/n> diese >n Kriege l.nd schon srüher in Kolonial kämpfen ganz hervorragend bewährt habem lynd in englischeil Btilitärkreisen übev.vns geschäht sein sott. Es wird darauf hingelviaseu, daß Gen׳eral Mo na sch ein leiibhafkiger Neffe 11u,se rr s de kanjuteu Historiker:׳ Prof. Heinrich Gräst ist. Seiliies Vaters Schlvester lvar die Gattill des Professors Gräst. Er ist bereits in ''lngtralidn geboren, lvohin sein! Vat״r schon in jnngen Jahren mistvanderte. Dieser ist gebaren in Xrotoschin ln Posell, das bekauutlich alich die Heiu'gt Mar N'ordajns ist. (.Hofschneider v. Frank.) Vor kurzen ist in Wien der Hofschnailder .<bar! Morist v. Frank nach längerer .ganklieit im d2. Lebensjahre gestorben. Frank, vi-il gebürtiger Blikarester, kam in ingendlichen Jahren nach Oesterreich, erlernte das Schileidergelrerbe und errichtete später einen Herrenkl-eidersaloil in, Wien, der!ich starken Znspruches ans den vornehmsten .streisell erfreute. Als vor atlva drei Iaizren Frank:׳ Gattin aestorben war n!nid ihm ihr?Vermögen von ettva Ob Mlttlonen :krönen binterlassen hatte, fügte Frank, desseil Ehe kinderlos gebliebell war, jener Smmnb einen gleich hoheil Betrag ans seinen eigeneil Vermögen hinzli lünd gründete zr! Ostern 1!>l-I di,e ״E.-M.-Fr-ank-g i׳׳derspitalstiftnng", die nun nach dem Tode des Stifters ins Leben treten soll. Sie bestellt ans mebrere.l Bangründen ■i/m; Gedielle oon Lil'enseld und :'.,000.000 K in ba!rem ldelae. In. Lilienfeld sott eine Anstalt znu Unterbringung vvn .dkin.dern. geschatfeil werden, die au! chro׳a!ischeu Gelellks- und :knoche!!- erkranklmgen leiden, welche bei B.'handl'.mg mit So׳:׳>nenstrahlell einen günstigen Heilerfolg erkrarten lassen. - Im Juli vorigen Jahres Wurde Frank der Nde,lsta!1׳d verliehen. Hofschoeider v. Frank trar ein intimer Freund Adolf v. Sonnenthals. Die!u,ni׳ge Zuneiguelg des Verstorbeneu znni :künstler lvird i<u. ihm auch den Gedauken lvachgerufeil haben, sich dichterisch zli versllwen. Er link ein! Drama ״Der Verteidiger", geschrieiben, das gm Hosln,rgtl-,eur׳r anigeführt lrurrde, und iü dem Souneilthal die Hailptrolle spielte. Russische Wirtschaft in Ezernowih. In b'g'Unowih sordevn die rlissischeil Beliör- ■den alle lvehrfähiigen Männer von, lb bis r>0 Jahren unter Androhung der Todesstrafe!auf, heim Magistrat zu erscheiiileii, offeilbair׳ nm ins Innere verschickt .zu tverdell Es s1u«d jedoch sehr luenige. Der derzeitige Studtkomiiiaudaut Oberst Brouow versprach bei Allstienzen Ol übera!lis liebenstvürstMir Weise Schub gegen die Soldateska. Russisch ist Amtsriuist Verkebrsspräche, Rumänisch ist verboten. Gelgell die Iuden ist der Stadtkommaigdaut schroff ablveisend׳. in den Hänserii von Juden sind Plünsternngen bänfig. Die Warenzufuhr ans kttlis׳,laust hat ein Fallen der Preiise der Lehensmittel verursacht. Ei» proletarisch-ktnrservativer Verein in Warschau. Als tsteMurgelvicht zu den existierenden jüdischeu Aubeiterorgaiiisativnell, die i!n! der Regel ra׳D:ifa 1' fim.D, gründete die ortliodore Illgendorga1risatio׳n ״Temnuia" eitteiv proletarisch-kouservativell Verein .,Fe׳ire-Iehlld׳a". Der Verein bat das Fiel, außer für die Verteidigung der Wirtschafttichell I-nteressen der Bcitgljeder, die OrgallisievlliUg eines Arbeitsuuchlveises und die Bekämpfuing der Arbeitslosigkeit auch für die geistigen und religiösen Bedürfnisse der Mitglieder za sorgen. Fn diesenl Fweck richtet der Verein Abendkurse ein, welche diie Mi׳tgl׳.üd?r in Sprachen, :tnust ll'iid Wissenschlrft uuterrichtell sotten. Denl Tborw lurd XaImutiftuסimu wird — Hauptsächlich am Sonuabeird — em augenlessoller Platz estlgerällmt. Demnächst rrösfnet der Verein ein ״Arbeiterhoi>u" mit eitler Lesehalle. An der Spitze des Vevei.nieis steht eine Grnppe Arbeiter liild HaiidelsaiilMtellter» die aus religiösen Grüden die beitelienden Politischen nnst Professionellen Organisationen verlasseil haben. Eine Tischa-bcab-RemlnisZenz. llnglückverlwißellide Wolken hingen cum! 0. Ab des Ia-Hres 17SM über der alten :krölliliilgsstadt l!ud froiillllelLGenleitlde Preßbllrg. Sollteil stochestünstililch die mit Recht gefürchteten Feinde, die Frallgosen einvri’ufen! Alles flüchtete, Ha,b ntld Gut zurückligssend: titir der greise, gottesfiirchti- ,ge h!obbi Bkoses Sofer blieb fielst lind standhaft. Er blickte vou! seilner im zlveiten Stockwerk gelegenen Wohnilling, dlirch den von! der Straße lieranf-tönendell Lärm allfgeschrrrkt, in. beit Hof hiilab; ein Ovdouailg-Offizier iln voller Rüstuug stieg zn ihm empor mub überreichte ein Schreiben des Oberbbonliliallidanten der l!!n;kssei1tigell Donull-Arnlee, tvelches vo-n׳ Erzherzog :karl an den ehrtvürdigell htabbi! Moses Sofer gerichtet Umr. In zitternder Hast überflog dijeser die Feilen, ri!ef sditien Die,n,er Aron Adler itunb beauftragte ihn, sofort den Vorsteher hiabbi! Melidel Letviilv (Lemherger) zu holen. Der Inhalt des Schreibens lglltete kurz, daß ■bix'i׳ jüdische Soldaten a׳:n; nächsten Tage! kr iegs recht lich hiingerichtet ivürden sdieselben hatten, um d'ie :künoth Ul lesen, sich heimtich uns jeilseitige -Alfer segeln lassen 1,1110 Wunden ■der Spionage bezichtigt) uust sich als letzten Trost erbaten, steil tveltbeeühlntell Rabbiner Preßblnigs ,11.ן sprechen. R!a!b'bi■ Mendel L!oir!11üv lvar dleiich bereit, seün! Leben zu wagen lmd ullif Wliuisch des )ttabb!■ Safer als Delegierter des Pressburger )lialblbinats ins Hallptquartier zu reisen. N'och!111 derselben Nacht, bevor er ))iahrnug zn-sich geilamuien, slichte e!r die Deliuqnenten ans, bei! denen er Mich drei■ Christen saust, die llMen fchlverer Verbrechell z!ll Plt.lver imst Blei vrrnrteilt -tvaren. Sofort erbat er sich eitle׳ Atidilenz beim Erzherzog :kairl 1H1b sprach uirderkll'ieenst folgende Bitte ajns: ״:kaiserliche Hoheit, Herr Ober-:k0l1i»1.a»da-llt! Morgen in den Frilbstilusten!beiginut die entscheidende Sehlacht. Sechs Menschen schmachten im Kerker, der letzten Stii.nste harrend. Ich bitte um Gngste für dieselben, lmst der Gott Israels, der nach Aussage nuserer Weisen Maß gegen Maß vergilt, lvird inoMn den Sieg am, ihqe Fahnen hefteil nust Tal!senden Menschen das Leben erhalten." Der :kom/iiMandant stanute ivicht lveilig, daß der Inste Bcendet Lelvulv für sechs Menschen u.nst nicht bloß für die dwi Glallbellsgenassell flehte. ״Ihre Bitte sei Ihnevl gewährt! Ick) hätte sie Ihnell gelviß ubgeschagen, weml Sie •1m1׳r für Ihre Glaubeilsgmrossen um Gnade gebeten babeil würden." Am anderen Tage trug Erzherzog Karl bekanlntlich einen gtänzeildeil Sieg über 'Napoleon davon. Ezechiu Luzzattv. (Ans der Autobiographie S. D. Luz.za׳tto's: Biagrapllie Ezechia Lllzzatto's.) Iilteressallt ist die Lektüre eiues air Gott gerichk. Briefes, lvariu Ezechia Lilzzatto Gott bittet, ihnl einen hochbega!btell Sohu׳ zu schellkeli. Uud dieser getvnilsthte Solm wllrde iu Triest aiil 22. A-ugllst 1800, >am 1. El-ul 5500, Frei tag gegen 7 Ubr Ntachniittags geboren, es lvar SlMNllel David Llizzatto. Der Brief bat nachstehenden Wortlaut. Allverehrte.r Gott! F>ll meipeicnn; dbltzen hast ׳hu mich auf die Weit konliilen lassen lmd um Dir (\1t gehorchen, vollstehe ich Deine heiligen (N׳setze, verheiratete ich liiich u. begann meinten Sohn iu der heil. Schrift Ui unterrichten, nud während ich ihm hierfür viel Liebe eingeflößt, biu ich seiuer bermlbt )vorden.. Dadurch, daß hu mir ihn liienieden entrissen, hast dll mir eii'.len.großen Schmerz bereitet, mein Gott lind ich bitte Dich um Verzeihung für die begaugellen Süuden, die ich aufrichtig kreue; »»löge!das Unglück, das ■laich betroffen, sie sühnen, llust tröste ms'ch dadurch, mein Gott, daß Du mir

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