Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 1 (1920-1921)
- Issue
- 5 (31.12.1920)
- Date
- 1920-12-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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saö Gift des Rassen- und Religionshasses schon den Lungen Seelen oft die Freude trübt. Aber wir sind ebenso wie Herr Dr. Carlebach selbst überzeugt, daß die Welle des Antisemitismus abflauen wird, und wir wollen ebenso wie er für diese Zeit feste, ungebrochene Charaktere. Wir Juden haben es nun einmal schwerer als die anderen, auch unsere Kinder müssen schon frühzeitig dulden und kämpfen lernen. Das bricht die Charaktere nicht, sondern stählt sie, freilich unter der einen Voraussetzung, daß die Kinder ihre Heimat, auch ihre geistige Heimat in dem charakterfesten überzeugungstreuen jüdischen Elternhause haben. Mimosenhafte Empfindlichkeit gegen antisemitische Angriffe ist heute weniger als je am Platze. Uebrigens haben wir, deren Schuljahre in die erste Blütezeit des Antisemitismus fielen, als Schüler mancherlei erlebt; ich glaube nicht, daß wir dadurch Schaden angenommen haben, tvenn das Elternhaus jüdisch orientiert war. Und wo das Elternhaus nicht jüdisch orientiert ist — da wird das Kind doch sicher nicht in die jüdische Schule geschickt werden. Sollen wir aber diese Kinder für uns ganz verloren geben? Ich weise diesen Gedanken mit aller Entschiedenheit zurück. Sind wir wirklich der Meinung, daß durch solchen Kampf, wie Dr. Carlebach meint, nur die wenigen außerordentlichen Naturen gefestigt werden, während die große Mehrzahl, die Durchschnittsmenschen, dadurch Schaden nehmen und vielfach dem Judentum entfremdet werden? Die Geschichte legt gegen diese Anschauung Zeugnis ab; sie lehrt wohl, daß manche an oen Kämpfen seelisch zu Grunde gehen, daß aber die große Mehrzahl dadurch keineswegs entjudet wird.? Wäre aber die Carlebachsche Annahme berechtigt, so würde die Begründung einer jüdischen Schule in Breslau das Verderben nicht abwenden können. Denn was sollte aus der jüdischen Jugend in anderen Gemeinden werden, in denen die geringe Schülerzahl oder der Mangel an Geldmitteln die Errichtung einer jüdischen Schule verbietet? Wir müßten sie gänzlich verloren geben und die Zukunft allein auf die wenigen jüdischen Schulen in Deutschland, auf diese Oasen in oer Wüste bes deutschen Judentums und aus die noch geringere Zahl der außergewöhnlichen Persönlichkeiten gründen. Ich meine es wäre besser gewesen, solche Uebertreibungen und Einseitigkeiten zu vermeiden. Damit komme ich zu einem weiteren Punkte, über oen es notwendig ist, die Oeffentlichkeit aufzuklären. Viele Versammlungsteilnehmer waren auf Grund der Referate der durchaus irrigen Meinung, daß es sich um eine jüdische Schule für alle jüdischen Kinder, also in erster Reihe eine jüdische Volksschule handle. Das ist keineswegs der Fall. Eine solche Schule brauchte nicht erst begründet zu werden, sondern besteht seit 120 Jahren unter dem Namen „Industrieschule für jüdische Mädchen", lieber die Frage des Ausbaues oieser Schule zu einer Volksschule auch für Knaben könnte man verhandeln. Aber es muß klargestellt werden, daß die neue Schule ^sssttbar als höhere Schule geplant ist und auch hier mir einem Bruchteil der jüdischen Schüler zugute kommen kam:. Ich weiß nicht und glaube es kaum — wäre ich zu Worte gekommen, so hätte ich die Frage gestellt —, baß die Schule auch für die Mädchen geplant ist. Vermutlich ist hier ebenso wie anderwärts die Errichtung einer Realschule beabsichtigt. Nun betrug die Gesamtzahl der jüdischen Schüler in allen höheren und mittleren Knabenmtb Mädchenschulen Breslaus im Sommerhalbjahr 1623. Bon diesen entfielen auf Realschulen und Oberrealschule nur 157, d. i. 9,67 %. Und die andeven Schüler? Und die Mädchen? Oder will man ein Realgymnasium errichten und-* dort die 12,2 % jüdische Kinder jüdisch erziehen? Oder ein Gymnasium, in dem man allerdings ein Drittel aller jüdischen Schüler der höheren und mittleren Schulen, nämlich 33,46 % sammeln formte? Aber selbst in diesem Falle bleibt das Gros ausgeschlossen, und selbstverständlich bleiben ausgeschlossen alle jüdischen Bolksschulkinder. Tritt man aber dem Gedanken einer jüdischen Schule näher, so müßte viel eher an eine Volksschule gedacht werden. Denn einmal ist durch das Bolksschulunterhaltungsgesetz der konfessionelle Charakter der Volksschulen festgelegt, und sodann besteht bei vielen Eltern eine gewisse Scheu, ihre Kinder in die allgemeine Volksschule zu schicken^ Indes, die geplante Schule will und soll gar nicht eine allgemeine jüdische Schule, sondern — und das ist mehr als bedenklich — eine konservative Parteischule sein. Das haben die beiden Referenten unzweideutig ausgesprochen. Herr Dr. Heinemann hat allerdings die Frage aufgeworfen, ob eine konservative Schule etwas so Gefährliches sei. Da möchte ich vorweg erklären, daß ich der Meinung bin, daß es in der Sache ziemlich gleichgültig ist, ob der Religionsunterricht von einem mehr liberalen oder mehr konservativ gerichteten Lehrer erteilt wird, vorausgesetzt, daß der Lehrer sich möglichster Objektivität befleißigt, daß er kein Fanatiker ist, und — daß er sich bemüht, Konflikte mit dem anders denkenden Elternhause und jede Propaganda für seine religiöse Richtung zu vermeiden. Es kommt bei dem Religionslehrer nicht auf die Parteirichtung an — das würde ich für eine Engherzigkeit ansehen —, sondern darauf, daß er diese Voraussetzungen erfüllt und vor allem, daß er eine durch und durch religiöse, .überzeugungstreue und charaktervolle, pädagogisch hochstehende, in jeder Beziehung achtunggebietende Persönlichkeit ist. Aber einer Schule, die als konservativ gegründet ist, die auf der Carlebachschen Auffassung aufgebaut ist, daß das Judentum, wie es die Geschichte gelehrt hat, also das allein berechtigte Judentum, das konservative sei, kann man Eltern, die sich nicht aus Bequemlichkeit liberal nennen, sondern aus religiöser Ueberzeugung liberal sind, nicht zumuten, ihre Kinder anzuvertrauen. Will man in einer Gemeinde, die alle religiösen Richtungen umfaßt, eine jüdische Schule errichten, so möge man die Objektivität besitzen, sie allen jüdischen Kindern zugänglich zu machen. Der Zeitpunkt der Schulgründung ist möglichst unglücklich gewählt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse, die Entwertung des Geldes machen einen ungeheuren Aufwand an Mitteln erforderlich. Ist es auch nur eine Realschule, also eine sechsklassige Nichtvollanstalt, so erfordern allein die Gehälter des Direktors mrd der Lehrer mehr als eine Viertelmillion. Dazu kommen die Aufwendungen für Schulräume einschließlich Beheizung und Beleuchtung, für Lehrmittel und den wissenschaftlichen Apparat, für Bibliothek usw. und für den unerläßlichen Pensiousfonds. Normiert man das Schulgeld auch noch so hoch, vielleicht gar mit 1200 Mark, so dürfte ein jäl)rlicher Zuschuß von etwa 300 000 Mark kaum zu hoch gegriffen sein. Darm aber hat man eine Schule nur für die Neichen, also eine höchst rmsoziale Schule, die trvhden, nur druck) unverhültnismäßige Aufwendungerr anderer Kreise erhalten werden kamr. Sind wir aber berechtigt, derartige Opfer zu bringen, um eine Schule für Söhne reicher Eltern zu schaffen? Ich glaube, die Antwort kamr keinen Augenblick zweifelhaft sein. Alle unsere bestehenden und nach frrcheren Begriffen grrt fundierten wohltätigen und gemeinnützigen Anstalten kämpfen rrnr ihren Bestand und stehen vor der Gefahr der Schließung. Krankenhaus, Waisenanstalt, Schwesternheim, das jüd.-theol. Seminar, die Jrrdustrieschule u. a. m. weisen Fehlbeträge auf, die sich auf viele Hunderttausende belauferr. Bisher ist es nicht möglich gewesen, den Bestand dieser Anstalten zu sichern. Und in solcher Zeit will man den Mut haben, an die Gebefreudigkeit rmserer Glaubensgenossen zu appellieren, um eine Schrcke für die Söhne der Reichen zu schaffen?! Da scheint mir denn doch das talnnrdifche Wort beherzigenswert zu sein: Achtet mrf die Kinder der Armen; denn von ihnen geht die Lehre aus! Da möchte ich an .alle, die für jüdische Schulzwecke gern reichlich spenden, die dringende Bitte richten, rmsere Industrieschule zu unterstützen, die von den Kindern unseres Leinen Mittelstandes besuche wird, und ebenso die Aufmerksanckeit lenken auf die Pflanzstätte jüdischer Wissenschaft, das jüd.-theol. Seininar. Denn die Pflege jüdischer Wissenschaft und die Heranbildung eines allen hochgesteigerten Anforderungen entsprechenden rabbinischen Nachwuchses ist eine Lebensfrage des deutschen Judentums. Welchen Eindruck die Neugründung einer jüdische« höheren Schule auf nichtjüdische Kreise machen muß, will ich nicht näher erörtern. Ich bin nicht der Meinung, daß wir bei allem nach der nichtjüdischen Umgebung schielen und unsere Entschließungen von deren Zustimmung oder Ablehnung abhängig machen sollen. Unsere Maßnahmen sollen aus jüdischem Geiste geboren, in innerer jüdischer Notwendigkeit begründet sein. Aber wenn so viele andere Bedenken gegen die Schulgründung geltend zu machen sind, so darf dieses Moment noch als erschwerend angeführt werden. In einem Punkte gebe ich allerdings den beiden Rednern recht, in der Klage über vielfache Unwissenheit unserer Jugend auf jüdischem Gebiete und über mannigfache Mängel des Religionsunterrichts. Es ist in diesem Aufsatz nicht Ort und Zeit, diese Uebelstände, ihre Ursachen und die Wege zu ihrer Abstellung zu erörtern. Nur auf zwei Gesichtspunkte sei kurz hingewiesen. Die Begründung einer jüdischen Schule könnte die unerwünschte Wirkung haben, daß der Religionsunterricht an den öffentlichen höheren Schulen statt einer Verbesserung eine Verschlechterung erfährt und daß */* oder gar 9/10 aller jüdischen Schüler darunter zu leiden hat. Und sodann hat unsere Gemeinde die Neuordnung des Religionsunterrichts bereits in Angriff genommen und ist in voller Würdigung der grundlegenden Bedeutung dieses wichtigen Zweiges der Gemeindeaufgaben bereit, jedes Opfer zu bringen. Hierzu, zur Schaffung eineguten Religionsunterrichts, der, wie Herr Dr. Heinemann mit vollem Recht sehr feinsinnig ausfühtte, aus dem Geist der gesamten Kultur heraus erteilt werden muß, und zur tatkräftigen Unteestützung dieses Unterrichts rufe ich unsere Gemeindemitglieder, welcher Patteirichtung sie auch angehören mögen, auf. Das soll der Stolz unserer Gemeinde sein, daß sie sich dann von keiner Gemeinde des deutschen Vaterlandes übettreffen läßt. Darin wollen wir, ob konservativ oder liberal, einträchtig zusammen arbeiten. So dienen wir dem Frieden in unserer Gemeinde und sichern die Zukunft des Judentums. Kus üem Reich. Berlin. Der Ausschußdes Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes ladet in der neuesten Nummer seiner Mitteilungen zum 15. Deutsch-Israelitischen Gemeindetage am Sonntag, den 23. Januar 1921, vormittags 9 Uhr, im Saale des Logenhauses-Berlin ein. Aus der Tagesordnung verdient Punkt 5 besondere Erwähnung: Abänderung der Satzungen entsprechend dem Verfassungsentwurf für eine Gesamtorganisation des deutschen Judentums (Referent Herr Dr. I. Freund). Frankfurt a. M. Am 14. d. Mts. feierte Herr Rabbiner Dr. Caesar Seligmann seinen 60. Geburtstag. Der Jüdisch-liberale Jugendverein Frankfurt a. M. beteiligte sich an den vielen Ehrungen, die Dr. Seligmann an diesem Tage zuteil wurden, dadurch, daß er seinen Gründer und geistigen Vater zum Ehrenmitglied ernannte. (Eine besondere Würdigung C. Seligmanns und seiner Verdienste behalten wir uns für die nächste Nummer vor. Die Red.) Frankfurt a. M. In verschiedenen Tageszeitungen wurde in letzter Zeit mehrfach auf die Tatsache hingewiesen, daß die Höchster Farbwerke als Warenzeichen für ihr Erzeugnis Ehrlich-Hata 606 das alldeutschantisemitische Hakenkreuz habe eintragen lassen. Diese Tatsache erregte in weiten wissenschaftlichen Kreisen um so mehr Befremden, als bekanntlich Ehrlich ein Jude und Hata — ein Japaner ist. Die Verwaltung der Höchster Farbwerke gibt nun folgende Richtigstellung und Aufklärung: „Das Swastika-Zeichen (Hakenkreuz) ist uns in einer etwas anderen Ausführungsform bereits seit dem Jahre 1910 unter Nr. 128933 geschützt. Es wird von uns in dieser Ausführung zur Bezeichnung von Farbstoffen in Indien bemcht. Das Zeichen entstammt, wie wir einem Gutachter: des orientalischen Seminars, das zur Zeit der Anmeldung erstattet wurde, entnehmen, dem Sanskrit, Gutzeratin und Hindi, wo ihm als Schriftzeichen die Bedeutung „Viel Glück" oder „Biel Segen" zukommt. Bezüglich der Bedeutung des Zeichens erlauben wir uns im übrigen auch auf zwei Aufsätze im Feuilleton der „Franks. Zeitung", die im September dieses Jahres erschienen sind, hinzuweisen. Es ist außerdem wohl unbestritten, daß im Jahre 1910, also zur Zeit der Anmeldung unseres ersten Zeichens, das Hakenkreuz als antisemitisch-alldeutsches Pogromzeichen noch nicht in Frage gekommen ist. Die vor einiger Zeit erfolgte Eintragung des Swastika-Zeichens in einer abgeändetten Form erfolgte nur: lediglich deshalb, weil uns hierdurch die Verteidigung unserer durch die erste Eintragung erworbenen Rechte erleichtett werden sollte. Es ist ja bekannt, daß man zum Schutze eines Warenzeichens sehr häufig ein Zeichen in den verschiedensten Ausführungsformen eintragen läßt. Eine Benutzung des Zeichens in der neuen Form kam von vornherein nicht in Frage. Aus den ganzen Ausführungen werden Sie ersehen, , daß die Eintragrmg des Hakenkreuzes für uns mit dem Antisemitismus nichts zu tun hat." Magdeburg. Das Wesen des Antisemi- 1 i s m u s. Die hiesige Ottsgruppe des Zerttralvereins Derttscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Berlin Nun mehrten sich die Spuren des Krieges, der dieses stille Land heimgesucht hatte; der Weg ging durch eingeäschette Dörfer, auf den Feldern lagen hie und da zerbrochene Kriegswagen, tote Maultiere, — Leichen. . . . Vereinzelt kamen Landleute, die vor den plündernden Philistern geflohen waren, mit ihren Familien, Kühen, Habseligkeiten auf niedrigen Karren wieder zurück und schauten sich klagend in ihren halbverbrannten Wohnstätten um. David erfuhr, wo der heftigste Kampf stattgefunden hatte, daß die Philister die Leiche des gefallenen Fürsten Saul geschändet, ihr den Kopf abgeschlagen und sie in Bethschan an der Stadtmauer aufgehängt hatten; von den Söhnen des Königs wußte man nichts.- Langsam stieg der traurige Wanderer jetzt bergarr. Es war am späten Nachmittag. — Plötzlich sah er vor sich einen verlassenen Lagerplatz der Philister: Aschenhaufen von ausgebramrten Feuern am Boden, Reste geschlachteter Tiere, zerrissene Weinschläuche . . . - - Er stieg höher ... Hier hatte ein heftiger Kampf stattgefunden; — anscheinend hatten die Israeliten diesen Bergübergang vor dM überlegenen Gegner schützen wollen und waren davei überwältigt worden. Ueberall lagen Leichen; viele von den rohen Feinden verstümmelt. — . David suchte und suchte . . . Endlich, auf einer Nachen Kuppe, zwischen Geröll und breiten Felsblöcken, die von feuchtem Moose überwachsen waren, und unter denen eine kleine Quelle entsprang, erblickte er den toten Abidanab, den zweitältesten Sohn Sauls; er lag mit dem Gesicht auf der Erde, nur an dem reichverzierten Panzer zu erkennen,... und da-an eine schmale Klippe zurückgelehnt, lag — die Leiche Jonathans. Dicht unterhalb des Herzens war eine kleine tödliche Wunde, sonst war der Körper rmversehtt. . . . , Der Tote hatte beide Arme ausgebreitet, als wolle er seinen Freund empfangen, — der Kopf war zurückgelehut, die Augen geschlossen, . . . das braune Haar rmrrahmte das edle, wächsern-blasse Jünglingsantlitz, das wie von einen: stillen Lächeln verklärt schien; an seiner Seite hing die kleine Harfe, die er selbst im Felde immer bei sich trug. — Lange, lange stand David da, hochaufgerichtet, trärrenlos, und starrte auf der: entseelter: Freund; — — und jetzt merkte er ar:ch, warr:m Jonathan in dieser Stellrmg gefallen war, — hinter ihn: lag der Leichnam Malkischua's, des jüngsten Sohnes Sauls. Der Brr:der hatte sich schützend, mit ausgebreiteten Armen, vor den fast noch knabenhaften Prinzen gestellt, r:m den tödlicher: Streich von ihm abzuwehren — und dabei hatte er selbst die Todeswrnrde empfangen. ... „Liebe r:nd Trerre war feilt Leben," dachte David, „Liebe rmd Trer:e erwies er noch im Sterben andern." -Länger und länger wurden die Schatten, die Gesteir: ur:d Blöcke warfer:. — Die Sonne stand schon tief, am Himrrrel ur:d begarn: sich purpurn zr: färber:. — David raffte sich auf und suchte in dem rötlichgrauen, zerklüfteten Gestein eine flache Höhlung, die er mit den Händen und dem Schwette tief ausschachtete; hierauf senkte er die beiden Königssöhne hinab und deckte sie mit Moos und Geröll zu.- Dann ging er wieder zu seinem Freunde, bettete ihn auf der schmalen, schrägen Klippe, daß er wie in einem Sarkophage dalag und setzte sich auf einen Stein neben den Toten, ohne den Blick von ihm zu wenden. — Es wurde kühler; — die scheidende Sonne warf einen lichten, goldroten Schleier über den Berghang. Wie aus Marmor gemeißelt saß David da und starrte auf die Leiche. — — Selten nur wandte er den Kopf und blickte müde und traurig in das weite, verdämmernde Land hinaus, über dem die Abendnebel wie große, zatte Flocken lagen._(Schluß folgt.)