Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 51 (20.12.1865)
- Date
- 1865-12-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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905 . ., .... .... darunter auch einen Jahresanfang für die Bäume, aber keinen für die — Blatter! Für diese fällt in der Regel der Jahresbeginn mit dem Beginne deS bürgerlichen JahreS zusammen. An diesem wird verzeichnet und gesiegelt, welche Blätter dahinscheiden, welche i»S Leben treten, welche sinken und welche emporkommen solle»! Nichts kann daher e1n׳m Blatte willkommener sein, alS wenn ge, ade um diese Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit darauf bingeleitet wird. Und diese Begünstigung ließen Cie, verebrteste Herren, dem ״B.n Chananja" zu Theil werden. Eine Synode saßt den Beschluß, sich über ein Journal öffentlich veuiehmr» zu lasten. Der Redakteur setzt sich mit der Synode in Korrespondent. Die Synode kann und wird die Antwort nicht schuldig bl iben. So etwas ist ja noch gar nicht dagewesen! Tie jütischtheologische Situation in U1uj.1tn wird dadurch off. nb.n so piquant, daß sie gebildeten jütischen Lesern selbst Ang,sich:S der großartigen politischen Tbalsachen und Entwicklungen Jntereffe einflößen muß. Für diesen Llebestienst, m. H., statte ich Ihnen hiermit meinen c'gebensten Dank ab. Ihre kontrollirende Ausmelkiamkeit ans den ״B.n Chananja" wild hoffentlich manche, die jüttsch-tbeologiiche Wissenschaft betreffende Eiö!lelnngen und Uiilelsuchniig1,׳ erzeugen, welche besonders die talmutlsche G.l.hri.imt. ,t der ungarischen Rabblnen inö klare Lichtstellen wuS, was Bi.l.n sehr zeitgemäß erscheinen dürste. Meine Herren! Wir ungarischen Nabbinen muss n wol einräumen, daß nnsere auSIäntlschru Kollegen unS, n-aS allgemeine Bildung und weltliche K.nutn-ssc bernffi, bei Weitem überlegen sind. Aber im Tal 1»nt! Ta sind wir zu Hanse, und die Blöße», die »lauche Toklor.ii m $1.11״ binen in talmudischen Tinaen gaben, haben «ns, lengnen wir eö nicht, manchen schatensrobeii Spott eiiil.cki. L.iler scheint aber diese Ignoranz koutagiöS zu!ein, und ist s.lbst der Präsident Ihrer Synode zu NagU-Mleri.y, N. Hillel, nicht verschont davon g.bli.ben. Mindestens n>an>se,!1rl die zweite Einleitung des unter seinen Auivizien erschienene» berühmten WeikeS 17 הל!1רי eine solche Nun iss»»beit, w.lchcr man sich von einem u»ga,i!ch.u Ratbiu.r wiillich nicht versehen hätte. Um nämlich die obligatorische Kraft deS Testamentes R. MoseS Soser'ö zu beweisen, benist sich der Bersasser aus den talmutlschen Ausspluch, daß es Pflicht sei. den Anordnungen eines Dahlngtschletcnc» nachzulouimen, und bedenkt nicht, daß dieser Ausspnich »n Sinne trö Talmuds durchaus keine rituelle, (altem icm;ivili.chtllche Bedeutung hat!') Und doch ist dies Jet,m b.l>.,1ut, der sich nur mit den Elementen des Talmuds vertraut gemacht hat!! N. Jakob Tam beschränkt den Ausspruch sogar nur aus solche Fälle, wo daS Gut, worüber der Tahiligeichiedrne ve, fügt, zu dem von ihm angeorkneien Gebrauche im vou hinein deponirt wurde;') und R. Jakob ersr ul sich in dieser Rücksicht der Zustimmuog bedeutender Autonläten, so daß ') Der D.f. gib» nicht genau au. wo die Snll» ,1, jindeu sei. um Nliuntlee.chlei'N da- N^ch'chtaqeu zu eeichweien: t. Ht.iuu 14. b. 15. a. Jtcibub. 01. a. T.ßgiha Baba B-obea Äbich» 0. Toß. t>»1un 13. a. Schtgw. 1ר,א; I. Ä'/l. d Vio׳. Jsseei« Ne. 18. 111., woraus auch R. Saddalhai veiwetst: ISy. Mup. 253. 3. . 906 dessen Ansicht von R. Josef Karo im Schulchan Aruch sanktionirt wurde!! ES ist mir nicht unbekannt, daß spätere Kasuisten über die weitere Ausdehnung deS bezüglichen AuSsprucheS dtsku, Liren. Allein während sich nicht eine einzige Stimme dafür auSsprtchl, erklären sich Autoritären, wie R. Jakob Reischer und R. Maleachi Kohcn entschieden dagegen. Elfterer motivirl seine Anschauung auS der Bibtk. letzterer auS dem Talmild, auS welchem erhellt, daß selbst die Anordnungen R. Jel'ukas, deS Heiligen, nicht ihrem ganzen Umfange nach vollzog.» wurden.0) Und alles dieS war unser,» Kollege», R Hill.l, ״!ibrkannl! Ja, derselbe scheut sich nicht einmal, die lalmudiiche RochtSregel: דברי שביב מרע בנתובין יפ^ערו־ין רבו ZN Guiisten de, Allgemeingiltrgkcit der Preßburg. ParänesiS anzusühren, während tiefe Regel in Wahrheit bloS Schenkun« ger aus. den Todesfall (mortis causa donatio) im Auge bat. Sv lies ist leider die Talmudkeuntniß mancher tonangebenden ouhodor.n Nabbinen gesunken! C'S ist also s hr erfreulich, daß Sie in Nagt) MihrUy beschlossen haben, den ״Ben Ebananja" einer scharsen. Kritik zu unterziehen; d!S Talmukstutium kann dadurch nur gewinnen, und Ihre Pulte,, geehlt.ste Herren, hat besonders Ursache, der vernachläisiaten Gemara wieder ihre Ausmerksamkeit zuzuwenden. Urtheilen Sie selbst, m. H. Sie agilircn mit alle» Ihnen zu G.bote stehenden Mitteln gegen die Gründung eimS R'abbiner SeininalS in Ungarn. Sie machen unaushöllich g.ltend, daß die spezielle Kenntniß des Talmuds in e nein E.nunar nicht erreicht werden könne. WaS werken Sie aber antworten, wenn man Ihnen entgegenhälk, daß R. Hillcl in Szilßü, der niemals ein Seminar besucht hat, ein solcher Ignorant im Talmud ist, daß er nicht einmal weiß, was בציה לקיים דברי הבה oder was רברי ׳ב״ב כנח־בי; ובבבורין דגלו bedeutet? Werden Sie sich etwa ents.bli׳ ß>:>, einen Mann, wie R. Hillel, zu desavouiren, der in Ihre», Svnoten den Borsin führt, und Ihnen Allen aus so eklatante Weise zu imponiren versteht? Können Sie rS nach den von mir soeben angesührte» Stellen leugnen, daß es auch sehr vrinodore Rabbinen gibt, die sehr oberflächliche Talmudisten sind? — E'ila,,bei, Sie mir aber auch hinzusügen, daß daS Talmudstttkinm überhaupt einer gründlichen Reform bedarf, um de» berechliglen Namen eines SlilkiuiuS zu verdienen. Das herkömmliche Studium deS Talmuds verschmäht alle Hrltörunt.l, ohne denn Anwendung ein literarisches Werk ״!cht verstanden, noch weniger beurtheilt werden kann: G:a1»mat1k, Filologie, Allerlhuinökuuke, Kritik. Die :rauri* g,1 Folze», einer so ntiivissenschaftlichelt, einseitigen Behändluiig d.S Talmuds sind im ״B. Eh." an einem so hochberühmt.n Meister, wie eS R. MoseS Soser war, anfgezeigt worden. Eie glauben nun, gerhrteste Herren, für die vermeintltch angegriffene Ebre deS sel. Preßburger Rabbiners eine Lanze brechen zu müssen. Sie bleiben aber bei der Oberfläche der Frage stehen. Es handelt sich ja nicht um die P.rjrn, sondern um die Schule, daS System, die Richtung. *, Sg.bmh 3-1(05 I. Nr. 168. Jad. Maracht II. Nr. 222.