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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-07-22 · 30 (22.7.1936) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
30 (22.7.1936)
Date
1936-07-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Beilage 22. Juli 1936 JÜDISCHE AUGEMEINE ZEITUNG Am 9. A\v 586 wurde von Nebukadnezar der Tempel Salomos in' Jerusalem zerstört. Ani 9. Aw 70 erfolgte die Zerstörung des zweiten Tempels durch Titus. Ani 9» Aw 135 in. am Ende des Bar-Koehha-Aufstandcs, fiel die Festung Betar. Am (J. Aw 1492 fand die Vertreibung der Juden aus Spauicu statt. „Am 9. Aw wtir nach einer Tradition (Miseiuut Taau. 4.4) aucTt die vierzigjfdirige Wüstenwanderuug über Israel verhängt worden. Eine tahmidischc Sage erzählt: Nach der Zerstörung des Tem[>cls durch Titus warfeu die . Priester die Schlüssel der Tempelhalle, die ihnen.anvertraut war, gen Himmel. Dabei riefen sie: Da wir nicht würdig waten, Dein Heiligtum zu \erwaltrn. legen wir die Schlüssel in Deine Hand. Da erschien eine Hand und nahm d.ie Schlüssel. Die Priester aber stürzten sieh in die Flammen, da sie «len Untergang des Tempels nicht überleben konnten. r" ' 4 *. TIk-t die Schreckenstage des Jahres 1492 in Spanien erzählt -Don Isaak Abravancl: ..Laßt uns stark bleiben“, so rief man sich gegenseitig zu. ..für unser Gesetz und die Lehre .unseres Gottes vor «lern lästernden und wutschnaubenden Feind! Läßt man uns am Lehen, dann wollen wir weiter leben, tötet man uns. dann stcr!>cii wir alle, aber wir wollen unserem Bund nicht treulos werden, sondern weiter wandeln im Namen unseres Gottes!“ Sn ergriffen iin einem Tage 300 000 Menschen, alt und jung, Greise mul Kinder, Männer uiul Krauen, den Wan«lerelal>,- und auch ich gehörte zu ilmcn. Sie wnnderten aufs Geratewohl hierhin mul dorthin, alle aber in dem Bewußtsein, daß Gott ihnen vorangehc und sicnur seiner. Leitung folgten. Die einen zogen nach Portugal, "andere nach Navarra, aber hur Elend und Unglück fanden sie,, wohin sie kamen. Viele suchten auf Schiffen die Firmele auf, aber nur wenige erreichten das Ziel Ihrer Wünsche. Vom Sturm heimgesueht, fanden viele den Tod in den Fluten, viele fanden den Feuertod auf Schiffen, die in Brnud geraten waren, manche wurden von Seeräubern gefangen genommen und als Sklaven verkauft; auch Krankheiten richteten nicht geringe Verheerungen unter ihnen au. Ich und meine Hausgenossen entgingen solchem traurigen Geschick. Ich kam nach der berühmten Stadt Neapel, die sich einer milden und frommen llegierung erfreute, und konnte dort in Ruh«? und Frieden meiner Aufgabe, .die ieli mir gestellt habe, der Erklärung der Heiligen Schrift,, leiten. *. Als*"der Tempel zum zweiten Male zerstört ward, mehrten sich in Israel solche, die. darum neue Enthaltung auf ,-i«*li m-hmen wollten. Sic wollten kein Fleisch mehr essen und nie mehr Wein trinken. Da ging Rabbi Jehoschua zu ilmcn hin und sprach zu ihnen: Meine Kinder, warum esset ihr kein Fleisch mehr? Sie .erwiderten: Wie könnten wir -noch Fleisch essen,. da doch «las tägliche Sehlaehtopfcr auf «lern Altar nicht mehr dargohracht werden kann? Dann fragte er: Und warum trinkt ihr keinen Wein mehr? Sie antworteten: Wie könnten, wir noch Wein trinken, da. doch kein Wein mehr als Girßonfcr' auf den Altar gegossen werden kann? Da sprach Rabbi Jchoscima zu ihnen: Wenn ihr so denkt, dann dürften wir auch Feigen und Weintrauben nicht mehr essen, denn von ihnen hat man ja früher das Frühreifopfer dargcbrachl. Wir dürften kein Brot mehr essen, denn zwei Brote von jeder neuen Wcizencrnte brachte, man einst zum Woehenfest in das Heiligtum, und die Schmibrolc stellte man von Sabbat zu Sabbat auf "den Tisch im Hrijigiuuu Um! wir dürften auch kein Wassermehr triuken, «leim auch das; Wasscropfer am Ilüttenfcst ist unmöglich geworden. Da schwiegen sie und fanden keine Antwort. Nun al>Cr sprach er zu ihnen: Kommt, meine Kinder, ich will euch jetzt ansagen, wie unser Tun sein muß. Es ist nicht möglich, daß wir nicht trauern, denn Verhängnis ist über uns Die Frau irn Haufe Ilrimarhcit im alten Judentum Vielfach i-t noch die irrige Vorstellung verbreitet, «laß die meisten BequcmhVhkeiten und Annehmlichkeiten des neuzeitlichen Lehens nicht nur im wesentlichen, sondern sogar hauptsächlich «len Errungenschaften zu danken siml, die eine fortgeschrittene Technik, «hink einschlägiger Erfindungen, zu spenden vermag. Mail stellt sich «las Leben «ler alten Völker oft sehr primitiv vor — wie konnte es auch andere sein? Kein Telephon, kein Auto, kein Radio; keine D-Züge. Wohnungen ohne Komfort: ohne Zentralheizung, ohne Warmwasserversorgung, ohne Staubsauger, ohne Gas und elektrisches Lieht.. Was man. da alles «mtbehren mußte! Und keine großen Geschäfte, keine Warenhäuser, in denen man leicht und bequem alles kaufen ' konnte. Das Leben der Allen mußte doch recht entbehrungsreich sein, mul besonders . die Frauen besaßen nichts von dem. was Ixutlc ihnenunentbehrlich erscheint; im Haus, auf der Straße, für die Kleidung, für die gesamte. Kodier- und Schönheitspflege^ Es ist «la nicht uninteressant, zu diesem /‘Thema ‘ ein wenigdie Bibel' und «len Talmud zu durchforschen. Wenn uns auch keine Gemälde und Statuen von jüdischen Frauenans jenen Zeiten übermittelt’ sind, wi«* «lies von Ägypten, Griechenland und Rom der Fall ist. so haben wir doch genügend .Beschreibungen, «lic uns eine sehr klare \orstellung gehen von der Art. wie sieh die jüdischen; Frauen um! Mädchen im ITatisc beschäftigen, welche Stellung die Frau ciiuiahm iin«!. auch, in welcher Art sich die Frau kleiden mul schmücken und schön machen konnte. Einer so vielfältigen Ar*, daß sie in nichts der heutigen Schönhoitsimhi-trie nacligah. es -ei denn, daß «lic rein technische Fabrikation aller dazu nötigen mul auch vorhandenen Dinge im Laufe «ler Zeit verfeinert worden ist. . Die jüdische Frau war vor allem Hausfrau, damit aber aurh Herrin im Hause. Sie -orgte für Ordnung, War sie nicht in der Lag«*, rieli Dienstpersonal zu halten, so arbeitete sie srlb-t „.im mul-für den Haushalt — niemals aberkam ibr oiler ihrem Manne* oder sonst jemand der Ge«lanke. ihre Arbeit sei eine Sklavinncnarbeit. Sie war die treusorgende Gefährtin «Ics Galten' und bestrebt, dem Manne das Leben -angenehm zu gestalten. Dazu gehörte' auch. «laß sie sich nmglichst schön erhielt. Die vielen Rechte, die der jüdischen Frau zugebilligt wmnlen. haben nicht nur ihr Sclb-tbewnßtscin gestärkt. sondern auch ihr Pflichtgefühl besonders au-"»*pr2«t#- Hausfhdß erforderte in alter Zeit b’Aw gekommen. i-t aber auch nicht möglich, daß wir zu -ehr trauern, denn nuui darf keine Anordnung für die Gesamtheit erlaßen, wenn «lie meisten ihr iiieht «»hm* Gefahr für «len Bc.-tnn«l' des Giui/.cn folgen können. Aber m> wollen wir es nach «len Worten der WVL-euhalten: * Tüncht einer sein Haus, so la»c er einen Fleek kahl und unbeworfen: zum Gedächtnis Jerusalems. Richtet einer ein Festmahl. dann' richte er alles gehörig zu, doch lasse er von «lern Gewohnten etwas fort: zum Gedächtnis Jerusalems. Legt eine Frau ihren Schmuck an, so lege sie nie vollen Sclumivk an: sie la»«* etwas weg: /utn Gedächtnis Jerusalems. Denn so h«*ißt es Ts. 137, 5-6): Vergesse n*b. - Jerusalem, «lein, meine Rechte vergesse «1«*ii Griff, meine Zunge hefte am Gaum, gedenke ich dein nicht mehr, erliche ich Jerusalem nielit zuhniipten meiner Fmule. Aus: Midraschim der Klage und des Zuspruchs. Ausgcwa'.ilt und übersetzt von Max Dienemann. Iftücheiei des Schocken Verlags) KLAGEMAUER Von DAVIN SCIIÖNBEI1GKR Kaltes. rauhes Gestein. das nii'Iit kühlt. ll;irU‘. dunkle Wand, Wärest du doch eine Mniul, Die leiser Berührung (leinst lindernd fühlt. Aber du hist aus rissigen Umiaehtsteiuen Wnehtig. lastsehuer gefügt! Ge<|utu!cr, das trotzig und traiunlos nielit lügt Und sieh nicht höhlen läßt vom Weinen. Jahrhunderte tauten dir Träne,. Geschlechter kanten und gingen. Zeit konnte dich nicht zwingen Und nielit des Gerankes Wurzclzähnc Sprengen den starren Kern. An dir zcrprällt Reimlos jedes liiifeus Gewalt, Das sieh aufrecht zum Herrn. Wand ohne Ausblick! — Trauer, Unendliches Weh Weht von dir her und sucht deiner Näh Versenkung und namenlose Schauer. ■ Du..willst nicht trösten. Du bist, Du dauerst! Du setzt der Klage nicht Maß und Frist, Bleibststumm mul belauerst Nielit den hemmungslosen Schmcrzselirei. Darin liegt deijic Milde, So machst du' des Gclietcs yjuiige frei, 'Daß du Blick und Klang abwehrst — _j * ■ gleich einem Schilde.. Nicht Antwort, nicht Frage Bist du. Bist nur große, große Klage! Bist steingewordenes Wehe .hilfloser Trauer, Du. schweifender Trümmer der Tempelniaucr. vielerlei Kcnului»i* und ^Fertigkeiten, mul es eut>tnii«l ein«* Hauskun-t. «lic sieh sehen las-eu konnte. Di«? Herstellung aller Textilien, um diesen modernen Ausdruck zu gebrauchen, lag in «hm Händen «ler Frau: Kleiderstoffe. \Vn.-e)K;stoffc, Teppiehr, Dcekoi «ml Gardinen wnrtten im Hanse gesponnen, gewebt, gefärbt. genäht. Die Werkzeug«: zu «Hesrn Arlxdteu waren sehr primitiv: daher muß man noch mehr, Kretonne» und ltes|>ckl empfinden, wenn man aus den Beschreibungen Hol, welch kunstvolle Erzeugnisse aus den Händen geschickter Hausfrauen hervorgingi'ii. Spinnen galt eigentlich gar nicht so als Arlw*ih virlrnchr als Vergnügen, denn Indm Spinnen konnte mau ja plaudern. Die Spiuustulic, «lie in der Literatur vieler Völker ein«? interessant«? um! nielit selten amüsante Rolle zu spielen hatte, ixistaml bereite vor zweitausend Jahren iin alte» Judcnlamle. Daß die PlamlcrsUmdcii sogar in arge Klntschstuiwlcn au-zunrte» vcrmm?hte», e*l dureh Rihel- und Talmudstcllcn lielcgt. rher.ilii* Art der Stoffe, über «lie vere(4ii<?<leneti Moden finden wir?chr genaue Überlieferungen. Aus ihnen ist zu ersehrn, «laß, was dir modernen M«n!ensehöpf«T ersinnen, eigentlich auch arlion. ..alles dagewc-en“ i«t: kurze Klchler, lange Kleider, kurze Hem- «len. lang«? Hemden. Spitzcnwäs«*h<?, durchbrochene Wäsrfic, solche aus einfachen Stoffen, aus grobem und feinstem Leinen, später auch;ms Seide. Frühzeitig wurde aiudi «ler Farbensinn geweckt, obwohl die aUheliruisvlu* Sprache timr für «lic Farlwu weiß. s«*hwar/. rot und grün Benennungen hatte. Merkwünligenveise fehlt«* ein Aicdrurk . für blau, obwohl man «len Idaiieu Himmel und «Ir»-« blaue M«*cr vor Augen hatte. Im tnlinudischcti Zeitalter waren al>er srhon andere FarlM*nlH*z«*icbmingcn — allerdings zuweilennoch in Umschreibungen.— liekannt.- Mit der Kunstfertigkeit in . «ler Herstellung von Kleidung und Wä-elir-tückcn verfeinerte sich au«4i «lic S e li «“m h «* i tupf I «* g e . die -eit urdcnklu'lien Tagen bereits geübt wnnle. Es läßt -i«*Ii nielit fe-t-tellcn. wann si«-b zum ersten Mab* «•in«? Frau ge-ehminkl hat — mau könnte .vielleicht zurück bis auf Eva kommen. Jiilenfalls war zur Zeit «I«*r Abfassung «h-s Buches Kreh-ia-linidie Ko-mctlk allgemein l»’kn»nt und nil-geübt. Aiieh «lic Propheten erwähnen davon mancherlei, und Jesala hat in -einem zürnenden Eifer eine Rc-ehreibung «ler Frauen geliefert, die einem Ausschnitt aus einem M<xlc|exik«»ii gleirlil*. Di»; Frau vv«dlle «*b«*n immer schön sein und noch einem Aus-«»mehr il«*s Talrmul batte -ic sogar dl«? Pflicht, schön zu -rin — schon um «leirMan» vor der Sün«b* zu bewahren. Deshalb durfte . sie sieh -«»gar am Sabbat si-hminken — was sonst ein«? verbotene Arlx-it gewe-en wäre. Dr. B. Sch—f. G, B. ß. I Zu Shaws KO. Geburtstag am 26. Juli . V.m Dr. UTZ |% Kl.TMANN ' " ln Uciurii'li Heines Todc-jahrj wiird«*-<h*r irisch«* Nobelpreisträger geboini. und mit di«'s«‘m Dichter wurde er auch in einem frühen Empfchhmg.s-chiviben verglichen, als «li«*>e euixqiiuselu* Berülmitlieit noehyeiu«*s -ote|ini fijr ihre pehriftetellerisehe Lanfhalm bedurfte. j S«» falsch es war«*.!*«*• Pers»’udiehkeiteu, «li«* «ler \\«dl- Ulorutur augehöreu, nur »ach «jutvut Juuetim mit jüilfseheu 1‘rolilemeu zu siieheii «xler gar. wenn sh* v«mi Jiideu g«*förderl wurden, innere Be/ichuiigeu zu imlersiielx'U -• «leim Juden halM’ii auch- Künstlern «li«* Weg«* grehuci. «h*reu Werk kein«*rlei \ «*r- -hiiuhing ^u jü«liseh«*u l)ing«*n aufweist, tm«l umg«'k<*hrl warnt gera«Ie «las lk*ispi«*l Shaw vor einer \ erallgemeinerung — «ler Juth* ‘1* r e b 11 s e h ist sei» rber-rlzer. Julius Uul» s«*i»i grrtiulliebsler Biograph,*"Moritz M e i m a »n . E1«m* ss«*r, Polgar. S a 11 «* n gebürten zu seinen ereten kritischen lnU,rpret**h in Deut-eldand und in Hslem'icb. II e[i u li a r «I I mul Uarnows-ky zu seinen ersten Erw«‘ek«*rn auf «Irr Bühne, alwr Oll«» B r a li m . «lein Trehilscli stets als er-tem «lii* «leiils«'be l’rauffülirniig je«b*s neuen Shaw-Stückes migeholen hajll«*» In'saß weder als Bühin'ii* leiter noeli «ds Kritiker ein Organ für «lessTTT Ih’ileutung . *«> liegt es lu*i Gc«irgc Bernai«l Shaw «1«h*I» nahe, «lie tief«*rVn (»rümh* ejuer Gelstesvi^waiullsehafl aufziisju'ii,« n,' di«* gertuh* Jiuleil zu s«» treuer Gefolgschaft «licses S«*hriftslclh*re maehtc. Dii* GniiHllag«?u sind soziohtgiseher und kultureller Natur: als Angehöriger «1«*» irischen \olk^s lebt er im euglis«*hen Staat, sein Werden war«! \«m einem äluilielten seeliseli-geistigeti Spauiiiiughverliällnis l>«*dingi wi<* «las <|«rr Juden in den Di»s)*»rn-Ländern. in denen «lie Emanzip)ilii»it-| einer Bc\«“dheruugsgriippc_ nux ainlereni Geblüt geseliab: 1'n‘ibeil.ssiim und Uiiab1iiingigk<*il d«‘s Urteils pflegi'ii auf s«deli«*ni NiilirlHHlni zu «riTt.s|4*1ieii und so gewiß «lies«* Eig«’useli:ift«*u auch bis Negative cv/e«licr«*ii können, wobei wir unsere <‘.emciusehufl nicht chauvinistisch «tiMichmet», so zeitigen sh* «Iim’Ii häufig Früejit»* s«> positiven Gidialte» wie. George B«*rnanl Shaw, «les-cn Kritik von .allen eiiropffls«*|i«*ii Zeitgenossen am meist«*u auf deui Bmlcn der llmiianilät steht. Das.irische Ur-Erlebnis aus «len irralinualeu Mächten «ler Ras-«* lieiaus, <leu«;u «ler Rationalist Shaw fmii«,h wenig Be«l« uliuig zu-* mißt. wir«l'überlagert' von «Ini engliselien Ril«limgsiiiäeht«<u. «I«*r Tradition <h*s puritaiiisehen Proli-stlmtLsums, «lie in Shaws Familie lierr-eht. I,!ntspr«,«4ieu«!«* \«»rgang«] zeigten si«*h häulig hei «ler ("haraklerhihhing d«s iiioderiien .lttd«*u in «len letzten amhilhalb .lalirlimulerteii. Für «li«* Affinität Shaw is«-h«*r und jmlisclicr Geisteslialtung koiuint mm uo«4i hinzu, «laß «ler Puritanismus «lie eigentlich jiidnismrcmh* R»«*bhmg «h*s Ghristcnlumx ist, «li«* dem Alten ’lVsIamenl gemäß nicht so s«*lir den Tag «ler NVel|si*hüprimg wie das .sjihhalliehr. Ausruh«'it Chilles von «h*r Arlu’il Teiert: olmc. sie weiter Disraeli.s Pmnirnninislereelmft noeli «lie Bidfoiir*^ Di-kluration «uler die Missionsi«le«* «{er «'iigllsehen Pidilik^ lh’slimmt der iriselu* Erbstrom Shaws freiheitliches Denken, s«) die englisch«? Erfahrung seinen j Sinn, dieses lh*nken mich auf der Er«le zu verhr«*il«‘n. Der Künstler Shaw lH*ilienl sieh dazu ^«MiniaKslbudirr "Mittel, seine Dranum sine! versetzter JoumaHsiniH: in dem jung«?» Afarelihnuks hat Sliaw M*in «dgcncs diehleriseli«*» Ingeniiim g«?staltet, im Gaudiifas Mann sein kAiupferis«’lii*H Sehriflstellrrliim. S«*in«? gcsel!sehnflskri{is«,h«: Frmht barg Slmvv * hi Büimenwerkeii, die sieh äußerlich um* w«*uig voll «ler ui4Hliseh<'ii ("«mveutum uutersehiedeu. er spielte- «»fl genug licwußl «h*u Kahu- 're'ti'lown zur Iteliistigiing «les Publikums, «Imnit es mich sein«? Wahrheiten si'lilnek«* . . . am*h l»i«*r kann mau au NictzM'hcs Auf* fassung von .«len Jiuh’ii «lenken, «ler ihnen' «In* l*äg«,us«lmfl "«l«'s sperueri? se speriii iiaehsagte, das parülH'r1iim»<?gsch<,uknfmcn. sieh inißaehlet zu sehen: Shaw machte «li«? Kiipri«ilen des Spaßmacher» aus dem gleieli«*u (tefühl heraus,| aus «lein der jfuliseli«* Witz gewaehrcn. war. ’ j Es ist «lie Ki'hrseil«? «ler .\!e«sias-Sc|iMsu*dit. ,,W i«*. bmg« noeli?4* fragt Shaws schönste und lM*rüliint«*st«? Gestalt, «lie heilig«? .I«ihanna. wie nur irgeml ein messiasglriiiliiger Ju«h*, «las lhnu*mmädeheii von Domri'iny, für «las die ,,Stimiu«*u<' zurret da sin«l und «T*?t hinterher «Ih* Grflmle <I«t Veniunfl. Uiul h» wartet in ,.AudroehiH und «ler Lowe‘s «!«?r fromme, stark«? 1'VrroviuH mif den Gott,Mer noeli nielit dn Ist, den WVIl-Mcssiu*, l'iiics bililiseheii Zornes ist der 'Spötter Shaw fähig im Kampf«? gegen jedwede Ileitelielei, darin fil^«?r lhs«*ii, «len er als Künstler ni«ht ganz erreicht, hinmisg«*li«?nd> «laß hinter «b*n Konflikten einer hürgerlieheu Welt stets «las öffentlich«? Jsdx'n uls Kampfplatz sichtbar wird. Er xTrueint «lie .,hoffnungslos privaten Nninn*»“ und lx*jahl «li«? Ansprüche «les Slunles gegen .«len AimrehisnuW. Eines M-iner lieJsiimigsleii Parnilo*«; (ui ...Major Rnrlmra“;: wie der Kapitalismus Mtzialistlseher s^in kam) als der So/.inlisimm murxiH|i-«‘h<*r Prägung; Shaws So/ialiHUins ist im Gegensatz zu dem <h*H anl^iuiliseh«*» Jmlen Marx religi«Wr Art. Darum läßt Shaw auch «l«*m Bosen als e|n«?r notwendigen Krall Gotte» M-im n Platz in «ler Welt, wi«? er nmlcrerecits es für «hu» Menschen Geheiß hält, seine ihm von (hillt gcgeln?««? Willensfreiheit zur H«?rlM'ifi*iliniug einer gerc«*htcr«?ii Wfelt zu nutzen. In «l«*r Ix?Ih*iiskraft sicht « r (>oit4*s Werkzeug in der Natur, und in «lern Biologen Shaw *ste«*kt zugleieh ein Stück 'Du*«»logi«?: s«*iu feh i*l »ich In «ler Pentalogi«? „Zurück zu Methiusalein“, «üc er einen „nißtaliiofogi-«*hcu Pentat«ueli‘* ti«?unl, iii «lie Urinier Barnabas. Jfi«lis«*h«?m Denken g«*mäß 'sind endlich die „Erweckungen“ nu<! „B<*k«?hrungi*n‘* P«isii**ts und BrassjMiuiuls, «liese jüdischen Weg«? zur Gnade dureh Umkehr, sehiej Ahhdmimg «I«*s Spiutlto 2im ..Amlniehis1';, «ler sieh von nif’iistdiliehcr fainK'sn freihalten zu «fürfeu glaubt, weuti <*r als .\|artyrer eu«l«*t uu«I vor allem j«*n« Worte «l«*r Lavinia irlx'inhirl), «li« si«*h s«* weigert, -H«‘ulhi zu werden, wi«? ein wahrhaft rrliguWr Jitd«?, «lie ’laufe^zu nehtM«‘iu ... . .Ms ist physineh unmöglich4'. ab«?r iieißt-es in iins4*rcni Sinn« g«'g«*nülH?r aiid«Ten Ih*ligiou«?ii; ..wenn ich wirklich religiösen .\fens« lu*n begegne, ist «*» mir einerlei,; welchen Namen sie <h*in göltliclieh Willen gelx’ii.44 . \' Es konnte hier nur angedcutel werden, in welcher Richtung eine jüdi-eh«? Literaliirlmtrnehliiug i si«*h «lern W«?rk«? Shaws heute nähern k«‘tnnl«-. die eigentliche Arbeit Is-göuue erst, wenn inan itimiimlir «lie \;*rsehh‘«l*’ne(i NnmM^*n in «len Gemeinsamkeiten feststellte. Ein ohne Sliaw- Vorgang im<l<*nkhar«*s Fr»nenw«*srn Galsvvnrthys spricht' vielleicht am l>es|eu ans._was uns ,ln«h’n an dii*-fii Kunstwerken, «li«? nielit um «l«*r Kunst, somleri) lim e*m«?» höheren Auftrags willen g«*sehof6*n w«»r«len siml, am meisten an-pricht: ‘ | ..Wenn ich -iltli«,h liamlle, tu; i«?!i «?s um «l«*s Guten willen, nii-hl um irgen«l«*ine Belohnung ''in) J«'i»s«*ils; dafür zu ergattern.“ Gr-;*l!-«hafl für jiidi-ehe \ olk*bi|dung Frankfurt aJ. M» Sonntag. 26. Juli. 10 l"hr v«*rm.: Führung «hireb «l«*u allen i.sra«*ütischen l*Vi«,«ll»of am Ihnuinikanerplal/. 'frülienT BömeplntzJ. Erlänu rmigcn: Prof. Dr. M. „Werner. 0

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