Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 88 (7.11.1934)
- Date
- 1934-11-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Beilage 7. November 1934 •J DIE BIBEL ERZÄHLT im Wochenabfchnitt Tauldaus von der Geburt und Jugend Esaus und Jakobs. Die Knaben wachsen heran. Esau lockt es, in Gottes Natur umherzustreifen, im Kampf mit den Tieren seine Kraft zu messen. Jakob aber liebt den Frieden des Hauses, die Nähe der Mutter. Seine Welt ist die Welt der Seele, des Geistes. Das bedeutet nicht einen Verzicht auf die irdischen Güter. Er kennt die triebhafte Art seines Bruders und verlangt von ihm für ein Linsengericht den Verzicht auf das Erstgeburtsrecht. So bereitet die Thora die Erzählung vor, in der Jakob seinen blinden Vater täuscht und durch List den Segen erringt, der für seinen Bruder bestimmt war. $ In der Persönlichkeit Jakobs ist der Grundzug jüdischen Wesens deutlich erkennbar. Jüdisches Denken hat sich stets im Gegensatz zu physischer Kraft erfühlt. Die Worte unserer Sidra: „Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände", hat man im jüdischen Kreis dahin gedeutet, daß der Jude mit dem Wort, dem Geist, der Nichtjude aber init seiner Kraft kämpft. Diese auf das Geistige gerichtete jüdische Art ist in der nachbiblischen Epoche des Judentums noch stärker zur Entfaltung gelangt. Mcht nur der kaufmännische Beruf, dem unsere Väter sich zuwenden mußten, mehr noch das talmudische Studium, hat die Freude am Denken, die Hinnei- §»ung zu geistigen Berufen geweckt, aber der jüdischen eele auch jenen rationalistischen Zug aufgeprägt, den man uns heute vorwirft. Wenn man dabei nur an den starken Trieb nach Erkenntnis, an die Neigung zur Kritik denken würde, könnten wir diesen Vorwurf ertragen. Unter jüdischem Rationalismus aber versteht man den Mangel an selbstlosem Fühlen und Streben. Es ist nicht zu leugnen^ daß im Judentum der Gegenwart eine starke Verweltlichung der Lebensanschauung vorhanden war. Die Ursache dafür aber liegt nicht in jüdischer Art. Wohl kämpft Jakob mit seinem Bruder um Herrschaft und Reichtum, die ihm der Segen des Vaters verleihen soll.. Doch er ist zugleich der „Gotteskämpfer", der mit dem Göttlichen ringt. Wenn irgend ein Volk religiösen Idealismus besessen hat, dann ist es das jüdische, das zu allen Zeiten bereit war,. für seihen Glauben das schwerste Opfer zu bringen. Die deutschen Juden haben daher , bei ihrer falschen Schätzung materieller Güter sich nicht von jüdischer Art bestimmen lassen, sondern von dem Geist des Kapitalismus, der überall in der Welt die Herrschaft besaß. 'Sie haben diese Denkweise angenommen, nicht weil sie Juden waren, sondern weil ihre schwache jüdische Frömmigkeit ihr nicht genügend Widerstand bot. Jakob gewinnt den Segen des Vaters durch Täuschung und List. Gehören darum Unredlichkeit und Verschlagenheit zum Wesen des Juden? Man erhebt auch diesen Vorwurf gegen uns. Wäre er berechtigt, dann hätten die deutschen Juden nicht durch Generationen hindurch ihre angesehene und bedeutende Stellung im Wirtschaftsleben behaupten können. Das Vorbild der Juden ist nicht der junge Jakob, dessen seelische Entwicklung noch nicht beendet war, sondern der reife Mann, der aus der" Fremde in die Heimat zurückkehrt.- Er heißt nicht mehr Jakob „der Listige", sondern Israel „der mit Gott gerungen hat". Sein Name weist aufdie Läuterung hin. die sich in seiner Seele vollzogen hat. Lewkowitz-Berlin. ^otteaMenlte in den Berliner Synagogen mit neuem Ritus. Freitag, 9. November. Lindenstraße (Blumcntliul) 4.30 Uhr; Friedenstempel (Prinz): 4 Uhr 30. Lützows'traßc (Salomonski) 6 Uhr. Fasanenstraße (Swarsensky): 6 Uhr 30. Levetzowstraße (van der Zyl): 7 Uhr. Prinzregentenstraße (Galliner): 7 Uhr 15- Neue Synagoge (Warschauer), Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162 (Graf): 7 Uhr 15. Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30 (Plaut): 7 Uhr 30. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176 (Goetz): 7 Uhr 30. Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78 (Adler): 7 Uhr 15. Liberale Synagoge, Wcdding-Remiekcndorf, Exerzierstraße 13 (Zimet): 7 Uhr 30. Jüdische Rcligionsgemeinde Charlottenburg. Schulstraßc 7: 4 Uhi 30. Jüdische Reformgemeinde, Joachimstlialer Straße 13 (Koppel): 6 Uhr 30. Sonnabend, 10. November,. - Huuptgottesdienst 10 L'hr. Frühgottesdienst: Lindenstraße, Levctzowstraßc, Prinzregentenstraße 7 Uhr 30. Liberale Synagoge Norden (Plaut): 10 Uhr. Jüdische Rcligionsgemeinde.Charlottenburg (Kliersfeld): 9 Uhr 30. Sonntag, 11. November. Johannisstraße 16 (Gottschalk): 10 Uhr 30. BILANZ / Von Rabbiner Dr. SELIOMANN-Frankfurt a. M. In dem Augenblick, da die ..Jüdisch-liberale Zeitung" ihren alten Namen ändert und unter dein Titel ..Jüdisch«* Allgemeine Zeitung" sich an einen weiteren Kreis von Lesern wendet, ist es - au der Zeil, sich einmal wieder über Bedeutung und. Wert de» religiösen Liberalismus im Judentum, über seine Leistungen nnd Fehler Rechenschaft abzulegen. Dos liberale Judentum ist »ti wenig tot wie . das Judentum selbst; denn es ist dasjenige Judentum,' das von dem weitaus grüßten und noch immer mnßgebcndsteji Teil der europäischen und amerikanischen Juden gelebt und geglaubt wird. Solange es Juden gibt, die •\ den Willen zum Judentum haben, die sich als selbstbewußte Juden fühlen und nach ihrer« Art jüdisch leben, ohnedaß sie an eine supranaturalistischr Offenbarung glauben und ohne daß sie den Schulchan aruch und wohl auch eine Anzahl biblischer Religionsgesctze als für sie verbindlich ansehen, so lange wird es ein liberales Judentum geben. Genau so, wie es so lange und nur so lange ein orthodoxes Judentum geben wird, als es jüdische Menschen gibt, die an Thora min haschomajim glauben und das gesamte Religionsgesetz als verbindlich ansehen und sich ihm in ihrem Leben unterwerfen. Denn ein Judentum an sich, ohne lebendige Menschen, dir es verkörpern und leben, gibt es in der realen Wirklichkeit nicht. Ohne persönliche Träger wäre Judentum nichts weiter als Erinnerung, Idee, Literatur, Geschichte und höchstens noch leergelaufene Institutionen. - Alles Gerede vom Bankerott des religiös-liberalen Judentums ist darum »ine Torheit. Was in der Natur de* Menschen begründet ist, kann nicht untergehen. Dieselben Ursachen, die den Wandel in den Anschauungen und im Leben der Juden Westeuropas vor hundertundfünizig Jahren hervorgerufen haben, wirken heule _ noch mit .derselbe*) unentrinnbaren Notwendigkeit. Das Heraustreten aus der tausend« jährigen gesellschaftlichen Abgeschlossenheit, der Eintritt in die europäische Gesellschaft und Kultur, der gewaltige Umschwung der sich im Schicksal der Juden und infolge dessen in ihrem religöscn Leben und Denken vollzogen hatte, mußte, viel mehr noch als der tragische Untergang der .jüdischen Nation nach der Tempelzerstörung, eine völlig neue Geistes - und Lebenshaltung der Juden im Gefolge haben. ~ Nicht aus Laune und Willkür erfolgen die großen Entscheidungen und Wandlungen der Geschichte. Sie sind das Resulta/ schicksalnafter Gegegebenhciten,„ wobei der Freiheit einzeln» Individuen oder Gruppen, sich der elementaren Wucht des UmwundlungsprozcsecA entgegenzustemmen, nur ein enger Spielraum vergönnt ist. Wir sind im Wollen und im Handeln Kinder unserer Zeit. Und wie es nur einen Noa und nur einen Abraham gab, die die Kraft besaßen, sich ihrer Zeit entgegenzusetzen, so wird es immer nurx verhältnismäßig wenige geben, die anderen Motiven als den schicksalhaft gegebenen folgen. Das Neue, Ausschlaggebende, was den radikalen Umschwung jüdischen Lebens und Denkens herbeiführte, war die Auflösung der jüdischen Gesellschaft. Bis zu dem Augenblick, da sich die Ghettotore öffneten, bildeten Judenheit und Judentum eine so unlösliche Gemeinschaft, daß, ■ jedes Juden gesamtes Leben, bis in die letzten Verästelungen, von Judentum erfüllt war, so daß man mit Recht von einer Totalität des Judentums sprechen konnte. Ein Heraustreten aus dieser Gebundenheit war, selbst da, wo der Lebensraum weniger beschränkt war, nahezu unmöglich^ wie das Beispiel von Uriel Acosta und Spinoza beweist. Mit dem Moment der Emanzipation .des "Juden von der unumschränkten Herrschaft jüdischen Lebens, die erleichtert wurde durch die gleichzeitige Aufbebung des Bannes und der Polizeigewalt, wurde das Judentum atomisiert, säkularisiert, auf den* schmalen Raum des rein Religiösen beschränkt. Indem der Jude an dem allgemein politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen^ kulturellen Leben teilnahm, blieben für das Judentum nur jene vier Ellen kleinsten Lcbensrauma übrig, die man, in Nachahmung der christlichen Umwelt, jüdische Konfession genannt hat. Und selbst diese auf ein so kärgliches Brot gesetzte „Religion** wurde wie ein Staatskleid nur für die höchsten Feiertage aufgehoben, wenn sie nicht gar zum alten Gerumpel geworfen wurde. An die Stelle der Autorität trat der Individualismus, in den aufeinander - folgenden Generationen immer schrankenloser die letzten Pietätsbindungen beiseite schiebend, so daß zuletzt vielfach nur noch der Name Jude und ein BegrShni* auf dem jüdischen Friedhof übrig blieb. fn den obersten sozialen Schichten der Großstädte, vor allem in akademischen und ästhetischen Kreisen, aber. auch tief hiuabreichend in die unteren Massen, zumal in jene, denen die Begeisterung für ein politisches Ideal die Religion ersetzte, war diese Abwendung vom Judentum als ein Symbol der Dekadenz und Entartung wahrzunehmen. Aber nicht nur vor der Gefahr, in das allgemein Menschliche sich zu verlieren und so ab Juden unterzugehen, standen die Judcp, sondern sie versuchten sich das Entrcehillctt in die deutsche t Gesellschaft durch übcrzeugungsloscn übertritt in die staatlich privilegierte Religion zu erkaufen. So kam es zu den drei Taufperioden, der ersten nach dem Tode Mendelssohn*, als der große 'Mcnschheitsrausch die jüdischen Gewissen umnebelte; ■der zweiten nach der politischen Reaktion, die auf die Freiheitskriege folgte, und der dritten in den letzten zwei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts, die mit dem neu aufkommenden Antisemitismus einsetzte. Diese totale Wandlung der Judenheit, die man gewöhnlich mit dem Schlagwort Assimilation kennzeichnet, hat mit dem jüdisch-religiösen Liberalismus so wenig zu tun wie Wasser mit Feuer. Denn ~ . der jüdisch-religiöse Liberalismus ist geradezu als Gcgen- . - gewicht gegen diese Assimilation entstanden. Er war es. der dem anarchischen Individualismus gegenüber zur Erhaltung der Gemeinschaft aufrief, der um jede Seele in der Gemeinde, tun jede» Kind in der Srliulr rang, der die ubtrüiiiijgcii Kinder wieder zur Mutter zurürLzuführeu sich bemühte. * Liberalf Rabbiner und andere jüdisch ht-t»ntc Persönlichkeiten führten in Wort und Schrift, auf Kanzel und Katheder, durch Organisationen und Institutionen einen hundertjährigen zähen Kji m p f gegen .! ii di f fcrcntis.nuis und Abfall und setztet! ilrre Lebensarbeit daran, den auflösenden-Tendenzen Einhalt zu tun. Daß diese 'Bestrebungen uirhl den großen erwarteten Erfolg hatten, daß nur eiu verhältnismäßig kleiner IViL erfaßt werden konnte und die verheißungsvolle Soul nicht überall aufging und Früchte trug, sei ohne weitere» zugegeben. l'nd dennoch — wicjtähe es. mit dem deutschen Judeutum atts, wenn der religiöse Liberalismus nicht gewesen wäre? Wer hat dem jüdischen Menschen, der sich im ullcn Judentum nicht mehr heimisch fühlte und vor dem Abfall stand, ein neues Heimalgefühl und Hrimatrecht im Judentum gegeben, du» die Orthodoxie, wenn sie ihrem Prinzip treu bleiben wollte, ihm nie hätte gehen können'( Wer hat durch Vlie Schöpfung der Wissenschaft de» Judentum» und der jüdischen Theologie den Juden de» neunzehnten Jahrhunderls jüdische» Selbstbewußtsein, geschichtliches. Ziuauwicngehörigkcitsgefühl, . Liebe zum Vätererbe, aufrechten Mut, Ehrgefühl und auch die Waffen im Abwchrkampi_ycrliehcnV Wer hat in erster Linie all die blühenden Organisationen und Institutionen des neuzeitlichen Judentum» ins Leben gerufen? Wer hat zuerst, in der Periode des Übergang», jüdische Schulet!, Religionsschulen, später JucctidgottcHdicnstc, Frcitapabrudfciern, Fest^oticsdienste an Chanukkah, Purim geschaffen l Wer hat, als die Kinder der neuen Zeit die orthodoxe Synagoge verlassen hatten, die Verlorenen für die Synagoge wiedergewu n'n c n, vor allem auch die Frauen und die Madeheu, die ganz abseits stunden? Und hat sie nur gewonnen durch die. tu der neuesten Zeit wieder zu Unrecht geschmähten Reformen de» Gottesdienste*. Man versuch© es doch einmal, in den liberalen Synagogen wieder einen orthodoxen Gottesdienst einzuführen. Die unausbleiblichen Folgen würden bald die Kiirzsichtigkcit eines solchen Vorgehen» offenbaren. Gewiß ist viele» verfehlt, viele» Übereilt abgeschafft worden, was dem jüdischen Gottesdienst seine besondere Nuance; nein historische» Kolorit gab. Und du wären wir bei den Fejjlern ani . gelangt,'die insbesondere bei den ersten unzulänglichen Versuchen, den 'Gottesdienst zu reformieren, gemucht worden sind. Dahin gehört vor allem die Nachahmung de» protestantischen Gottesdienste», mancherorts die Ausmerzung fast alles spezifisch Judischen, der Mangel an historischem Sinn, und Verantwortungsgefühl Hegen die ehrwürdigen Mächte der Tradition. Es hätte nicht zum Bruch zu kommen brauchen, nicht zu der unseligen roligi&Hen Partei le raplittcrung, wenn man in jenrn ersten Zeiten der Reformbewegung mehr Verstinanis für die - Imponderabilien der i&dbeh*» Seele gehabt bitte. Vielleicht läßt sich die Differenz «wischen dem liberalen Judentum, wie wir es verstehen, und dem liberalen Judentum, - wie es damals verstanden ward und wohl auch heute noch in vielen (Fortsetzung auf der Umseile.) UNSEREQEsmwm Wenn etwas sich am deutschen Juden dieser Tage gewandelt hat, so ist es das Verhältnis zu seiner Geschichte. Geschichte war Unterrichtsstoff, Lektüre, war Vergangenheit und Erinnerung, nunmehr wurde sie Erlebnis und Gegenwart: Es zeigt sich, daß nicht faule ltuhe und vorgetäuschte'Sicherheit, sondern Aufstand und Umbruch das Lebenselement der Geschichte ist. Das galt von deutscher Geschichte, es galt aber gewjti von jüdischer Geschichte. War deutsche- Geschichte in die Passivität eingetreten, so jüdische in die' Erstarrung. Das jüdische Ruch und dos jüdische Fest waren letzte Manifestation jüdischer Geschichte.. .Aber auch in ihnen machte sich die Starre der Unwirklichkeit geltend. Es fehlte — insbesondere der .lugend — die lebendige Beziehung des jüdischen Menschen zu Buch und Fest. Nun fegte der Sturm der Geschichte den Staub auch von den letzten Reouisiten. Man sprach viel vom „Wiederbeginn der "Jüdischen Geschiente" und bedachte nicht, daß Geschichte im üblichen politischeil Sinne nur die Geschichte einer doch bis zu gewissen Grenzen selbständigen Volksindividualität ist. Israel aber — trotz mancher Autonomie — war seit dem nationalen Niedergang (und auch schon einige Zeit vorher) nicht mehr alleiniger Autor seiner politischen Existenz. Und auch seine Autonomismcn waren Gnade oder Bestimmung der wechselnden. Umwelt. Nur im Geist blieb Israel autonom. Ki am kauscheh — auref ottoh — denn ein hartnäckiges Volk bist du. „Unsere Geschichte",, eingetan im nichtjüdischen Raum, wird nur aus doppelter Schau verständlich: aus der Perspektive der Mitwelt und dem Beharrungswillen des jüdischen Menschen, aus dem Geist der Zeit und aus dem Geist der Ewigkeit. So wollen wir künftig hier Geschichte betrachten, wir deutschen Juden. Der Spiegel unserer auf geregten-Zeit wirdseine Reflexe werfen auf unsere Geschichte. Heinz Kellermann. Mmftimxs mox Moabit, Xuaaftr. 42 BEKANNT DURCH QUAUTXTS-WAREN