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Nahalat tsevi · 1934-04-01 · Heft 7-8 (April 1934) · p. Seite 191

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 7-8 (April 1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 191 (sequence 29)
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191 Wir berühren da ein Kapitel, über das man in früheren Jahrzehnten achselzuckend lächelte, das aber heutzutage doch ernsterer Beachtung gewürdigt wird, das Kapitel von dem Zusammenhang zwifchen den rein vegetativen und den geistigen Lebenserfcheinungen, wobei unter Geist auch die Welt des Fühlens begriffen sein will• Dab körperliche Dinge das Geistige beeinflussen, braucht ja wohl nicht erörtert zu werden, und wenn unsere Weisen von Timtum, von Obstipation des Herzens und des Gehirns sprechen, so wollen sie damit besagen, dab all diese Normen von Reinheit und Unreinheit nicht eine Hygiene des Körpers, sondern vielmehr eine Hygiene, eine Diätetik der Seele geben wollen. Diese Erkenntnis fchürft tiefer als die allgemeine Behauptung, es solle in der durch rein und unrein charakterisierten Auswahl der Speisen der jüdifche Menfch Beherrschung seines Begehrens lernen. Wenn man will, kann man sagen, dab die Speiseverbote eine Toxikologie in Hinsicht auf das Seelenleben darstellen. Es gehört aber eine bestimmte Disposition des Körpers dazu, um die Thoratotalität zu leben und zu erfüllen in voller Gesundheit der Seele. Wie fchon Rabbiner HirSch s. A. bemerkt, war das zweite Gebot, welches vom Allmächtigen an den MenSchen erging, ein Speiseverbot, nachdem ihn das erste zum Herrn der Erde gemacht hatte, und auch hierbei war direkt gesagt, dab der untersagte Genub den Körper unfähig machen werde, Hülle eines Funkens der Ewigkeit zu sein. Stellt man sich auf den Standpunkt des in der esoteriSchen Tradition mitgeteilten höchsten Gesetzes des Stoffwechsels, des Birur, des Inhalts nämlich, dab ein ewiger Kreislauf in ständiger Auslese letzten Endes tote Stoffe belebend bis zum Vehikel eines guten Gedankens, eines edel reinen Fühlens hinaufentwickelt, so würden als unrein diejenigen Stoffe zu bezeichnen sein, die in ihrer derzeitigen Erfcheinungsform hemmend und störend in diesen Kreislauf eingreifen würden. Wir sagen ausdrücklich in ihrer derzeitigen Erfcheinungsform, um ganz discret anzudeuten, was unsere Weisen s. A. meinten, wenn sie von dem חזיר sagen, חזיר עתיד לחזר להיתרו. Dab, um auf anderes Gebiet überzugreifen, Nidda- und Incestkinder nicht diejenigen Dispositionen mitbringen, welche lückenlos die Erfchliebung der absoluten Reinheit der Thoratotalität ermögliehen, ist der Grundgedanke der Normen, welche die Familienreinheit regeln. Auch hier ist kein Naturvorgang, keine Naturerfcheinung als absolut unrein anzusprechen, sondern gleichfalls nur als hemmend, erniedrigend, unfähig machend zu der Reinheit,

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