Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 7-8 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 190 (sequence 28)
- Belongs to
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190 Organe nur aus Männern bestehen dürfen, welche auch zum religiösen Richteramte qualificiert, letztem aber darf nach Cap. 7 und Cap. 34 des Chofchen Mifchpot ein solcher Makel durchaus nicht ankleben. Aus Besagtem leuchtet nun unzweideutig hervor, dab Männer, die öffentliche Sabbathfeier-Verletzung, beispielsweise durch am Sabbath offen habende Gefchäffsläden pp. argumentieren, zum Synagogenrathe nicht gewählt werden dürfen, evt. deren Wahl eine ungültige wäre. Würzburg, den 29. Juni 1859. gez. Seligmann Bär Bamberger Distrikts Rabbiner. Reinheit und Unreinheit. Fast das ganze dritte Buch Moses ist erfüllt von Normen für das, was rein und das, was nicht rein. Es ist dieses Buch ein Frühlingsgrub; es bildet die Thoravorlesung den Begleitaecord der Zeit, in welcher sich jener Formenwechsel in der Natur vollzieht, den wir Wachstum nennen. Erstorbenes regt sich im neuen Keim zu neuer, gärender Lebensform. Das ״Stirb und Werde״ tritt klar in Erfcheinungsform. Frühlingserlebnis heibt Auferstehung, heibt aber auch innere Annäherung an das Naturgefchehen. Das geheimnisvolle Ineinander des Stoffwechsels enthüllt sich der Erkenntnis und dem Bewubtsein. Und da treten jene Normen an uns heran und ermahnen uns, dab nicht alles, was diese Vorgänge zeitigen, nicht alle Erzeugnisse des Werdens dazu bestimmt sind, den Lebensvorgängen in uns zu dienen. Wohlgemerkt, es wird nicht eine absolute Unreinheit konstatiert, nur eine solche in Beziehung zu uns, deshalb die so häufige Wiederholung: ״Unrein ist es für euch״, wobei unter ״euch״ diejenigen verstanden sind, welche am Sinai sich und ihre Nachkommen der Thoratotalität verpflichteten. Es ist daher mübig, erörtern zu wollen, welche Wesenheiten der als unrein bezeichneten Naturerzeugnisse Veranlassung zu dieser Charakterisierung bieten. Richtiger und wichtiger wäre es fchon, zu ergründen, welche Wesenheiten des Sinaivolkes mit der Einfügung der als unrein bezeichneten Dinge in den Stoffwechsel, mit der Vernachlässigung der Enthaltsamkeit gegenüber den als unrein bezeichneten körperlichen Erfcheinungen unvereinbar sind