Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 17 (29.4.1931)
- Date
- 1931-04-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus der Ili-Bewegung Verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendoereine Deutschlands + I Redaktion: Dr. Ellen Littmann, Berlin Generalversammlungen der Jlis Liegnih, Frankfurt a. M. und Berlin Vor uns liegen drei Berichte über Die alljährliche Mitgliederversammlung in den Jlis. Wir halten es üit Interesse d-er einzelnen Jlilinder für wünschenswert, diese Berichte einmal in ihrem Gemeinsamen wie in ihrem Verschiedenartigem unmittelbar gegenüber zu stellen. Ihr lverdet erkennen, daß, letztlich immer um die gleichen Probte,nc in den einzelnen Jlis gerungen wird, daß, unser nie auftzörendes Bemühen, Ideen als lebendiges Gut zu vermitteln, aus denen der Einzelne die Sinngebung seines Lebens erfahren soll, daß, ein solches Bemühen immer wieder ein Suchen nach der Methode erforderlich macht, die nicht in e»nem Schema, sondern nur aus den jeweiligen Verhältnissen heraus gefunden werden kann. In der Fähigkeit aber für die jeweiligen Verhältnisse die geeignete Meth ode zu finden, liegt überhaupt die Lebenstrast einer Bewegung (wo sie nicht mehr aufgebracht wird, kann man sicher sein, daß, das ausgesahrenc Geleise zu einem toten wird), sic ist ein Zeichen des Wach- und Lebendigsein ihrer Führer und sie fft -- um es aus eine Formel zu bringen ~~ der Beweis lär die vollzogene Wechselwirkung zwischen Führer und Geführten, zwischen Leben und Idee. — — Unsere Winterarbeit — so sührtc Manfred Schwarz vom Berliner Ili in seinem Geschäftsbericht aus — stand einmal unter dem Zeichen der Wahlen, zum andern, einer Vortragsreihe namhafter Persönlichkeiten. Tie Wahlarbeit erforderte von jedem eine erhöhte Hilfsbereitschaft und Arbeitskraft. Ter Sieg der Liberalen kam uns für unsere Vortragsabende, die ja auch zu propagandistischen Zwecken veranstaltet wurden, zu Gute. Während für die heutige Generation des Berliner Ili Die öffentlichen und allgemeinen Vortragsabende eine Neuigkeit bedeuten, liegt für den Frankfurter Ili der Schwerpunkt der Arbeit weiterhin in den gemeinsamen Veranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften. Als besondere Leistung — so führte Werner Hochheimer aus -- sind vom Frankfurter Ili noch zu erwähnen: die Herausgabe einer Broschüre von Rabbiner Tr. Gottschalk aus Anlaß, seines Scheidens aus Frankfurt a. M., sowie „die Ueberreichung einer Mappe mit Gedanken und Forderungen der jüdisch-liberalen Jugend zur Ehrung Rabbiner Tr. Seligrnanns" anläßlich seines 70. Geburtstages. In dem Liegnitzer Ili sprach Herr Tr. Scheyer in seinem Jahresbericht, „daß! die 'Jugendgruppe sehr viel Geld ansgegeben, aber auch außergewöhnlich viel geleistet habe". In diesem Klageruf, daß die Ausgaben die Einnahmen überschreiten, stimmen Berlin und Frankfurt lebhaft zu. Ist es dort durch dje Tresdner Tagung verursacht, so ist es hier mehr durch die Aufnahme der Delegierten zur Berliner Arbeitstagung. Aus dieser Tagung wuroe unter anderem auch beschlossen, daß die „Arge", als maßgebende Körperschaft aller Jlis, auf den I Vorstand der Liberalen Ortsgruppe Liegnitz einwirten soll, jenes etgentümliche Statut zu ändern, nachdem der Vorsitzende der Hauptgruppe zugleich Vorsitzender der Jugendgruppe ist irnd bergt. Abhängigleitsklauscln mehr. Auf der diesjährigen Generalversammlung am 13. April ist es dem Liegnitzer Ili trotz einer heftigen Debatte nicht gelungen, seine Selbständigkeit zu erringen. Lediglich der Etat der Jugendgrnppe ist auf 25 der Einnahmen des Hauptvereins festgesetzt worden und die Hinzufügung einiger neuer Paragraphen zu den alten erreicht. lieber die künftige Arbeit im Ili koirnte leider in Berlin nicht mehr gesprochen werden, da der Wahlvorgang zu viel Zeit in Anspruch nahm; jedoch wird dies sehr bald nachgeholt werden. Tie Frankfurter beschlossen eine Vermehrung der Arbeitsgemeinschaften, die Schaffung einer Bibliothek, sowie durch Werbefahrten in die weitere Umgebung die Grünoung neuer Jlis zu ermöglichen. Auch die organisatorische Führung erfährt bei ihnen esne grundlegende Acnderung. - Ter Vorstand ist nicht mehr in seiner Gesamtheit für die Leitung oerantwortlich, sondern die einzelnen Vorstandsmitalieoer sind für die ihnen übergegenen Arbeitsgebiete zuständig. Ein:- allwöchentliche Besprechung des Vorstandes sorgt für eine einheitliche Zusammenarbeit. Tie Borstandswahlen in den drei Jlis hatten folgendes Ergebnis: In Frankfurt: 1. Vorsitzender: Tr. Hugo Hoffmann. Für Finanzen: Alex Iacobsohn. Gottesdienst, Weihestunden, religiöse Veranstaltungen: Hella Lion. Vorträge, Heimabende, Arbeitsgemeinschaften: Arthur Astheimer. Gesellige Veraiistaltungen, Werbung: Otto Stein. Beziehungen nach außen, mit befreundeten Organisationen, Arge usw.: Werner Hochheimer. Nachwuchs: Rene Metz.' In Liegnitz: > Für den Vorstand der Iugendgruppe: 1. Vorsitzender: Herr Tr. Scheyer; Stellvertreter: Walter Cohn; Schriftführer: Werner Harlam; Kassierer: Hans Sauer. In Berlin: 1. Vorsitzender: Manfred Schwarz. 2. Vorsitzender: Martin Glast. 1. Schriftführer: Helmut Galliner. 2. Schriftführer: Anm Jacobsohn. 1. Kassenwart: Herbert Schwarz. Beisitzer: Heinz Kellermann, Rose Seligsohn, Hans Löwenberg. Beirat: Tr. Arthur Lilienthal, Tr. Ellen Littmann, Tr. Max B og elftem. H—-t G—r. ★ Das Jli-Programm * Berlin. Gemeinsame Veranstaltung»«. Fahrt nach dem Briesctal am Sonntag, dem 3. Mai. Tressen 8 Uhr Stettiner Vorortbahnhof. Pankow-Osten. Heimabend am Donnerstag, dem 3V. April, abends 8.15 Uhr, bei Ilse Cohn, Schönhauser Allee 132. Westen. Montag, den 4. Mai, 7.30 Uhr abends, Heimabend bei Ilse Wygodczynski. Thema: Schöpfungsgeschichte. Montag, den 11. Mai, 7.30 Uhr abends, Heimabend bei H. Galliner, Sybelstratze J9. Thema: Kain. Berlin. Jugendgemeinschast der Jüdischen Reformgrmeinde. Dienstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, bei Ilse Wolfs, Charlottenbnrg, Riebuhrslraße 77. Collegium musicum über I. S. Bach unter Leitung des Herrn Dr. Schildberger. Mittwoch, den 6. Mai, abends 6 Ahr, bei Dr. Kubatzky. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 6. Mai, 20.15 Uhr: Vortrag von Ulrich Steuer: „Das religiöse Symbol rm modernen Judentum" Jüngeren-Eruppe: Dienstag, den 5. Mai, 16.30 Uhr: Arbeitsnachmittag. Jüngsten-Ernppe: Montag, den 4. Mai, 16 Uhr, im Jugendheim. Äereinsnachrtchten Professor Dr. Kurt Lewin (vom Psychologischen Institut Der Universität Berlin) spricht am Tonnerstag, dem 30. ds. Mts., abends 3 Uhr, im Logcnhails, Kleiststraße 10, über „Kindliche Konflikte" (mit Filmvorführung). Ter Vortrag findet zum Besten der Jüdischen Kinderhilft E. V. Berlin (.Kindcrpoliklinik, Fürsorgestelte, Tagesheim) statt. Karten zum Preise von Mt. 2,—, Mk. 3, -, Mk. 4,— sind im Büro der Jüdischen Kinderhilfe, Anguststraßc 111 ö, Tel. Norden 4150, zu erhalten. verein ehemaliger Hörer der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Montag, den 4. Mai, abends 7.30 Uhr, hüll Herr Dr. Leo Strauß in der Aula der Hochschule einen Vortrag über „Euhrn und MaimonideS". — Gäslc sind willkommen. verein der Beamten und Angestellten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. B. Gemütliches Beisammensein, Sonntag, den 3. Mai 1931, im kleinen Festsaal des LehrervercinShauscS, AlexavVerstr. 40-41 Eintritt RM. 0,50, Anfang 7 Uhr. Vorverkauf: Berlin N. 21, Oranienburger Straße 29, Schulbüro, Steuorbüro, Zimmer 35, Hauptbuchhallerei. Die Jüdische Altershilfe Groß-Berlin E. V. veranstaltet am Dienstag, dem 5. Mai ds. IS., abends 8 Uhr, eine Besichtigung des Pergamon Museums unter Führung von Herrn Professor Dr. G. I. Kern. Karten zum Preise von RM. 3,— sind im Büro der Altershilfe, Augsburger Straße 39, Tel. Bismarck 1221, erhältlich. Ter Jüdische Turn- und Sport-Club 1805 veranstaltet am 3. Mai, abends 8 Uhr, im Berliner Clubhaus, Ohmstraße 2 (Nähe Jaintv witzbrücke), einen „Gemütlichen Abend". Unkostenbeitrag Mk. 0,60. Wie die vorhergehenden verspricht auch dieser Abend wiederum in Stimmung und Gemütlichkeit ein großer Erfolg zu werden. Israelitischer Fraven-Unterstützungsvrrrin, E. B. 48. General- Versammlung am Mittwoch, dem 6. Mai 1931, nachmittags 5 Uhr präc., im Vortrags-Saal der Synagoge Fasanenstraße 79-80. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorsitzenden. 2. Bericht der Schatzmeisterin. 3. Ergänzungswahlen. 4. Verschiedenes. Vortrag: Rabb. Dr. Max- Wiener: „Jüdische Wohltätigkeit Einst und Jetzt." Gäste herzlich willkommen. An die Ortsgruppen und Mitglieder der „Bereinigung für das liberale Judentum", ) an die Mitglieder der „Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands". Montefiores „Outlines" erscheinen auf Deutsch! Die Bedeutung dieser für das liberale Judentum in Deutschland literarischen Neuerscheinung braucht hier nicht hervorgehoben zu werden; sie geht u. a. aus dem in - der jüdisch-liberalen Zeitung" abgedruckten Vorwort von Herrn Rabbiner Dr. Caesar Seligmann hervor. Das Werk wird Mitte Mai erscheinen, der endgültige Ladenpreis RM. 6,— für das broschierte, RM. 7,60 für das gebundene Exemplar bettagen. Der Verlag Gustav Engel (Leipzig) gewahrt aber bis zum Erscheinen einen ermäßigten Subskriptionspreis von RM. 5— für das bros chierte, RM. 5,75 für das in Ganzleinen ge- - bundene Exemplar. ' Claude G. Montefiore ist der Senior und das gewählte Oberhaupt der World Union sor Progressive Jndaism fWeltverband für religiös-liberales Judentum) und ein Gelehrter von Weltruf — sein Werk gehört in jedes jüdisch-liberale Haus! An die . Hier ausschneiden! .. Subskriptionsliste Vereinigung für das liberale Judentum E.V. Berlin SV 11 Hallesche Straße 1 Die Unterzeichneten bestellen hiermit Montefiore, «Umrisse des Liberalen Judentumsins Deutsche übersetzt von Josef Kausftnann, Berlin-Weißensee, mit einem Vorwort von , Rabbiner Dr. Seligmann, Frankfurt a. M. ' zu dem bis Mitte Mai 1931 gültigen Subskriptions-(Vorzngs-)Preis broschiert RM. 5,— oder in Ganzleinen gebunden RM. 5,75 (nähere Angabe s. u.y.! Broschiert oder Name! Wohnort I Straße «. Hausnummer gebllnden (bitte hierunter gena« Anzahl der bestellten Exemplare i angeben *• PnnlilWief gesicherte Position.32, fl UllUrluI, freidenkend, IfllUlSCU! Hilm! mit Dame bis 2ö aus reichsdeutsch. Familie m. ungefähr 20 Mille. Zuschrift, unt. „T. K. O. 48583“ bef. Rudolf Mosse, Berlin SW 100. Kleineres, nettes Zimmer Gegend: Bayernviertel Schöneberg, alter Westen per 1. Mai gesucht Offerten mit Preisangabe unter M. 0. 27 an die Expedition dieses Blattes. 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