Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 30 (22.7.1936)
- Date
- 1936-07-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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„Der fchiefe Spiegel“ GasNpirlkabarcU der Berliner KunstlcHiiHc . Du» 'Vorspiel (im cham-iMliafl-.-chwfilvn) Ziw;hau<*rraum I»«*- gaim dunnl. uuiA di« Sitzn*ih«:ii für «li«* anilräii^<'inl«ii R«*-m,!i4*r nirhl .at!sr<i<|jR*ii uml angeliaul werden imilAtt*. Naeh cnt.»jire«li«*ii- »lei* Verspätung konnte der Vorhang anfgeheii. Aber <:» -'i*rwir> sielt, daß cs immer noeh zu frfih war. «leim auf der Hülm«* gab es Kraeh. Da stritten'jtmd zankten »ich drei Herren und eine jmtge Dame herum, und Men^eiienfreimdc au» l*ul>likum.-km»«:M waren Ijcrrjts im Begriff, .-rlilirijtf-ml einzugreifen. al» sieh liernusalellte, daß cs sieh um einen arrangierten iVobenhraeU linndefl«. wie er zum Gelingen einer guten Vorstellung nach «Inn - Aberglauben der Bfilmcukuu-tler mm einmaldringend «*rforderlieh i»t. Nun,' die jungen Künstler, die .-ich unter der Firma „Der »«;hi«*fc Spiegel** zu einem (iasispielkabao.it iler Kfm>llerliilfe der Berliner Jüdischen Gemeinde zusammengesehlosM'ii haben, dürfen mit detu Krfölg '«lc» Abends zufrieden sein. Sic wenh*n ülxrall <;ini: fn’udig licgrüftl«: Aufnaliine finden. Ist auch di«* Idee einer dramatisch */m>e>pity.tcn. mit KnaHcffekle» geladenen Cmirlli»-.Mahl«*r-l\*irodic «*bcii>ow'ciiig neu wie es Kulisstruseherz«? sind,- so amü-lert doch dir «Iai>l«*IIeri.*»rhi* und szenische Unl*‘kümmcrthujt uml CIsTlegenheit, mit der «h*r •Stoff ausg4‘breil(*i wird. Wenn eine junge Frau -- die vielseitig U*gnlil<* Komikerin IC r u a (’ o li n 'Lorenz, -- ihren Geliebten in ekstatischen Jamlien mit ..Herr Lcsser’* tituliert, wenn der mit allen I’arodielrieheu gewappnete Alfred L j c!i t c n * t r in . der, wi>* nian iiört. aus Dresden kommt, als Bnrdfriseur eine Kundin unter die Finger lirkommt und ohne Hnpusit jiaulomimisch und akustisch die Illusionen der ..KopF’arbcil hrrvorruft. so sind solche Bemühungen. Heiterkeit li<*rvor/uruf«*ii. nient vergebens. Der au sieh lolxm»- und lolmeuswerlc V«*i>ucli. aus turbuleutcm Scherz plötzlich Kritik und Sentiment ui (Jiatisoiis und Songs l»er\4»rbm‘ii«‘n zu hissen, ist indessen noch nicht ganz gelungen. So hühsrh die Geißelung der ,.jüdL-Vhrn Witze” mit imigem Bart ist — den Barl de» im Wuiicsanl dritter Klasse wal tenden lieh Mannsse hatte mau getrost ahrasiereu sollen. . De* zweite Teil brachte eine uiusikalischc-Grolcskc „Die I* f a li d u u g s o p e r“, Te.\l und Mu»ik \on Kcoiihnrii IJeinri«*lt. Fine amüsante Nichtigkeit, in der «*in mit dein Kuckuck iH'klcblcs Klavier Ii'idvnil und freudvoll singt, in der aus den i>cidcn Worten ..Kr klehi“ eine ganze Opernarie gemacht wird, wie es überhaupt nichts gilit, was der Autor in den straffen Rhythmus seiner zitatcmrirhcn Musik nicht mit ciiibczogeu hätte. Kr komjHmiert aljes, von der GerieliLsverteihnigsstelle his zur Zw'xuigs\^ll>lreekuiig und eidesstattlichen Versicherung. Und daun ist noch eine verarmte Taute aus Texas da, die vom Gerichtsvollzieher geheiratet wird und das nicht gepfändete Klavier als Unterpfand der Lieln* mit in die Khc bringt (samt dem Habeniehls \on Nelfni;. ln dem überlegen irnni-tereiulrn und \ibricrcudcn Alfred IJeliteiislein. der elownliafleu Krim Golm. in «lern Begi-seur Niro- Klj.is<hoff und <lem Bühnenbildner Heinz C.o n d c I I hätte Leonhard IIrinrieh^ verständnisvoll mitgeiieuile rnlerprelen für H*im*. textlich und musikalisch travestierenden Kinfälle. Dem Grriehtsxnllzieher -lii*h lleilicrl Meyerowilz einen ulkigen Haft. Heinz Kali u ein an ii maelile einen Sprecher mit Moralpauke. Mit Klau" -walteten Hermann. Ludwig) Schlesinger und J\ erner Bär am Flügel. Kim terguünürher Ahend. Pras-ehider Applaus. E. Ta. THEATER, KUNST, LITERATUR ..15 e ti h e n i. F ferst der .! u d e n“. «ler Botnan von Max Brod. dramatisiert von Gerhard 'Walter-Uosenbauin."’ i-t in Basel.. Itralislavn : l’refthurg). Wien und Warschau zur Aufführung im kommenden 'Herbst angenommen worden. Tn Warschau wird das Stück in polnischer und jiddischer Sprarhe gegeben werden. Die Uraufführung des Schauspiels fand bekanntlich im Januar dieses Jalurs durch den Jüdischen Kulturlnuid Rhein-Ruhr in Köln statt.- . v lliehärd Täuber wurde auch für die kommende Spielzeit nul h*cIi- Monate «ler Wiener Sinat-opcr verpflichtet. Das N r w y o r k e r .1 ü «1 i - r li e K u n s t t h e a 1 e r, das 'augenblicklich in W i e »' ga-tierl. brachte am Montag Gor.lins Gott. Mensch uml Teufel** in der Bearbeitung von Morris Schwarz zur Aufführung. . - ■ * In Tel Awiw starb die Gattin des bekannten Variete-Humoristen Jam«*» Basel!,■ die unter dem Namen Irma Jäger, beliebte Vortragsküu»tIcriu. 's r . S*' ■ . Harry Baur spielt «li** Titelrolle in «lein französi-eucu Film ..Beethovens g r n.ß r Kirbe4*, der von Aitel («auec in den Pariser thunnom-Ateliers gedreht wird. — * Karl Kaemle. der »ich von iler Kcitung der Universal Pielnres Gorp. zurückgezogen hat. ist. wie‘aus New York gemeldet wird. vor einiger Zeit nach Europa ahgercist und Ifcnhshhlicl. im I'VItniiir Palästina zu lic-iiehen. * In Wien sind zurzeit zwölf plastische Entwürfe ausgestellt, die!• ritz W oiruha zu «*110*111 G 11 s t a v? M a h ler- I) e 11 k m a I gemacht, dazu «li«; Arehitekturentwürfe der Professoren Behren« und 'Popp. Das Denkmal, dies in der Mitte einer Wand einen* gruLh*ii Profilkopf Mahler» zeigt. soll auf einem Platz, der in •der Gabelung der Grinzinger Strafte und der Sandgasse liegt, zur Aufstellung kommen. Auf den Spuren der Sintflut Die englische archäologische Expedition Sir ’F I Inders P «• 1 r i «* hat hei ihren Grabungen in der Nähe der Stadt Kisch zwei v«~>iljg verschiedene Touschichten festgestcllt. 111 jeder dieser Tou»e|iiehlen fand*' man wichtige Spuren vergangener, Zeit. Die Fragmente waren allenlings völlig verschiedenartig, und eine nähere Prüfung ergah, duft es sich um Geräte uml Gegenstände zweier nicht miti'iuuudci* zusammenhängender Zivilisationen handelt. Eine bcMmdere Kommission voq Geologen hat mm versucht, die Frage zu klären, wie «He Touschichten ui die Gegend von Ki.-eh atige-i'Sivveimul word**n sind, und ist* dabei zu dem Ergebnis »»•langt, daft »i«ii iirsprünglitrh ein Meer zwischen dem Kaukasus uml der Mongolei befunden haben muß, dessen Wasser nach einer \ ulkauwheu Kutu«trophc in du» Schwarze Meer abgeflosscu «:nd. -\'ieh*rh*i Spure*«» l»ewti»eir ji-deufalls ilcin Geologen, daft «li»*»e Nalurkata-lropln* alle diejenigen Künder betroffen hüben muft, uIhmdie «lie Bibel von der Sintflut .spricht. Damit glaubt mau «len Beweis gefunden zu haben für die Sintflut, die alle Kultur in «leu groften Becken zwiselieu Kleinasien und dem .Himalaja vernichtete. Rabbinertagung in Diijfeldorf Düsseldorf. I Iu*r fand eine Tagung des r h e i n i s e li -west- I ä I i s 4*!i e n K a b li i 114-r v c r b a 11 d e s statt, Ik*i der zunäciisl Prof. Kautorowitz Frankfurt a. M.j von vier Mittel»t«*Ile für Erwaehseueubildmig ülicr Fragen jüdischer ErwacliscncubiMnng sprach. Diese halie bereits bei der schuhmt]as»cnen Jug4*nd als dem bihlungsfähigsleu Material zu (»cginnen. llemacli halM* die Orieiitieruhg in ileu sozialen und' persöulielicn KcIk*ii»- frageu «rinzusclzcu. die ühei: eine unerläßliche Aligcmehikultur zu l)iff<iTnzierungcu in iler Inldungsmäßigcn Unterweisung v'Orzuslofteii hat. Die Erwachsenenbildung soll keine Überhäufung mit Themen uml Do/rntcn geben, sondern Weniges griimiüelv b.'lrcibcit. Si-Invierig sei «lie Durchführung dieser Arbeit in den Kl«‘intind Mitflgemeimlen, well in jeder einzelnen we«lcr genug Kernende mich genug Kehrende seien. Der Referent empfiehlt Zusammenschluß «Heser Gemeinden zu einer Bildungsgcuicinsehaft. die au «’iiicm Ort ihre Arbeit entweder gedrängt am Wochenende oder an verschiedenen Abenden der Woche leisten soll. Die sich anschließende Aussprache brachte zunächst einmal zur Krnntni». «laß in Duisburg seit geraumer Zeit ähnliches, wie vom Uef4‘renl *u verlangt, für «lie Schulentwachsenen geschaffen sei-, und daß dic.-e Kurse auch von «len Nachbargcmcmdo»!)ui«burg« beschickt wcrilrn. Für ilen Herbst ist gleiches amh in E»»en geplant. Als nächster lieferen! sprach Rabbiner Dr.t Hahn 'Essen) üIm*i* «las Amt de» Rabbiners in Palästina und zeigte, wie sehr dort «las Bedürfnis nach ruldunischcV Betreuung in unserem Sinne hei allen Kreisen «Ics neuen Jiselmw Iiestuudc, wie wenig aber bisher dafür getan sei uml wi«* wenig mail in Palästina dafür ausy.ugelK‘n gewillt sei. [11 diesem Zusammenhang wies der .Referent auf die im Aufträge des Weltverhamles für liberales Judentum von Dr. Dieuemann (Mfenhaeh) mich Palästina uiitenwnumcnc Reise hin, die das Studium die»er Fragen zum Gegenstand hatte. KLEINE VIUTEILLNGEN Der Reuhsveihand der Jüdisehen Kulturbünde in Deutschland teilt mit: ..Es bestehen bei «len jüdischen Komponisten 11 u<! Au 1.0 re n in Deutschland liin-slclitliclt Vertretung ihrer L’r li e I» e r r e e h t e bei musikalischen Aufführungen noch Unklarheiten. Jüdische Komponisten und Autoren, «Icrcii Kompositionen und Kicdcrtexte noch nicht urheberrechtlich von irgendeiner Aiilorengesellsehaft vertreten werden, wollen sich zwecks Atiskunftscrlciluug bezüglich der Wahrung ihrer Interessen an »len Rcirhsvcrbund «ler Jüdischen Kulturbünde, Berlin SW Uh. StallsehrcllHTstruftc wenden. Das Juliheft des „Morgen“ (Plülo-Verlag, Berlin) behandelt d!e Frage der Disziplin unter den Juden Dcutschiumls in einer Art Zwiegespräch zwiselieu Hau» Kcilson und lluits Bach.- Max . Dieuemann untersucht die Cliancen eines ..Religiösen Liberalismus in Palästina“, indem er ganz grundsätzlich nach «len Furmcn fragt, in «leii.*n sich die Religion dort der neuen Lcl>enspltase jüdischer Menschen anpassen kann. Erich Löwenthai veröffentlicht unbekannte Studien zu Heines „Rabbi von Buche- r a «• li4’, die «lie Entstehung dieses Werkes in neuem. Lichte zeigen: Martin Friedlaiul beleuchtet die erstaunliche Fülle von Kompositionen zu Heines Gedichten und ihren Stil. Du» ('cuilleton bringt «len Sehluft von Gina Gärtlers lyrisch-dramatischer Novelle „Flucht in die Welt“ und eine kulturgeschichtlich fesselnde Darstellung jener geheimnisvollen Jüdin aus dem Osten, «lie als Braut des f a I s e h c n M e s s i a s Snbbalui Zwi ganz Jiuropu in Atem hielt, von Haus Tränier. Der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens c. X• uml «ler H c i c li s v e r b a n d d e s j ü.d i s c li e n Mittels t an d e » lassen soeben ihr neues Mitgliedervcrzeichnis erscheinen. Das liekumite „rote Buch“, das die Mitglieder alphabetisch nach* Branchen geurdncL auffülirt und ein unentbehrlicher Führer geworden ist, enthält auch ein Verzeichnis der jüdischen In«tiliiliuticii und zentralen Körperschaften in Berlin. in den Synagogen mit neuem Ritus F r e i t u g , 2 4. J u 1 i. 1P Uhr: Fasaucnstrafte: Dr. Brosch. Friedenstempel: Dr. Adler. Neue Synagoge: Kassel. Lützowstruftc: Hirsch. Levetzowstrafte*. Dr. van der Zyl. Hermami-Falkcnberg- Synagogc Norden, Sehönliauscr Allee 1C2, 19.15 Ulir: Dr. Silberstein. Liberale Synagoge Osten, Kaiserstrafte 30, 19.30 Ulir: Ziniel. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176. 19.30 Ulir: Löwcnthal. Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78, 19.30 'Uhr: Goctz. Wedding-Reinickendorf, .Triftstraftc 63, 19.30 Uhr: Loch. Jüdische Rcligionsgemcinde CliarloUcnburg, Sehulstraßc 7, 18.30 lilir. Synogogcnverein Weißensee, T^othringer Straße 22, 19 Uhr; Meyer. Jüdische Rcformgcmeinde, Joachimstlmler Straße 13. 18.30 Ulir: Dr. Koppel. Soti nahend, 2 5. Juli. Ilauptgotlesdicust 10 Uhr. Liiuleustrafte: Wcyl. Frühgottesdienst, 7.30 Ulir: Lindenstraße und Ix*velzowstraße. Ilermann-Falkenbcrg-Synagoge Norden: Goctz. Osten: Zintet. Jüdiselu: Rcligionsgemcinde Cliarlottenburg, Schulst rafte 7, 9.30 llir. Synagogenvercln Weißensee, 10 Ulir: Meyer. Sonntag.- 26. Juli. Jüdische Refonugcmcinde. Johamusstrafte 16. 10.30 Llir: Dr^ Rosenthal. Montag. 27. Juli. TKeiiu b'.-Vvy.) Abends 19.30 Ihr.' Jüdi»i*ue Religimisgcmeimle Gharlolteulmi'g: 20.56 Uhr. Synagogenverein Weißensee: 20.30 LSir. Dienstag. 28. .1 11 I i.' Vnrm. 7.30 L lir. Alrends 19.30* Uhr- DIE STADT ISRAELS von PAUL POÜRTANT Der neue aktuelle Roman Jeder Jude muß ihn lesen!!! Reich an Sclucksalen isU dieses eigenartige Buch, das zugleich der Roman eines Landes, eines Volkes, der neu- . erstellenden Welt des seit Jahrtausenden verfolgten Judentums ist. Zu beziehen zum Preise von: Ganzleinen. . Kartoniert. . RM 3*20 RM2.10 Durch alle Buchhandlungen oder PIR A VE R LAG U. VERSAND- R. BUCHHANDLUNG IN WIEN VI., Gumpendorler Str. 10 Habe meine Praxiswieder aufgenommen Druckerei-Verlag HALENSEE Franz Wiener, Johann-Georg-Straße 20 Bitte rufen Sie an: J 7 5671. Unverbindliche Werbeberatung Dr. Muskat Facharzt für Orthopädie KurfürstenstraBe 124 Inserieren bringt GEWINN Die Stelle des Bezirksrabbiners. in Heidelberg ist wegen Auswanderung des bisherigen Stelleninhabers spätestens zu den Herbstfeiertagen 1936 nach näherer Vereinbarung zu besetzen. Bewerber, die deutsche Reichsangehörige sein müssen, wollen ihre Gesuche unter Darlegung ihres Lebenslaufs bei uns einreichen. Der Bewerbung sind Nachweise über die Staatsangehörigkeit, über die bestandene Abgangsprüfung eines Gymnasiums, Universitätsbesuch, rabbinische Ausbildung und seitherige Berufstätigkeit beizufügen. Karlsruhe, den 15. Juli 1936. 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