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Ben Chananja · 1866-06-20 · 25 (20.6.1866) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
25 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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471 472 die Seite de» Ujhelyer Kollegen getreten, da er überhaupt ein Gegner der Reform ist, und die Ehaßidäer im Grunde Reformer find, nur daß sie die Reform in ihrem Sinne verstehen und nach ihrer Fagon bewertstetigen. B. 8. (Balantfya, 10. Zuni. Herr M. Deutsch, Oberrabb. zu Palänka, hat am vergangenen Sabbathe in der hiesigen Synagoge einen trefflichen Vortrag gehalten, welcher sich allgemeinen Beifalls erfreute. K Großwardein, 15. Zuni. Der Mittheilnng eines Freundes verdanke ich die treue Kopie eines Rundschreibens, welches der Borstand der Sritor-Alja-Ujbelyer Gemeinde »nterm 3. Mai l. I. an eine große Zahl orthodoxer Rabbiner sendete, dieselben auffordernd, sich des R. Jeremiuö Löw gegen R. Chajjim Halberstamm anzunehmeu. Ich würde Ihnen diese merkwürdige Epistel in treuer Uebersetzung mittbeilen; dieselbe ist ober in einem so überschwenglich bombastischen Style abgefaßt, daß deren wörtliche Uebertragung leicht als Satyr» genommen werden könnte. So lautet der Anfang: ,,Heilige Thora, gürte einen Sack um, wälze dich in Asche, wenn dein Fahnenträger drr Zer« tretung preisgegeben wird l — Höret dies Ihr Hirten Israels, die Ihr tapfern Herzens seid! Schaffet Rath! Rüstet euch mit dem Panzer zu dem bevorstehenden Kampfe! führet den Krieg der Thora, bevor man deren Ehre in den Staub tritt — Selah." Ich beschränke mich daher, dem Aufrufe an die Orthodoxie folgende Spezialitäten zu entnehmen. Am 29. April l. I. fand vordem Ujhelyer Gem.-Vorst, ein Zeugenverhör statt. Die dortigen Gemeindeglieder: M. Klein, Röuben Kornseld, Abra- Ham Mayer und Ehajjim Baruch sagten aus, daß der Sanderer Hat» berstamm am verfloffenen Peßach ein rituelles Urtheil des Ujhelyer Rabbiners umstieß und ungescheut daS für erlaubt erklärte, was der Ujhelyer für verboten erklärt hatte; daß er sich ferner gegen seinen Ujhelyer Kollegen die ärgsten und stärksten Schmähungen erlaubte: מהרף ומגדף התורה,רשע שקץ ומאכיל טרסוח Nach t>״ Aussage der erwähnten Zeugen trug Halberstamm seiner Umgebung auf. sein Urtheil über den Ujhelyer in ihren Kreisen zu verbreiten. So rücksichtSlos tritt der jüngere ChaßidäiSmuS gegen die ältere Orihodorie auf! Letzrere ist aber nichtsweniger als geneigt, sich diese Beleidigungen gefallen zu lassen. Der Ujhelyer Vorstand verlangt Genugthuung. Er preist den schwer Verletzten als einen Abkömmling berühmter Ahnen; als einen orthodoxen Verbreiter der Thora durch seine Zeschiba; als einen uner« schröckenen Vertheidiger seiner Grundsätze und als entschiedenen Gegner de» Seminars. Der mehrgenannle Vorstand verlangt eine Zusammenkuuft orthodoxer Rabbinen, um dem R. Zerem. Recht zu verschaffen. Die. Kosten will der Vorstand bestreiten. Die Konferenz ist bis zur Stunde noch nicht zu Stande gekommen, sollte es auch in Zukunft nicht gelingen, sie zu bewerkstelligen, so ist der Krieg unvermeidlich! Mehrere Mitglieder des orthodoxen Bundes, unter denselben auch der hiesige Rab« biner, sollen bereits erklärt haben, daß sie nicht gewillt find, in dem bevorstehrn Kampfe den Boden der Neutralität zu verlassen. Der verkannte R. Jeremias hat Ursache, seine Klagelieder nicht wehr über die Losonczer Reformer, sondern über die Ehaßidäer seiner eigenen Gemeinde anzustimmen. Z. Czkin, im Zuni. Herr Rabbiner Back hat einen Leseverein gegründet, in welchem er von Zeit zu Zeit belehrende und anregende Vorträge hält, und die Jugend zu bildender Deklamation anleitet. 6. TemeSvar, im Jnni. Was der neuere synagogale Kulms jedenfalls zu wünschen übrig läßt, ist eine stärkere Betheiligung der Gemeinde an den liturgischen Gesängen. Um diese zu erzielen, dürsten die Melodiken nicht oft gewechselt, vielmehr diejenigen beibehalten werden, die einmal Fuß gefaßt haben. Dann sollte der Gefangunlerricht in der Knaben- und Mädchenschule umfassender eingerichtet und besonders dazu geeignet werden, daß er die Jugend mit den meisten synagogalen Gesängen vertraut mach». Auf diesem Wege würde man allmälig dahin gelangen, daß die ganze Gemeinde an dem Chvrgesange »heilnimmt. Zn der hiesigen Gemeinde dürfte dies um so leichter auSzufübren sein, als sich Herr Direktor Kohn theilweise bereits in diesem Sinne ausgesprochen hat und Herr Dr. Hirschfeld, unser verehrter Oberrabbiner, als begeisterter und begeisternder Prediger des Fortschrittes, die Aussüh« xüng des vorgeschlagenen Planes sicherlich fördern würde. P. Aus dem Szabolefev Komitate, im Juni. Vor Kurzem ist in einer kleinen Gemeinde unseres KomitateS ein aus fünf Rabbinen be, stehendes Kollegium zusammengelreten, um die Angriffe zurückzuweisen, welche sich der, den Herrn Dr. Hildesheimer apoiheofirender ״Mainzer Israelit" gegen Lesch in Szikßü und Schlestngrr in Kascha» erlaubt hat. DaS Kollegium hat ein in-rabbinischer Sprache abgefoßteS Urtheil zu Stande gebracht, welches aber viel zu umfangreich ist, als daß ich'- Ihnen in wortgetreuer Uebersetzung mittheilen köunte. Daß es allen Frommen mit den strengsten Ausdrücken untersagt, den ״Mainzer Israeliten" zu lesen, ober auch nur ins HauS einzulaffe» , versteht sich von selbst. ES geht aber noch viel weiter, indem es unumwiinden ausspricht, daß die Unwissenheit und Ketzerei , welche der fragliche Artikel zur Schau trägt, den Urheber desselben, nämlich den Herrn Dr. Lehmann, geradezu unfähig macht, in einer orthodoxen Gemeinde das Rabbinat zu bekleiden. Aus der Motivirung hebe ich folgende Punkte hervor: 1. Der ,Mainzer" erklärt die Sprachentheorie Lasch'S und Schlesingerfür ein wahnsinniges Dogma. Nun beruht aber dieses Dogma auf dem jerusalemischen Talmud (Sabb. 1, 4). Das Dogma wird von R. Ezechiel Landan (Zelach Ber. 28, 6), von R. NehemiaS Trebitsch (Schel. Jerusch, a. a. O.), von R. MoseS Sofer und vielen anderen großen Rabbinen festgehalten, so daß die frechen Behauptungen des ״Mainzers" zugleich ein Zeugniß seiner Ignoranz find. 2. Dieselbe Ignoranz zeigt er, indem er gegen Schlesinger polemiflrt, weil letzterer das Schreiben in deutscher Sprache für minder verfänglich erklärt, wenn es mit jüdischen Schriftzügen geschieht, ohne zu ahnen, daß dies in der Gemara und in den PoSkim begründet ist (Meg. 9, b. Hagg. Maim. Tefillin 5, 19)! 3. Als kompleter Apikorus zeigt sich der ״Mainzers indem er die Erscheinung der Geister der Dahingeschiedenen leugnet, wofür doch dir gänze rabbinische Literatur zahlreiche Zeugnisse enthält. DaS lfrtheil wird wol später gedruckt erscheinen. □ Kaschau, 14. Zuni. Das!jüngste Heft des ״Schomer Israel" wurde polizeilich mit Beschlag belegt. Der Herausgeber erlaubte sich Zwiespalt in der Gemeinde Kaschau zu säen und im Vorhinein der» Tempelbau anzugreifen. Wie wir vernehmen, haben sich mehrere Herren an die Spitze der Orthodoxie (Opposition) gestellt und den Beschluß gefaßt, die alte Synagoge als BethauS anzükaufen und wurden berejtS Schritte gethan, R. Ak. Jehosef zum Prediger dieser Klaus zu gewinnen. כ Neu-Sandec, 30. Mai. Vom Szerdahelyer Rabbi ist ein Schreiben an unfern Rabbi angelangt, worin er sich in Betreff seines Vorgehens in der Ujhelyer-Sandezer Angelegenheit zu entschul« digen, und Frieden zwischen beiden Rabbinen zu machen sucht. Altona, 6. Juni. Vom Rabbi Dr. Ettinger dahier ist irr Folge des Rundschreibens der Ujhelyer Gemeinde sUngarn) ein Schrei« ben an den Vorstand letzterer Gemeinde abgegangen, worin er es für seine Pflicht erklärt, sich nicht in fremde Angelegenheit zu mischen und es den ungarischen Rabbinen überläßt, den Streit zwischen dem Ujhelyer und Sandezer Rabbi auözuträgen. Schulwesen. Vs. S. A. Ujhely, im Jnni. In die hiesige Schule ist in Folge geübten AmtSmißbraucheS das Feuer drr Gerechtigkeit gefahren. Gegen dessen gegenwärtigen Lchrerdirigeuten ist eine neue respektive fortgesetzte Disziplinar-Untersuchnng zufolge Erlassevom 4. März l. I., Z. 6252, angeordnet und das Präsidium der hiesigen Komitatsbehörde mit deren Durchführung beauftragt worden. Bis heute liegen die diesbezüglichen Akienstückte ohne Erledigung; sobald diese erfolgt, werden wir diesen Gegenstand einer unparteischen Besprechung unterziehen. BZ. S. A Njhely, 4. Juni. Zur Ergänzung unseres Be^ richteS über die unserer Mädchenschule von Herrn Posner in Pest zur Vertheilung an Arme zugeschickten Schulreqnisiten find wir in der Lage miitheilen zu können, daß unserer Knabenschule vor drei Jahren einer gleiche» Begünstigung seitens des obgenannten, für Schule und Erziehnng begeisterten, Herrn zu Theil ward. Die damalige, durch den wackern Direktor Weinberger und dem hochw. Schuleninspektor mit Hinzuzie« hnng des Lehrkörpers vorgeiiommene Vertheilung bildet einen gewaltigen Kontrast zu dem diesbezüglichen Vorgehen des jetzigen provisorischen SchulendireklorS, der nämlich am 24. v. M. den mit den Schreibemitteln — für eine brave und bedürftige Schülerin — eiugesandte»

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