Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 25 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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469 470 Nationakitatensysteme a) die Gelehrten aus Polen, d) die Dentschen, wohin ich auch Ihre Landsleute zähle, ohne gegen den magyarischen Patriotismus verkoken zu wollen, und endlich c) die Franzosen. Anstandshalber müßte ich mit den letzter» ansangen, doch befolge ich das אחרון אהרון חביב und will ich auch die elfteren nur mit wenigen Worten abfertigen, da sie ohnehin genig bekannt find, und meiner Be« sprechung durchaus nicht bedürfen. Polen beschenkte uns mit dem tiner« müdlichen Sen. Sachs, der gegenwärtig mit der Anfertigung eines sehr gelehrten Katalogeeiner der schönsten Privat Bibliotheken beschäftigt ist und wovon 3 Bogen erschienen. Goldberg, der alt, Mathematiker im Jesod Olam. förderte unlängst ein halachischeS Werk Abraham b. Maimuns (ברכת אברהם) zur Welt und edirt gegenwärtig wichtige Abhandlungen über MaimonideS Gebotenbuch von einem gewissen Da. niel und Abraham Maimnni in arabischer Sprache mir hebräischer Uebersetznng. Nicht zu vergessen ist, daß genannter Gelehrter uns auch den Rikmah von R. Jonah und das wcrthvoll, Wörterbuch von Koreisch gegeben und unaufhörlich den מניר unter dem Namen ב״ג bereichert; es fehlt ihm blos au NO um 2ONO zeichnen zu lönnen. Erinnern wir auch flüchtig an den Redakteur des ״Libanon", H. Brill, der eine hebr. Zeitschrift in Paris eingeführl und hoffentlich manches Schöne und Nützliche aus der Pariser Bibliothek mittheileu wird; auch dem fehlt eS nur an Abonnentk«. Leser sind schon vorhanden. Wer kennt nicht unfern großen Munk, dem die größte Ehre als Fremden sogar zu Theil geworden, Mitglied der Akademie feit Jahren, und jetzt Professor der vrientalisch.-biblischen Sprachen am Öollöge de France zu sein? Die Leser dieser Blätter kennen die Antrittsrede, die er selbst gehalten und ist denselben auch dessen kolossale Arbeit über MaimonideS bekannt. Man kann mit Recht behanptr» , daß er Maim. Eintritt bei den französischen Filosofen verschafft hat und ich bin noch nicht so fest überzeuge, oaß der Moreh in Deutschland, der Schule des Grübelns und FilosvfirenS hat ordentlich anfgefaßt werden töiinen, ohne die Hinweisung aus Quellen, aus denen Munk, wenn auch nicht ge« schöipft, roch viel abgeleitet hat. Ei» Faktum steht flst, daß vor Munk Niemand gewagt hat, den zwetien Theil zu übersetze». Es wird daher allen Freunden und Bewunderern dieser Arbeit wohl thun, wenn ich ihnen sagen kan», daß nun der dritte und letzte Theil deS Moreh vollendet ist, dem dir Protegomena, welche wahricheiulich einen Band bit» den werden, zu folgen haben. Wollte ich Mu.iks andere Arbeiten hier aufzädle», so würde ich Ihnen vielen Raum nehmen und würde ich d»n großen Manu doch nicht Lob genug zollen können. Hier ist also schweigen lobe». ן Ein anderer Deutscher, H. Drrenburg, der einer der ersten Ara- Kisten und in der orientalischen Abtheilung der kaiserlichen Druckerei angestellt ist, hat auch so manche schöne Beiträge zur jüdischen Literatur gegeben. Albert Cobn, ebenfalls Orientalist, hat es vorgezogen, auf praktischem Felde dem äudenthnme zu dienen, und die Literatur durch Nnterstütziing vieler Werke gefördert. Nun bleibt ein jüngerer Orienta« list übrig, der zwar den Zugvögeln gleich bald hier, bald dort weilt, doch mitgezählt werden muß. da seine erste Arbeit hier in französischer Sprache erschieneu ist: Schreiber dieser Zeilen, sowie Herr Albert Eoh», find aus Ungarn. (Schluß folgt.) Korrespondenz. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. m. Pest. 14. Juni. Die meiste» Leser der Briefe ans der KönigSgaffe im ״Bolond Miska״ find mit dem Urtheile 8k.'S in der vorigen Nummer des ״B. Ch." nichtsweniger als einverstanden. Biel: mehr würdigen sie den wackern Jtzig Spitzig, der als guter Zu', auch guter Patriot zu sein versteht. wenn er auch mit der ungarische» Or. tliografie auf gespanntem Fuße lebt. Dieses Unglück ist sein Glück. Man lacht über ihn und gibt ihm Recht. Es ist in der Thal merkwürdig, daß Zwickauer im ״Kladderadatsch" und KneipeleS im ״Figaro", dir gewiß keuie Patrioten, sonrer» eben nur witzige Jude» sind, die Gefühlt der Juden nicht verletzen. Woher also der Aerger gegen Spitzig Jtzig? Lctzterer meiiu es gut und — handelt auch gut. Der liebe Gott sieht ja nicht aus die Orthografie, sondern aufs Herz! Kultus und «uttusgemeinde. 8k. Pest, 17. Juni. Die heute Bormittag stattgehabte Generalversammlung unserer Gemeinde' hatte, wie bereits gemeldet, über die Besetzung des Predigers und des PrimararzrenpostenS zu entscheiden. Die vom Ausschnsse einstimmig in Vorschlag gebrachte Wahl Dr. Kohn'S wurde auch von der Generalversammlung einstimmig bestätigt und nahmes der Vorstand auf sich, den Gewählten hiervon durch eine Deputation zu verständigen. Ebenso winde auch der im Ternovorschlage in erster Reihe kandidirte Dr. Adolf Hermann einstimmig zum Primarärzte ernannt. Herr. Dr. Kohn hat«, gestern eine Predigt in deutscher Sprache abgehalten, welche sich ebenfalls allgemeinen Beifalls erfreute. Er pre-- digt, über den Frieden dessen tii politischer wie in religiöser Beziehung gleich wohlthuenden Wirkungen und wußte seine zahlreich versammeltem Zuhörer durch das Einnehmende seines Vortrages. wie durch die logitche Elttiheilung und Beherrschnug des Stoffes gleich anhaltend anzu-- ziehen. Erfährt man. daß Dr. Kohn in hohem Grade unwohl gewesen, io sehr, daß er einem etwaigen unfreiwilligen Abbrechcn der Predigt durch unverhältnißmäßige Abkürzung des Schluffes zuvorzukommen fuchen mußte, so wird man vielleicht die hie und bä bemerkte geringere- Lebhaftigkeit seines Vortrages entschuldigen. Den Mitgliedern der Generalversammlung wurde auch der Brricht des Revisioiis.-Komiiös über die Prüfung der Verwaltungsrech- »uugkii des Jahres 1864 und 1805 behändigt. Wir wollen daraus als besonterS bemerleuswerth Folgendes hervorheben: DaS Erforderniß für Ostern,ehl betrug für 1864 15 200 fl., für 1865 11.200 fl. Der Accise und Fleischerirag weist eine Verminderung von 9500 fl. (in Folge Auf« Hebung des Fleischkreuzers) auf, hingegen stiegen die Einnahme» für JnkorporatiouSgebühren um 1500 fl., die der Kultusbeiträge um 450 fl. Die Trmp.!Verwaltung erforderte 12 000 fl., die der Synagoge gegen 7000 fl. Das Besoldungskvnto weist 17 300 fl. auf. Die SpitalSverwattuug erforderte 11 300 fl. gegen 12.300 fl. des Vorjahres. Im Ganzen ergibt sich für das Jahr 1864 ein Verwaltungsverlust von!>000 fl., im Jahre 1865 unler Beeinflußung der neuen Verwaltung ein Defizit von »nr 5000 fl. Der Korrektor dieses Blattes hat die in der letzten Nummer des ״Ben Chananja" enthaltene Korrespondenz über die KirsUy utcai levelek des ״Bolond Miska“ unsreiwilligerweise etwas stark mitgenommen, insofeene es daselbst heißt, daß wol ein geringes Maß von Judennameu erlaubt wäre, während wir Judaismen sagen wollten. Herr Spitzig Jtzig, der in der heute erschirnenen Nummer des ״Bolond Miska“ wieder sigurirt, thäte der guten Sache wahrlich den besten Dienst, ivenu er seinen ungarisch jüdische» Jargon ganz fahren ließe, und wenn er schon s,in muß. lieber jüdische» Sinn und jüdische Anschauungsweise in witziger Form, als jenen karlikirten Dialekt zum Besten gäbe. Szegßsrv, im Juni. Der hiesigen Gemeinde ist gestattet wor« den. zu Gunsten ibreS SynagogenbaueS eine Gffekten-Verlosnng zu ver« anüclten. Es werde» 100 000 Lose zu 50 fr. verausgabt Silbergeld und Silbrrgegenstäude btribrn als Gewinnste ausgeschlossen. M. G Dtttiaföldvav, 10. Juni. Der wohlthätigr Einfluß des nengrwählten Rabbiners, Herrn E. H. Kohn, tritt in Gotteshaus und Schule auf eine höchst erfreuliche Weise hervor. Auch die HeiligbaUung des SabbatheS hat in Folge seiner eindringlichen Ermahnungen einen ersreulichen Umschwung erfahren. Die Gemeinde besitzt aber in Hrn. Reich auch eine» Kantor, der die ihm obliegenden Funktionen, auf eine wahrhaft erbauende Weise zu vollziehen versteht und daher auch allgemein beliebt ist. Die Gemeinde ist von dem Bande des Frieden» und der Eintracht umschlungen, so daß sie manchen kleineren und glößercn Gem i»de» ,um Vorbild dienen kann. 8. Erfenstadt, 11. Juni. Der hiesige Rabbiner, Herr Dr. HilteSbrimer. 1>a, sich nicht unberufen in d.e Ujhelyer Wirren gemischt. Er und »och 40 andere Nabdinen habe» von dem Ujkrlver Vorstände die schriftliche Anfsorkerung erkalten, ein Tribunal 'zu wählen, vor welche» Herr Ebaj!!,״ Halberstamm. Rabbiner zu Sander, geladen werden soll, daß er sich wegen seiner gehässigen Aeußerungen über den Ujhelyer Rabbiurr. Herrn Jeremias Löw, rechtfertige. Unser Rabbiner ist aus