Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 13 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Gabriel Riesser in Bild und Karikatur
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 53 - 54 (sequence 4)
- Language
- German
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53 Dr. Max Grunwald: Gabriel Riesser in Bild und Karikatur. 54 System der Freiheit einen verderblichen Riss erhalten, ohne dass der Keim des Verderhens in dasselbe gelegt würde. . . Der laute Beifall, den Riesser erntete, bedeutete für M o h 1 eine klägliche Niederlage, und ein Blatt (No. 7) zeigt M o h 1, wie er unter dem nicht unerheblichen Gewicht Riessers zusammenknickt, mit der Unterschrift: „Er wird mir gemütlich schwer — dieser Antrag." Eine andere Lithographie (No. 12) stellt Riesser mit einem jüdischen Hausierer im Gespräch dar. Auf einem Rednerpult vor ihnen liegt eine (M o h 1 s) Perücke. Darunter liest man: „Jude: Dau sehe Se ä M o h 1! Herr Doeter, ebbes Rores, a blonde Perück die ganz allan steht. Dr.: Nun, was nützt die alte Scharteke? Jude: Verzeihe Se, Herr Dr., sie is noch kan 40 Johr alt und bot uns sehr genützt." Riesser gewann in der Nationalversammlung eine hervorragende Stellung. Bei der Erneuerung der Präsidentenwahl am 2. Oktober wurde er sogar zum zweiten Vizepräsidenten ernannt. Zum Präsidenten hatte man Gagern, zum ersten Vizepräsidenten Simson gewählt. Dies konnte der literarische Judenhass natürlich nicht ungerügt vorübergehen lassen, lieber einer Reimerei unter dem Titel ,,Ein syrischer Bock zum deutschen Leithammel erwählt" sieht man Riesser als Hammel karikiert (No. 8). Gutmütiger macht ihn ein anderer Spottvogel zum Hampelmann. Er stellt ihn dar als den eben aus dem Ei gekrochenen Präsidenten mit erhobenem Zeigefinger der Linken und der Präsidentenglocke in der Rechten (Im Verein für Hamb. Geschichte). Auf einen Vorgang in der Sitzung am 18. September bezieht sich die „Reichs-Fege-Mühle" (No. 4), von der die in der Paulskirche fertig zu stellende öffentliche Meinung verarbeitet wird. In ihrer Nähe bemerkt man neben dem Turnvater Jahn und anderen bekannten Grössen jener Zeit auch rechts unten Riesser. Die stürmischen Vorgänge im September machten Beschlüsse über den gesetzlichen Schutz der Nationalversammlung notwendig. Als Gegner der Opposition, die von der Linken inszeniert wurde, pflückte Riesser neue Lorbeeren. Am 6. Oktober wurde ihm sogar die öffentliche Anerkennung V i n c k e s (No. 6) zuteil. Am 2. November wählte ihn das Parlament zum zweiten Male zum Vizepräsidenten. Als solcher führte er eine Zeitlang, da S i m s o n und nach ihm G a g e r n zur Verhandlung mit der preussischen Regierung nach Berlin gesandt worden waren, allein die Leitung der Versammlung. Eine weitere Karikatur stellt Heinrich von Gagern dar, wie er auf beiden Schultern gleich schwere, mit „1000" gezeichnete (Geld-?)Säcke trägt. Dahinter wieder (wie oben No. 12) Riesser mit jenem Hausierer im Zwiegespräch. Riesser sagt von Gagern, er trage auf beiden Achseln, worum er ihn nicht beneide (No. 5). Die Spitze richtet sich jedenfalls gegen Gagerns Lavieren zwischen Preussen und Oesterreich. Ursprünglich im Frankfurter Parlament der Führer der preussischen Partei, wandte er sich später, unter dem Eindruck der Erfolge Schwarzenbergs und Radetzkys, entschieden den Grossdeutschen zu. Auch liess er, der Protestant, seine Kinder katholisch erziehen, während sein Bruder M a x völlig zu Oesterreich und zum Katholizisnus übertrat. Riesser, der anfangs gegen die Koalition der Linken und der Oesterreicher gesprochen hatte, nahm (Sin fprifdkr S8ocf 311111 iiflitfdjen frittjammcl erumljlt (Smjört auffallt» bir grojie ajtrrbe: SBir wollen tue tl onrerf (rerrr! 9Bir (vollen SSW)!« un» Stfn:iticnr«bt, ir lafiVn cc........ 9!trfd>irttn ftnf wir mobl an 9iaftrn. Xod) iit e« nid-l mrl)r 3rit;um .Puffen; Sit rille iir.P ein SnirrriLinim, <Srfd)orrn üt-cc Vfnrrt Jt.vnm, 2Ji>m <B(crqrn< unb Vom Wbtnblanb, I' qlfi.1i i.l^u, SSir reellen nne emaiicitlrtrr,i «BJir reellen ftlbtr uni ruiiirot! , Sßcr fam't unb mitf an ©am, ©eSrtf'n,?v$rr Wl, trr foll ttilbamntel rcrrbrn! 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