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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-10-03 · Heft 40 (3.10.1847) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 40 (3.10.1847)
Date
1847-10-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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316 Vertreter mag den Gefühlen, welche sich unser bei der Erinnerung an Ihr gesegnetes Wirken für die isr. Zugend beiderlei Geschlechts bemeistern, Ausdruck geben. — Sie dürfen darum bei Ihrem Scheiden aus Ihrem jetzigen Wirkungskreise sich die Worte des alten Dichters aneignen: „Ein Denkmal habe ich mir - gesetzt, dauernder als Erz." Wir aber haben, um Ihnen unfern Dank, unsere Anerkennung und Verehrung zu zollen, diesen Worten eine entsprechende Form gegeben und zum ewigen Andenken an Sie hochveehrter Mann, eine von edlen Frauen geschmückte Tafel hier an heiliger Stätte aufgehängt, mit der Inschrift: „vr. Samuel Holdheim. Landesrabbiner von Michaelis 1840 bis Michaelis 1847, setzte sich durch seine Bestrebungen für Religion, Gotteshaus und Schule ein unvergängliches Denkmal."" — „Bei den letzten Worten wurde eine schöne eherne Votivtafel, welche, wie der Rerner angedemet, von Frauenhändcn mit einem Lorbeerkranze geschmückt war und die obige Inschrift trägt, enthüll:. Der Gefeierte dankte tiefbewegt mit Worten, welche die allgemeine Rührung, von der sä'mmtliche Anwesende sichtlich ergriffen waren , noch erhöhten. Dann traten die Schüler und Schülerinnen der Religionsschule, ihre Lehrer an der Spitze, vor den Stifter ihrer Schule, und nachdem der jReligionslehrer Herr Stern die großen Verdienste des Herrn vr. Holdheim um das Schulwesen hervorgchoben, sprachen ein Mädchen und ein Knabe noch die Gefühle des Dankes aus. Ein Lied schloß diese Herzergreifende Feier, bei der kein Auge trocken geblieben, und welche Zcugniß ablcgie von rer aufrichtigen Liebe und Verehrung, die den Schcircnren in seinen neuen Wirkungskreis begleitet. Zhm folgen unsere besten Wünsche." Co weit das freimüihige Abendblatt. — Zene Feier bewerft: zur Genüge, daß man Holdheims Streben und Wirken brer zu würdigen gewußt hat. Freilich fehlt es auch nicht an solchen, rie in ihrer Bornirtheit ihn nicht begriffen und in Folge reffen sich oft genug gegen die zweckmäßigsten und Heilsamsten Ichformen erhoben haben; ja, auch das ist sogar — man sollte es kaum für möglich halten — erst noch am verwichencn Sabbath vorgekommeu, daß die Gemeinde zu Röbel, welche sich angetrieden fühlte, sowohl von der Bildungsstufe, die sie einnimmt, als auch davon, daß die Verheißung des Propheten (Amos 8, 11) bei ihr jetzt in Erfüllung gegangen ist, öffentlich Zeugniß abzulegen, ihren Durst nach dem Worte Gottes nicht anders, als — trotz dem die Allerhöchst eingeführte Spnagogenordnung nur solchen Personen das Predigen gestattet, die vom Landesrabbiner dazu approbirt sind — durch die Deraschah eines umherziehenden bettelnden Polen zu stillen wußte. Doch der Kern der Juden Mecklenburgs hat einen gesunden religiösen Sinn, und wird sich in seinen verdienstlichen Bemühungen um einen würdevollen und erbaulichen Gottesdienst und um Entfernung alles dessen, was dem heutigen Bildungsstande widerspricht, durch alle Machinationen und Zntriguen der Hefe des Volkes nicht irre machen lassen. In Waren geht man jetzt ernstlich damit um, eine Orgel zu bauen, und die Kosten derselben sind bereits durch freiwillige Beiträge zusammengebracht. Der erste Vorsteher der Gemeinde, Herr H. Hirsch, der in Verbindung mit seinen College« unermüdet,für eine bessere Gestaltung des Kultus wirkt, hat allein 250 Thaler dazu gezeichnet. Gott segne und fördere solches Streben! Religiöse Fortschritte. (Vom oberschlefischenOdergebiete im September). — Ich freue mich, Ihne« Herr Redakteur auch aus unserm slavischon Schlesien, über günstige Zustände isralitischer Angelegenheiten berichten zu können. Es tagt auch endlich hier zu Lande, am Flußgebiete. Es scheint, daß die einzelnen Funken vom vorjährigen heiligen Feuer, das die hochw. Rabbiner-Versammlung in Breslau auf dem Altar des Herrn geschürt, die oberschlesische Judcnheit entflammt und erleuchtet, so daß sie nun mit offene» Augen und Ohren, den traurigen Zustand ihrer Synagogen sahen und in denselben die Disharmonie ihrer Vorbeter und Beter hörten. Nicht weniger als drei der nicht unbedeutendsten Gemeinden Oberschlesiens haben binnen einem Jahre, die sogenannten Almemors geräumt, Chor-Gesang eingeführt, und überhaupt möglichst den Zeitforderungen genügt. Wenn auch dies nur Formen - Aenderungen, schale Wechslungen der Schule seien, während der Kern welcher eben jene traurige Hülle trieb, derselbe bleibt, so kann Uns einmal der Gedanke beruhigen, daß wenn der Sinn für Ordnung und äußern Anstand bei gottesdienstlichen Versammlungen geweckt, derselbe auch nach und nach rückwärts influirt, und namentlich bei einem geistigen Gebilde, was doch eigentlich unsere Religion ihrer Natur nach ist, nicht unterlassen wird, den Kern zu zersetzen, und diejenigen Bestandteile desselben, welche eben die schädlichen Keime bergen, zu entfernen; dann aber haben wir ja eine Reihe von Erfahrungen anderer Gemeinden, wo es schon bereits zum Durchbruche gekommen, daß da auch der bessere Geist, erst nach und nach, nachdem mit Aeusserlichkeiten der .Anfang gemacht, eingezogen, heimisch wurde, und dann seine Operationen vorgenommen. Stören Sie mir nun einmal meine Hoffnungen nicht. Sie find

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