Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 43 (25.10.1865)
- Date
- 1865-10-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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779 780 deSrabbiner zu provoziren. Wiewol wir ihn nun mit aller Gewißheit versichern können, daß sein edleS Streben in dieser Richtung erfoiglos bleiben wird, so wollen wir dennoch daS Unserige thun, um ihn vor einer neuen Blamage zu behüten. Herr Rabbiner Hirsch hat wol schon von R. EliaS Spi.ra gehört, welcher 1712 als Schulhaupt und Darschan in Prag seine ruhmvolle Laufbahn beschloß. Welche Vereh, rung seine Zeitgenossen demselben zollten, ist auS seiner im ״Galed" abgedruckten Grabschrift zu ersehen. Dieser hoch, orthodore Rabbiner erklärt nun unumwunden, daß daö Motiv deS Chillul Ha-Scbem, zu welchem Magen Abraham seine Zuflucht nimmt, ein gezwungenes ift7)! Gegen die Orthodoric N. Wolf Hamburgers hat Herr Nabb. H. sicherlich nichts einzuwendcn. ES wird ihn daher nicht wenig überraschen, zu vernehmen, daß R. Wolf die Skrupel deS Magen Abraham für veraltet erklärt, indem in unserer Zeit selbst die Feier christlicher Festtage vor dringenden Arbeiten znrücktretcn muß, und eö mit derselben über- Haupt nicht mehr so genau genommen wird, wie in früheren Zeiten, so daß der Chillul Ha-Schem nicht mehr so bedenklich erscheint, wie vormalö. 8) Die angeführten Aeußernngen eines EliaS Spira und eines Wolf Hamburger werden hoffentlich den Herrn Nab, biner Hirsch zurückhalten, daS Steckenpferd deS ״Ehillul ha- Scheu!" zu besteigen, welches sich sonst, wir gestehen dieS gerne zu, zu einem romantischen AnSsinge so ziemlich eignen dürfte. Zu seiner Beruhigung nennen wir noch eine drille Autorität: R. Jehttta Aschkcnäsi, Verfasser deS Vc'er Heiew zum Orach Chajjim, der bekanntlich nicht zu den leichtst!'!!'-- sigen Kasuisten gehört, und gleichwol die Fortsetzung deS in Akkord gegebenen SynagogenbaucS gestattet, sobald die Besorgniß nahe liegt, daß ein rigoroses Verfahren störend ans daö Bauuuternehmen einwirken könnte."- Aber auch der NameuSbruder deS Herrn Hirsch, nämlich R. Zebi Hirsch, welcher am Ans. dieses Jahrh. als Hamburger Rabbiner starb, setzte sich über daS Bedenken deS Magen Abraham hinaus, um die betreffende Gemeinde vor einem Verluste von zwei hundert Thalcrn zu bewahren'"). Als Hamburger sollte Herr Hirsch vor R. Zebi Hirsch einen besonder!! Respekt haben! Manche sabbathliche Freimaurer, — so möchten wir die Anhänger N. Jakob Tam'S in der vorliegenden Frage nennen, — suchten ihr Ziel ans pilpiilistischeu Umwegen zu erreichen. Hieher gehört der Vorschlag, den Baugrund der Synagoge sammt allen Baumaterialien einem Christen zu verkaufen, und auch am Sabbathe bauen zu lassen, bis daö Gebäude unter Dach gebracht ist, da bis dahin unbemerkt bleibt, daß eine Synagoge gebaut wird. Steht daö Gebäude unter Dach, und macht sich der synagogale Charakter deS, - 51> ר. Rabba .והטעם דהלול השם נראה רחוק 11<-. .5 .44״ ד Eimlath Btiijam. 60, c.:בזה ח״ה ב״כככולםנים pN .ושריא י) £>. EH. 244, 5. mit Hinweisung auf 544, 2.. wo die Er, bauung rivcr Eynagozr als רבר האבר angrf,ht0 wird. ") Tifcrrib Zebi Nr. tO. Freilich unter der Beringung des von dem drlirffenlen Orisraddiner korgrichlagkur« ScheinvtkfaufcS! selben bemerklich; kauft die Gemeinde dasselbe zurück, und läßt am Sabbath nicht mehr arbeiten. Sehr treffend nennt der Urheber dieses Vorschlages sein LieblingSprojekt: חערמת 1׳הכבירה)! In keinem Falle hat ihm die »Ungesetzlichket t" imponirt, von welcher Herr H. spricht; wie hätte er sonst sein Gewissen mit einem Sch ei uv er kaufe deschwichtigeu können? Da Herr H. erst vor Kurzem mit seinem Prcßburger Kollegen beisammen war, so läßt cr'S sich vermnthlich angelegen sein, den Chatham Sofcr zu studireu. ES wird ihm mithin nicht entgehen, daß R. MoseS Sofer im Jahre 1809 keinen Anstand nahm, die zahlreichen, vom Bombardement beschädigten Häuser in Preßburg auch am Sabbathe bauen zu lassen, weil dies, wie er ausdrücklich erklärt, auf dem Akkordwcgc geschah, und bei einer so viele Familien betrefsenden, all-gemein bekannten Angelegenheit von einer Verdächtigunz keine Rede sein kann. Um jeden Skrupel zu bescitigen, ließ er daö Vorgehen in der Synagoge publiziren'^).' Dies könnte auch bei uns geschehen, wenn sich die Meinung geltend machen sollte, daß die Publizität, welche die jüdi, scheu Zeitschriften nnserer Vauangelegenheil verleihen, nicht hinreicht, unö vor jeder Verdächtigung zu bewahren. Eine dreimalige Verkündigung in der Synagoge fordcrte in einem ähnlichen Falle auch der bereits genannte R. Wols Hamburger, dessen Bescheid besondere Erwähnung verdient. Derselbe betrifft die Erbauung eines HanscS in Sulzbach. R. Wols tritt ganz entschieden auf die Seite der Freimaurer,!:׳ährend der einheimische Rabbiner, Eisak Mann, heim, zu deren Gegnern gehörte, aber bereit war, sich dem AnSspruche Hamburgers unterzuordnen. Die Art und Weise, »vie Mannheim seine Anfrage stellte, wird manchen Lesern dieser geschätzten Blätter unglaublich scheinen; wir schicken daher die Versicherung vor, auS, daß wir unser!» Bericht dem von Hamburger selbst 18-lO heranögegebenen Werke ״Simlath Benjami!»" entnehmen. Um Mannhcim'S Anfrage zu verstehen, muß »nan sich vergegenwärtigen, daß die Rabbincn cö bedenklich finden, ein HanS zn betreten, bei dessen Erbauung die Sabbath, Vorschriften nicht beobachtet wurden. Ihr Bedenken schwindet nur in dem Falle, »vo die Sabbarhoerletzung »vider den Willen deS jüdische!» HauSekgenthümerS anSgesührl »vnrde. Der Sulzbacher Nabb. findet cö nun ganz ,»atürlich. daß sein Klient mit dem Bauunternehmer einen, die Unterbrechung der Arbeit am Sabbathe abzielenden, Schein vertrag schließe; nur die Form dieses Vertrages setzt ihn in peinliche Verlegenheit, auS welcher ihn Hamburger ziehen soll. Letzterer strengt sich an, Alles geltend zu »nachen, »vaS nur immcr zu Gunsten deS Baues spricht, und verschmäht eö nicht, »nitHilfe eines pilpulisttschenKunststückes auch den Umstand hervorzuheben, daß daS zu erbauende HanS mehrere Bescher hat, so daß die Furcht vor einer Verdächtigung nach ") T. Zrbi a. a. O. Dir B-rusung auf Schulch. Ar. 339 lft nicht gknau. gkuiein! ist Mag. Abr. 33S. 13. ») Eh. S. zum O. Eh. Nr. 60.