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Ben Chananja · 1865-12-20 · 51 (20.12.1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
51 (20.12.1865)
Date
1865-12-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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907 Wäre es dem 53״. CH." um bke Charakteristik R. MoseS Sofer'S zu thun gewesen, so würde eS mir ein Leichtes - gewesen fein, auS dessen gedruckten Gutachten eine Rechthaberei aufzuzeigen, die in der rabb. Literatur ihres Gleichen sucht. M. H. Fast alle Korrespondenten des 53״. CH." im nördlichen Ungarn überraschten mich vergangene Woche mit der Nachricht, die Synode zu Nagy-Mihäly hätte beschlossen gegen die Emanzipation Schritte zu thun. Seitdem ist diese Nachricht auch in politischen Blättern zu lesen. Sollte sie sich als wahr und richtig bestätigen, so bilden Sie sich ja nicht ein, m. H., daß Sic hierin daS orthodoxe Judenthum vertreten. Die orthodoxen Juden fordern ihre Emanzipation ebenso nachdrücklich, wie die Freunde des Fortschrittes und der Reform. Auch sie lieben ihr Vaterland mit der ganzen Gluth ihres Herzens, auch sie fühlen die Bitterkeit der Zurücksetzung. Nur N. Moses Sofer hat in seiner gänzlichen Abgeschiedenheit von der Gesellschaft und in seinem FanatiSmuS dem Hamburger Tempelvereine gegenüber die von ihm auSgebecktc, traurige Doktrin geltend gemacht, nach welcher sich die Juden in der Zerstreuung als KriegSgcfangene betrachten müssend) Sollten Sic, m. H., in der Thal so befangen sein, daß Sie glauben, auch diese ebenso ungeschichtliche, alö unvernünftige Doktrin Ihres Lehrers und Meisters adoptiren zu müssen? Halten Sie die jüdischen Gemeinden in Ihrer Gegend für so unmündig, daß Cie denselben zumulhen, Ihnen auch hierin blindlings zu folgen? Ist denn Keiner unter Ihnen, der Sie daran erinnert, daß Sie Ihre kindische Dornirtheit zum Gegenstände deS öffentlichen Mitleids macht? Sie täuschen sich sehr, m. H., wenn Cie hoffen, daß cs Ihrem Bunde gelingen werde, dem Fortschritte der Kultur und Zivilisation Einhalt zu thun, und der Verbesserung deS Jngcnduilterrichteö, der Veredlang des GottesbiensteS, der wissenschaftlichen Bildung der künftigen Nabbinen und der vernünftigen Behandlung und Anwendung deS ta'mudischen Schrif'.thnmS naüber-.vi׳:dliche Hindernisse in den Weg zu legen. Eitles Beginnen!" Ein Tag spendet Auvkunst dem andern, und eine Nacht meldet der andern Kunde (Ps.!9, 3)." DaS große Rad der Weltennhr kann nicht stillstehen. Der Mensch muß sorlschreittn, wenn er einmal gehen gelernt hat. Der göttliche Funke im Menschen erlischt nie. daö Streben nach Erkenntnissen und nach Er, Weiterung derselben erstirbt nicht, und so lange die Menschen nicht lieber träumen wollen, als leben, werden sie sich daö erkannte Bessere aneignen, und mit Recht erwarten, daß diejenigen, denen die Leitung ihrer Angelegenheiten anvertraut ist, daö Veraltete, Unbrauchbare entfernen und dem zweckmäßigen Neuen den Eingang bahnen werden. Sie trösten sich häufig, in. H., mit der Hinweisung auf die Erfolge, welche die Orthodorie n neuerer Zeit in manchen Gemeinden errungen hat; Sie legen aber auf diese Erfolge ein viel zu großes Gewicht. Der einzige Umstand, daß manche den Behörden unterbreitete Eingaben Ihrer 4) Tlkh Didre ha.Anrith. Allona ISIS. S. g.: (הנה אנהנן בשבוים ממלחמת ההרבן• Partei selbst Denunziationen enthalten, sollte Ihnen üöer die wahre Sachlage die Augen öffnen. Wie wenig innere Kraft und Gediegenheit muß eine Sache besitzen, die sich nicht scheut, zu so verwerflichen Mitteln ihre Zuflucht z» nekmen! ' Manche unter Ihnen sind nicht frei von der Besorg, niß, daß ihre Stellung beeinträchtiget würde, sobald daS Rabbiiicrseminar und die Organisation unserer Knltusangelegenbeiren inS Leben treten. Diese Besorgniß entbehrt aber eineö jeden stichhaltigen Grundes. Die Zöglinge deS Seminars wertin keinen augestellten Rabbiner verdrängen können, iliid die Regelung deS Rabbi'natSwesenS wird Vielen unter Ihnen manche Unannehmlichkeit ersparen. M. H. Wenn wir als Nabbinen die nnS gestellte Aufgäbe unter dem Beistände GotteS glücklich lösen wollen, müssen wir daö Zeitalter, in welchem wir leben, gehörig begriffen haben, und wie dessen Bedürfnisse,-so auch die M'ttel kennen, durch deren Anwendung eine andere, bessere Gestaltung der Dinge zu erwarten steht. Lassen Sie sich, geehrte Herren, von Ihrer nächsten Umgebung nicht irre leiten, und wähnen Sie nicht, daß Kultur und Bildung, Seminar und Gemeindeorganisation nicht dnrchdringeu werden, weil eö in diesem Angendlicke noch möglich ist, manche unwissende Dorfbewohner dagegen zu fanatisiren. Erheben Sie sich ans die Höhe der Zeit, und denken Sie an daS Wort deS Profeten ״Dieses Volk Hab' ich mir gebildet, daß eö verkünde meinen Ruhm!" (Jesaj. •13, 21.) Die Men in Der fmijrifdjcii Von De. ©rümbaum, BczirkSradb. j״ Landau. ' Zweiter Artikel. (Schluß.*) ״Allein die rauhe Wirklichkeit tritt oft mit ganz audern Folterungen an uns heran, alö wir nnö in unsero ׳üßen Jllustonen von Theorie und Prinzipien träumen lassen. Zwei allgemeine Gesichtspunkte mußten schon in dem denker.den Israeliten den Wunsch nach besonder״ israelitischeu Schulen Hervorrufen. Einmal die Wahrnehmung, der sich Niemand verschließen konnte, daß unsere Volksschulen, obgleich sie dem Prinzipe nach noch fortbestanden, in Wirklichkeit immer mehr zu den ausgeprägtesten KonfessionSschulea sich bildeten und in der Thal in solche sich scheiden: Schnlen. in welchen selbst die Lehrbücher deS allgemeinen Wissens, besonderdie Lesebücher, die entschiedenste konfessionelle Fürbung an sich tragen, so daß auch dem aufgeklärtesten Manne der Besuch solcher Schulen durch andere, als dem Bekenntnisse. für welche sie errichtet wurden, angehörige Kinder, be.' denklich erscheinen mußte" ״Ein zweiter allgemeiner Grund für die Errichtung besonderer israelitisch-deutscher Schulen lag unS darin, daß wir, selbst wenn die Schulen keine solche speziell kirchliche Färbung angenommen hätten, doch unter den gegebenen Verhältnissen nie hoffen durften, daß ein israelitischer Lehrer eine Anstellung an solchen Schulen erlangen werde; daß sich daher, wenn keine israelitisch-deutschen Schulen gegründet würden, wie man leicht bemerken konnte, auch kein tüchtiger, junger Mann dem Schulfache gewidmet hätte. Es lag, י) S. die vorig» Nummer. ' ‘ '׳ ' 51•

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