Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-08-21 · 34 (21.8.1925) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
34 (21.8.1925)
Date
1925-08-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2613366-2613788-2613822--1460-2618824
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nach Industrien geordnet. aibt öaS Departement folgende a}l‘, E* s'^beschäftigt: In Textilfabriken (investier- Pfund) 37V Personen, Lederindustrie 1^830 Pfund) 860. Holz, und Möbelindustrie (34 000 Pfund) 5w^tt£fteäül£l? lE 080 Pfund) 963. Chemische Industrie??' Druckerei, und Papiergewerbe (SIE dfutt-d) 676. Metallarbeiten (73133 Pfund) 484. NahrungS. Mlttelfabrlkatkon (386 705 Pfund) 971 und in verschiedenen Gewerben (lnvestiertes Kapital 36150 Pfund, lü» Personen. Wiener Weltkonferenz der Poale Zionisten erbewegung *ol9Cnftc Daten über die palästinensische Arbeiterinsgesamt 18000 jüdische Arbeiter im Davon sind 4000 Bauarbeiter, und von diesen ln der kooperativen Baugenossenschaft Solei 4Nfammcnoeschlossen. der größten Produktivgenonenfctzaft -cd Landes. Sie übernimmt alle Arten Hoch, nnd eigener Regie und hat bisher Arbeiten für mehr a/s 900 000 ägyptische Pfund ausgeführt. Das Ende einer Lächerlichkeit. Wie wir bereits in unserem Artikel „Der rasende Rechtssu*113-!* gemeldet hotten, hatte Rechtsanwalt Iacobsohn, der » rützeude der zionistischen Bereiniguna in Breslau, gegen den Chefredakteur der .Fsttdisch-liberalen Zeitung" zwei «-trafanzelgcn wegen Preßgesetzübertretuna erstattet. Auf ct,ie. Anzeige war das Verfahren von der Staatsanwalttwaft eingestellt worden, in dem änderest Verfahren war Freisprechung durch das Amtsgericht Berlin-Mitte erfolgt. Gegen die,cs Urteil hatte der Gencralstaatsanrvalt am Land- Kerrcht 1 Berufung eingelegt. Nunmehr ist diese Berufung von der Staatsanwaltschaft zurückgenommen worden. 'u zwei Fällen rechtskräftig sestgestellt. Rechtsanwalt Iacobsohn unberechtigte Anzeigen aegcn Mitarbeiter anderer jüdischer Organisationen erstattet. Und auch das gehört zum Kapitel LeS von den Zionisten gepachteten indischen Soliöaritätsgefühls. Das tragische Schicksal jüdischer Auswanderer. Bon L. Wolfs. Tie anhaltende wirtschaftliche Krise in verschiedenen osteuropäischen Ländern, besonders dort, wo die indischen Mähen konzentriert sind, hat tausende von Juden gezwungen, den Wanderstab zu ergreifen. Diese unzähligen Auswanderer wollten hauptsächlich, nachdem die Einreise und me ExistenzmögliÄkeit in Palästina sehr erschwert ist. in den Bereinigten Staaten von Amerika einen Existenzbodcn suchen. In ihrer alten Heimat haben sie ihr letztes bißchen Hab und Gut verkauft, mit der Hoffnung, nach Amerika zu gelangen nnd sich dort mit Mühe und Arbeit irgendeine Existenz zu schaffen. Inzwischen kam das grausame Einwanderungsgesetz der Vereinigten Staaten. Auch Brasilien hat soeben streu.re Gesetze gegen Einwanderer geschaffen. In Argentinien werden^ den Emigranten auch Schwierigkeiten gemacht, ebenso in Südafrika, Australien und Neu-Seeland. In den zwei letzten Ländern werden überhaupt keine Ausländer hereingelaffen. Eine Ausnahme existiert nur für geborene Engländer. Auch Argentinien hat jetzt eine spezielle antiindische Emigrationspolitik,' dasselbe kann man auch von Kanada sagen. Dadurch sind Tausende von Auswanderern in verschiedenen Hafenstädten stecken geblieben; allem in Lettland, im Rigaer Hafen, warten mehrere Hundert russischer Emigranten bald l'l- Jahre auf ihre Ausreise nach den Bereinigten Staaten von Amerika und werden jetzt von der lettischen Regierung ausgewiesen, so daß sie ziellos in größter Verzweiflung herumirren. In diesen Hafenstädten kann man ein Meer von schauderhaften Dramen dieser unglücklichen jüdischen Auswanderer setzen. Bon endloser Not nnd Verzweiflung getrieben, unternehmen die Emigranten die gefährlichsten Versuche, um anS diesen Jrrhöllen herauszukommen und auf irgendeine Art das Einwanderungöland zu erreichen. Zn welch unglaublich tragischem Ende diese verzweifelte Lage vieler Emigranten führt, ersehen wir aus nachfolgender Nachricht: Nach New?)ork kam die traurige Nachricht über die schreckliche Tragödie, die vielen jüdischen Emigranten passiert ist. die sich nach den Vereinigten Staaten von Amerika schmuggeln wollten. Eine große Zahl Emigranten fuhr nach Kuba, wo sie von Schmugglern illegalerweise nach den Bereinigten Staaten gebracht werden sollten. Als die Schmuggler mit den Emigranten in Booten auf hoher See waren, haben sie die Emigranten beraubt und einzeln ins Meer geworfen, wo sie von den Meereöflutcn verschlungen wurden. Einen Teil der Emigranten haben die Schmuggler in den Booten gelassen und sind selbst nach Kuba zurückgefahren. Einigen Booten mit Emigranten gelang cs, zu den wüsten Inseln zu kommen, wo die Unglücklichen vor Hunger starben. Nur einer kleinen Zahl Boote gelang es. öaS Ufer der Bereinigten Staaten zn erreichen. Als die hungrigen und erkrankten Emigranten nach den Bereinigten Staaten hineinkamen. wurden sie verhaftet. Es droht ihnen eine längere Haftstrafe und Lanöesvcrweis. Doch hat man Versuche unternommen, um die Emigranten aus den wüsten Inseln weg,inbringen. Das Schmuggeln von Emigranten nach Nordamerika hat momentan einen großen Umfang angenommen, es wurde ein größeres Geschäft damit gemacht, mehr als mit Schnaps schmuggeln. Seit den letzten sechs Monaten, seit welchen die schauderhafte Quote eingeführt wurde, sollen nicht weniger als 60 000 Emigranten nach Nordamerika geschmuggelt worden sein. Dieses Geschäft hat den Bernfsschmugglern über 30 000 Dollar eingcbracht. Diese Schmuggler haben ihre Vertreter in europäischen und auch in den amerikanischen Hafenstädten, wo die verzweifelten Emigranten herumirren. Sie werden durch Kanada, Mexiko und Kuba geschmuggelt, wofür sie zwischen 250 bis 2500 Dollar pro Person bezahlen müssen. Kuba ist das Hauptzentrum für Emigrantenschmuggel. Oft werden die Emigranten durch Wälder und Sümpfe geführt, wo sie geschlagen und beraubt werden. Solche Unglücklichen findet man hundertmeife in den Wäldern irnd Sümpfen verwundet, beraubt, ausgehungert und bewußtlos liegen. Ein großer Teil dieser verzweifelten Menschen, die sich in die Hände der gewissenlosen Schmuggler werfen, sind Emigranten aus den Ländern, die zu der geringsten Quote gehören: Aus Polen, Rußland, Ungarn. Böhmen usw. Eine sehr traurig« Geschichte ist letzthin mit sechs jüdischen Familien aus Rußland, die durch Schmuggler verführt wurden, passiert. Sie sitzen alle im amerikanischen Gefängnis und werden nach dem Gesetz aus dem Lande gewiesen. Es wurden Schritte unternommen zu erreichen, daß diese unglücklichen sechs Familien wenigstens nach Kanada gehen dürfen, doch sind die Aussichten sehr schwach. Unzählige Emigranten wurden von den Meeresfluten verschlungen. Dafür, daß die übrigen nicht durch Verzweiflung zugrunde gehen, müssen die jüdischen Emigrationsgesellschaften sorgen. Aus den Gemeinden Aachen. Am 11. ö. M. beging in aller Stille das hochgeschätzte und langjährige Mitglied der hiesigen Gemeinde Herr Hugo Cahn. Mitinhaber der Firma G. L. Frank, an der Seite seiner Gattin das seltene Fest des 50jährigen Ehejubiläums. Das hochverehrte Ehepaar erfreut sich einer hervorragenden Gesundheit und Lebenssrische. Möge auch fernerhin ein gütiges Geschick ihrem weiteren Lebensabend beschieden sein. Alsbach. In den letzten Tagen haben Unholde de» israelitischen Friedhof bei Alsbach (Bergstraße) geschändet. Elf Grabsteine wurden umgeworfen und zertrümmert. Der israelitische FrickchofSverband in Alsbach hat für die Ermittlung der Tater eine Belohnung ausgesetzt. Altona. Dr. Joseph Carlebach. der die Leitung der höheren Israelitischen Realschule in Hamburg innehatte, hat jetzt eine Berufung als Oberrabbtncr der Provinz Schleswig- Holstein mit dem Sitz Altona angenommen. Berlin. Vom ReichSbnnd jüdischer Frontsoldaten sprach eine Abordnung des Bundesvorstandes nnd der Ortsgruppe Berlin kürzlich auf-cm Polizei-Präsidium vor. wo sie von dem Herrn Polizeipräsidenten Grzesinski und Herrn Bizepräsideuten Dr. Frie'densburg empfangen wurde. Nach drcivierlclstünöiger Unterredung mit den beiden Herren wies die Abordnung auf die tiefe Erregung hin. welche sich anläßlich der Ausschreitungen der Hakenkreuzler nicht nur der Mitglieder des Bundes, sondern der gesamten jüdischen Bevölkerung Berlins bemächtigt habe und lenkte die Aufmerksamkeit auf die unabsehbaren Folgen solcher Exzesse. Der Polizeipräsident erklärte, daß er den Schutz der ruhigen Bürger mit allen gesetzlichen Mitteln durchführen werde, wies auf seine bisherigen Erlasse hin und stellte weitere wirksame Maßvahmen, die sich bereits in Vorbereitung bcsänbc.n, in Aussicht. Wir veröffentlichen diese Nachricht, die der NeiÄsbunb jüdischer Frontsoldaten verbreitet, können aber nicht verhehlen. daß uns dieser Schritt bei den durchaus republikanisch gesinnten Leitern der Berliner Polizei als durchaus überflüssig erscheint. Berlin. In diesen Tagen beging der Dozent an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Prof. Dr. Eduard Baneth. seinen 70. Geburtstag. Aus einer alten Rabbtnerfamilie Ungarns stammend, wurde Eduard Daneih 1855 in Lipto Szt. Miklvs geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Gncscn erlangte er an der Leipziger Universität mit seiner Schrift: „Sadnkkäer und Pharisäer", die Doktorwürde. Bon Krvtojchin, wo er seit 1882 die Rabbinerstelle bekleidete, wurde er 1897 zum Dozenten für talnnrdische Fächer an die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums nach Berlin berufen, wo er 1017 vom preußischen Kultusministerium den Titel Professor erhielt. Neben seiner Mitarbeit an verschiedenen Fachzeitschriften und wissenschaftlichen Jahresberichten, sei seine vorbildliche Ucbersetznng nnd Erklärung der zweiten Mischhnaordnung nnd eine poetisch-dramatische Bearbeitung des Hohen Liedes besonders hervorgehoben. Berlin. Am 22. August d. I. begeht der königliche Musikdirektor Herr Oberkantvr Aron Friedmarm seinen TU. Geburtstag. Der greise Jubilar ist allen Berliner Synagogenbesttchcrn wegen der Innigkeit seines Vortrags bekannt. In unserer letzten Notenbeilage war er mit einem größeren Opus zum Channkkafest vertreten, das bei unseren Lesern großen Anklana fand. Wir hoffen, daß Aron Friedmann noch recht lange durch sein Wirken für das Judentum begeistern kann. Berlin. Aus den Tageszcituuacn haben unsere Leier ersehen. daß im Lause der letzten Woche wieder einer der bedeutendsten Führer der deutschen Wirtschaft, der Geheime Kommerzienrat Eduard Aruhold verschieden ist. Aus diesem Anlaß übersendet uns Herr Bcnas Levy-Berlin folgende hübsche Anekdote über Aruhold. die das warmherzige Interesse des Verstorbenen am Judentum beweist. Anläßlich des DahinschcidenS des Geheimen Kommerzienrats Eduard Arnhold sei an einen Besuch erinnert, den der verstorbene aber unvergeßliche Rabbiner D. S. M a n b a n m dein hervorragenden tüchtigen Kaufmann nnd wohltätigen Glaubensgenossen ungefähr im Jahre 1906 abgestattet hat. Maybaum hatte die Witwen-, Waisen- und Ruhegehaltskasie der Rabbiner Deutschlands ins Leben gerufen und war unablässig bemüht, dieser seiner Lieblingsgrnnduna größere Spenden zn verschaffen. Er besuchte auch Geheimrat Arnhold nnd trna ihm sein Anliegen vor. Kurz entschloffen übergab dieser einen nennenswerten Beitrag für diesen ihm sehr sympathischen Zweck an Movbaum. Ueberrascht von der über Erwarten hohen Spende antwortete Maybaum wörtlich: „Herr Geheimrat, ich beneide Sie nicht Ihres Reichtums wegen, sondern ich beneide Sie um Ihr gutes jüdisches Herz!", Geh. Kommerzienrat Eduard Arnhold hat die Wohltätigkeit in großem Stile aber im geheimen geübt nnd gar mancher unserer Glaubensgenossen verdankte der Fürsprache des seligen Kollegen Willibald Löwenthal bei Geheimrat Arnhold reichliche Hilfe und Unterstützung in der Not. Auf solche Empfchluna gab Arnhold stets mit vollen Händen. Berlin. Am Sonntag, den 28. August, nachmittags 3 Uhr. spielt die 1. Seniorenmannschast des SC. Hakoah gegen Tennis-Borussia Ik-Mannschaft. Oberliga, ans dem Athen- Sportplatz» Müller straße. . Tennis-Borussia gehört zu den spielstarksten Vereinen und verspricht das Sm^l einen interessanten Verlauf zu nehmen. Vorher spielen untere Mannschaften. Cassel. Die von uns gemeldete Wahl des Lehrers G. Inngmann ans Beinbnra znm Kantor nyd Lehrer der hiesigen Gemeinde ist dahin zn berichtigen, daß neueren Meldungen zufolge der Gewählte noch vertraglich gebunden sein soll und deshalb das hiesige Amt nicht übernehmen kann. Tie Stelle kann also vorläufig weiter als erledigt betrachtet werden: Verhandlungen mit anderen Bewerbern sind im Gange. Erfurt. Am 10. d. M. ist nach längerem Leiden Herr Max Winbesheim gestorben. Mit dem Verstorbenen ist eine Persönlichkeit ans dem Leben geschieden, die weit über die Grenzen Erfurts und der engeren Heimat hinaus bekannt nnd hoch geschätzt war und die in den weitesten Kreisen der Bevölkerung einen klangvollen und sehr geachteten Namen hatte. Besonders enge Beziehungen verknüpften ihn mit der hiesigen Synagogengemeinde, der er seit seiner Geburt angehörte nnd der er immer ein warmes Interesse gewidmet hat. Noch dem im Jahre 1012 erfolgten Tode von zwei Vorstandsmitgliedern wurde er im März 1310 von der Repräsentantenversammlung in den Vorstand der Gemeinde gewählt. dem er. nach erfolgter Bestätigung seiner Wahl durch den hiesigen Regierungspräsidenten. VtS zu seiner Erkrankung im Oktober 1923 angehörte. Als im August 1020 der damalige Vorsitzende des Vorstandes, Iustizrat Zander, starb, wählte der Vorstand zu seinem Vorsitzenden den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Mar WindeSheim. In der wirtschaftlich schwersten Zeit von 1620 bis 1628 bat er die Gemeinde mit außerordentlichem Geschick, kluger Voraussicht und weitschauendem Blick geführt, so daß sie ungefährdet diese schweren Zeiten zu überwinden vermochte. Seiner tatkräftigen Initiative sind viele Verbesserungen im GeEndelebe» zu verdanken. Sein überragendes Wissen und Könne» überzeuqte auch Andersdenkende in den GemerndrkSrper« schäften von der Notwendigkeit der Durchführung feiner Ansichten. Sein Tod bedeutet einen schweren Verlust für die Gemeinde. die sein Andenken allezeit in Ehren halte» wird. Welcher Wertschätzung sich der Entschlafene i» weitesten Kreisen aller Konfessionen der Stadt Erfurt erfreute, bewies die riesige Teilnahme bei seiner Bestattung. Este». Am Sonntag, den 2. August 1925. fanden sich tm Kruppsaal des städtische» SaalbaueS in Effen die Vertreter der neutralen jüdischen Turn- und Sportvereine und der Sportgruvpen des R. i. F. zur offiziellen Gründungsverfammlung deS „Bintus" zusammen. Die Gründuna des Verbandes vollzog sich in würdiger Form. Nach einem Derlauf von zirka drei Stunden wurde unter zahlreicher Beteiligung Essener und auswärtiger Vereine die Gründung öe jure et cke iacto vollzogen. Vertreter der Synagogengemeinde Esten, -es Landesverbandes Westdeutschland im R. j. F., des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdische» Glaubens. Ortsgruppe Effen. der Zionistischen Ortsgruppe Essen und anderer befreundeter Organisationen brachten ihr Einverständnis und die Glückwünsche zn der vollzogenen Konstituierung zum Ausdruck. Am Nachmittag fanden die ersten Berbandsmeisterschasten des neugegründeteu Verbandes statt. Um 2 Uhr begannen die Vorkttmpfc. die bis 3.80 Uhr dauerten. Durch Len Regen beeinträchtigt, begann nm 3.50 Uhr vor zirka 800 hauptsächlich jüdischen Zuschauern der Aufmarsch sämtlicher an den Kämpfen beteiligter Vereine mit etwa 200 aktiven Teilnehmern. Aus dem Aufmarsch entwickelte sich die Aufstellung zn den allgemeinen Freiübungen, an die sich die Gndkämpfe anschlossen. Mit kurzer Verzögerung wickelten sich die Wettkämpfe programmäßig ab. Trotz der Ungunst des Wetters und der ungewohnten Rai'enlanfbahn. wurden zum Teil hervorragende Resultate erzielt, die für die Zukunft unseres Verbandes zu Len größten Hoffnungen berechtigen. Frankfurt a. M. Ans Anlaß des Berfassungstaües veranstaltete die israelitische Gemeinde hier in den verschiedenen Synagogen Festgottesdienste, zu denen die Behörden geladen waren. Frankfurt a. M. Am 17. August waren eS 100 Jahre, daß das Stadthibliotheksgebäude «zu Frankfurt a. M. der Oeffentlichkeit übergeben wurde. Die Stadtbrbliothek enthält bekanntlich eine der größten Sammlungen jüdischer unhebräischer Bücher und Schriften der Welr. Aus Anlaß dieser Gelegenheit bat der Verlagsbuchhändler Herr Dr. Felix Kauffmann (I. Kauffmann-Berlag) in Frankfurt a. M. am 16. August der Jubilarin eine Festgabe in Form einer Reproduktion der im Jahre 1620 in Venedig znm ersten Male erschienenen Lieder Salomos: „Haschirim Ascher li-Schelmo" von Salomo de Rosst gestiftet. Die Veröffentlichung gelangt nicht in den Handel. Sie wurde in drei Exemplaren ans Pergament, von denen Exemplar Nr. 1 der Stadtbibliothek gewidmet ist, und in weiteren 60 Exemplaren ans Zanders-Bütten abgezogen. Das Werk enthält die Oktavstimme der „Lieder Salomos" und umfaßt 30 Stück. Salomo de Rosst lebte gegen Ende des 16. Jahr- Hunderts in Mantua und ist «in Zeitgenoffe Palestrinas. des Reformators des kirchlichen Mnükwesens. Unter den Madrigalkonrponisten nahm er einen nicht unbedeutenden Rang ein und war am Hofe zn Mantua aeschätzt und gern gehört. Bon seinen profanen Kompositionen find zwei Bücher dreistimmiger Kanzonetten (1589, 1592) und vier Bücher fünfstimmiger Madrigale gedruckt. Ferner schuf er in Verbindung mit zeitgenö>nschen Dichtern ein Musikdrama „Maddalena". Die Festgabe ist mit einer Einleituna von Prof. Dr. A. Freimann versehen. ..mäm QSVSSSSODDSSODDQDQSGSSSSSSDSSSSDSSQSSSSS jüdische Reform-Gemeinde E. &, Berlin. Vermietung der Plätze zu de» hohen Foiertagen. Anträge auf Ueberlastung von Plätzen im Gotteshause Iohannisstraße 16. im Logenhause Joachimsthaler Straße 13 und iur Logenhause Kleiststraße 10 sind im Bureau. N. 24. Iohannisstraße 16. nur schriftlich bis s p ä t e st e « s Sonntag, den 23. Angnst. einzureichen. Die Arrsgabe der bestellten «grten sowie die Erneuerung von Eigentnmsplätzen — letztere nur gegen Legitimation — erfolgt im Bureau. Johannisstr^e 16. vom Sonntag, den 38. August, bis eiufchließlich Sonntag. de» «. September, täglich vormittagvon 8—2 Uhr. Der Verkauf der an diesen Tagen uicht abgeholten Karten findet für alle drei Gottesdienste im Bnreau. Iohannisstraße 18: vom 7. September vis einschließlich den 17. September täglich von 9—2 Uhr im Logenhause. JoachimSthaler Straße 13: am Mittwoch, den 8. September. Montag, den 11. September, und Mittwoch, den 16. September, von 4—3^ nachmittags statt. Die Preise für di» Einlaßkarte« sind je nach Lage für Mitglieber auf 24.—. 18.-. 12.— 6.—. 3.— M.. für Nichtmitglieder auf 36.—, 27.—. 18.—. 9.—. 5.— M. festgesetzt. Der Ingend-GotteSdienst findet statt: am Vormittag des ersten Roschhaschanah im kleinen Betsaal. I o h a n n i s st r a ß e 16; am Vormittag des zweiten Roschhaschanah in der Aula -er Fürstin-Bismarck-Schule, Sybelstraße 2—4 (an der Leibnizstraße): am Vormittag ües Jom Kippur im kleinen Betsaal, Iohannisstraße 16. Beginn um 10 Uhr vorm, pünktlich. Der Besuch ist unentgeltlich und erfolgt die Ausgabe der Karten an den obenbezeichneten Tagen. Der Vorstand der Jüdische» Reform-Gemeinde. E. V. Predigten an de« hohe« Feiertagen: Neujahr Vorabend (Roschhaschanah), Freitag, den 18. Sept.. Dr. Rosenthal (JohanntSstr.), Dr. Lehmann (JoachimSthaler Str.). Dr. Jelskt (Kletststr.)r Neujahr Vorm. (Noschhafchanah. Sonnabenb, 19. Sept., Dr. Lehmann (Johannisstr.), Dr. Jelski (Joachtmsthaler Str.), Dr. Rosenthal (Kleiststr.): Neujahr Vorm. (Roschhaschanah), Sonrrtag, 20. Sept.. Dr. Jelskt (Johanmöstr.s, Dr. Rosenthal (JoachimSthaler Str.). Dr. Lehman» (Kleiststr.): VersühnnuaSfest Vorab. (Jom Kippur), Sonntag. 27. Sept.. Dr. Jelsri (Johannisstr.). Dr. Rosanthal (JoachimSthaler Str.), Dr. Lehmann (Kleiststr.): Versöhnurrgsfest Vorm. (Jom Kippur)- Montag. 38. Sept.» Dr. Rosentchal (JohanntSstr.). Dr. Lehmann (JoachimSthaler Str.), Dr. Jelskt (Kleiststr.): Bersöhnungsfest Nachm. (Jom Kipur). Montag. 28. Sept.. Dr. Lehm««« (JohanntSstr.). Dr. Jelski (JoachimSthaler Str.), Dr. Rosenthal (Kleiststr.). QO0QO0Q0QO0QOO0OOO0QQ00Q0OOQ0QQQ0OOQOQOe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.