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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-09-04 · 71 (4.9.1934) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
71 (4.9.1934)
Date
1934-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Ans den GondndCD Darmstadt. Die jüdischen Vereine und Organisationen gründeten eine B i Idun gsge me insch a f t Da rm Städter Juden. Im Laufe des Winters wird eine Reihe von Vorträgen musikalischer, literarischer und wissenschaftlicher Art veranstaltet. Der erste Zyklus sieht vor: Liederabend Susanne Stein, Vortrag Dr. Max Osbom, Rezitation Otto. Bernstein und Kammermusikabend Hüttenbach-Quartett. Gießen. Nach 44jähriger Tätigkeit als Lehrer und Kantor der Hauptgemeinde ist Herr Joseph Marx in den Ruhestand getreten. In allen Kreisen der Gemeinde erfreute sich der nun Emeritierte großer Beliebtheit. Kassel. Wie bereits kurz gemeldet, fand hier unter reger Beteiligung der Gemeindemitglieder, insbesondere der Jugendbünde, eine von der Mittelstelle für Erwachsenenbildung veranstaltete „Lernzeit“ statt, die unter dem Motto „Der Weg der Bibel“ stand. Über dieses Thema sprach auch Dr. Emst RjF. lata-Hntftatst Berlin, Mittelstraße 12, D 1 Norden 2675 Stlndltt CneUKbiltslahrtni mch »mllil. Hlradlbwi, Hlntun, SwUiW O.-S. ’ 13.50 ■ 12^ ' 21,— Preise sind für Hin* und Rückfahrt Simon, dey Leiter der Veranstaltung, in einem öffentlichen, gut besuchten Vortragsabend. Als praktisches Ergebnis der „Lernzeit“ sind Kurse für Hebräisch, jüdische Geschichte und Bibellesen mit Kommentaren anzusenen, die während des Winters abgehalten werden sollen. Landsberg (Warthe). Seit.fast einem Jahr nehmen die hiesigen Tageszeitungen „Generalanzeiger für Landsberg und Umgegend" und die „Neumärkische Zeitung“ Inserate von Judoi nicht auf, da sie sich als Parteiblätter bezeichnen. Diese Inseratensperre erstreckt sich auch auf Todesanzeigen und aut die bisher unentgeltlich unter „Kirchliche Nächridhten“ aufgenommenen Bekanntmachungen über die jüdischen Gottesdienste. Der Anregung eines Gemeindemitgliedes entsprechend, nahmen infolgedessen die beiden Körperschaften der Synagogengemeinde einstimmig den Vorschlag des Vorstehers der Gemeinde, Fabrikbesitzer Artur Heimann, an, die Gemeindemitglieder über den Beginn der Gottesdienste durch ein besonderes monatlich erscheinendes Mitteilungsblatt zu benachrichtigen. — Der Vorsitzende der Steuereinschätzungs- - kommission, Rechtsanwalt Kann, berichtete über die äußerst ungünstigen Ste u erverhä 11n isse. Unter Berücksichtigung der im Voranschlag stehenden Einnahmen, müßten für tue Ausgaben noch 15 400 RM. aufgebracht werden. Da m der etwa 375 Seelen zählenden Gemeinde von den 112 Zensiten nur 44 zur staatlichen Einkommensteuer veranlagt werden, würden, selbst wenn statt der beschlossenen 25°/o von der Einkommensteuer 33 i.'z °'o erhoben werden, nur 6000 RM. einkommen. Auch die beschlossene Besteuerung vom Verbrauch und vom Vermögen würde zur Deckung des Defizits nicht ausreichen. Es wurde daher beschlossen, daß in einer demnächst stattfindenden gemeinsamen Sitzung der Steuerveranlagungskommission mit dem Vorstand geeignete Maßnahmen beraten werden. Wuppertal-Elberfeld. Die rheinischen Schulferien neigen sich dem Ende zu, und die Schulkinder kehren von ihrem Ferienaufenthalt zurück. Ein besonderes Verdienst um die Versendung von Schulkindern auf das Land hat sich in diesem Jahre der R.j.F. erworben, der eine wohlorganisierte Ferienh i 1 f e veranstaltete. Zahlreiche Kameraden in kleineren Städten hatten sich bereit erklärt, Stadtkinder bei sich aufzunehmeh, und diese Kinder sind in diesen Tagen gut erholt zurückgekehrt. Auch das vom R.j.F. gegründete Landheim Bertha bei Dorsten i. W. hat seit seinem Bestehen schon viele Gäste beherbergt und dem R.j.F. großen Dank eingetragen. — Die Arbeit der Jugend verbände ist durch einen Erlaß des Regierungspräsidenten in Düsseldorf stark behindert, doch steht zu hoffen, daß nach den bevorstehenden Feiertagen trotzdem die Arbeit in diesen Verbänden ohne wesentliche Einschränkungen weiter gehen kann. Auch in allen anderen Organisationen, wie Gemeinde, Frauenbund und Loge, wird die volle Arbeit nach den Feiertagen mit alter Kraft wieder einsetzen. Darüber wird demnächst mehr zu berichten sein. Hugo Israel. „Freuden der Sommerreise“ Während draußen Regenschauer durch die Straßen peitschten, schuf der Kulturbund die Illusionen sommerlicher Freuden und Leiden. Für die Daheimgebliebenen und die Zurückgekehrten. Es gab viel Erheiterndes. Der Bach-Saal wurde zum Lach-Saal, als Willy Prager seine garantiert echten Aufschnitt-Waren darbot, als Alfons Fink, herkömmlich in der Rolle des Ansagers, unerhörte sprachliche und unersehene mimische Studien zum Besten gab, als Annemarie Hase mit ihrer frühlingsliederlichen Jöhre und ihrer handfesten Portierfrau die Zeiten besten Kabaretts heraufbeschwor. Beifall umbrauste Camilla Spira, den blonden Liebling, die in ihrer liebenswürdigen.Manier die Frage nach der Herkunft ihrer Haarfarbe zur Debatte stellte. Die routinierte Stella Hay legte lyrische Selbstbekenntnisse ab. Fritz Eisen- Malerei K. Kubig, so 36, Manteuffelstr. 28 Ausfflhr.sämti.Malerarb.Treppenfl.,Fassa'd.,Wohnungen, Reklame berg klampfte. Die umsichtigen (pianistischen) Reise-Begleiter waren Wilhelm Altmann und Erna Klein. Eine kabarettistische Gesellschaftsfahrt ins wolkenlose Himmelblaue unter der Devise „Freuden der Sommerreise“. Der Sommerreise 1034? Die Jahreszahl war im Prospekt unterdrückt. Sie hätte sonst lauten müssen: 1924.. Daß das Publikum auch mit alten Reise-Erinnerungen zufrieden war, zeigte der laute Beifall. E. Ta. Letzte Nartirithten Wegen Überfalls auf einen Rabbiner verurteilt Danzig. Der Angestellte des Zoppoter Spielclubs, Teßmer, der im vergangenen März den Rabbiner Deutsch auf der Straße überfallen und schwer mißhandelt hatte, ist zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Rassenforscher Maurice Fishberg gestorben New York. Der Anthropologe und Forscher auf dem Gebiet der jüdischen Rassenkunde, Dr. Maurice Fishberg, der durch sein Werk „Die Rassenmerkmale der Juden“ auch nichtwissenschaftlichen Kreisen bekannt geworden ist, ist im 63. Lebensjahr in New York gestorben. Fishberg, der Professor der klinischen Medizin an der Universität New York und leitender Arzt des Montefiore-Krankenhauses war, gehörte auch zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen als Mitglied an. In seinen zahlreichen Schriften, die sich mit jüdischer Rassenkunde befassen, vertrat er den Standpunkt, daß es eine einheitliche jüdische Rasse im biologischen Sinn nicht gibt. Die ausscheidenden Mitglieder der Westdeutschen Kaufhof A.G. Anläßlich der Veröffentlichung des Berichts der Westdeutschen Kaufhof A.G. (vorm. Leonhard Tietz A. G.). in Köln für 1933/34, in dem. zum ersten Mal seit Bestehen der Gesellschaft ein Verlust in Höhe von-5,84 Millionen und ein Umsatzrückgang von 28 Prozent ausgewiesen wird, werden folgende Namen der ausscheidenden leitenden Mitglieder bekanntgegeben. Es sind dies die bisherigen Vorstandsmitglieder- Franz Levy und' Julius Schloß und die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Rechtsanwalt Dr. Fliel, Köln, Kommerzienrat Theodor Frank, Berlin, und der frühere Generaldirektor Dr. A- L. Tietz, Amsterdam. Jf HOCHFEINESSUMÄTRA; AN nRLATT-SORTIMENT te'liöstenfrei. Berlin ’ (< £inje<ßsistiJLng dtefurtteerucke. uhrJbtl stck. 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