Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 2 (15.1.1867)
- Date
- 1867-01-15
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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161 162 Ehegatten sein! Dem Lichte gleich: aufrichtig und wahr, liebevoll und freundlich, wohlthuend und fürsorglich müssen die Herzen einander sich aufschliessen, die Gedanken in Worten sich aussprechen, die Bemühungen und Anstrengungen einander geweiht sein! Soll ich Eueh, meine.Lieben! das Glück einer solchen Verbindung schildern? Ich vermag es nicht, und ein Anderer wohl auch schwerlich, denn es fehlen der Sprache die Worte, der Seele der Ausdruck für solche Freude, für solche wonnevolle Seligkeit, wie sie durch eine solche Vereinigung der Herzen in der Ehe geboten sind! Ja, meine Theuren! Das Glück der Ehe gleicht einem Pflänzchen, ״Leben suchend bei dem Lichte!“ Wem anders als dem Lichte danken die Blumen und zumal die herrliche ״Kose“ die Pracht ihrer Farben, das Liebliche ihres Wohlgeruches, das Erquickende ihres Duftes? Doch ein anderes Licht als das, welehern die Blumen ihr Leben verdanken, ist das, dessen das Haus und das Familienleben bedürfen! Dieses Licht — nicht von der Sonne wird es uns gestrahlt und nicht von den Ge- Stirnen des Himmels wird es empfangen! es kommt von Ihm, der über den Sternen thront; von Ihm, welcher der Schöpfer dieses Liehtes ist. Um sich so zu vereinigen,, bedarf es des Glaubens an Gott, des Vertrauens auf Gott, des Wandels vor Gott! Als unser Stammvater Jakob — erzählt die Sidra dieser Woche — Eltern und Elternhaus verliess, erschien ihm der Gott seiner Väter und sprach: ״sieh, ich bin mit dir und werde dich schützen überall, wohin du gehst.“ 0, weiches köstliche Erbe besitzen wir in diesem dem Stammvater und allen seinen Nachkommen bis zu den spätesten Geschlechtern gegebenen Segen! — An -diesem Glauben der. Väter festhaltend, von diesem Vertrauen der Vorfahren beseelt und gleich ihnen den Gedanken festhaltend•: ״das Haus zum Gotteshause, zur Pforte des Himmels zu maeben “, zur Stätte der Gottesfurcht, der Frömmigkeit, der unverbrüchlichen Treue und gewissenhafteu Pflichterfüllung: wie könnte dann ein solches Bündniss anders als glücklich sein? Ja, meine Theueren! Ihr werdet glücklich sein! Gottes Schutz und Segen wird Euch auf Eurem Lebenspfade nicht verlassen, Ihr — Ihr werdet den Weg nicht verlassen, den diese Stunde, den der in Seinem Namen Euch ertheilte Segen zu gehen, Euch bestimmen muss! Du, meine Tochter wirst, wie du den Eltern ein braves, •folgsames Kind gewesen, dom Gatten eine treue, pflichteifrige Lebensgefahrtin sein, und Sie, Herr Bräutigam, werden Sie jemals von dem Streben lassen, sie glücklich zu machen, die das Elternhaus verlässt, von allen geliebten Angehörigen sieh trennt, um Ihnen in Ihre Heimat, in Ihr Haus zu folgen, für immer Ihnen anzugehören und in allen Lebensstunden und Prüfungen mit unverbrüchlieber Liebe zur Seite zu stehen? 0 nein, unmöglich! Und was ich Euch noch zu sagen und zu wünschen hätte, für Euch von Gott erflehen und erbitten möchte, der eine Wunsch schliesst Alles in sich: möchte die Verbindung, die Ihr jetzt schliesst, von dem Lichte des Glaubens erleuchtet, selbst zur Lichtquelle werden, Euren Lebenspfad erhellend, ausstralend Freude und Friede! Amen. Frucht und Duft. Offenes Sendschreiben an den Herrn Rabbiner Dr. A. Schmie dl in Prossnitz. Von Dr. Abraham Frenon. (Schluss,) Einer der entschiedensten und berühmtesten Gegner dieser Schule, R. Ezechiel Landau, bekennt unumwunden, dass er sich seit seiner Jugend nicht mit hebräischer Grammatik beschäftiget hat ‘), und R. Moses Sofer soll nach dem Zeugnisse seiner hervorragenden Schüler vor dem Studium der hebräischen Sprache gewarnt hahen <J)! Ich kann nicht umhin, Ew. Ehrwlirden an die Thatsache zu erinnern, dass unter-den hundert Rabbinen, die gegen die Errichtung eines Seminars petitionirten, nur sehr wenige sind, die sich mit der Konjugation des hebräischen Zeitwortes bekannt gemacht haben! Nicht anders besteht es mit der ״Lehre des Judenthums.“ Die Quelle derselben ist anerkanntermassen die heilige Schrift. Ist aber das Bib eistudium nicht seit Jahrhunderten von der Orthodoxie vernachlässigt worden? Jakob Antoli und Profiat Duran klagen schon im vierzehnten Jahrhungert darüber, und letzterer sagt ausdrücklich, es sei dies eine Krankheit der germanofränkischen Rabbinen seiner Zeit 3)! R. Joel Särkes (1565—1640) tadelt seine Zeitgenossen, dass sie es unterlassen, die Jugend in der Bibel zu unterrichten. Sein jüngerer Zeitgenosse, R. Sabbatai Kohen (gest. 1663), stellt, unter Berufung auf ältere Autoritäten, den gerügten Missbrauch unter den Schutz des Kanons : מנהגן של ישר^ חורה 4 היא)! Was soll ich nun gar von der ״Geschichte des Judenthums“ sagen, deren ICenntniss Sie ') S B. Bh. a. a. 0. ferner Approbation zum jad ChajjiuvPrag 1759: אינני מאנשי החכמה הזאת ולא הורגלתי בה מנעורי. ג) Lew ha-iwri 5, b. Anm. 4. חכמת הדקדוק אף שהיתח חביבה למקום - בימי אבות עכשיו מפני שהרשעים והסוקרים בדת יהודה וישראל לקחו אותו להם לתפארת ע״כ כל ירא אלהים באמת 1רחיק אותה ממנו. ‘ 3) Vorr. zum Malmad und Ma’asse Efod S. 45. 4) Jore Dea 245, 5.