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Jüdische allgemeine Zeitung · 1934-11-07 · 88 (7.11.1934) · page 10

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
88 (7.11.1934)
Date
1934-11-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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K'rrjM'ii \i rsl.nuli'ii wird. .Ulf dir . iiif.n In- Forni' l lirinsi-n: \»ir lr£«-n l>»-im .,liberalen .linlrntuitr' ilrn Ak/rnl auf da> Haupluiirl .,Juiklltum" und nirlit auf das Britxirl ..lilirral". DJri.i! rlua- (iilllid-älzlii'lio. Ei lltrs relij!ifl»-lilit:r«l<> fiidinliim '"«.ird ""»»>■' da-. iii»luri«-ll ülirrliefrl lc .lllilrfillllll dir Suli.-lan/. ansclirii. Ilml lilirral «ird* illln iintnrinur das Allrilmt M-in. di r ' Aj-pi-Ll. von drnr au-- dar. dinlriiliifti an^i:srliaut und rui|iruudrn,. «ider dir Modaliläl. dir Arl und Wimm-, wir da» .ludrnluui ^rlrlit u/rd. C.im/. i" di r . f.|iiimzi-.liM ln-ii ürjrrifMiiHiinmiiu;: dir«! Wurlr. F.s gilil ui-illl vr im-Ii i <• dr. Ii r .1 u d r. n l ü m <• r. ' S.ndrrii urlliodiixr.. lilirrfdr-. iniil rjuiijülini-fu:-. .lu.l. uliini -iud di<- dcirrli 'dru Vt'i:rlwl drr llcwr-imi;: und HuIic. «Inn-Ii slalisrlir und dviinlili»r)ii- Triidkräflr rnl~lrlirudrii K-r^äli^lirliru Diwin-ttiiMll di-rnrllirn \Virklii;likri(, MiidifiUali.....u der rinrn Suli^lau/.. Wer alu i das ,\VWl .,lilicrnl" zur I l.-iii|il^ui-]|<' marlit und drmrnl>|irrrllrnd .,Jlld<-iillllii'' zur '.N'rlirn-arjir. drr wird liri drill tiefen Xwies|iull ■zwisrlien dein Herhl dr> f ndi\iduuui^ und drin Heriii der Cenieiiiseliafl. fi'Ii ■.fc-ls auf dir Seile de» ludividualiMuu» «teilen, uia;! anrli die GeuiriiiM-hafl daliri Meli in S|ilitlrr auflösen. Um Ik-hIk-ii zu künneii. nuitt die OsrlU.li.ifl dem iudividin-lleii Willen Hehraukeu w;l/.en künneii. Wie iler »eliüne Au^'Jinirli dc.s Talmud seine Waln heil luit: ..Man lese der Cemeiude keine Ersi-liwrruns «uf. hei der die Mehrzahl dir Gemeinde uieht ln-sieheii kuii'i". mi ist der 'iim;:rkrlirir Satz zum miudistrn eiienso riehtip: mau einziehe'sieh den Itiiidmisen der Cemeinsrhaft nieht so weitprheiid,. daU die C mc in-rli.ifl daliri iiirlit. mehr begehen kann. Es war rin verhängnisvolles ■ Wort. das \I i: n d e I s s o Ii Ii in seinem .,Jerusalem" zwar ilirhl zuerst jiciiräßt, aber.zum Schlagwort. für das ^ettiaeht hat, was .seitdem alle Juden, die auf das' Wort ..liberal" dru Huu|itnarhdruek lejicn, m i äehtlicli und ahleluieiid als ..Z c r e in o n t a 1 f e s e t u'- bezeichnen. Dieses- Wort Zerenionial^csetz trägt mit ilie Schuld daran, daß mau Sabbat. Kcsttagsfricr, Weihe des Fauiilienhatises. das pcsamlc ..jüdisrhe Leben1" mit seiner wunderbaren Stimmum; und erzieherischen Bedeutung; das Band, das am sichtbarsten die Juden zu einer Einheit zusammenschließt, leichten Herzens von sieh abtat, um das Judentum zu einem Lippenbekenntnis ' zu machen, zu einer Idee, zu der man sich sehr leicht bekennen konnte. So wurde das Judentum seines eigenlliejieii substantiellen Inhalt*; entleert und die Totalität jüdischen .Seins zu .einer Konfession, d..- h. zu deutseh Bekenntnis, umgewandelt. cc Es gehl heule nicht mehr darum, und liegt nicht im Bereich der .Mögliehkeil, das ganze Lehen wieder restlosfür das Judentum zu gewinnen. Die Totalität jüdischen Lebens ist durch den Eintritt der Juden in das moderne Leben zu einer idealen und darum unerfüllbaren Forderung geworden. Inmitten all der gewaltigen Wandlungen im Lehen und Denken der Zeil, in die wir eingetreten -iud, iiiilö-li.ir mit der Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der Völker verbunden, im schweren' Kampf um das tägliche Brot' stehend, können wir nicht alles aufrechl erhalten oder wiederherstellen, was einst Substanz des Judentums war. Wir sehen die.es jüdische Lehen auch nicht als ein juristisch bindende» (ie-elz au'und \crmcidcn darum das in unscnil-Munde al» l nwalirhalligkcil zu bewertende Wort ..lleligiiinsgcselz". Aber freiwillige Bindung an dir Frömmigkeit und Kraft des jüdischen Lebens. »iiweil wir inislaiide sind, ewieileiher/.ustcllcn, Wicdcrankuüpfung au ahehrwürdige Tradition um der Selbslerhalluilg und inneren Belebung de» Judclllullis willen, das ist der Ruf, den scholl bisher die liberalen IlabhiiM i eihoben haben, den aber jetzt die neue Situation des deutschen Judentums mit unwiderstehlicher' Macht au uns alle um unserer selbst willen und um unserer Kinder willen ergehen läßt. Wir stehen an einem neuen Meilenstein unserer Geschichte. Wenn wir ein Jahrhundert laug geglaubt haben, im Lehen der Menschheit aufgehen zu können, mit einer Religion sittlicher Lebensführung nu»zui.iinM:!en und das Jüdische als etwas Nebensächliche» bagatellisieren zu können, wenn wir geglaubt haben, den Menschen in "uns vom Juden trennen zu können, so haben wir in diesen letzten anderthalb Jahren erfahren, daß der Mensch in uns mit dein Juden unlösbar verbunden ist, daß das Juden.cliieksal jedem zum persönlichen Schicksal wird. <)l> wir wollen oder nieht, jeder Jude ist mit Ahnen und Enkeln, mit der gesamten jüdischen Gemeinschaft, durch Seele und Blut, durch Schicksal und Erichen auf Gedeih und Verderb verhaftet. Darum müssen wir wieder zu uns selber finden und in uns tausendfachen Ersatz für das, was wir draußen verloren haben. Wir waren bisher überall anders mehr zuhause als bei uns. Um die entstandene Leere auszufüllen, um -unserm jüdischen Leben, wieder Inhalt und Schönheit zu geben, um unser Judesein wieder sinnvoll und reich zu machen, müssen wir die Schätze, die wir vertan, aus vergessenen Winkeln holen und, so liberal wir auch sein und bleiben mögen, den inhahlcercn Begriff .,libcral" mit jüdischer Substanz erfüllen. ß»M mm - imig j!05@m,Ji3> Lernen — Erlebnis Überbündifches Führerlager in Lehnitz Vom 24. Oktober bis 30. Oktober fand in Lehnitz bei Berlin eine von der „MitteloteUe für Erwachsenenbildung" in- GccnetnbdiÄft mit dem Rcich&&u»nchuß der jüdischen Jugend verbünde einberufene „EberhündWhr Führerf-chulungswochc4'' statt. Im Gegensatz zu dem eine Woche zuvor cinnritig von zionistischer Seite veranstalteten Unternehmen, -da» sich seltsamerweise und ohne «widerlichen Anstand al& „Schule der jüdischen Jugend" ankündigte, waren an dem Treffen in Lehnitz wirklich sämtliche Sünde mit Ausnahme der Agudoh-Jugend und der Revisionisten beteiligt. Beide Ereignisse haben ihre Vorgeschichte, die unmittelbar an die Herrlingcr Tagung des vergangenen Sommers anknüpfte. Im Anschluß an diese m> außerordentlich wirkungsvolle Zusammenkunft war seinerzeit nicht nur der Plan der ..Erwachsenen-BiJdung" aufgetaucht, sondern auch im Sinne der von dem Schöpfer dieser Idee, Martin Buher, geprägten Formulierung der .»Erwachsendcn- Im Kreise der Schüler. Bildung4* das Projekt einer „Schule der jüdischen Jugend" wieder aufgegriffen worden. Dicm: Absicht stieß auf Widerspruch. Der Einwand wurde erhoben, daß die g e i s t i gn> Schulung der jüdischen Jugend heute mehr als je nieht nur das vornehmste Privileg der Bühne sei; sondern darüber hinaus der stärkste Beweis ihrer Existenzberechtigung. Eine gemeinsame Schulung würde daher sowohl strukturelle Schwierigkeiten bieten, wie den Erfolg einer nach einheitlicher Gesinnung ausgerichteten Erziehung schwerstens in Frage stellen. Die stets von neuem aufgegriffene Debatte endete eines Tages mit dem überraschenden Vorschlag eines „Cbcrbündischcn Führe rlagers", das heißt, dem Versuch, die verantwortlichen Menschen der Bünde an Hand bestimmter stofflicher Umgrenzungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Auch diese Absicht wurde xwar noch als Wagnis empfunden — die Ehrlichkeit verlangt diese Feststellung —, aber wir treffen sie heute gern, wo wir frohen Herzens sogen dürfen: Das Wagnis ist gelungen^ Es geht. Es geht tntsächlich, sechzig junge Menschen aus ganz verschiedenen Lagern auf Zeit in ein gemeinsames Lager zu führen. Gelegentliche Schwierigkeiten vermögen nichts an diesem Fazit; zu ändern. - Und das ist gut so. Denn manchmal schien es uns schon, als ob wir — zu unserem eigenen Mißbehagen — jene Unbefangenheit verloren hätten, die den Streit der Meinungen durch den Geist der. Kameradschaft schlichtet. Aber hier in Lehnitz war er spürbar, dieser gute, fruchtbare Geist. Hier waltete er. zwischen Bündler und Bündlcr, zwischen Bündler und Dozent, zwischen Dozent und Dozent. Hier zeigte er sich beim Frühsport, Iicim Lernen, bei der Mahlzeit und beim Gespräch. Denn man führte Gespräche und keine Diskussionen. Aussprache von Mensch zu Mensch, die darin besteht, in der ehrlichen Bereitschaft zu hören, nicht nur zu reden, nicht Diskussion, das heißt, Aus-Einahder-Schlagen, wie Buber es nannte, mit dem "Willen zu treffen und — zu verletzen. Vereinzelt geriet man auch einmal aus dem Takt. Schuldfragen lassen sich da schwerlich klären. Stärke der eigenen Position verleitet oft zu .Temperamentsbeweis, und schließlich ist Sachlichkeit im jugendlichen Kreis ein ungeübtes Thema. Das Programm war überreichlich besetzt, weniger wäre oft mehr gewesen. Auch die Freizeit ist ein wichtiger Teil des Lagers. Der tägliche Arbeitsplan sah einen Durchschnitt von mindestens vier Doppelstunden vor. Den unerhört einprägsamen Beginn machte der Bibelkurs, den Beschluß grundsätzlich ein Referat und Gespräch aus dem Bereich der jüdischen Gegenwart. Dazwischen lagen Arbeitsgemeinschaften, Sing- und Sprachkurse. Aus der Fülle der Themen seien hervorgehoben: der Bibelkurs von Martin Buber, behandelnd „Abraham in Ka-, naan", der Geschichtskurs von Fritz Bamberger über „Urkunden zur Geschichte der Emanzipation", die pädagogischen Arbeitsgemeinschaften von Kurt Bondy (das Führerproblcm im Bund, Autorität, Koedukation) und von Ernst Simon (Ausgestaltung von Heimabenden und Feiern), die Gegenwartskunde von Ernst Kant'orowicz, ein soziologisch hochinteressantes Referat über Ostjudentum von Adler-Rudel, eine instruktive Einführung in das Hilfe- und Aufbauwerk durch Friedrich Brodnitz, der thematisch interessante Versuch einer jüdischen Einordnung in Deutschland, vorgelegt von Alfred Hirsehberg, ein Referat von Lieben stein über die Voraussetzungen des Palästina-Aufbaus. Besondere Erwähnung verdient der Sing-Kurs von Karl Adler, der mit einer erstaunlichen pädagogischen Kraft das Gewirr ungeübter Stimmen. zu einem disziplinierten musikalischen Genuß gestaltete. Es ist nicht hündische Art, Zensuren zu erteilen, und es ist schon gewiß nicht bündisch, den Chor der Hörerschaft in Solisten aufzuteilen. Es. waren gute Kräfte am Werk, auf allen Seiten. Der als Einzclbund zahlenmäßig am stärksten vertretene „Bund Deutsch-Jüdischer Jugend" griff meist auch am intensivsten in das Gespräch ein. In den qualitativen Erfolg teilte er sich insbesondere mit den „"Wcrkleutcn", dem ..Haschomer Hazair" und dem „Zelre Misrachi". Aber Dank gebührt aus der Reihe der Bündler dem Geschäftsführer des Reichsausschusses, Bruno Sommerfeld, dem vor allen anderen der technische Erfolg des Lagers zuzurechnen ist; Dank aber auch neben den anderen. Dozenten dem Triumvirat Adler, Simon und vor allem Buber. Lernen kann eine Erinnerung sein; sie haben es zum Erlebnis .werden lassen. H. K. Die Zukunft der jüdifehenEhe Von KURT PINTIIUS Es sind .von altcrshcr meist Junggesellen, die über die Ehe sich äußern. Vielleicht deshalb, weil sie unbefangener und furchtloser sprechen können als ein Ehemann. Denn öffentlich ausgesprochene Erfahrungssätze über die Ehe, die man von Junggesellen gern und gläubig hört, werden dem Ehemann leicht übelgenommen. So haben die beiden größten Schriftsteller Frankreichs vor hundert Jahren, die Junggesellen Stendhal und Balzac, viel Grundsätzliches über die Ehe mitgeteilt, mit bislang unbekannter psychologischer und so/J et logischer Vertiefung. Aber wir wollen \on dieser Arabeske zu unserem besonderen Thema kommen, und hier hat der Junggeselle Nietzsche, der ebenso Grimmiges wie 'Günstiges über die Juden geschrieben hat, behauptet: .,Die Art, wie die Juden ihre Väter und ihre Kinder ehren, die Vernunft ihrer Ehen und Ehesitten, zeichnet sie unter allen Europäern aus.41 Dies Lob gerade aus diesem Mund hören wir ge.ru^aber historische Geuissenhcit zwingt zu der Erinnerung: daß ursprünglich die jüdische Ehe in der biblischen und uuchbiblisehen Zeit in Lehre wie Praxis g:mz anders sieh ausnahm als die. welche "Nietzsche kannte. Noch mus Jahr 1000fand der Rabbi Gcrsclioin von Worms, dessen Autorität so anerkannt war, daß er .,die Leuchte der Zerstreuten'1 genannt wurde, viel Widerspruch in der Judenheit, als er die Einehe und die Einwilligung der Frau für die Scheidung forderte. Die neuen Ehegesetzc des großen'Rabbi setzten sich in Westeuropa .schnell und endgültig durch, so daß die'streng eingehaltene Einehe, die Frau als Lebensgeführtin und Mitkämpferin des Mannes schließlich eine derart hohe und unangefochtene Bedeutung hatte, wie sie etwa aus dem Mcmoircubuch der Glüekcl von Hameln aus dem 177 Jahrhundert erkennbar wird. Die fast völlige Annäherung der jüdischen Ehe an die des christlichen europäischen Bürgertums geschah allerdings erst, unter Verlust manch vortrefflichen jüdischen Traditionsguts, mit der fortschreitenden Assimilation nach dem Durchbruch der Emanzipation im 19. Jahrhundert. - In einem aufschlußreichen Vortrag über „die Zukunft der jüdischen Ehe" wies vor einigen Tagen der Soziologe Herbert F r a n k e n s t e i n darauf hin, wie sehr die moderne jüdische Ehe sich in Form und Inhalt der Lebensführung jener.anscheinend festgegründeten freisinnigen Ilürgcrsehicht angeglichen hatte, deren Hauptstütze "und -stärke eben diese Ehe war. als ..Lebensraum der bürgerliehen Existenz, der Kindererzeugung und -erziehung". Gerade dies Verbundenscin der modernen jüdischen Ehegestaltung mit dein europäischen Bürgertum, behauptete Frankenstein, brachte es mit sieh, daß allmählich, als infolge wachsenden Wohlstands, steigender. Genußsucht die bürgerliche Ehe vielfach „lockerer und labiler wurde, auch die jüdische Ehe im gleichen Maße sich vcräußcrlichtc. materialisierte und erschüttert wurde, oft zum Nachteil nicht nur für die Eltern, sondern noch mehr für die Kinder. Wie man sieh auch zu den Thesen Frankensteins verhalten mag, ihm ist unbedingt beizupflichten in der Feststellung, daß die Ehe der Zukunft mit gänzlich anderen gesellschaftlichen und wirtschaftliehen Voraussetzungen rechnen muß, als die Elle in der glanzvollen Vergangenheit des Bürgertums. Das gilt besonders von der jüdischen Ehe, nach der fast völligen Abschciduns der jüdischen Bevölkerung Deutschlands von der arischen durch die .Umwälzung des Jahres 1933. Nicht nur die gesellschaftliche Schichtung der jüdischen Bevölkerung innerhalb des deutschen Volkes und. innerhalb der Judenheit selbst hat sich geändert und ist weit« in Wandlung begriffen — das Gleiche gilt auch von den wirtschaftlichen Grundlagen der Ehe. Die Mitgift der Frau in Gestalt eines festen Kapitalstocks, die feste wirtschaftliche Position des Mannes bildeten, soziologisch gesehen, einen Grundpfeiler der alten bürgerlichen Ehe. Jeder weiß, wie wankend, schwankend und unbeständig diese wirtschaftliche Grundlage der Ehe geworden ist; jeder weiß, wie labil eine sogenannte feste Vermögensbasis selbst auf kurze Sieht dem deutschen Juden gelten muß und wie die berufliche Position von einem Tag zum andern vernichtet sein kann. Trotz dieser materiellen Erschwerung und Gefährdung wird jber sicherlich gerade die Ehe einen Hauptfaktor in der Erhaltung und Weiterentwicklung des Judentums -bilden. Es wäre deshalb falsch, den Mut zum Ehe-Entschluß, zur Ehe-Schließung zu verlieren. Die materielle Basis, die leider oft zum Hauptmotiv der Eheschließung geworden war, muß durch andere, man kann sagen: ideelle Elemente ersetzt werden. Aber in Wirklichkeit bedeuten, diese ideellen Elemente eine materiell zuverlässigere und beständigere Basis für die Ehe als die früheren wirtschaftlichen. Als solche Elemente seien genannt: Gesundheit, wirkliche Zuneigung, Lebensmut, Arbeitswille, Leistungsvermögen, vor allem der feste Vorsatz, das Dasein unter allen Umständen gemeinsam tragen und formen zu wollen. Je gefestigter dieser gemeinsame Lebenswille ist, um so leichter wird in der Unbeständigkeit der Zeit die Ehe der Zukunft zu führen sein. Die persönlichen Werte der beiden Ehepartner muß man künftig als die beständigsten Sachwerte erachten. Das Problem der jüdischen Zukunftsehe ist nur zu erörtern, wenn man von jüdischer Seite mit vorwärtsgewandtem Blick den historischen Tatsachen ebenso klar und sachlich-gegenübersteht, wie sie durch die Ereignisse gegeben sind. Dem Traum von einer geordneten - Beständigkeit materieller Werte ist für die Juden durch die Wirklichkeit ein Ende gesetzt. Der Einsatz und die Wertung der persönlichen, „unmatericllen" Werte" aber bedeutet nicht nur die heute einzig mögliche materielle Basis der Eheschließung, sondern zugleich den besten Ausgangsupnkt für eine künftige seelische Festigung und Entwicklung. Wie das Pünktchen zum „ia so gehören neue Oberhemden und Krawatten, zum neuen Herbstanzug. Wir machen Ihnen die Wahl leicht, denn wir bringen eine reiche Auswahl schöner, gediegener und preiswerter SPORT- und OBERHEMDEN. Unsere Hauptpreislagen: SPORTHEMDEN || OBERHEMDEN 2- 3-3-14-5- 6* UMLEGE¬ KRAGEN moderne Formen, 4 fach Mako Stock 150 l Joseph, l

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