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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-09-04 · 71 (4.9.1934) · page 3

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Werfels Weihespiel in Reinhardts Inszenierung \\fl_ _ r r i ■ Eine Reinhardtbuhne in New-YoA? Waren wir auf falschem Wege? New York. Der amerikanische Manager Meyer W. Weisgal hat soeben mit Max Reinhardt einen Vertrag abgeschlossen, demzufolge Reinhardt im kommenden Februar die Inszenierung und Leitung eines jüdischen Weihe-Festspiels übernehmen wird. Professor. Reinhardt begibt sich in den nächsten Tagen nach Amerika, um mit den Vorbereitungen zu dieser Aufführung zu beginnen. Es wird die Errichtung .eines 5000 Menschen fassenden Festspielhauses geplant. In dem auf biblischen Motiven aufgebauten' Stück sollen Ursprung, mythische Urzeit und die iewige Bestimmung des jüdischen Volkes gezeigt werden. Der Verfasser des Weihespiels ist Franz Werfel, die Musik wird Kurt Weill, der Komponist der „Dreigroschenoper“, schreiben. Die Erträgnisse der Aufführung sollen restlos jüdischen Wohlfahrtszwecken zugeführt werden. Die Kosten der Veranstaltung werden von Direktor Weisgal auf 150 000 bis 250 000 Dollar geschätzt. Eine englische Gruppe will eine Londoner Aufführung des Weihe-Festspiels sichern. Im Zusammenhang mit der Reise Max Reinhardts nach New York wird der Plan erwogen, unter seiner Leitung in Amerika, voraussichtlich in New York, ein ständiges Theater zu errichten, dessen Ensemble ehemals in Deutschland tätige Künstler angehören sollen. Bei der Aufführung des Werfel’Schen Weihe-Festspiels werden etwa dreitausend Personen mitwirken. Eine Überprüfung des religiösen Liberalismus. — Von Rabbiner Dr. S. Samuel Das Buch in 667 Sprachen Es sind jetzt 400 Jahre her, daß Martin Luther die Bibel aus dem Lateinischen und aus dem Urtext ins Deutsche übertragen hat. Seitdem ist die Bibel in fast sämtliche Sprachen übersetzt worden. Zurzeit wird sie "in nicht weniger als 667 verschiedenen Sprachen und Dialekten verbreitet, und zwar in 91 europäischen, 47 amerikanischen, 233 afrikanischen, 204 asiatischen und 92 ozeanischen Sprachen. Im Londoner 'Bibelhaus befindet sich eine Sammlung, die nicht weniger'als 18720 Bibeln umfaßt’ Die kleinste Bibel der Welt, die auf hauchdünnes Papier in sogenannter Sternschrift gedruckt und nicht größer als eine lOStück-Packung Zigaretten ist, ist im Privatbesitz von Amerikanern. Die größte Bibel besteht aus mehreren Foliantenbanden und ist im Mittelalter gedruckt worden. Inschriften aus der Hasmonäerzeit Jerusalem. Bei archäologischen Ausgrabungsarbeiten in derNähejfon KfarSiloah au der Straße zum Toten Meer sind hebräische Inschriften aus der Hasmonäerzeit von besonderem historischen Wert aufgefunden worden'. Die ‘Ausgrabungsarbeiten stehen unter der Leitung des Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. Sükenik. Berliner öottesbienfte Freitag, 7. September. Lützowstraße 6JO Uhr, Ansprache: Dr. Wiener. Prinzregentenstraße 7.15 Uhr, Ansprache: Dr. Swarsenskt. Alle übrigen Synagogen mit neuem Ritus 7 Uhr. Ansprachen: Neue Synagoge: Dr. Blumenthal. Lindenstraße: Dr. Warschauer. Fasanenstraße: Dr. Salomonski. Levetzowstraße: Dr. Levkowitz. Friedenstempel.- Dr. Prinz. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162, 7.15 Uhr, Predigt: Dr. Sänger. Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30, 7.30 Uhr: Predigt: Zimet. Liberale Synagoge Nordosi, Prenzlauer Promenade 176, 7.30 Uhr, Predigt: Dr. Hirschberg. Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78, - 7.15 Uhr, Predigt: Goetz. Liberale Synagoge Weddinge Reinickendorf, Seestraße 44, 7.15 Uhr, Predigt: Graf. Jüdische Religionsgemeinde Charlottenbürg, Schulsiraße 7, 7 Uhr. Jüdische Reformgemeinde, Joachimst/mler Straße J3, 6.30 Uhr: Dr. Rosenthal. 'Sonnabend, 8. September. Hauptgottes'dienst in allen Synagogen mit neuem Ritus 10 Uhr. Liberale Synagoge Norden, Lit.: Dr. Sänger. Jüdische Religionsgemeinde, Charlottenburg, 9.30 Uhr: Rabbiner Dr. Plotke. 'Sonntag, 9. September. Jüdische Reformgemeinde, Johannissiräße 16, 10.30 Uhr: Dr. Goitschalk. Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg, morgens 7.30 Uhr (S’chor Brüh). * , In der Liberalen Synagoge Norden sind für die Hohen Feiertage noch einige Plätze frei. Der Religionsunterricht der Jüdischen Reformgemeinde für den Bezirk F rie denau-S.tegli tz und die südwestlichen Vororte findet von jetzt an in der Rheingau- Schale, Homulh- Ecke Schwalbacker Straße, jeden Dienstag nachm, ab 4 Uhr statt. Die Leitung der Religionsschute hat wie bisher Herr Rabbiner Dr. Gottschalk. "■ Neue Kräfte im Kulturbund „ImSpiel derSommerlüfte“ von Arthur Schnitzler ist die nächste Aufführung des Kulturbund-Theaters:. Es werden einige neue Kräfte mitwirken: ln der weiblichen Hauptrolle Jenny Schaffer, die lange Jahre an hervorragender Stelle im Dresdner Staatstheater tätig war, ferner Walter H e r t n e r, früher an den Bamowsky-Bühnen, am Stadttheater Bern und am Dresdner Albert-Theater, und Heinz Friedeberg, ein Schüler von Ilka Grüning, der hier in einer Knabenrolle zum erstenmal die Bühne betritt. Für die Oper des Kulturbundes wurden neu verpflichtet: der jugendliche Heldentenor Hans-Joachim Heinz, bisher in Düsseldorf und Wien tätig, und der Heldenünd Charakter-Bariton Siegfried U r i a s , zuletzt am Landestheater Darmstadt. Warnung! Das Wohlfahrts- und Jugendamt der Berliner Jüdischen Gemeinde teilt mif: Wir warnen hiermit dringendst vor David Spindel, geb. am 24. 12. 09 in Wien, zuletzt wohnhaft Kirchstraße 20, der auch unter anderen Namen, u. a. Flörsheim, und unter Angabe verschiedenster Gründe versucht, Gelder von Privatpersonen zu erhalten. Seine Ausführungen sind unglaubwürdig. Wann? Wo? - Die anläßlich des 60. Geburtstages von Arnold Schönberg angekündigte Arnold Schönberg-F eie r (Neues Streichquartett, Hede Türk, Peter Gradenwitz) ist auf den 5. September verschoben worden und findet an diesem Tage abends 8.15 Uhr im Logenhaus Kleiststraße 10 statt. Wahrzeichen für Handwerk und Mittelstand # Die Mitglieder des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V:, Berlin und des Reichsverbandes des jüdischen Mittelstandes sind durch die nebenstehenden gesetzl. geschützten Zeichen kenntlich. H Die neue Gläubigkeit Ist das Wort von der „gläubigen Wissenschaft“ nicht vielleicht zu kühn, ein Widerspruch in sich selbst? Für den Verstand mit seiner Zerlegung in Begriffe allerdings; nicht jedoch für die ideenbildende Vernunft. Das Judentum hatte von Hause aus darin seinen Vorzug, daß es von einer schlichten, beinahe natürlichen, intuitiv-lauteren Gottgläubigkeit wie von einer unverlierbaren Seelenhaltung getragen wurde, indes im werdenden Christentum gleich zu Anfang Wirren in der Spekulation um Gehalt und Form seiner Lehren sich ergaben. Das Judentum hatte immer eine denkende Religiosität und daher ein gläubiges Wissen um die höchsten Dinge. Den Propheten, die den Hauptanteil zum eigentlichen Glaubensgut beitrugen, sagt Leo Baeck, „war es weder um eine scharfsinnige Beweisführung, noch um eine gelehrte Lösung religiöser Probleme zu tun;... es ist .ein spontanes, innerliches Erfassen, tiefste religiöse Erfahrung... Einen Gottesbeweis zu geben, würde ihnen ein Zeichen völligen Unglaubens gewesen -sein“. Wenn trotzdem im späteren Mittelalter die Religionsphilospphie in ihre Rechte trat, so diente sie mehr der Abwehr fremder Weltuna Glaubensansichten und der Vertiefung, Kritik und Kontrolle der eigenen; nicht eigentlich der Neubegründung bewährter jüdischer Gottgläubigkeit und vollkommner Üeberzeugung. Was diese lehrten oder forderten, widersprach ja nirgends der Vernunft, mochte es auch von ihr mit der Scheu vor dem letzten Unerforschlichen erfaßt werden. Auch beim Wiedererwachen der jüdischen Wissenschaft regte sich nur langsam das philosophische Bedürfnis. Genug, daß die glänzende Reihe von Denkern, von Saadia und Gabirol über Jehuda Halevi und Maimonides bis zu Chasdai Crescas und Albo mit ihren neu erstehenden Werken den Beweis des Einklangs jüdischen Denkens und Glaubens erbrachten. Selbst die an Hegel orientierten beachtlichen Werke eines Formstecher und Samuel Hirsch machten nur geringen Eindruck; Steinheims Offenbarungsbegriff der Synagoge wurde als unfruchtbar und rückständig abgelehnt. Erst als die Vorherrschaft der Naturwissenschaften den Materialismus, Naturalismus und Atheismus zeitigten und dem großen deutschen Idealismus selbst eines Immanuel Kanf ihre Absagen erteilten, -traten jüdische Denker auf den Plan und legten ihr Bekenntnis zugunsten ebendieses Idealismus ab. Eine Fülle von Namen besten Klanges könnte genannt werden; nennen wir nur einen: Hermann Cohen. Ihrem ' Einflüsse ist es zu danken, daß sich eine religiös-liberale Gläubigkeit in aller Stille*bildete, die heute in ihren wichtigsten Zügen auch; weite, traditionstreue Kreise mitumfaßt. Wie steht es aber mit dem vielfach behaupteten und laut beklagten Hang zum Materialismus in allen Gestalten, dem' doch auch Juden erlegen sind, und der im krassen Widerspruch zu jeder Religiosität steht? Haben nicht die Lehren eines Darwin, Häckel, Voigt, Moleschott, Büchner, Ostwald, Nietzsche grade unter jüdischen Gebildeten unverhältnismäßig viel Anhänger gefunden? Ist ihnen nicht vorzuwerfen, daß sie durch literarische oder journalistische Begabung verführt, die durch ihre Neuheit lockenden und schimmernden Modeansichten in die Masse der Roman- und Zeitungsleser brachten? Wir übersehen solche Erscheinungen durchaus nicht; es wäre ein wahres Wunder und unbegreifliches Rätsel, wenn grade Juden «gegen die Angriffslust auf alles Religiöse gefeit gewesen wären. Was wir behaupten, ist, daß es auch im Judentum der liberalen Aera viele Stillen im Lande gegeben habe und es ihrer Glaubenskraft zuzuschreiben ist, daß der Kern für eine umfassende Neubildung gesund blieb. Wäre dem nicht so, wie käme es, daß die Gemeinden in ihrer Sorge für Kultus, Unterricht, Wohlfahrtspflege niemals erlahmten und in der gegenwärtigen harten Notzeit, verarmt rind verkleinert, doch nicht zusammenbrachen, vielfach sogar ihr Wirkungsfeld erweiterten? Die im ganzen 19. und angehenden 20. Jahrhundert einander .ablösenden, religiösen Krisen zogen das Judentum in ihre Strudel. Darum war es vielleicht die vornehmste 'Aufgabe des religiösen Liberalismus, den Gründen solcher Krisen nachzuspüren, den Schwankenden einen Halt zu bieten, für die Fragenden Antworten bereit zu halten. Es zeigte sich immer wieder, daß der jüdische Mensch nach Gott verlangt und dankbar ist, wenn er ihm glauben und ihm vertrauen darf; der jüdische Mensch ist ohne Gott nicht vorstellbar. Anders begreifen, erfassen, ihm nahen, mit ihm Zwiesprach halten — das darf ihm nicht verwehrt sein, ohne Gott will er nicht bleiben. Spinoza und Mendelssohn bilden zwei Pole solcher Auffassungen. Spinoza lehnte den „bloß“ überweltlichen Gott ab, weil er für ihn zu menschenähnlich gedacht war; so wurde ihm das ganze Weltall Gott. Mendels- Köpenidcer Wäscherei Ernst Richter Köpenick, Mahlldorfer Strafte 90 F 4 Köpenick 0263 Telef. Bestellungentiglicb, außer Freitag u. Sonnabend, sebonendste Behandlung sohn war es nicht genug, so beglückende, unentbehrliche, einleuchtende Ideen wie Gott, Freiheit, Unsterblichkeit für das Judentum allein in Anspruch zu nehmen; alle vernunftbegabten Menschen müssen nach ihm an der Selbstoffenbarung Gottes teilhaben. Wo das Judentum aber, wie im ausgehenden Mittelalter, die Kraft verloren hatte, sich der überhandnehmenden Mystik der Kabbala oder des allzu primitiven Chassidismus zu erwehren, trat religiöser Liberalismus gegen diese Richtungen in die Schranken. Es könnte jedem„freigestellt sein, den 'Tiefsinn kabbalistischer Spekulation zu rühmen und die fremde Herkunft vieler seiner Ideen zu übersehen. Es könnte sogar verdienstlich sein, die tiefe Innerlichkeit ürGebot und Nächstenliebe des chassidischeu Menschen ins Licht zu setzen. Der Weg der Gemeinde konnte hier aber nicht sein. Zu nahe lag die Gefahr einer zwischen Aberglauben und Ueberglauben hin und her schwankenden Haltung, einer unjiidischeu Menschenvergötterung von der einen und Bevormundung von der andern Seite, von den übrigen Schäden zu schweigen. Wir wissen, daß Supranaturalismus, Irrationalismus, Mystik im Schmetztiegel der jüdischen Religion-nicht fehlen können. Die große, klare Linie unseres Glaubens verlangt aber das schlichte Bekenntnis des Einen Gottes, des Sch ö p feTs, Gesetzgebers und Richters der_Welt, der in seiner All-Liebe dem Menschen in der Vernunft den Abglanz, seines Geistes verliehen hat. Wenn die „World Union for Progressive Judaism“ ihre Wirksamkeit in der ösl=- liehen Judenheit und sogar in Palästina verstärken sollte, wird sie dort noch vielen Ueberresten des Ueberglaubens oder Obscurantismüs begegnen, die vielleicht moralisch harmlos, aber religiös unterwertig sind und die große Gefahr in sich bergen, jüdische Menschen bei 'der ersten Berührung mit höherer Bit- . düng dem Skeptizismus, ja der Verwerfung aller Religion auszuliefern. Ihr und unser Weg sind uns also vorgezeichnet. Er führt auch zu einer geläuterten Auffassung der übrigen Qlaubenstatsachen, die das Judentum außer der Lehre von dem Einen Qott und der Ehren Menschheit annimmt. .Solche sind Im Grande mehr geschichtlicher Natur, wenngleich sie im Oe« wände religiöser Ueberzeugungen auftreten. Dahin rechnen die Berufung und Auserwählung Israels zur Aufnahme und Verbreitung der Off e nbarung. Ueberwunden werden mußte die buchstäbliche Herablassung Gottes nach Zeit und Ort. dagegen die Beglaubigung des Gesetzes aus seiner inneren Bewahrheitung abgeleitet werden. Ebenso die leiblich-geistige Besonderheit des „J.isroel-Meh-_ sehen“, das schöne Vorurteil-als ob nur er und zwar durch pünktliche Ausübung des Religionsgesetzes zur Gottesnähe gelangen könne. Diese Anschauung stünde im Widerspruch zu dem höheren Grundsätze, daß die Frommen und Gerechten aller Völker Anteil am ewigen Leben haben. In einer Weithin der die-Staaten sich immer stärker nach ihren Nationalitäten auf volksmäßiger Grundlage gliedern, muß es eine Aufgabe des Judentums sein,' die Allgemeingiltigkeit der ethischen Forderungen und die einstige' Anerkennung des Einen Gottes zü lehren und überall zü betätigen. So wenig das altjüdische Gesetz jemals die Tendenz hatte, seine volksmäßigen Grenzen zu überschreiten (es hatte in dieser Hinsicht sogar die Absicht abzüheben und zu sondern), so gewiß hatte sein Gottesglaube und seine Ethik darin ihren letzten Wahrheitsgehalt, daß einmal alle Menschen' auf Erden von ihnen, erfüllt werden müßten. Als daher im Anfang unseres Jahrhunderts Hermann Cohen in Verfolg wichtiger Vorarbeiten seine „Religion der Vernunft aus-den Quellen’ des Judentums“ und Leo Baeck sein „Wesen des.Judentums“ schrieben und die philosophische Arbeit von Max Dienemann, Albert und Julius Lewkowitz, B. Kellermann,’ Josef Norden, Julius Guttmann und . Max Wiener einsetzte, gipfelte sie durchaus in den Lehren der prophetischen- Frömmigkeit und religösen Sittlichkeit. Sie brachte die Entdeckung des. Nebenmenschen und zielte auf eine unter der Alleinherrschaft Gottes geeinte Menschheit, sie löste also den nationalen und politischen M e s s i a n i s mjLS durch einen geläuterten allmenschlichen ab. Es ist eine Tatsache, daß die Philosophie der Zeit wiederum in eine-Wende eingetreten ist, die auch der Frömmig-' keit eine neue Färbung verleihen wird. Insbesondere ist für uns aber eine tiefere Geschichtsph-ilosophie im Wachsen, die sich in den Werken von Achad Haam, Martin Buber und Simön Dubnow ankün'digt. Obwohl diese Denker aus einer andern Richtung zu uns stoßen, so-begegnen sie sich doch mit uns in einer liberalen Grundauffassung innerhalb der religiösen Sphäre. Von ■ der Aufgabe des Judentums in der Zukunft können sie keine höhere Ansichfhaben, als sie Abraham Geiger lehrte: „Judentum als geschichtliche Lebensmacht hat sich noch immer verjüngt; so sehr es nach seiner eigentümlichen Anlage sich selbst ausgebildet, und weithin gewirkt-hat — seine lebendige Kraft ist nicht erschöpft, seine Zeit ist nicht vollendet.“ (Ein Schlußartikel folgt.)

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