Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 70 (31.8.1934)
- Date
- 1934-08-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Adolf Kober 1× ep/1002969
- Aron Freimann 1× ep/1003532
- Berthold Goldschmidt 1× ep/1027640
- Fritz Pinkuss 1× ep/1013006
- Guido Kisch 1× ep/1026184
- Hermann Vogelstein 1× ep/1013458
- Immanuel Löw 1× ep/1002964
- Ismar Elbogen 1× ep/1002949
- Laupheim 1× ep/1045005
- Max Freudenthal 1× ep/1011982
- Umberto Cassuto 1× ep/1002660
- Wrocław 1× ep/1002369
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Starte „wajjaumer adaunoj ssolachti kidworecho“. An die Vorlesung der Gebete Moses um Gnade und Vergebung (II B. M. 32, 11—14 und 34, 5—10) knüpft die Predigt des Rabbiners an, die den ewigen Gedanken der Stunde die gegenwartsnahe Deutung gibt. Sündenbekenntnis und Tachanun folgen, und mit dem Gesang „uw’zel k’nofecho“ und Schofarhlasen schließt die ergreifende Andacht. Die Liberale Synagoge hat den Grundsatz, den Gottesdienst gleich nach seinem Höhepunkt schnell abkb'ngcn und schließen zu lassen, um so den Menschen das Wesentliche der Stimmung zu erhalten und in ihnen nachklingen zu lassen. Mit diesem ersten Selichottag beginnt die Vorbereitung auf die „ehrfurchtgebietenden- Tage“. Die Einführung eines solchen Gottesdienstes ist ein nicht geringes Verdienst der Liberalen Synagoge Norden. Hier wird wirklich ein altes Gut inneuer Form und gerade durch diese neue Form wieder lebendiger Besitz. So wird mancher, der bisher abseits stand, wieder dem Dienst am Judentum gewonnen, und besonders jungen Menschen, die fast jeder Religionsbetätigung entfremdet waren, kann durch' Gottesdienst und Praxis in solcher Art Vieles wiedergegeben werden, was schon unrettbar verloren schien. , " Der Selichot-Gottcsdienst zur Einstimmung auf die hohen Feiertage in der Liberalen Synagoge Norden findet statt: Sonntag, 2. September, vorm. 10 Uhr. Predigt: Dr. H. Sänger. Wann? Wo? Am 3. September, 8.30 Uhr abends, veranstaltet die Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. in Frankfurt a. AI. im Gesellschaftsbaus Escltenheimer Landstraße 27 unter dem Motto ,Vorbereitung auf die hohen Feiertage“ einen Abend. Ansprache: Rabbiner Dr. Lernte. Musikalische Mitwirkung: Jüdischer Kammerchor, unter Leitung von Dr. N. Ehrenreich; Gesänge von Salomone de Rossi, B. .L. Rosowsky und Hugo Adler. (Uraufführung.) Am 4. September, abends 7.30 Uhr, findet im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Straße 29, die Sepiembcrversammlung der Selbsthilfegruppe jüdischer Körperbehinderter in Deutschland, Ortsgruppe Berlin, statt. „Rechtsfragen des täglichen Lebens“ ist das Thema des Vortrages. Der Ku'rt Singerschyz Chor beginnt am 5. September mit seinen Proben im Breitkopf-Saal, Steglitzer Str. 35. Im Februar 1935 werden zur Erinnerung an den 250. Geburtstag von Johann Sebastian Bach und von Georg Friedrich Händel das biblische Oratorium „Belsazar“ und die Kantate „Du Hirte Israel höre“ aufgeführt. Geschichte entdeckt zu haben, ist nicht das Verdienst unserer Tage, sondern der Ruhm des jüdischen Prophetismus.“ Die Not der Juden in Wien Wien. Ein erschreckendes Bild von der Notlage der jüdischen-Bevölkerung Wiens wird in einem Artikel entworfen, den der "Präsident der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Desider Friedmann, in der „Neuen Freien Presse“ veröffentlicht hat. ln diesem Artikel heißt es: „Es zeigt sich immer deutlicher, wie sehr die Not der Juden in Wien im Steigen begriffen ist. Die Ansprüche, die an die soziale F ü rso r ge tä t i g-kei t der Gern e i n d e gestellt werden, wachsen von Tag zu Tag, und die Anzahl der Personen, die von ihr ständig oder gelegentlich befürsorgt werden, ist bereits auf 50 000 gewachsen. Insbesondere häufen sich in der letzten Zeit Ansuchen von früher begüterten Leuten aus dem Mittelstände um Gewährung von Zinsaushilfen, die dazu dienen sollen, die Petenten vor der drohenden Delogierung zu’bewahren. Durch diese starke Inanspruchnahme sind die vom Kultusvorstande für das soziale Hilfswerk bewilligten Mittel bereits in so außerordentlichem Maße in Anspruch genommen worden, daß in Erwägung gezogen wird, die A rm en un te rs t ü t zung.. auf die Verabreichung von Speisemarken, die Ausgabe' von Lebensmittelpaketen und die Bewilligung von Beiträgen zur Vermeidung der Delogierung zu beschränken. Diese Maßnahme soll den Ärmsten ihr Obdach sichern, sie vor Hunger schützen und ihre physische Existenz sicherstellen. Der Notstand der jüdischen Bevölkerung dokumentiert sich auch in dem Rückgang der Kultussteuern, sowie der bei verschiedenen Anlässen zu entrichtenden Taxen und Gebühren, wobei bemerkenswert ist, daß auch die Inanspruchnahme höher taxierter Leistungen abnimmt. Die Sprechtage des Präsidiums weisen eine noch nie. dagewesene Anzahl von Besuchern auf, die sich aus den verschiedensten Anlässen um Hilfe an die Kultusgemeinde wenden. So erliegen gegenwärtig bei der Gemeinde 3 6 00 Anstellungsgesuche von Angehörigen des Mittelstandes, Akademikern, abgebauten Bankbeamten usw.,' von Menschen, die bereit wären, jede, auch die untergeordnetste Dienstleistung zu übernehmen, und denen, da die Kultusgemeinde bestrebt sein muß, ihren Personalsfand und ihren Gehaltsetat auf das nötigste einzuschränken, auch nicht in bescheidenem Umfange Folge gegeben werden kann. Das steigende Elend und die zu befürchtende Verschärfung der Not während der Wintermonatewird die Gemeinde neuerlich vor die Notwendigkeit stellen, eine großangelegte Winterhilfsaktion in die Wege zu leiten. Die O p f e r w i 11 i gkei t innerhalb der jüdischen Gemeinschaft, der allerdings durch die mißlichen Wirtschaftsverhältnisse Grenzen gesetzt and, läßt den Vorstand in seinem Vertrauen nicht schwanken» werden. Er wird auch weiterhin seine Aufgaben im Rahmen der gegebenen Bedürfnisse und Notwendigkeit zu erfüllen bestrebt sein.“ . Arbeitsdienst in Arabien -Schlosserei Feverabend, C 25 milUMGICI Kl. AieiMDimtT. 16 Fordern Sie unrer- .VlnmiinAPAI bindlieh Kostenanschlag. Sämtl. Repa- . l%ltSRIl|lllcrd raturen, Umbauten usw.xu bilL Preisen diesem Tage in eine.große Ausstellung verwandelt sein, in der jüdische Firmen aller Branchen, was es für den Alltag an Praktischem -und Schönem gibt, zur Schau stellen werden. Ob Hausgerät oder zweckmäßige Ernährung, ob Torfbett oder Körperpflege, ob Kunstgewerbe oder .jüdische Literatur, über alles wird man sich informieren können. Eine von Elsa Herzog geleitete und conferierte Modenschau wird die Veranstaltung nach der Seite des Modischen hin ergänzen. .Den Rahmen dieses Nachmittags wird ein erlesenes Programm prominenter jüdischer Künstler und Künstlerinnen bilden. Annemarie Hase, Marion Kögel, Wilhelm Guttmann, Alfons Fink, Charlie Brock werden auftreten. Das Orchester der Künstlerhilfe unter Leitung von Berthold Goldschmidt wird für den musikalischen Teil der Veranstaltung sorgen. Und die Kinderbühne des Kulturbundes wird die Gäste mit zwei neuen, von Lucy Gelber eigens für diesen Tag geschriebenen Sketschen überraschen. Der Reinertrag der . Veranstaltung fließt dem Fond der Künstlerhilfe zur Unterstützung erwerbsloser jüdischer Künstler zu. Anfragen, Bestellung von Ausstellungsständen, Kartenbestellungen an die Künstlerhilfe, Käntstraße 158, Bism. 1066, erbeten. letzte Nachriditen Einbruch in eine Synagoge Frankfurt a. M. "Wie die Groß-Gerauer „Heimatzeitung“ meldet, wurde’in die dortige Synagoge ein Einbruch verübt. Im Innern wurde großer Unfug getrieben, verschiedene Gegenstände wurden entwendet. Für die Namhaftmachung der Täter ist eine Belohnung ausgesetzt. Das Judentum in der Musik Kassel. Auf der ersten Tagung des Gaues Kurhessen der N.S.-Kulturgemeinde berührte einer der Referenten, Laugs, auch die Frage des Judentums in der . Musik. Laugs unterschied dabei reproduktive und produktive jüdische Künstler, Wäsriiereibetrieb Wilhelm Herlitz | Bear. 1869^ Berlin-Adlershof F 3 Adlershof 7347 Selchowstraße 15 er sprach sich in diesem Zusammenhang gegen Meyerbeer, aber für Felix M en del sso h n-Ba rtholdy aus. Antisemitischer und panarischer Weltkongreß verschoben Nach einer Veröffentlichung des „Völkischen Beobachter“ ist der für Monat September in Aussicht genommene „Antisemitische und panarische Weltkongreß“ wegen schwebender Verhandlungen mit einer anderen Gruppe, die einen ähnlichen Kongreß in. Brüssel vorbereitet hatte, vorläufig verschoben worden. Eine Zusammenlegung beider Kongresse steht in Aussicht. Jnbiläumsschritt für lsmar Elbogen Ihrem leitenden Herausgeber Professor Dr. Ismar Elbogen, der am 1. September seinen 60. Geburtstag feiert, widmet die im 5: Jahrgang erscheinende „Zeitschrift fürdie.Gesc~hichte der Juden in Deutschland“ ’ (Philo-Verlag, Berlin W 15) ein besonderes Heft. Fachkollegen, Schüler und Freunde des Jubilars, jüdische Wissenschaftler in Deutschland wie Gelehrte im Ausland haben beachtliche historische Arbeiten zur Verfügung gestellt. Die Autoren sind: Selma Stern-Täübler, London; Max Freudenthal, Nürnberg; Aron Freimann, Frankfurt a. M.; Guido Kisch, Halle; Adolf Kober, Köln; Umberto Cassuto, Rom; Immanuel Löw, Szegedin; Jacob Mann, Cincinnati; Hermann Vogelstein, Breslau; Fritz Pinkuss, Heidelberg; Isaak Markon, Hamburg; Luitpold Wallach, Läupheim (Württ.); Fritz Aronstein, Berlin. Der größte Teil der Abhandlungen erscheint im Jubiläumsheft selbst, während einige Arbeiten aus Raumgründen erst in einer der nächsten Nummern veröffentlicht werden können. Jenny Schaffer als Lisa Quilling. In der reizenden Aufführung von Franks „Sturm im Wasserglas“ stellte sich die Dresdener Schauspielerin Jenny Schaffer den Besuchern des Berliner Kulturbundtheaters vorteilhaft vor. ihre Gestalt der putehhaften Verlegersgattin .läßt uns gespannt machen auf ihre nächste Rolle in Schnitzlers nachgelassenem „Spiel der Sommerlüfte“. Druckfehlerberichtigung. Der Leitartikel ,,Revision des religiösen Liberalismus“ von Heinz Kellcrmann in Nr. 69 der „J1Z" ist durch einen Druckfehler entstellt worden. Der Satz muß richtig heißen: „Die Verwandtschaft von Religion und Der „Angriff“ schreibt: „Aus Palästina erreicht uns die Nachricht, daß dort kürzlich unter dem Vorsitz eines Vertreters des arabischen Bürgermeisters von Jerusalem’, Fachri Bey Naschaschibi, eine arabische Arbeitsorganisation gegründet wurde, die Abteilungen in ganz Palästina errichten wird. Die Angehörigen dieser arabischen Arbeitsorganisation, die.Juden vollkommenausschl i e ß t, werden streng Dampfwltcherei Ortelbach, Annahme sämtl. Hausu. Leibwäsche. Neu eingerichtet Abt. Leihwische, Tischtücher 0£0, Serviette» 0,07. Handtücher 0,08, Wischtücher 0,05 Groß-Beeren, Berliner Str. CO, Tel. Oroß-Beercn 152. Abholung u. Lieferung täglich! diszipliniert geführt werden und eigene Uniformen tragen. Als Vorbild dieser Organisation wird der deutsche Arbeitsdienst dienen. .. . Der Arbeitsdienst strebt eine enge Zusammenfassung aller arbeitsfähigen jungen Araber an, die in erster Linie den arabischen wirtschaftlichen Interessen dienstbar gemacht werden sollen. Diese Organisation soll, indem sie sich allen wegen Arbeitermangel bedrohten arabischen Bauern zur Verfügung stellt, ein weiteres Vordringen der Juden in Palästina verhindern.“ Ein Tag für die jüdische Frau 1 Unter diesem Titel veranstaltet die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde unter Leitung von Lucy Gelber am 4. September 1934, nachmittags 3—8 Uhr in den Gesamträumen des Brüdervereinshauses, Kurfürstensträße 115/116, einen der jüdischen Frau gewidmeten Nachmittag, der ihren verschiedensten Interessen als Frau, Hausfrau und Mutter Rechnung tragen und ihr gleichzeitig einige frohe, unbeschwerte Stunden bereiten soll. Das ganze Haus wird an Der Arierparagraph im Kirchengesetz Das geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche hat ein Kirchengesetz beschlossen, in dem es u. a. heißt: „Die landeskirchlichen Bestimmungen über die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeskirchen, ausgesetzt und außer Kraft gesetzt durch die Kirchengesetze der Deutschen Evangelischen Kirche vom 16. November 1933 . und 8. Dezember 1933 werden gemäß der Verordnung des Reichsbischofs vom 4. Januar 1934 und gemäß dem- Kirchengesetz der Deutschen Evangelischen Kirche vom 13. April 1934.als wjeder in Kraft getreten und weiter durchführbar geworden, bestätigt. Durch das Gesetz wurden, der „Frankfurter Zeitung“ zufolge, u. ä. die Bestimmungen des staatlichen Arierparagraphen auf die Geistlichen und kirchlichen Beamten angewandt mit der Erweiterung, daß jeder Geistliche, der eine nichtarisch.e Frau habe, in den Ruhestand zu versetzen sei. Nachdem durch die Verordnung vom 4. Januar eine Unklarheit entstanden war, setzt das neue Gesetz die landeskirchenrechtlichen Bestimmungen über die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten wieder in Kraft, d. h. daß der erweiterte staatliche Arierparagraph gemäß den landeskirchlichen Bestimmungen wieder Gültigkeit hat. Benifsjubiläum des Synagogenbanmeisters Robert Stern Köln. Der Synagogenbaumeister Robert Stern, der eine, große Zahl Synagogen und Friedhofsanlagen geschaffen hat, begeht am 1. September sein 25jähriges Berufsjubiläum. Als eines seiner Meisterwerke gilt die vor wenigen Jahren errichtete Synagoge in Köln-Ehrenfeld. Stern, der ständiger bautechnischer Berater der Kölner Synagogengemeinde ist, hat auch seinerzeit den jüdischen Pavillon auf der Kölner „Pressa“ geschaffen. QWidoii äßertficgrl schwarz Samtcalf» mit Lack- 1 Verzierung u. Durchbrach ■ . m bewahrten CrZ -PritpMT»tZ Herausgeber: Hanns Loewenstein, Berlin-Charlottenburg 4. Hauptschriftleiter und verantwort], für den gesamten redaktionellen Inhalt: Dr. Eugen Tannenbaum, Beriin- Wilmeredorf; Leitung der Anzeigenabteilung und verantwortl. für den Inhalt der Anzeigen: Georg Michaelsohn, Berlin-Charlöttenburg. — Redaktion und Geschäftsstelle: Berlin-Charlottenburg 4, Mommsenstraße 40; Fernruf: J 6 Bleibtreu Sammelnummer 1545.’ Bankverbindung: Kreditverein für Handel und Gewerbe e.G.m.b.H., Berlin N 24. Postscheckkonto: .Jüdisch-liberale Zeitung“ Berlin 227 64: DA. VII/34 5125. — Druck: Sonnendruckerei O. m. b.H. (Felix Wolf), Berlin-Charlöttenburg 4, Weimarer Straße 18. — Bezugspreis: Mooatlich 1,35 RM. znzügl. Bestellgeld. 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