Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 25 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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473 474 Dukaten ganz eigenmächtig dem lieben und braven Töchterlein des hiesigen wackern Kultusvorstehers einhändigte, und somit eine der bezeichnetcn armen und elternlosen braven und fleißigen Schüleriunen der vom edlen Geber zugedachten Unterstützung verlustig machte. Wir könnten dieses aus leicht erklärlichen Gründen geübte, weise Verfahren mit manchen Illustrationen versehen, die diesem an Kuriosiiät ficherlich nicht nachstehen würden, doch wozu?! ttf. Nagy - Käroly, im Juni. Am 3. Avril versammelten sich die jüdischen Lehrer des Szathmärer KomitateS in Nagy-Käroly zu einer Konferenz, um über den zn gründenden ungarisch-jüdischen Lehrer» verein zu verhandeln. Herr.Schönfeld, als Vorfitzender, hielt an die Versammlung eine Ansprache, worin er den so schweren Stand des ungarisch-jüdischen Lehrers hervorhob, und auf die Nolhwendigkeit eines solchen Lehrervereins hinwicS, worauf alle Mitglieder einstimmig dem Vereine beigelretcn sind. Hierauf wurden die bereits erschienenen Statuten verlesen, wobei mehrere Bemerkungen gemacht wurden, welche dem Komitä des betreffenden Vereines zur Beachtung und Berichtigung eingesendet werten sollen. Zugleich wurde ein Mitglied gewählt, welches auf gemeinschajtliche Kosten bei der etwaigen einzuberufenden Landeskonserenz in Pest die Lehrer des Szathmärer KomitateS vertreten soll. An den Redakteur des ״jüdischen Schulboten" wurde eine Beifalls-Adresse beschlossen. Schließlich wurde einstimmig und mit einem lebhaften Lljen auf den Redakteur des ״Ben Chananja", Sr. Hochwürden des Herrn Leopold Löw, beschlossen, daß alle Mitglieder sich der Erklärung im ״Ben Chananja" Nr. 9 anschließen lind dem Herrn Löw für sein seit Jahren der jüdischen Schule und dem Lehrer, sowie überhaupt dem Judenthume im Allgemeinen gewidmetes edles;Streben ihre Hochachtung und Verehrung zollen. — Das betreffende Protokoll wurde unterfertigt: N. Käroly: Schönfeld, öffentlicher Lehrer; David Pick, öffentlicher Lehrer; Leopold Rosenberg, öffentlicher Lehrer; Ad. Singer, Lehrer an der Mädchenschule; Kalman Berger und Robert Artmayer, Sprachenlehrer; Mälö-Szalka: S. Horovitz, dirig. LehrerzZS. Willheimer, öffentlicher Lehrer. Szathmär: M. Wollner und Ignaz Danziger, öffent» liche Lehrer. Wohlthätigkeit und WohlthätLgkeitsanstalterr. W. S. A. Ujhely, im Mai. Der hiesige ״Heilige-Verein" kaufte im Sinne des seligen Dr. Reich, der demselben ein Legat von 6—7000 vermachte, ein geeignetes Hans mit großem Garten zum Spital. Ueber dessen Eingang wird eine marmorne Gedenktafel für den theuren Dahingeschiedenen, welcher auch in seinen letzten Stunden die; leidenden Glaubensgenossen väterlich bedachte. — und im Krankenzimmer dessen Porträt angebracht werden. Sämmtliche Einrichtungsstücke \ werden neu angeschafft werden. Unseren leidenden Mitbrüdern ist somit ein eigenes Asyl, eröffnet und sie werden nunmehr um Aufnahme ins allgemeine Krankenhaus, welchem der selige Rafael Kästenbäum ein bedenlendeS Legat hinterließ, nicht mehr zu betteln brauchen. Der jungen HumanitälSanstalt haben mehrere hiesige tüchtige Aerzte, darunter der weitberühmte Primärarzt Dr. Schön, ihre Mitwirkung zugesagt. Auf gleiche uneigennützige Weise stand der obbenaunte Herr Doktor dem lua jetzt gehabten Spitale vor, wofür ihm die wohlverdiente Anerkennung in reichem Maße zu Tbeil wird. Gott erhalte ihn noch recht lange!! Weniger Erfreuliches ist von dem hiesigen Zerwürfniß zwischen Ehaßidim und Nichtchaßidim zu melden Briese werden nach allen Richtungen geschickt, Pläne der Rache in Unzahl geschmiedet, Prozesse angestrebt,-Brüder angefeindet, aufgeüachelt — und dadurch bleibt der angestrebte Synagogenbau ein pium desideriun). Z. S. A. Ujhely, 17. Juni. Das Reichhospital ist bereits bezogen. Auch wurden Schritte gelhan, ein Grundstück behufs Bau des Tempels an fich zu bringen. 9? e k r o l o g L e. rü Szerdahely, 7. Juni. Die hiesige Gemeinde betrauert ihren treuen Rabbiner, die nngarische Orthodoxie ihre größte Autorität: R. Jehuda Aßüd entschlief gestern in früher Morgenstunde; mitten in seiner Thätigkeit wurde er.vom Tode überrascht. DaS Leichenbkgängniß, das heute stattfanb. begann um 10 Uhr Morgens und dauerte bis 8 Uhr Abends. Nicht weniger als 16 Leichenreden wnrden gehalten. Der Sohn des verehrten Dahingefchiedenen, R. Aron Samuel. wurde zu seinem Nachfolger gewählt, und wird dieser daS hiesige Rabbinat ganz gewiß im Geiste des Verblichenen verwalten. Die Herren Kalman Pappenheim in Preßburg und Moriz v. Fischer in TotiS sollen, wie mir gesagt wird » in Folge der ihnen telegraphisch mitgetheilten Nach» richt von dem Ableben R. Judas mehrere tausend Gulden bestimmt haben, damit in hiesiger Stadt eine R. Juda-Aß6d-Beth-ha-Midrasch gegründet werde, und der berühmte Name des Verewigten auch,in einem frommen Institute fortlebe. Die Familie AbeleS in Pest wird den literärischen Nachlaß R. Judas auf ihre Kosten drucken lassen. Friede seiner Asche! 3. Gran. 17. Juni. Mit dem am 14. d. M. erfolgten Hinscheiden des Herrn Karl Adler hat die Kultusgemeinde zu Neuhäusel eines ihrer würdigsten und edelsten Mitglieder verloren, dem sie gewiß mit Liebe und Dank ein dauerndes Gedächtniß bewahren wird. Der Verblichene erkrankte plötzlich in Pest und wurde seine Leiche nach Neu- Häusel gebracht, wo er am 17. zur Erde bestattet wurde. Am Sarge sprachen drei Rabbinen aus den benachbarten Gemeinden Uermöny, Väg-Becse und Szelicz. wie auch zwei RabbinatS-Affefforen von Neu» Häusel. Der Rabbiner zu Suräny ist aus unbekannten Gründen nicht erschienen. Erschütternd war der Moment, als die Leiche ins kalte Grab geleitet wurde, wo bie Armen, Witwen und Waisen. — denen der Verblichene ein Vater und überhaupt stets bereit war, den Armen und Bedrängten mit Rath und That beizustehen, — ein Jammergeschrei erhoben, .sich aufs Grab warfen, als wostten und könnten sie ihn wieder ins Leben rufen. Er war in der That ein Helfer für Alle, die feiner Hilfe bedurften, der treue Beschützer jedes redlichen StrebenS und er hat sich nicht nur das Vertrauen seiner Gemeinde, wo er eine Reihe von Jahren Vorsteher war, erworben, sondern auch das Vertrauen und die Achtung der christl. Mitbürger. Als Beleg möge nur folgendes angedeutel werden: als nach Neuhäusel die Trauerkunde seines Ablebens bekannt wurde, sandte der dortige Magistrat mittelst Telegraph an den Bruder des Verblichenen, Herrn Adam Adler in Pest, die Worte: ״Wo die Werke des Verblichenen sprechen, möge auch sein Ueberrest ruhen. Auf Berlangen mehrerer Verehrer." — Es fanden sich auch bei der Beerdigung unter einem -großen Zudrange alle Konfessionen von Nah nnd Feru ein und bethätigten sie dadurch ihre Theilnahme an dem Trauerfalle., Herr Karl Adler wurde zu Szelicz (Neutraer Komitat) 1793 von allgemein geachteter Abstammung geboren. Durch Verheiratung mit der Tochter eines reichen und angesehenen Hauses in Väg-Vecse hat.er lange Jahre seine Thätigkeit als Vorsteher den Gemeindeangelegenheitrn das. mit aufopfernder Hingebung gewidmet. Bei Eröffnung der EisenbahnM Neuhäusel übersicdelte er dahin, wo er wieder eine Reihe von Jahren Vorsteher war, sich bei dem Tempelban eifrigst betheiligte, mehrere-wohlthätge Vereine stiftete und wegen seines biedern, menschenfreundlichen Charakters als Philantrop im edelsten Sinne des Wortes galt. Von den Legaten des Verblichenen ist bis heute bloS bekannt, daß er sieden Tempelfitze zu wohlthätigen Zwecken spendete. Gesegnet sei sein Andenken! Friede seiner Asche! Repliken. I. Herr NehemiaS Brüll gesteht in Nr. 21 d. Bl. mir zu, da« Wort עקרב in der beregten Stelle Peßachim 94. b. ״aus Versehen" mit ״Krebs" übersetzt zu haben, glaubt aber meiner Annahme, daß fich die Stelle auf den Zodiakus beziehe, einfach ohne Angabe irgend .eine« Grundes verwerfen zu können und meiner Uebersetzung des Worte«?63!) mit ״Stier" ganz eutgezentreten zu müssen; nur will er nicht gleich von אגב הורסי׳״" und ״schrecklichem Unsinn" sprechen. Sehr löblich! Aber ich häite diese Ausdrücke leicht ertragen können; da mir der verehrte Kommentator Raschi dir Last hätte tragen helfen. Ist doch Nascht zur Stelle ganz derselben Ansicht, daß vom Zodiakus die Rede und ״ עגלהStier" bedeutet. Wohl sagen Toßafyth, daß עגלה der