Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 39-40 (4.10.1927)
- Date
- 1927-10-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Arbeit um seinen Anteil an dem Leben der Gegenwart zu ringen hat. Aber wie viele Ausgaben gesellten sich in der mächtig anwachsenden Gemeinde zu der geistigen Arbeit hinzu! Soziale Aufgaben von früher nicht gekannter Größe traten an den Rabbiner heran, jüdische Menschen von Westen und Osten strömten zusammen und brachten ihre so mannigfachen, von einander so verschiedenen Anliegen vor ihn, er sollte raten und helfen. Da genügt alte Fülle des Wissens, aller Reichtum des Geistes nicht, denn nicht der Lehrer wurde gesucht, sondern der Seelsorger. Gesucht — und gefunden. Da zeigte es sich, daß mit diesem nimmer rastenden Geist ein zartfühlendes, gütiges Herz verbunden ist. Was Saniuel als Seelsorger seiner Gemeinde ist, darf hier kaum angedeutet werden. Vielleicht aber darf ein Wort aus einem ^fester Schulzimmer ausgeplaudert werden. Als einst der Lehrer im Religionsunterricht den Kindern erzählte, daß Gott auch manchmal Menschen als Engel aussende, wenn er dem Armen helfen will, da wußte ein Kind zu sagen: „Ich weiß, wer so einer ist, unser Rabbiner!" Wahr ist jedenfalls, daß er auch auf diesem Gebiete eine Sendung zu haben glaubt, nämlich die, dafür zu sorgen, daß die Liebesarbeit in der Gemeinde allen so schwierigen und verwickelten Verhältnisses gerecht zu werden versucht, daß eben die soziale Arbeit ein gemeinsames und verbindendes Werk für alle Gemeindemitglieder, Hoch und Gering, von Ost und West werde. Was er aus diesem Gebiete geleistet bat, wäre vielleicht selbst seiner Arbeitskraft unmöglich gewesen, hätte er nicht darin die beste, verständnisvollste Hilfe zu seiner Seite gehabt, seine ihm gleichgesinnte Gattin! Mt solchem Wirken darf Samuel eine Zierde des deutschen Rabbinerstandes genannt werden. Vielen jüngeren Amtsbrüdern ist er zum verehrten Vorbild geworden, allen benachbarten, die nach ihm in die Gemeinden des Industriegebietes kamen, zum beratenden treuen Freund. Er hat vor mehr als 25 Jahren den Rheinischen (jetzt Rheinisch-Westfälischen) Rabbiner-Verband mitbegründet und ist Iris aus den heutigen Tag ohne jede Unterbrechung sein Schriftführer geblieben. Er ist auch für die noch immer nicht voll durchgesührte Anerkennung der Stellung eingetreten, die der Rabbiner in den jüdischen Gemeinden haben muß, wenn er den so schwierigen und vielgestaltigen Ausgaben gerecht werden soll, die die Gegenwart ihm stellt. Aber auch in diesen Forderungen, die er oft und nachdrücklich in der Oeffentlichkeit und vor der gesetzgebenden Körperschaft erhoben hat, ist edelster Stolz auf sein heiliges Amt, denn er ckst verbunden mit der größten Selbstlosigkeit und Anspruchslosigkeit, mit der restlosen Hingabe aller Kräfte für dieses Amt. Und wenn er nun mit Vollendung des 60. Lebensjahres nach dem Worte der Väter zur „Siknoh", zum Alter gelangt ist, so ist er nur in dem Sinne ein „Saken", ein Alter, wie ihn die Weisen deuten: seh schekanah chochmah, der durch seine Lebensarbeit die Weisheit gewonnen hat. Frisch und jung geblieben ist seine geistige Arbeitskraft. „Denn was heißt jung sein?", so fragte er in seinem schönen Aufsatz: „Kräfte zur Verjüngung" (Festschrift zum 2. Stiftungsfest des Hakoah, Essen 1926) und gibt die Antwort: „bildungsfähig und wandltrngssreudig sein durch leichte Verarbeitung immer neuen Wissens und Könnens, bei schneller Anpassung wechselnder, zeitbedingter und doch idealer Aufgaben und Ziele!" In solcher Jugend, solchem Jugendglück erhalte ihn der allgütige Spender der Lebenskräfte noch lange der jüdischen Gesamtheit, seinem edlen Familienkreise und seinen Freunden, die ihm so vieles zu danken haben und durch diese Zeilen danken möchten! Soll aber das Bild dieses modernen deutschen Rabbiners in seinem edlen jüdischen Inhalt festgehalten werden, so darf ihm als Unterschrift das hohe verantwortungsschwere Propheten wort gegeben werden: „Die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis wahren, Lehre heischt man von seinem Munde, denn ein Sendbote des Ewigen der Heerscharen ist er!" Rabb. Dr. Neu mark, Duisburg. Winlerkur an der Nordsee Bereits im Jahre 1882 gründete Geheimrat Beneckc ans Marburg den Verein für Kinderheilstätten an deutschen Secküften. Nach seiner Ucberzeugung war der Einfluß des Nord^ seeklimas unbedingt in den Gesundheitsdienst oes Volkes, namentlich bei Kindern, einzustellen. Im Lause der Jahrzehnte hat diese Ansicht immer mehr Boden gesunden. Anstalten, welche bislang nur während der Sommermonate geöffnet waren, gehen jetzt aus Grund dringlicher Nachfrage dazu über, auch Winterkuren einznrichten. Das Kinder-Erholungsheim der Zion- Loge U. O. B. B. auf Norderney wird daher von jetzt ab ganzjährig geöffnet sein, nachdem es durch Herstellung zweckmäßiger Erweiterungsbauten in der Lage ist, warme Seebäder im Hause zu verabreichen. Alle einschlägigen Fragen werden durch das Büro in Hannover, Körner st raße 5, beantwortet. AUFAllE FALLE HARTWIG-QUELLE Halb so teuer wie andere gleichwertige Tafelwasser. Ärztlich empfohlen bei Zucke*» Nieren,-Magen,-Darm-und Stoffwechselkrankheiten DEUTSCHE MINERALQUELLEN ArG, JÄGERSTR.,6 MERKUR* 4664/4666 Ausserdem vorrätiq in allen einschlägigen Geschäften u.a|len Verkaufsstellen dKPech A& Israelitischer Gottesdienst in Frankfurt a. M. Hauplsynagoge: (Livcrater Ritus). Mittwoch, 5. JO., 3« um Kippur, ab 6.15 Uhr Predigt Rabb. Dr. Scligmaun. Donnerstag, 6. 10., morgens 9 Uhr, Predigt Rabb. Dr. Salzbergcr. Nachmittags: Seelenfcicr. Predigt Rabb. Dr. Salzbergcr. Festesausgang 6.35. Freitag, 7. 10., abends 5.30. Sonnabend, 8. 10., morgens 9, nachmittags 4. Sabb.- Ausg. 6.35. Montag, 10. 10., Sukkaus abends 5.30. Dienstag, 11. 10-, 1- Tag, morg. 9 Uhr Predigt Rabb. Dr. G o t t s ch a 1 k, nachm. 4, abends 6.30. Mittwoch, 12. 10., 2. Tag, morg. 9, nachm. 4- Festesausgang 6.25. Freitag, 14. 10., abends 5.15. Sonnabend, 15. 10., morg. 9, nachm. 4. Sabb.-Ausg. 6.20. Synagoze an der Königsteinerstraße: (Liberaler Ritus). Mittwoch, 5. 10., Jaum Kippur, abends 6.15 Predigt Rabb. Dr. Salzbergcr. Donnerstag, 6. 10., morg. 10 Predigt Rabb. Dr. Lazarus, nachm. Seclenfeier, Predigt Rabb. Dr. Selig^ann, Festesausgang 6.35. Freitag, 7. 10., abends 6.30 Predigt ^Rabb. Dr. Lazarus. Sonnabend, 8. 10., morg. 9 Sabb.-?lusg. 6.35. Montag, 10. 10., Sukkaus, abends 6 Predigt Rabb. Dr. Scligmann. Dienstag, 11. 10., 1. Tag, morg. 9 Predigt Rabb. Dr. Salzbe rger, abends 6.30. Mittwoch, 12. 10., 2. Tag, morg. 9. Festesansg. 6.25. Freitag, 14. 10., abends 6.30 Juaendstottesdienst Rabb. Dr. Salzbergcr. Sonnabend, 15. 10., morg. d. Sabb.-Ausg. 8.20. Synagoge am Börneplatz: (Konservativer Ritus). Mittwoch, 5. 10., morg. 5, nachm. 2. Fastcnbcginn 5.55. K o l n i d r e, abends 6 Predigt. Donnerstag, 6. 10., I a n m Kippur^ morg. 6.10 Predigt, nachm. Predigt, Festesansg. 6.35. Wochen(>ottesdienst morg. 6.25. Freitag, 7. 10., abends 5.20. Sonnabend, tj. 10., Frühg. 6.30, morg. 8, nachm. 4.30. Sabb.-Ausg. 6.35/Oochcngo:lesdienst: morg. 6.30, nachm. 5.15. Montag, 10. 10., SuU-ans, abends 5.35. Dienstag, 11. 10., 1. Tag, Frühg. 6.30, morg. Ü Predigt, nachm. 4.30, abends 6.30. Mittwoch, 12. 10., 2. Tag, Frühg. 6.30, morg. 8, nachm. 4.30. Festesansg. 6.25. Wochengottesdienst morg. 6.30, nachm. 5.15. Freitag, 14. 10., abends 5.05. «onnabend, 15. 10., Frühg. 6.30, morg. 8, nachm. 4.30. Sabb.-Ausg. 6.20. Wochengottesdienst: morg. 6.30, nachm. 5. Synagoge Bockenheim: (Konservativer Ritus). Mittwoch, 5. 10., Jaum Kippur, abends 6. Donnerstag, 6. 10., morg. 7.15 Predigt Rabb. Dr. Horovitz, Festesansg. 6.35. Freitag. t0., abends 5.20. Sonnabend, 8. 10., morg. 8.45. Sabb.-Äusg. 6.35. Montag, 10. 10., Sukkaus, abends 5.35. Dienstag, 14• 10., 1. Tag, morg. 8.45 Predigt Rabb. Dr. Horovitz, abends 6.30. Mittwoch, 12. 10., 2. Tag, morg. 8.45, Festesausgana 6.25. Freitag, 14. 10., abends 5.05. Sonnabend, 15. 10., morg. >45. Sabb.-Ausg. 6.20. Israelitisches Krankenhaus, Gagernstr. 36: (Konservativer Ritus). Mittwoch, 5. 10., Jaum Kippur, abends 6. Donnerstag, 6. 10., morg. 7. Festesausgang 6.35. Freitag, 7. 10., abends 5.20. Sonnabend, 8. 10., morg. 8, nachm. 4. Montag, 10. 10., Sukkaus, abends 5.35. Dienstag, 11. 10., 1. Tag, morg. 8, nachm. 4, abends 0-30. Mittwoch, 12. 10., 2. Tag, morg. 8, nachm. 4. Freitag, 14. 10., abends 5.05. Sonnabend, 15. 10., morg. 8, nachm. 4. Aula des Philantropins, Hebelstr. 15-19: Mittwoch, 5. 10., Jaum Kippur, abends 6.15 Predigt Rabb. Dr. G 0 t t s ch a 1 k. Donnerstag, 6. 10., morg. 10 Predigt Rabb. Dr. Gottschatt, nachm. Seelcnscicr, Predigt Rabb. Tr. Gottschatt, Festesausgang 6.35. Feankfurt-Logc, Eschersheim» Landstraße 27: Mittwoch, 5. 10., Jaum Kippur, abends 6 Predigt Tr. Horov'p- Donnerstag, 6. 10., morg. 7.15 Predigt Rabb. Tr. May, Festesausgang 6.35. Großer Saal, Theobaldstraße 5: Mittwoch, 5. 10., Jaum Kippur, abends 6 Uhr. Donnerstag, 6. ick-, morg. 7 Predigt Rabb. Tr. Fricdmann, Festesausgang 6.35 Winterkur auf Norderney im Kinder- Erholustgsheim der Zion-Loge U. O. B. B. (rituelle Küche) Warme Seebäder, künstliche Höhensonne und Schulunterricht durch staatl. geprüfte Lehrerin im Hause. Kurbeginn nach Vereinbarung. Vorbildungskursus für Kindergärtnerinnen wie im Sommer. Leitung: Gertrud Feiertag. Anfragen an das Büro: Hannover, Körnerstr. 5. Abitur. Obersekunds Vormittags-Abendschule Private Vor bereitungsanstalt. Direktor Danziger Berlin,Alte Jakobstraße 125 Ihaff bin*S Soeben erschien: sind fab® Die Erste Wettkonferenz liberaler d eßfk|asslS DMANTEL (Reden, Diskussion Beschlüsse) ausreinwoll. Rips, reich mif Bi berede oder Seal* eiecrric verbrämt-, halb auf Kunsfseid. Damasse Grundungsversammlung der World Union sor Progressive Judaism London, 10.-12. Juli 1920 * 2.)M ANTEL aus reinwollenem Rips gezogenen Biberei+e*ccle 5eaiuanin= Kraaen und breifem Ringsbesafi.qani auf kunsfseid. Domasse Preis: tut Buchhandel M. 1.80 für Mitglieder d. Vereinigung, die bei uns direkt bestellen M. 1.— Vorbestellungen nimmt schon jetzt entgegen: Vereinigung für das liberale Judentum E.V 3)elegantes VELOUTINE KLEID mit reicher M.eraü-cKerei modernste Fernem Berlin SW 48, Wilhelmstratze 14 für das liberale JadeütöiR E.V Heft Nr. 3 die seit Jahren vergriffene Broschüre (D ps-i Dr. JOSEPH NORDEN Elberfeld Preis 0.75 Mark Bestellungen beim Verlag der JiseHiMen Zeitung MüSWMMistr.UI LEIPZIGER STR.42. OQANIEM STP., -*55 t i Verlag t Bereinigung für das liberale Judentum e. B., Berlin SW. 48. — Verantwortlicher Redakteul: Dipl.-Jng. Bruno Woyda, Berlin RW. 23. — Druck: Hermann Wegner Lc Co., Berlin-Mariendorf. 1