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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-01-08 · 2 (8.1.1930) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
2 (8.1.1930)
Date
1930-01-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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10. Jahrgang Nummer 2 Beilage 8. Iaauar 1930 Rabbiner Dr. Hermann Vogelstein Zn seinem 60. Geburtstag. Einem englischen Staatsmann ist als Kennzeichen seines Wesens das Wort nachgesagt worden: „Er lebte ohne Schau- KeNnng seiner selbst." Dieses Wort ging mir nicht aus dem Sinn, als ich erfuhr, daß Hermann Vogelstein sein sechzigstes Lebensjahr vollendet hat. Mit Recht kann man auch von ihn: sagen, daß er sein Leben so gestaltet hat, daß sein Ich bei all seinem Schassen und Wirten zurstckzo treten ist. Im Alter von 24 Jahren wird er Rabbiner in Oppeln, der Nachfolger Wieners, eines der liberalsten Rabbiner Deutschlands, zwei Jahre später wird er Rabbiner in Königsberg in Preußen, der Nachfolger eines Bamberger, der als Organisator einen ausgezeichneten Ruf genoß Nach säst 25jähriger Wirksamkeit in dieser Gemeinde wird er zum liberalen Rabbiner der Gemeinde Breslau gewählt, ats Nachfolger des gelehrten Jakob Guttmann. In allen drei Gemeinden hat er Hervorragendes geleistet. Durch, seine gesamte Persönlichkeit hat er sich die Liebe und di- Hochachtung seiner Gemeiirden erworben. Als Kanzelredner wirkt er durch die Schlichtheit seines Vortrages und die Tiefe seiner Gedanken, als Lehrer durch die Kenntnis der KmdersGlv und durch sein Verständnis für die Jugend, als Seelsorger durch den Zauber seiner Persönlichkeit, durch die Herzensgute, durch die Reinheit seiner Gesinnung, die von rhm aussirömt. Er hat sich jedoch nicht damit begnügt, sein Schassen u>rd Wirten aus die Gemeinde zu beschränken, in der er lebte, sondern er setzte auch seine ganze Krajt ein sür die Gesamtheit der deutschen Juden, insbesondere aber sür das liberale Judentum. Er jolgte hierin dem Beispiel scin's unvergeßlichen Vaters, Hrynemann Vogelstein, des einstigen Führers des liberalen Judentums in Deutschland. Sowohl in der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands als auch in der Gesamtorganisation des liberalen Judentums ist Hermann Vogclstein ein treuer Mitarbeiter bis aus d'u heutigen Tag geblieben. Er hat sich durch kerne Zeitströmungeu beirren lassen, nie von dem Wege abgewichen, den Wissen und Wisscnschajt ihm vorgezeichnet haben, hat nie nach der Spike gedrängt, mit anderen zu arbeiten ist sein höchstes Ziel. Tie Arbeit und die Pslicht sind die Grundlagen seines Wesens und die Ursachen seiner Ersolge. Trotz der schweren Amtspflichten hat er noch Zeit zu wissenschaftlicker Arbeit gefunden. Bereits im Alter von 2l Jahren schreib: er mit seinem Freund und Studiengenosseu Paul Ri eg er die „Geschichte der Juden in Rorn", ein ans umfassendem Quellenstudium beruheudes Werk, das maßgebend für die Kenntnis jener Zeit geblieben ist. Aus der Fülle seiner Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften und Zeitungen möge sein Beitrag zu dein Buche „Abraham GAßcv. Leben und Lebensweit" hervorgehoben werden. Er' hat in diesem Buche die Einleitung zu Abraham Geigers Theologie geschrieben. „Die Ausgabe des Theologen ist es, den Geist der Zeiten und der Gegenwart zu erkennen, der Rabbiner ist verpflichtet, den religiösen Wahrheiten den Ausdruck zu geben, wie er der Zeit angemessen ist." Was hier Vogelstein von Abraham Geiger sagt, es ttnuzcichntt seine eigene religiöse Ausfassung vorn Judentum, für die er während seiner ganzen Wirksamkeit mit Mut und Entschlossenheit eingctrctru ist. Darum stand er wie GA'ger „im schrossen Gegensatz zu denen, die das religiöse Leben als etwas Abgeschlossenes, Fertiges ansahen". Es hat wvhl Augenblicke gegeben, in denen er an HG Zukunst des Liberalismus zweisetie, aber das hat ihn nicht müde gemacht in seinem Streben. Leben und Lehre sür sich und in seiner Gemeinde in Einklang zu bringen. Bon denn was er einmal als richtig erkannt hatte, hat er sich niemals abdrängen lassen. Er ist allem Scheinem unzugänglich geblieben, er ist ein Charakter von tiefem Ankergrund. Es ist ein Selbstverständliches, daß neben den vielen seiner Gemeinde, die ihm in diesen Tage". ihre Glückwünsche ausgesprochen haben, auch wir liberale Inden ihm den Dant anssprechen, sür all das, was er uns durch sein Wirken und Schassen, duceh sein ganzes Vorbild gegeben hat. Ter Name Bogelstcin ist für das libirale Judentmn in Deutschland schon zwei Menschevalter hindurch ein Programm. Möge cs Hermann Vogelstein beschiederr sein, in nohmütigem Zusammenhang mit allen seinen Lieben auch fürderhin für die jüdische Gesamtheit zu wirken und zu schassen. Rabbiner Tr. Julius G a l l i u c r. Tagung der Relchsgemeinschaft der Landesverbände Am Januar 1930 trat vormittags um 9.30 Upr in den Geschäftsräumen des Preußischen Landesverbandes in discher Gemeinden unter dem Vorsitz von dessen Präsidenten, Kammergerichtsrat Leo Wolss, die A r b e i 1 s g e m e i n s ch a s t d e r j ü o i s ch e n L a >r d e s v e r b ä n d e d e s d o u tschen Reiches zu einer Tagung zusammen, bei der säst alle angeschlossenen Verbände vertreten waren. Ter Vorsitzende wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß die Ardritsgemeinschast, deren letzte Sitzung um ein Jahr zurückliegt, dazu berufen sei, die gemeinsamen Interessen der deutschen Judenbeit wahrzunehmen, so lange es zur Gründung eines Äcichsverbcmdes nicht gekommen ist. Dem verstorbenen RaGiintglrede des Preußischen Landesverbandes, Professor Tr. Türk, widmete der Präsiden! des Bayerischen Landesverbandes, £berlandcsgenchtsrar Tr. Neumeyer, eilten warmen Nachruf, in dem er die hervorragende Tätigkeit Tnrks bi! früheren Zusammenkünften würdigte. In der vis abends 7 Uhr ausgedehnten Sitzung Uuirbe die gesamte sehr reichhaltige Tagesordnung erledigt. Ans ihr seien als besonders bemerkenswert die folgenden Pnnlie hervorgehoben: Es fand eine Aussprache darüber statt, auf ivelche Weise bei der Zuführung rabbinischer Kräfte zu den in Einzetfällen für sie in Betracht kommenden Wirkungsstätten die Rücksicht auf die.Höhe der ihnen zu gewährenden Besoldung ausgeschaltet werden kann. Tie Frage soll, da es sieh hierbei um Mißstände handelt, die hauptsächlich bei der Besetzung a.osinädtischer 'Rabbinerstellen hervorgetreten sind, der Konferenzgemeinschast der Großgemeinden zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Sehr bemerkenswerte Mitteilungen konnten über die Verhandlungen gemacht werden, die seitens des Preußischen Landesverbandes mit den zuständigen Behörden über die Sonntagsarbeit von Beamten und Angestellten der jüdischen Gemeinden und Organisationen sowie derjenigen Betriebe, in denen am Sabbath nicht gearbeitet wird, geführt worden sind. Auch über den Stand der Reichssteuergesetzgebung, so weit sie sür die jüdischen Gemeinden in Betracht kommt, sowie über die Bestrebungen zur Abwehr der Angriffe gegen das Schächten wurde Bericht erstattet. Einen breiten Raum nahm in den Erörterungen wieder die Lage der Rabbinerbildungsanstalten ein. Im Hinblick auf die ungemein große Bedeutung dieser Institute für die Erhaltung des Judentums wurde von allen Seiten die Not- Wendigkeit betont, die zu ihrem Fortbestand sowie zur Sicherung der Pensions- und Reliktenversorgung ihrer Dozenten erforderlichen Mittel durch die Landesverbände aufzubringen. Soweit das mit Rücksicht auf deren sonstige Belastung nicht möglich ist, soll versucht werden, private Organisationen zu Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung am 1. und 2. Februar in Breslau Sonnabend, l. Februar 1931): Vormiltags 9> - Uhr: Festgottesdienst in der Reuen Synagoge, Festpredigt: Herr Gemeinderabbiner Tr. Hermann Vogelstein. Nachmittags 4 Uhr: Gesamtvorstandssitzmig; anschließend Hauptversammlung (geschäftliche Sitzung der Delegierten.) Tage s o r d n u it g: 1. Eröffnung und Ansprache des Vorsitzenden, .Herrn Rechtsanwalt Heinrich Stern (Berlin). 2. Geschäftsbericht des Generalsekretärs, Herrn George Goetz (Berlin). 3. Finanzbericht. 4. Entlastung des Vorstandes. 0. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 6. Neufestsetzung des Beitrages. 7. Generataussprache. 3. Anträge und Verschiedenes. (Es ist für abends eine Pause vorgesehen, in der eine kalte Tafel ausgestellt werden soll.) Sonntag, 2. Februar!930: 2. Tag der Hauptversammlung. (Dieser Teil der Tagung ist öffentlich; (9äste als Zuhörer daher willkvmmen.) Vormittags 10 Uhr: Eröffnung: anschließend Erstes Hauptreserat: „Das Judentum als Weltreligion." Rabbiner Dr. Cäsar S e l i g ni a n n (Frankfurt a.M.) Zweites .Hauptreserat: „Religion nnd Wirtschaft — Lebensnahe der Religion." Referent wird noch bekanntgegeben. Mittags l Uhr: (9 e in e i n f ch « i t 1 i ch c s M ittage s s e n. Nachmittags 3 > Uhr: Aussprache der Telegieneu über die Referate des Vormittags. Abends 8 > , Uhr: Große ö f f e n t l i ch e K u n d g e b u u g des „Liberalen Vereins der Synagogen Gemeinde Breslau". Sämtliche Veranstaltuugeu finden in der „Spiuozaivge", Reichspräsidentenplatz 9, statt bis ans die öffentliche Kundgebung am Sonntag abend, deren Oerttichkeit und Programm noch bekanntgegeben werden. Teilnahmeberechtigt an der Hauptversammlung find samt liehe Mitglieder der „Bereinigung sür das liberale Juden tum E. B." und ihrer Ortsgruppen, sowie die Mitglieder der Jüdisch-liberalen Jugendvereine. Auswärtige Einzelmitglieder können sieh durch Abgeordnete vertreten lassen, die soviel Stimmen abgeben dürfen, als der Zahl der vop ihnen vertretenen Mitglieder entspricht. S 7, Abs. 2, 3 und I unserer Satzungen lauten: In der Hauptversammlung hat jedes Mitglied eine Stimme. Das Stimmrecht von Mitgliedern der Ortsgruppen wird durch diese ausgeübt. Jede Ortsgruppe hat soviel Stirn men wie Mitglieder. Tie Ortsgruppen sind berechtigt, ihre Stimmen unter ihre Vertreter zu verteilen. Jeder der „Arbeitsgemeinschaft jüdiseher-liberaler Jngeudverciue Deutschlands" angehörende liberale Jugendverein hat soviel Stimmen, als ihm über 16 Jahre alte Mitglieder angehören. Die Legitimation der Delegierten wird von der Versammlung geprüft. Die Vorstandsmitglieder haben als solche eine besondere Stimme. Tie Anmeldungen zur Teilnahme au der Tagung müssen bis zum 20. Januar 1930 an die Geschäftsstelle der Vereinigung, Berlin SW. ll, Hallesche Straße 1, erfolgen. Außerdem ist Anmeldung sür das gemeinschaftliche Mittagessen ebenfalls bis zum 20. Januar 1930 au .Herrn Erich Maschler, Breslau 18, Kürasst'erstraße 26, erforderlich. Es werden auch Gastquartiere, allerdings in beschränkter Anzahl, zur Verfügung stehen; entsprechende Wünsche werden ebenfalls bis zum 20. Januar 1939 an .Herrn Maschler, Breslau, erbeten. Vereinigung für das liberale Judentum E. V. Der Vorstand. I. A.: H e i n r i ch Sie r n , Rechtsanwalt, Vorsitzender. schassen, damit die Rabbinerbildungsaustalten selbst in jedem Falle von der Sorge um ihr Bestehen befreit werden. Zur Beratung über die inneren Fragen des Religions-- unterrichks, insbesondere die Schaffung von geeigneten Lehrbüchern, ferner über die Frage der Fortbildung der schulentlassenen Jugend wurde ein kleiner Ausschuß gebildet, feset sich nötigenfalls durch Zuwahl von weiteren geeigneten Personen ergänzen soll. Von Vertretern der kleinen Landesverbände wurde die in ihnen herrschende Notlage geschiloert. Infolge der Verkleinerung der einzelnen Gemeinden und der Verarmung der in ihnen verbliebenen Mitglieder fehlt es au Mitteln für die Befriedigung der nötigsten Bedürfnisse. Es wurde eine engere Verbindung unter oen kleinen Landesverbänden angeregt, damit diese wenigstens moralisch sich gegenseitig einen Rückhalt verschaffen. Tie Verhältnisse sollen weiter von dem Preußischen Landesverband unter Zuziehung der kleinen Landesverbände geprüft, alsdann soll der Arbeitsgemeinschaft über die Sachlage Bericht erstattet werden. Tie weiter zur Erörterung getaugten Gegenstände betrafen mehr innere Angelegenheiten der Verbände sowie Fragen der Organisation. Es hat siel; dabei herausgestellt, daß eingehende Aussprachen über alte diese Tinge notwendig nnd behufs Annäherung der einzelnen Landesverbände unter einander nnd einheitlicher Behandlung der sie in gleicher Weise interessierenden Angelegenheiten höchst förderlich sind. Die baldige Einberufung einer neuen Tagung der Reichsarbeits - gemeinschaft wurde deshalb in Aussicht genommen. Führertagung des Reichsausschusses der jüdischen Augendverbcinde Wir verösseiuiiche» luuincklnn.' einen tzenchl 1er Jüdischen Ie:e(]Viip[)ei; t'Igenlui über eine Fülnerlagung des '.Kcid)öiiu*iünu'k-> der iüdiichen (tngendverbände. Wir dedauern, nichi auf eigener Neiinliiider Be Uncdiittiflei, beriihlen zu lüimen. Tie!lGd. In der Zeit vom 29. bis 31. Dezember 1929 fand in dem vom Reichsausschnß der jüdischen Jugend, erblinde unterhaltenen Jacobsonheim in Seesen a. .Harz eine von den im Reichsausschnß vereinigten Jiigeudbüuden beschickte Führer tagung statt. Tie diesjährige Tagung kounie teilweise an die Ergebnisse der vor einem Jahre am selben Orte statlgchabten sozialen Woche anknüpfeii. Ter Geist der Jugendbewegung, vorbildliche Toleranz gegenüber nbtveirhenden Meinungen, schufen eine Stimmung, in der e* gelang, auch über Fragen, umstrittener Art in Freuudschafr und Ruhe zu sprechen.' Tr. Moritz Schweizer-Essen nnd Edith Evhn Berlin behandelten ein Gebiet, über das bisher weder zuverlässiges statistisches Material noch überhaupt systematische Vorarbeiten vorliegen; wieweich nämlich heute bereits jüdische Jugend organisatorisch erfaßt ist und welche Möglichkeiten und Sch'tvie rigkerten für eine zukünftige Arbeit in dieser Richtung br stehen. Während Edith Eohir mehr die psychologische 'Seite dieses Problems beleuchtete, befaßte sich Tr. Schweizer vor allem mit den soziologischen Fragen, wobei er den Vorschlag der Bildung jüdischer „Klubs" machte. Tie Milieu bestimmtheit der jüdischen Jugendbewegung schließt besonders die prolelarisierten Schichten von der Erfassung aus. Hinzu kommen der Mangel an Freizeit und die Konzentrierung auf Berufsinteressen, die einer Erfassung entgegenstehen. Edith Eohu versuchte, ausgehend von beit üesondecen Schwierigkeiten der Familie, auszuzeigen, daß die Jugendbüude eigentlich nur diejenigen jungen Mensche» (Jugend öer hohe reu Schulen) erfassen, deren seelische Situation und deren Stellung im Elternhaus dieser Erfassung entgegenkommen. Tie Erfassung der schwerer zugänglichen, in komplizierteren Gesamlsituationen befindlichen Jugendlichen könnte durch verwehrte pädagogische und psychologische Erkenntnisse der Füh rer ermöglicht werden. Tie besonders aktiven Elemente können nur durch eine der Wirklichkeit zugewandte Hattuug äuge zogen werden. Tie gesellschaftlichen Fragen, insbesondere Fragen des Schulkamvses nnd des Sozialismus, stehen dabei im Vordergrund. Als zweites Thema der Tagung stand die Frage der Verwirklichung der Jugendförderungen in der sozialen Arbeit zur Debatte, das von Dr. Hanna Eisfelder und Sieg Hirsch behandelt wurde. Sieg Hirsch sprach über die Reform der sozialen Arbeit nnd die Ausgaben der Jugend, deren Mitarbeit noch nicht stark genug ist. Er zeigte auch die Problematik der gesamten Arbeit und ihren Zusammenhang mit der Wirtschaft. Für den gegenwärtigen Moment besonders wichtig und aligeuiein interessierend waren seine Ausführungen über die Jugendpflege gruppen. Aus Referat und anschließender Tisknsfiou ergab sich, daß diese Jilgendpstegegriivpen, soiveit sie eigentliche pädagogische Ausgaben nicht erfüllen tönneu, vor altem den Wert haben, daß sie die Jugendlichen beivahreu und pflegerisch betreuen. Es muß danach gestrebt werden, daß diejenigen Jugendlichen, deren Erfassung innerhalb der Jugendpslegegruppen als abgeschlossen angeselieu werden kann, entweder in Jugendbünde oder in Berufsorganisationen über geleitet werden. Tr. Hanna Eisfelder berichtete znuächft über dle^Entwicklung'in der Fürsorgeerziehungssrage iin letzten >>ahre. Sie zeigte weiterhin neue Aufgaben, die sich aus der Praxis ihrer eigenen Arbeit ergeben haben. Z. B. wies sie auf die Dringlichkeit einer Hilfe für isolierte Anstaltskinder bin, da selbst in den bestgesührten Anstalten das Kind den Mangel an Liebesbeziehungen, die es mit einem einzelnen Erwachsenen verbinden, empfinde. Es ist anzuftreben, daß möglichst jedes derart isolierte Kind durch regelmäßige Besuche in Verbindung mit einzelnen älteren Menschen, die nicht im Anstaltslkbeu stehen, gebracht wird, wofür sich ältere Mensehen ans der Jugendbewegung sehr gut eignen. Weitere Aufgaben der sozialen Arbeit der Jugendbewegung sind der Besuch von Altersheimen und einzelnen alten Leuten, Erledigung von Besorgungen sür diese, Sonderbeschästigung mit einzelnen Kindern m bedürftigen Familien und Kinderhorte!! und Uebernähme von pflegerischen Schutzaussichien. - Im Anschluß an dieses Referat wurde in Verfolg der auf der sozialen Woche in Seesen 1928 gefaßten Resolution der Zusammeni<h!nß der bernilichkn nnd nichtbernslichen Sozialarbeiter die

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