Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-07-03 · 27 (3.7.1935) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
27 (3.7.1935)
Date
1935-07-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4109741-2613367-2613393--378-2615213
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Traum und Weg Zur Jugend am Sabbat Von Rabbiner Dr. HEINRICH LEMLE „BQchcr der Erneuerung" heißt eine Serie, die der Joachim Qoldsteln Verla? Berlin, ankündigt Ausgehend von der wachsenden Bedeutung des Religiösen, stellt der Herausgeber Willy Leven ausgewählt „Predigten an das Judentum.y/b n heutean die Spitze der Bücherreihe. Mit Erlaubnis des Verlages veröffentlichen wir nachstehend aus dem demnächst erscheinenden Bsnd, der u. a. Predigten von Felix Qoldmann, Ignax Maybaum, Hermann Sanger und Manfred Swarsenaky enthüll, eine Ansprache des Frankfurter Jugendrabbiners Dr. Heinrich Lemle. Liebe Jungen und Mfldcll Gott hatte die Welt erschaffen. Als Krönung hatte er ihr den Menschen gegeben. Am Ende seines Werkes ließ Gott die Welt voll werden seiner Geschöpfe, auch der Menschen. Und er gab ihnen ihre Ordnung. Aufgeteilt wurden unter sie die Güter der Welt: Macht, Reichtum, Glück. Ein Volk nach dem anderen hatte Gott zu sich gerufen, erst mit ihm gesprochen und ihm dann nach langem Zögern Bein Gut anvertraut. Dem ersten Volk die Macht, den anderen Völkern die weiteren Güter. Mit doppelter Gabe schieden sio von Gott: mit dem Gute aus der Hand Gottes, ■ mit der Rede aus seinem Münde. Als alles verteilt war, kam zu Gott der Jude. Er kam — vielleicht nach ein paar Jahren, vielleicht nach einigen Jahrzehnten — er kam zu spür. Zu spät für Macht und Reichtum und Glück. Und da rief er: „Hast, Herr, Du für mich denn kein einziges Gut mehr zurückbehalten, soll ich leer durch die Zeiten gehen?" Gott antwortete ihm: „Zu spät bist Du, die Güter der Welt Bind verteilt." Und nochmals hob der Jude seine fragende Stimme: „Willst Du mich also von Dir weisen? Muß ich arm wandern inmitten der andern Volker?" Da stand der Herr auf. Er führte den Juden hin zu dem Fenster des' Himmels. Man sali von dort hinunter zu den Menschen, den Verwaltern von Gottes Gut und Gottes Rede. Der Herr öffnete das Fenster. Sein Finger wies nach einer Seite. Von dort her drang wüstes Geschrei herauf. Man sah brennende Häuser und im Blut sich walzende Menschen. „Was ist mit denen?" fragte der Jude. „Die Menschen sind es," erwiderte der Herr, „denen ich die Macht gab. Als Kraft gab ich sie ihnen im Kampfe gegen die Gefahr. Gegen alle Hindernisse ihrer Arbeit. Gegen die wilden Tiere und gegen die giftigen Pflanzen. Und ich hatte gehofft, daß ein starkes und mächtiges Geschlecht herrscho auf Erden über alles Wilde und Giftige. Was aber taten sie? Der Jäger zog aus im Kampfe gegen den Bären. Als Hindernis trat ihm sein Bruder in den weg. Der Arm, der die Lanze trug gegen das Tier, bohrte die Tod bringende Waffe dem Bruder ins Herz. Und weiter: Feld an Feld lagen die Besitz- ' tümer zweier Freunde. Sie schichteten Steine als Grenze zwischen ihre Felder. Da schlich dem einen der Gedanke in die Seclo, wie schön es wäre, wenn ihm nicht eine Grenze seinen' Besitz einengte. Und als sie wieder einmal auf nachbarlichem Felde arbeiteten, hob er den Stein vom Grcnzwall und schleuderte ihn mitten auf des anderen Stirne. Und ich hatte geglaubt, daß stark sei die Hand in der Arbeit. Sie aber, die Menschen der Macht, haben falsch sie genutzt und Segen gewandelt in Fluch." Starr stand der Jude. Als er erschüttert weiter fragen wollte, wies der Herr schon in eine andere Richtung. Von dort her kam es wie Stöhnen und Weinen. Geknechtete Menschen krümmten sich unter dem Peitschenschlag herrischer Hand. Der Herr aber fuhr fort zu erklären: „Dort siehst Du die Männer des Reichtums. Gold hatte ich ihnen gegeben und viele Herden und Lander. Ich hafte geglaubt, dies würde allen zur Freude sein; denn es war genüg für jeden. Was aber taten sie? Wenige hatten alles, und vielen fehlte das Brot für den Hunger, das Kleid für die Kälte. Ausgeliefert waren nun die Armgewordenen den Reichen, und Bie verkauften ihnen ihr Leben. Und aus Bruder und Bruder wurde Sklave und Herr. So hatte der Mensch sich selbst das Letzte genommen: die Freiheit des Nächsten." So klagte Gott über die Menschen des Reichtums. Wieder und wieder erschauerte dor Jude. Noch aber entließ ihn der Herr nicht; noch hatte der Jude das Völk mit der Gabe des Glücks nicht geschaut.. Und als sie sich dorthin gewandt hatten, brauchten sie nicht lange zu suchen. Himmelwärts ragende Fäuste schaute ihr Auge, höhnendes Lachen und dröhnendes Fluchen trafen ihr Ohr. Und abermals mußte der Herr den Weg seiner Geschöpfe deuten. „Menschen gab es, denen jeder Wünsch sofort erfüllt wurde. Eben noch hatte ihr sehendes Au,go sich einen herrlichen Palast erdacht-, da, in Jahresfrist, stand er noch schöner vor ihnen. — Viele zu sein, war ihr Stolz. Und in der Kürze der Zeit war ihr Zelt voll von. jungen kräftigen Stimmen. Tief in die Geheimnisse der Natur einzudringen strebte ihr forschender Sinn; und begreifen durften sie, was selten sich Menschen erschließt: Sie lernten die Gesetze der Natur verstehen und damit sie zu beherrschen. Am Ende, so dachte ich, steht der Dank. Dank dem Herrn, der, Pracht und Kinder und Weisheit ihnen verlieh. Was aber stieg da trügerisch auf in der Brust der Freeben? „Wer ist der Herr?" so riefen Bio einer dem andern. . „W i r haben gebaut, unser, sind', die Kinder, uit a bleibt nicht ein Geheimnis der Welt verborgen. . W i r sind die Herren der Eide." Das waren die Fäuste, die frech sich emporwagten;.. Fäuste geballt gegen den, dem dankbares Flehen sie geschuldet," ' ' , Der Herr schloß das Fenster.- Stille lag zwischen ihm und dem Juden. Er, der zu fragen hatte, konnte nicht mehr fragen...] „Nun, ho6t Du ..Sehnsucht nach den Gütern der Welt?" „Hin*,viel wago ich; aber ich muß es wogen. Sind jene denn Schuldige? 'Hast'Du nicht viel zu schwere Gube ihnen gegeben? Hast Du ihnen denn gesagt vom doppelten Gesicht ihrer Güter; von deren' Kraft und. von deren Gefahr?" „Daich ihnen ausgeliefert das Gut, das sie ersehnt, habe ich lange mit ihnen gesprochen; habe sie gewarnt und gemahnt. Sie wollten das Gut trotz der Gefahr; jetzt ist nichts b!b Gefahr trotz des Guten." . v ' Der Jude begann noch einmal seine Rede: „Sag1, Herr, und ist denn jetzt gor keine Rettung mehr da? Gibt es denn gar keine Möglichkeit mehr, das Böse zum Guten zu wenden?"^ ■, Lange Bchauto der Herr auf den Juden; und als er ihm dann antwortete, war ihm die Stimme schwer und voll von Enttäuschung. Es gibt eine Hilfe; wenn es Menschen gibt, die sie den anderen bringen wollen. Menschen mit großem. Willen und starker Liebe müßten es sein. Sie müßten alle dos Böse schauen, bo wie es ist. Sie müßten einmal begriffen haben, wie es dazu kam. Dann aber müßte der Glaube in sie einziehen, daß, trotz der schlechten Verwaltung der Güter durch die Menschen, . doch noch dos Gute in ihnen Bchlummert. Dos, was ich diesen Menschen, die die Rettung bringen wollen, zu geben habe, ist da3 Träumen. Träumen und immer wieder träumen müßten sie vom Guten am Ende. Sehen und hören und spüren an sich solbat müßten sie all dos Böse. Müßten spüren die Faust deB Starken, müßten wandern und dienen als Sklaven, müßten hören das Spotten und Fluchen der andern. Und immer dann müßten sie trotz alledem träumen und — glauben den Traum. Schwer ist der Traum, noch schwerer, ihn auf dem Wege des Leids immer zu glauben. So nur aber, wenn einer hie daran vergißt, wie die Welt aussehen könnte, wird die Welt nicht verloren sein können. —- Wer aber will wählen das Schwere des Traumes und des Weges?" / Da ober traten Helle und Strahlen auf die Wangen des Juden. Und als er jetzt bittend die Stimme erhob, schien er zu wachsen, während er sprach: „Herr, Du suchst die Menschen des Traumes, das Volk des schworen Weges! Herr, gib mir den Traum und ich will gern wandeln den Wcgl Herr, ich will gehen als Sklavo und dienen als Geschlagener; ich will aber immer und immer träumen und glauben, was ich geträumt und eben geschaut." Und der Herr schaute auf den Juden und gab ihm seine Gabe. Kurz nur mehr war seine Rede: „Geh. und trage und träume und glaube — und rette I" — — — Seitdem gehen Juden durch die Welt und durch die Zeiten. Doppelt iBt ihr Erbteil. Weg ist es und Traum. Wenn wir jung sind, lernen wir träumen;"wenn wir reif sind, müssen wir gehen. Und wenn wir gehen, gehen wir mit dem Traum. Mit dem Traum unserer Väter; mit viel gutem Willen, mit viel Kraft der Liebe. Wir gehen den Weg des Schworen und tragen das Pfand vom guten Ende trotz allem. „Die fchweigfame Frau66 Am 24 .Juni fand In Dresden die UrauffOhung von Richard S t r a u s s' Oper .Die schweigsame Frau" statt. Das Textbuch stammt von Stefan Zweig. Stefan Zweig, der, wio so mancher Epiker, die Bühne mjt einer nicht immer erwiderten. Liebe .von-jeher umworben hat, verdankt seinen nachhaltigsten Thcntererfolg der Komödie „Volpone" von Ben Jonson, einem verdorrten, derb-mornlisicrendcn Intrigen- und Possenspiel, .über das er, ein ■' geschmeidiger und einfühlender Nachdichtor, cin< wahreB Füllhorn sprühender Laune und buntester Farben mit vollen Händen ausgegossen hat. Der Rivale und Zeitgenosse Shakespeares, dessen Nomen heute nur noch die Literaturgeschichte aufbewahrt, hat ihn jetzt mit der Komödie „The silent womon" (die vor 135 Jahren schon Ludwig Tieck getreulich ins Deutsche übersetzte), auch zu dem heiteren Opemlibrctto „Die schweigsame' Frau" angeregt, und wiederum hat Zweigs nnchschöpferischo Fantasie aus 'dem dürren Geäst des Originalwerks eine neue Blüte herausgetrieben. Statt der unerträglichen Breitspurigkeil der englischen Vorlage stärkste Konzentration; statt dem verwirrenden Durcheinander verblaßtor Figuren und Motive ein sauber disponiertes, leicht und mit kühnem Elan hingeworfenes Bild eigenster, amüsantester Prägung, dem manche Gestalt Ben Jonsons nur eben als schwächlicher, kaum noch erkennbarer Umriß dient. Statt der dick aufgetragenen pedanttischen Schlußmoral ein beschwingter Ausklang zum Lob der Musik und ihrer „Erdenschwester", der Heiterkeit. Stefan Zweig hat der alfyi, scherzhaften Fabel von Sir Morose, der keinen Lärm vertragen kann und sich von seinem Barbier eine scheinbar schweigsame1 Frau aufschwatzen läßt, um sich noch am Hochzeitstage wieder von ihr zu trennen, ein völlig verändertes Gesicht gegeben. Er orflndet ganz neuo Situationen und Motivierungen, vorknüpft die Handlungsfädcn zu einem Gewebe von durchsichtiger Klarheit, spielt mit den altbewährten Requisiten der komischen Opor geschickt und ohn' Unterlaß; vor allem aber weiß er das Burleske dor turbulenten Vorgänge, bei denen ein närrischer Sonderling schließlich in seiner eigenen Schlinge gefangen wird, dadurch zu mildern, daß or seinen Personen echt menschliche Züge leiht.' Sir Morose, die Hauptfigur, ist bei ihm zu einem alten, stolzen, verbissenen Seebären geworden; der sich in vielen Schlachten und Abenteuern herumgeschlagen hat, und der nun der wohlverdienten Ruhe bedarf: Aus einem tiefen Einsamkcitsgefühl sehnt er sich, mit seinen 64 Jahren, nach einer Frau: . ", ' . Zu wissen, für den man da ist, . Der eincni gut — der eineni ,nah ist, s Mit dem man atmet, mit dem man denkt, Wenn einem die Angst in die Kehle drangt. Die Frau aber, die' dazu Ixjstimrm). ist, in, der mit . List inszenierten Ehekomödie die führende" Hollo zu, spielen,. ArnintA, auch Timida genannt, ist bei. aller Idealisierung — ,ouf die, ob bewußt öder 'unbewußt, sei dahingestellt, ein manchmal gretehenhaftor Abglanz fällt — eirle der innigsten "lind-L abgcrundefeicjn Gestalten, die'Zweig je geschaffen hat: in ih'ror. vorge(^c)ijt^p naiven Treuherzigkeit, die doch aiTs ursprünglichster Hcrzo/hsanhVgß fließt; in der echt weiblichen Hingebung an den Gatten,'dem sie dos gefährdete Erbe retten, will;' in deni Scclcnk'onllikt zvnflfchen Angst um ihr eigene» Schicksol 'und ' Mitleid niit dem Gcschfclc des Vereinsamten, vor dem sie dann wider Willen die Maske einer Megäre annehmen' muß. Auch' die Figur dos durch Figaros unsterbliches Vorbild für die komische 'Oper längst geadelten Barbiers Pancrazius Schncidebart, des schlauen, stets beflissenen, geschwätzigent lustigen Ränkeschmiedes, ist bei Zweig menschlich transparent geworden. Wo aber die sentimentale Note zu dominieren scheint, wie in der gefühlvoll betonten Figur Henrys, ■ des Gatten Amintas und enterbten Neffen Moroses, löst sie sich in einen burlesken Vcrklcidungsscberz auf, nicht ohne auch hier an die unverblichenc Tradition der Buffo-Oper anzuknüpfen. Vielleicht hat die Überlieferung, der sich der Librettist einer wahrhaft komischen Oper - kaum je wird entziehen können, auf Zweiges Buch stärker eingewirkt als Ben Jonsons zeitlich begrenztes Beispiel; es bleibt in jedem Fall der Eindruck eines kecken, heiteren, lebendig-sprudelnden Bühnenwerkes, voll federnden dramatischen Schwunges und — in der Verssprache — von einem erhöhten lyrischen Glanz, der oft ebenso leuchtet wie erwärmt. H. L. MSm EDS ®EÖ \^E^SGEB£CT Die Beitragspflicht zur Handelskammer Nach den kürzlich erlassenen Anordnungen kann die Industric- und Handelskammer im Gegensatz zu den früher geltenden Bestimmungen auch NichtvoIIkauflcute zur Beitragszahlung in beschränkter Höhe heranziehen. Wie in einer Streitsache vor einem Bezirksverwaltungsgericht festgestellt worden ist, sollen dieBen Beitragspflicht in der Handwerksrolle eingetragene Handwerker nicht unterliegen, soweit es sich um ihren Handwerksbetrieb handelt. Sie können aber mit einem sonstigen branchefremden Gewerbe herangezogen werden. Gewerbetreibende, die in die Handwerksrolle eingetragen sind, sind also von der Beitragspflicht zur Handelskammer befreit, wenn das neben dem Handwerk betriebene Gewerbe mit dem Handwerk im Zusammenhang steht. Wareneingangsbücher Vom Rcichsfinanzminister ist am 26. Juni eine Verordnung über die Führung von Wareneingangsbüchern für selbständige Gewerbetreibende und Handwerker erlassen worden. Danach sind gewerbliche Unternehmer (selbständige Handel- oder Gewerbetreibende einschließlich der selbständigen Handwerker jeder Art) verpflichtet, für steuerliche Zwecke ein Wareneingangsbuch zu führen. In dieses Buch sind diejenigen Waren einschließlich der Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten einzutragen, die der gewerbliche Unternehmer zur Weiterveräußerung oder Bearbeitung erwirbt. Waren, die nach der Art deB Betriebes üblicherweise für den Betrieb erworben werden, sind auch dann einzutragen, wenn sie für betriebsfremde Zwecke verwendet werden. Das Wareneingangsbuch und die dazu gehörigen Belege müssen 10 Jahre aufbewahrt werden. Befreit von der Verpflichtung zur Führung eines Wareneingangsbuches sind: 1. Diejenigen gewerblichen Unternehmer, die zur Führung von Handelsbüchern verpflichtet Bind und sie ordnungsgemäß führen. 2. Diejenigen gewerblichen Unternehmungen, die durch eine andere gesetzliche Vorschrift zur Führung von gleichartigen Büchern verpflichtet sind. Mit der Führung der Bücher muß am' 1, Oktober 1935 begonnen werden. Die Firmenbezeichnung ,£lau8" Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag hat sich kürz- : lieh gegen die Verflachung des FirmenzusatzeB „Haus" gewandt» Danach darf der Firmenzusatz „Haus" ins Handelsregister nur eingetragen weiden, wenn-, er ein. Unternehmen betrifft, das wenigstens einen gleichartigen Betrieb mittlerer Größe an Umfang und Bedeutung übertrifft.-- Als unzulässig wird angesehen, daß vielfach nicht ins Handelsregister eingetragene Ladengeschäfte vornehmlich in der Lebensmittel- und Tabakwarenbranche die Bezeichnung „Haus" führen. In Zukunft, soll die Genehmigung zur"FülirSing; des"Zusatzes „Haus" nür noch wirklich bedeutenden Unternehmen gegeben werden und solchen Betrieben die Bezeichnung „Haus" überhaupt untersagt werden, die, nicht ins Handelsregister eingetragen sind. Barzahlungsnachläffe Vonseiten der Fachyerbände des Handels wird darauf hingewiesen, daß vielfach über die Frage der Zulässigkcit von Rabatten bei Barzahlung Unklarheiten bestehen. Gesetzlich ist die Gewährung eines höheren Skoritosotzes als 3o/o_ für Barzahlungen .verboten. Dos Gesetz über Preisnachlässe bestimmt im § 2, daß der Preisnachlaß für Barzahlungen. 3 o/o des Preises der Ware oder Leistung nicht überschreiten darf. Ein Borzahlungsnachlaß darf auch nur gewährt werden, wenn die Gegenleistung unverzüglich , nach der Lieferung der Ware oder der Bewirkung der gewerblichen Leistung durch Barzahlung oder in einer der Barzahlung gleichkommenden Weise erfolgt. Der Barzahlung als gleichwertig wird angesehen dio Hingabo eines Schecks oder die Uberweisung. Privatleben und Wettbewerb Der wiederholt von maßgebender Seite für dos Wirtschaftsleben ausgesprochene Grundsatz, daß die persönlichen Angelegenheiten des Wettbewerbers mit der Werbung nichts zu tun .haben, findet jetzt auch in einer neuen Reichsgerichtsentscheidupg eine Bestätigung. Wer solche Angaben macht, so heißt es in der Entscheidung, verstößt, selbst wenn sie wahr sind, gegen die Grundsätze des redlichen und anständigen Geschäftsverkehrs. Angaben über die Person des Wettbewerbers sind nur ausnahmsweise zur Abwehr unwahrer Behauptungen des Gegners zulässig. (RG II 245/34.) Nachzahlung von Steuern Nach der Rechtsprechung des Rcichsfinanzhofes aus der letzten Zeit ist es zulässig, daß ein Kaufmann die laufenden Steuerzahlungen auf abzugsfähige Steuern wie Umsatz-, Gewerbe- und Grundsteuern in vollem Umfang zu Lasten des. Geschäftsjahres verbucht, das die Steuor wirtschaftlich belastet. Dies gilt vor allem für die Umsatzsteuer, die für den Monat oder das letzte Vierteljahr des Geschäftsjahres gezahlt wird und deshalb in der Bilanz zurückgestellt werden kann. Der Kaufmann kann aber auch nur die bis zum Ende des Geschäftsjahres fällig gewordenen Steuern berücksichtigen, ohne Rückstellungen für die noch, nicht fällig gewordenen vorzunehmen. Nur ist es Vorschrift, daß in jedem Geschäftsjahr gleichmäßig verfahren wird. Bei unvorhergesehenen Nachforderungen von Steuern hat sich dor Reichsfinanzhof dahin ausgesprochen, daß der Kaufmann eine Rückstellung für die voraussichtliche Nachzahlung selbst dann vornehmen muß,, >vcnn er sonstige Stcucrrückstcllungcn nicht vornimmt. Die Lage der Textilwirtfchafi Der neueste Bericht des Instituts für Konjunkturwissenschaft beschäftigt sich eingehend mit der Lage in der Textilwirtschaft und stellt fest, daß eine Entspannung der Lage eingetreten ist. ■'Zwar sei der Geschäftsgang durch cKc Nochwirkungen der Hamstcrwellc vom Herbst vorigen Jahres gehemmt. Dio Rohstoffversorgung habe sich aber gebessert, die Rohstoffeinfuhr ist gestiegen und dio Abnahme der Rohstoffvorräte ist zum Stillstand gekommen. Die vorhandenen technischen Möglichkeiten des Ver« Brauchs einheimischer Spinnfasern werden nicht in vollem Umfang ausgenutzt. Aus neuen Gutachten der Berliner Handelskammer Im Verkehr zwischen Ba'nk und Kunden gelten bei Ankauf von Effekten hinsichtlich der Frage, ob der Uberbringer der Wertpapiere auch dann als von der Bank bevollmächtigt angesehen wird, den Gegenwert der Effekten in Empfang zu nehmen, wenn er bei der Übergabe der Effekten eine besondere Quittung vorlegen kann, keine .von den gesetzlichen Bestimmungen abweichenden Rechtsnormen. VorfülirungBwagen sind Wagen, die sich noch in erster Hand befinden, also beim Erzeuger oder Händler. Die Frage, ob ein Wagen als Vorführungswagen bezeichnet werden darf, hat nichts damit zu tun, ob der Wagen fabrikneu ist. Fabrikneu iBt ein Wagen, der in erster Hand befindlich und nur mit normalem Verschleiß bis zu etwa 1000 km gefahren ist. Ein Vorführungswagen, der diese beiden Voraussetzungen nicht erfüllt, ist ein gebrauchter .Wagen. . Devifen für Auslandsreifen Am 20. Juni ist zwischen Deutschland und Holland ein Reiseabkommen abgeschlossen worden, das der Erleichterung^ des Reiseverkehrs nach Holland dienen soll. Ahnlich wio in dem ap dieser Stelle besprochenen deutsch-dänischen Abkommen können Touristen nach Holland je Person und Monat bis zu 500 RM an bestimmten Zahlungsmitteln über die Freigrenze hinaus erwerben. Für Geschäftsreisen darf das Abkommen jedoch nicht in Anspruch genommen werden. Nach den Ausführungsbestimmungen darf das Mitteleuropäische Reisebüro Reisekreditbriefe und Reiseschecks je Person und'Monat, im Betrage von 200 Gulden ausgehen. Die Ausgabe erfolgt in Raten, bei keiner Rate werden mehr als 100 Gulden ausgegeben. Die abgegebenen Beträge dürfen nur zur Bestreitung der Äufenthaltskosten in Holland während der Reise verwendet - werden. . Auch zwischen Deutschland und Bulgarien ist eine Neijr regelung der Bestimmungen Ober den Reiseverkehr ähnlich wie mit Rumänien vereinbart worden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.