Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-01-01 · 1 (1.1.1930) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
1 (1.1.1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2613366-2614053-2614054--3415-2621001
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Bei Trauungs- und Scheidungsgesetzen wird das liberale Seminar eine wichtige Aufgabe zu lösen haben: die einstigen Führer mit der nötigen Entschlossenheit, aber auch der nötigen Fähigkeit auszurüsten und den Kenntnissen, in diesem wieder so minuti^ ausgestalteten Gebiet wahrhaft liberalen, wahrhaft jüdischen, wahrhaft religiöser: Geist mit dem entwickelten Empfinden des neuen Menschen in Einklang zu bringen. Das Seminar mit seinen bedeutenden Lehrern, die es haben wird, wird sich zu der Zentralinstanz auswachsen müssen, nach der man in diesen Dingen immer ruft. Und nicht nur in den berührten Fällen. Es wird seine Schüler zu befähigen haben, aus dem Gebiete religiöser Form überall schöpferisch Vorgehen zu können, im Gottesdienst, im Haus. Schöpferisch - und das heißt ja gerade, nicht bloß an den überlieferter: Stilen etwas mehr oder weniger herummodernisieren, sondern heißt, imstande sein, ganz neu, selbständig Vorgehen zu können, ohne Anlehnung und Borbild, aus jüdisch-neureligiösem Geist heraus. Nicht aus Effekthascherei, sondern weil es die Aufgabe des neuen liberalen Führers sein muß, in weite st e m Sinn e liberal zu sein, für die verschiedensten Gattungen seiner Gemeinde lvciw sie so verschiedenartig ist. Aber wie könnte sie es nicht sein, wem: wir nur an die wesentlichste und wichtigste Form deuten von der immer wieder zu reden ist. weil sich liier die Geister am schroffsten scheiden, hier die liberale Nor am schreiendsten ist: des Gotterlebens. Es wird die wesentlichste Aufgabe des Seminars sein, an der Hand der Wandlung des Gottesdienstes und Gottesbegriffes in der Geschichte den: zukünftigen Führer das nötige Rüstzeug und vor allem den nötigen Gewissensfrieden zur Lösung dieser so ungeheuer wichtigen Ausgabe \ zu verleihen. Sind hier etwa die Grundlinien ausgczeigr, nach denen die Anstalt den Schüler in das vorhandene und schon immer behandelte Fragen- und Stoffgebiet einznführen, nach denen es ihn dort liberal heimische zu machen hätte, so mag nun von zwei Dingen gesprochen werden, die das liberale Seminar neu in Angriff nehmen sollte. Tie eine Aufgabe sehe ich darii^ dem Unfug des Zwanges zum Doktorieren für den Rabbiner endlich einmal ein Ende zu machen. Die Ge rneinden sollen auch darin liberal, frei werden, daß sie mit der Titelanbetung bei dem Wort - Rabbi, Lehrer Halt machen und nicht noch eine Steigerung darüber hinaus verlangen. Instinktiv trefien schon heut in der Gemeinde die das Richtige, die den Rabbiner-Doktor doch nur und nur als Herr Räbbrner anrcden. Und muß man sich nicht umsomehr gegen diese überlebte Effekthascherei wenden, als —nicht selten - Gemeinden von beiden Titeln der zweite genügt? Gibt es eine größere Veräußerlichung des heiligen Amtes? Natürlich kann hier nicht einer anfangen, hier muß grundsätzliche Arbeit geleistet werden. Ein Unfug liegt ja aber auchnoch insofern vor, als — w:e jeder weiß dem Doktorierenden so lost bare Zeit und Arbeit für sein Zuknnstsgebiet entzogen wird, Zeit und Arbeit, die, vom Eirdziel aus gesehen, um so weniger lohnen, als Themen des Studiums so oft in gar keiner Beziehung zum Kreis des Rabbinischen stehen. Aber der Höhepunkt des Unfugs liegt doch wohl darin, daß doch wahrhaftig im Doktor-Titel nicht die Gewähr für die „vertiefte" und „allgemein gebildete" Persönlichkeit liegt. Soll denn nun aber aus diese Gewähr verzichtet, gerade der liberale angehende Rabbiner jahrelang auf das Studium des Jüdischen beschränkt und das Weltliche seinem Privatinteresse überlassen werden? Im Gegenteil. Und damit kommen wir zur zweiten neuen Aufgabe, die mit der anderen zrrsammenhängt. Nicht, um die Gemeinden zu beruhigen, wicht, um den Studierenden zu etwas zu zwingen, sondern um einen neuen Rabbinertypus zu schaden, einen Führet, der Hinausblicken kann über die Bezirke der Halacha, eine Persönlichkeit, die wirklich Seelsorger sein kann, weil sie nicht nur den alten jüdischen Menschen, sondern auch den neuen der Wirklichkeit kennt, erwarten wir, daß die neue Anstalt auch die weltlichen Fächer in den Studiengang aufnimmt und zu Examensfächern erhebt, und zwar die, welche von den wesentlichsten Strömungen in der heutigen Menschheit zeugen. Politik, Wirtschaft, Kunst, Dichtung, Musik, Philosophie, Pädagogik, Psychologie nebst Abarten, Sozialismus sollten je nach ihrer Bedeutung mehr oder weniger ausführlich! dargeboten und gewußt werden — einiges etwa in der Zusammenfassung als „allgemeine Bildung". (Es handelt sich ja hier — im Aufsatz nur um Grundrisse. Jedenfalls ist nicht etwa bloß an den Anteil der Juden an diese:: Gebieten gedacht. Aber daran ist gedacht und aas stt gemeint, daß so der liberale Rabbiner von Anfang an in den Strom der Welt und des Menschengesch ehens hinein - gestellt wird. Daß er von Anfang an daran denkt, in seiner „aÄächitigen Gemeinde" nicht nur die Kinder Abrahams, sondern die seiner Zeit zu sehen, sie merken zu lassen, daß er teil hat an ihren Kenntnissen, an ihren Strebungen, daß sie — mehr oder weniger - auch die seinen sind, daß er sich in die Seele der Gemeinde versetzen kann. Ich habe hier schon einmal von der liberalen Predigt und der liberalen Kasualrede gesprochen. Ich kann mich heute damit begnügen, daran zu erinnern. Sie setzten jedenfalls damals schon den hier erhofften künftigen Rabbinertypus voraus. (Was natürlich nicht heißen soll, daß es nicht einzelne, wenige dieser Art schm: heute gibt.) Spötter werden statt des heutigen „Schön- TÄ-ners", zu dem der Rabbiner geworden sein soll, schon den „Allerweltsschwätzer" heranreifen sehen. Sie werde,: sagen, daß eine Effekthascherei beseitigt und eine andere an die Stelle getreten ist. Aber wir haben uns ja nicht um die Spötter zu kümmern. Wir stellen gerade diese Forderung aus ganz tiefen Gründen — schon oft betont, aber auch! immer wieder ins Bewußtsein zu rücken: der neue Führer muß sich! eben sagen, daß unter der Wucht und dem Einfluß des neuen Lebens auchi die Religiosität neuen Stürmen ausgesetzt se-.n muß. vor allem, daß sie ganz neue Mischungen und Färbungen empfangen hat, von neuen Blutströmungen durchlzogen ist, neue Grundlagen besitzt oder aber verlangt. Und er hat weiter danach zu trachten, daß das Blickfeld der neu?,: religiösen Menschen, ru denen er selbst gehört, sich dauernd erweitert, daß Religiosität über die bisherigen Bezirke hinausgeführt und überall gesucht wird, wo ewige Kräfte des Guten und Geheimnisvollen, des Fühlens und Denkens und Wollens sich offenbaren, wo ein ewiges Ringen obwaltet um das Gute für den Einzelnen und die Gesamtheit, um die Kräfte der Natur, um den Segen der Arbeit jeder Art, den Segen des Kunstschaffens auf allen Gebieten. Ich sprach von einer dringenden Forderung und glaube, das genügend dargetan zu haben. Es sei doch aber auch noch darauf verwiesen, daß wir dauernd von der Ausbildung der Lehrer lesen und von der Trennung der Lehrer-Aiädemien nach liberal und nicht-liberal. Mit Recht. Aber zeigt das nicht, daß man eine liberale Not der Gemeinden anerkennt, an liberale Gemeinden überhaupt glaubt? Wer wird sich nicht darüber jreuen? Aber, was dem Lehrer recht ist, sollet dem Rabbiner nicht auch gewährt werden? Mögen alle liberalen Instanzen .baldigst der Frage näher treten, damit auch die liberale Bewegung ihr-' „Schule der Jugend" erhalte und vielleicht damit auch eine „Schule der Aeiteren" Aus "den Gemeinden' Alsfeld. (Todes s n l l.) Im Aller von 81 Jahren starb hier Iran Emilie Rothschild, die langjährige Vorsitzende des Israelitischen Fraiienvereins, deni sic seit seiner Gründung angehörte und dessen Interesse» sie mit unermüdlichem Eisei und vorbildlicher Gewissen hastigleit gefördert hat. Berlin. (7 0. G e b u r l s l a g„ Ter Sachverständige I. Roß kämm, Grenadierstraße 3.:,, das langjährige Mitglied des Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, beging am 26. Dezember seinen 70. Geburtstag. Herr Rosjkanun, der verschiedene Ehrenämter bekleidet, hat sich bei den Wahlen durch seine aufopfernde Tätigkeit sehr verdient gemacht. Wir wünschen ihm einen ungetrübten Lebensabend. Berlin. (Tod es fall.) Im Aller von 77 Jahren verschied am 10. Dezember der langjährige Vertreter bedeutender Webereien, Herr- Mar Leivin in Berlin. Weit über seine Berusstätigkei! hinaus ver folgte er soziale und kulturelle Interessen. Viele Jahrzehnte hindurch widmete er sich mit größter .Hingabe dein Orden Ben Briß und ivar ein treuer Anhänger unseres liberalen Vereins, dessen Versammlungen er in jüngeren Jahren häufig besuchte und den er durch Zuführung neuer Mitglieder zu fördern suchte. Sein Andenken sei gesegnet. Berlin. (In b i l ä u m der T o y n b e e h a l l e.) 25 Jahre Volksbildungsarbeit hat die Jüdische T v y n b e e Halle d e r Bertiner Logen U. O. B. B., die im Jahre 1004 von den Berliner Logen begründet ivurdc, geleistet. Anfangs allabendlich, »ach dem Kriege ziveimal wöchentlich, hat sie in ihrem Bersammlungs saal im Zentrum Berlins durch Veranstaltung von Vortragsabenden mit anschließendem unterhaltenden Teil diejenigen Schichten der Be völkcrung gesammelt, die in ungünstigen Verhältnissen zu hartem Kamps ums tägliche Brot gezwungen sind. Sie betrachtet es als ihre Auf gäbe, den minderbemittelten BevölkerungSkrcisen Anregungen geistiger und geselliger Art zu bieten. — In einer Teepause werden uncntgetttich Erfrischungen gereicht. Mehr als 50!) Besucher machen an jedem Vortragsabend von dieser segensreichen Einrichtung Gebrauch. Das 25 jährige Jubiläum wird durch einen schlichten Festakt begangen, der am Sonntag, den 12. Januar 1030, abends 8 Uhr, in der Staatlichen Akademischen Hochschule für Musik, Charlottenburg, Fasanenstraße 1, stattfindet. Eintrittskarten von Ml. 1,— find im Sekretariat der Jüdischen Toynbee-Halle, W. 62, Klciststraße 10, erhältlich. Ansprachen halten die Herren: Rabbiner Dr. Leo Baeck, Kommerzienrat Maximilian Stein, Direktor G. B a ch, die Vertreter der Behörden und der sozialen Körperschaften. Für den künstlerischen Teil haben sich zur Verfügung gestellt: Konzertsängerin Agnes Senbach, SJegitetorm Edith H e r r n st a d t - O e t t i n g c n , Oberkantor Wilhelm Fried mann, Konzertsänger Oberkantor Leo Golla n i ii. Die Vereinigung Berliner Synagogcnchöre unter Leitung des Dirigenten Alexander W c i n b a u m hat ebenfalls ihre Mitwirkung zugesagt. Berlin. (Vortrag von P h i l o l o g i e p r o f e s s o x. H a n s Lictzmann.) Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur behandelte der Berliner Theologe Pros. Hans Lictzmann ein bisher nur wenig erforschtes Kapitel der jüdischen Antike: Das Diaspora-Judentum der römischen Kaiscrzcit. Er führte aus: Die hellenistische Epoche, die für das geistige Antlitz der gesamten abendländischen Kultur weit bestimmender gewesen sei, als die ihr voraufgehcnde griechische und römische Zeit, sei durch die religiösen Anschauungen und Gebräuche der über die ganze Mittelmeerwelt auSgebreitetcn Juden aufs stärkste beeinflußt worden; ein Einfluß, der sich auch in dem werdenden katholischen Christentum Nachweisen lasse. Lietz mann charakterisierte dieses Diaspora-Judentum als eine religiös sehr aktive Gemeinschaft, die im Unterschied zu dem abgeschlossenen Judentum des Talmud eine äußerst erfolgreiche Werbung für ihren Glauben entfaltete. In den Paulinischen Briefen, in der früh-christ lichen Gebetssammlung der Apostolischen Konstitutionen und in einer reichhaltigen Propagandaliteratur offenbare sich Wesen und Wirksamkeit dieses Judentums der hellenistischen Aera. Lictzmann vervollständigte dieses Bild durch die Ergebnisse der Ausgrabungen. Er zeigte in Lichtbildern jüdisch-hellenistische Synagogen und Katakomben, Sarkophage, Münzen und Schmuckstücke, die beweisen, daß dieses Diaspora-Judentum den für die griechisch-römische Kultur aufgeschlossenen Sinn mit zäher Treue gegen seine alte Religion und ihre heiligen Kulte verband. E«öe>. (Persönliches.) In voller körperlicher und geistiger Frische beging Synagogenborsteher Viktor Gossels seinen 86. Geburtstag. Der Jubilar wurde durch mancherlei Aufmerksamkeiten geehrt. Fritzlar. (Hochherzige Stiftung.) Die von hier nach San Franzisco ausgewanderten David, Sam und Eddy Livingston spendeten in treuem Gedenken an ihre alte Heimat und an ihre verstorbenen Eltern der hiesigen Gemeinde zur Renovierung der Synagoge eine Spende von 5000 RM. Ludwrgshafen. (Wahl des S y n a g o g e n r a t s.) Bei der letzten Wahl des Synagogenrats wurden gewählt: Kaufmann Adolf Grombacher, Studienrat Satomon Wctzler, Obcrstudicnral .Heinemann David, Professor Josef Koburger, Kaufmann Nathan Strauß, Kaufmann Leo Alsbacher, Frau Emma Locw. Zu Ersatzleuten wurden, bestimmt: Jnstizrat Dr. Heinrich Strauß, Obermedizinalrat Dr. I. Dreifuß, Kaufmann Sigm. Marx, Kaufmann Julius Hamburger. Mannhrrnt. (8 ö.jij cburtstag.) Unter zahlreichen Ehrungen beging .Herr Leopold Simon, der Ehrenvorsitzende dev „Kippe", eines gemeinnützigen Mä-gnervereins, in bester Gesundheit seinen 85. Ge burtstag. Der Oberrat der Israeliten übersandte mit einem Glückwunschschreiben die von B. Elkan geschaffene Bronzeplalctte, die badischen Juden für verdienstvolles Wirken iw. Dienste der Gemeinschaft zuteil wird. Auch andere Vereine bewiesen dem beliebten Greis ihre Sympathien und ließe» mit der Gratulation Aufmerksamkeiten überreichen. Nürnberg. lF r e d h o s S f ch ä n d u n g.) Wie aus Nürnberg geineidet wird, wurde aus dem Israelitischen Friedhof in Gnnzen Hausen bei Ansbach eine neue Friedhossschändung emoeckl. Man fand 18 zcrnüinmerte Grabsteine. Die Täter konnten »och nicht gefaßt werden. Aus ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 500 Mart ansgesetzt. Stuttgart. (Eine n e II e F r i e d h v s a n l a g e.) Durch die Israelitische Gemeindepflegc nmrde für die Anlage eines neuen israelitischen Friedhofs beim Steinhaldenfriedhof ein Gelände in der Größe von zweihundert Ar angetanst. Tic Grundstücke sind bei der Anlage des Steinhaldenfriedhofs von der Stuttgarter Stadtverwaltung erworben worden. Der israelitische Friedhof auf der Prag, der zu Beginn der siebziger Jahre mit dem Pragfriedhos geschaffen worden ist, dürste in etwa sechs bis acht Jahren vollständig belegt sein, so daß schon jetzt für eine Neuanlage Vorsorge getroffen werden mußte. Der erste und älteste israelitische Friedhof Stuttgarts befindet sich im Hoppenlaufricdhos. Dieser konnte auch nach der Errichtung des Fangelsbachfrieohofs zu Beginn der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts »is zur Eröffnung des israelitischen Friedhofs ans der Prag weiter bcnüstt werden. Aus der Bewegung Duisburg. (Befriedung der G e IN e i II d c p v l i t i k.) Ist einer Mitgliederversammlung des Jüdisch liberalen Gemeinde Vereine ivar im Sommer ds. Js. ein Ausschuß gewählt worden, der die verschiedenen Möglichkeiten prüfen sollte, die sich ans den damaligen Differenzen innerhalb der Gemeinde ergaben. In der letzthin einberufeiien Mitgliederversammlung berichtete der Ausschuß über seine Prüfungen und Verhandlungen mit der Gegenseite. ES ivurden dann die folgenden Beschlüsse gefaßt: I. Die Versammlung ist aus Grund des Ausschußberichtes ein - stimmig der Ansicht, daß ein geschlossener Austritt der liberalen Gemcindemitglieder aus der Shnagogengemeinde Duisburg untunlich ist. Tie Versammlung empfiehlt allen Gemeindemitgtiedern dringend, EinzelanStritle zu unterlassen. II. Die Versammlung billigt die Vereinbarungen des Ausschusses mit den Vertretern des jüdischen Einheitsblocks zu Duisburg vom 1. Dezember 1029, und zwar a) daß dem Jüdisch-liberalen Gemeinde-Verein die Tagesordnungen von allen Repräsentantenversammlungen regelmäßig zugesandt werden, so daß die Möglichkeit zur Stellungnahme hierzu gegebne ist, b) daß bei der Ausschreibung von Neuwahlen zur Repräsentanz^ nach Genehmigung der neuen Gemeindesatzungen alle Vorstands. Mitglieder und Repräsentanten ihre Aemter niederlegen, c) daß an den Centratverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glau bens für die Sonderkasse zur Abwehr von Angriffen aus die Lehre des Judentums ein Betrag von 200,— RM von der Shnagogengemeinde Duisburg überwiesen toird. Inzwischen hat auch die Gemeindevertretung entsprechende Beschlüsse zu Punkt II gefaßt, und cs ist nunmehr zu hoffen, daß eine endgültige Beruhigung der Verhältnisse in der Shnagogengemeinde hier eintritt. Spendenliste für den Hilfsfonds Georg Mecklenburg, Chemnitz; Mecklenburg, Chemnitz; Tr. Witkowski, Berlin; Tr. Ed. Baerwald, Frankfurt a M; Baron von Kohoru, Chemnitz; Suhmann, Chemnitz: Becker, Chemnitz; Salli Salomonski, Berlin; Max Frank, Chemnitz; Erich Bernstein, Chemnitz; Walter Sachs, Chemnitz; ^urt Bernstein, Chemnitz; Jos. Kahn, Chemnitz; Fürstenheim. Chemnitz; Freisinniger Verein für jüd. Gemeindeleben, Frankfurt a. M.; J.-Rat Tr. Leopold Sternau, Frankfurt a. M.; Kom.-Rat N. Hamburger, Berlin; J.-Rat Franken, Aachen; Gertrud Seligsohn, Berlin; W. Freundlich, Breslau; R.-A. Tr. N. Merzbach, Frankfurt a. M; Veronika Brünett, Frankfurt a. M.; Stadtrat Zielenziger, Potsdam; Henry Rothschild, Frankfurt a. M.; J.-Rat Goldfeld, Breslau; T. Leeser, Dortmund; E. Goldschmidt, Dortmund; Theod. Lesser, Elbing; Tr. L. Tietz, Berlin; Ruth Stern, Rheydt; Tr. G. Ollendorf, Barmen; R.-A. Dr. Hoffman::, Frankfurt a. M.; Prof. Falkenheim, Königsberg; Frau Ottilie Schönewald, Bochum; Max Grünwald, Beuthen; Frau Prof. Tr. Werner, Frankfurt a. M.; Frau Stephanie Förchheimer, Frankfurt a. M.; Tr. Heinemann Stern, Berlin; Tr. Bruno Weil, Berlin; Arnold Stein, Berlin; Hanna Cohn-Torn, Hannover; Michael Abraham, Berlin; Rabb. j Tr. Wehl, Berlin; Rabb. Tr. Steinthal, Münster; M! Klein, Düsseldorf. Jildisch-liberaler Jugendverein Jli zu Berlin e. V. Zu dem am Sonntag« den 5. Januar» nachmittags lo Uhr, in der Aula der Jüdischen Mädchenschule, Kaiserstraße 29/30, stattfmdenden i-Fest laden wir unsere Mitglieder, deren 10lern and Freunde herzlichst ein. Zur Aufführung gelangt u. a. Traumulus von Arno Holz, in ansgewählter Fassung, Ein Eintrittspreis von 50 Pfg. wird zur Deckung der Unkosten erhoben. Karten nur an der Kasse erhältlich. Atlantic - Theater - Lichtspiele Potsdamer Straße 31a 31. Dezember 1929 - 2. Januar 1930 4 Teufel Zirkusfilm in 8 Akten mit Jan et Gaynor, Farell Mac Donald Ausserdem: Der grosse Erfolg! Das grosse Fox-Lach-Programm Freitag, den 3.— 6. Januar 1930 Die TEnxerin der Katharina der Grossen Ein russischer Prunkfilm mit der grossen russischen Besetzung. Die Nacht vor dem Tode Ein Film von der grossen Liebe. Beginn Wochentags 5, 7 u. 915 Sonntags 3, 5, 7 u. 915 Verein für Feuerbestattung In Berlin von 1874, e. V. ver*u. Icoatenlvse Feuerbestattung Anrahme W 35, Lützowstraße 44, Telephon: > .ÜUnw 960-61 iiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiimimiKinmiimiiimiii Statistische-, Schreibmaschinenu. nanuscnrilhiche Arbeiten jeder Art übernimmt Lina Hopp, Berlin HUI 87, Bachstrasse 3, l. Seitenff. ptr. tiiiitiimiiimtmniititiiimn itiniimitniittii»n Hier fehlt ihr Inserat liheralen Menloms D (Reden, Diskussion, Beschlüsse) Gründungsversammlung der World Union for Progressive Judaism London, 10.—12. Juli 1926 Preis: im Buchhandel M. L80, für Mitglieder d. Vereinigung, die bei uns direkt bestellen. M.I.— uereinisunB ihr das liberale Judentum LU. Berlin SW 11, Hallesche Strasse 1 «erlag: Bereinigung für da» liberal« Judentum «. Berlin SW. 11. — Verantwortlicher »edakieur: Dipk.-Ang. Bruno«» yd a, Berlin SW. 29. — Druck: Hermann «egner ft «o., »erlin-Mariendorf.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.