Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 43 (25.10.1865)
- Date
- 1865-10-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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781 782 seinem Dafürhalten von selbst wegfällt. Nichtsdestoweniger geht er auch auf den Vorschlag Mannheims ein, sich jedoch mit einer mündlichen, die Sabbathrohe bedingenden Verabrednng begnügend, deren Einhaltung nicht urgirt zu werden braucht. Auch empfiehlt er dem Hausbesitzer, daß er dem Bauunternehmer 40 fl. gebe, worin er ein Präservativ gegen künftige FeuerSbrünste erblickt! — So wurde unsere Frage von manchen Koriphäen derOrlhodorie behandelt!! Welcher gebildete, seiner Religion mit ganzer Seele anhängende Jude wird also nicht denjenigen Theologen unserer Zeit seine dankbare Anerkenung zollen, welche bemüht sind, das Gebiet der jüdischen Theologie von einer solchen Behandlung oder vielmehc Mißhandlung zu befreien? Im Begriffe, diese Zeile» .'zu schließen, erfahren wir, daß gegenwärtig in Landau eine neue Synagoge gebaut, und der Bau derselben am Sabbathc nicht unterbrochen wird. Der Landauer Rabbiner ist der würdige Schwiegersohn deS großbritlanischen Landrabbinerö Adler. Wenn die unö gewordene Mittheilnng begründet ist; so stehen wir nicht an, den berühmten Chief Rabbi von England hiermit zu dennnziren, damit er nicht säume, sich vor dem Nichtcrstnhle deS GroßrabbinerS von Deutschland zu vcrtheidigcn. R. (In keinem Lande in Europa wurden in neuester Zeit so viele Synagogen gebaut, wie in Ungarn, und schwerlich gibt cö ein Land, in welchen die Orthodorie ihre Anforderungen und Proteste mit so vieler Energie geltend macht, als eben in Ungarn. Gegen die Fortsetzung deö im Akkord- Wege geführten Synagogenbaues am Sabbathc ist aber, so viel unS bekannt wurde, von keiner Seite eine Einwendung erhoben worden, wicwol in den allermeisten Fällen die Gemcindcn daö Banmateriale liefern. Ob die ungarischen Nabbinen sich von den von. dem Herrn Einsender dargelcgten, oder noch andern Motiven leiten ließen, ist für die Entscheidung der Frage selbst ohne Belang. Der ungarischen Orlhodorie gegenüber wird Herr Rabbiner Hirsch jedenfalls einen schweren Stand haben, da dieselbe das, waö er als Ungesetzlichkeit betrachtet, theoretisch und praktisch für vollkommen gesetzlich erklärt hat. Wenn er sein Verdikt nicht zurücknimmt, werden ihn seine ungarischen Gcsinnungöge- »offen vor ihren Nichterstuhl laden, und ihn an den bekannten Kanon erinnern, nach welchem daö Verbieten deS Erlaubten ebenso unzulässig ist, wie daö Erlauben des Verbotenen. Red.) Aufruf. Herr Albert Cohn richtete nachstehendes Schreiben an den Red. der ״Arch. Jsr.": ״Paris, 8. Oktober 1865. Herr Redakteur! Ich habe Ihnen eine sehr traurige Nachricht mitzntheilen: Samuel David Luzzatto, der auSgezeichnete Professor am Seminar zu Padua ist gestorben; in der Nacht deS Jom Kippur hörte seine reine und edle Seele auf, unter den Lebenden auf Erden zu sein. ES ist jetzt nicht der geeignete Augenblick, daS Verdienst dieses ungemein hervorragenden Gelehrten zu würdigen, welcher daS tiefe Wissen deö vorgerückten Alters mit der Naivetät der Kindheit und der Glut der Jugend zu vereinigen wußte. Seit mehr denn vierzig Jahren auf der Bresche, hat er daS Gebiet der jüdischen Theologie nach allen Richtungen beherrscht. Mit na, glaublicher Thätigkeit hat er nacheinander die biblische Ere, gese, wie die hebräische Grammatik, die Poesie und die Filosofie, wie die Moral und die Geschichte bereichert. Keine jüdische Zeitschrift, keine Arbeit erschien, ohne von seiner stets offenen Hand Belehrung oder Rathschläge erhalten zu haben. Aber Luzzatto hinterläßt einerseits eine Witwe und eine zahlreiche Familie ohne Vermögen, und andererseits eine bedeutende Anzahl von Werken, die sich bereits unter der Presse befinden, oder nur handschriftlich vorhanden sind. Wir sind überzeugt, daß unsere italiänischen Glaubensbrüder daS Andenken ihres berühmten Landsmannes in würdiger Weise ehren werden. Luzzatto gehört aber der ganzen Judenheit. Möge sich daher auS seinen Schülern ein Komil6 bilden, und ich werde so glücklich sein, mich demselben anzuschließen. Der griechische und römische Katholizismus, der Protestautiömus und Islam mit ihren Abtheiluugen besitzen je eine Regierung, die ihnen zur Stütze dient, und dem betreffenden Kultus, sowie den Männceu, die sich die Ausgabe stellen, denselben durch ihre Arbeiten zu verherrlichen, eine wirksame Unterstützung zu verschaffen weiß. Dem Judcnthume allein fehlt eine große Institution oder Stiftung, die sich'ö zum Zwecke machen würde, zu solchen Werken aufzumuntern und die Arbeiter auf diesem Gebiete menschlicher Thätigkeit zu erhalten. Synagogen erheben sich Gottlob allenthalben, um den Gottesdienst würdig zu feiern. Schulen und andere Unterrichtöanstalten entstehen in allen Ländern, um die Erziebung aller Klassen unserer Bevölkerung zu heben. Spitäler, Waisenhäuser und eine Menge anderer Institutionen der Menschenliebe verdanken in verschiedenen großen Gemeinden ihre Eristenz der Großmuth Einzelner oder der öffentlichen Wohlthätigkeit. Nur die jüdische Wissenschaft ist bis zur Stunde verwitwet geblieben. Wie bedauernswürdig ist eS, daß mein Vorschlag, eine jüdische Akademie zu gründen, eines Jahrhunderts bedarf, um in Wirksamkeit zu treten, und ich würde mich glücklich schätzen, wenn gegenwärtige Zeilen einem Mäcen der jüdischen Literatur die Idee eingeben würden, diese Lücke mit einer umfassenden Stiftung auSznfütten, welche die Wissenschaft ehren und zu gleicher Zeit daö Andenken ihres edlen Protektors verewigen würde. Solchergestalt bitte ich alle israelitischen zeitschriftlichen Organe, diesen meinen Worten die Aufnahme zu gönnen, und mit meinem innigen Danke den Ausdruck meiner auSgezeich« nettsten Hochachtung cntgegenzunehmen." Oer Talmud in .seinen Seziehungeu zu den indischen und perfischcu Gesetzbüchern. Von Rasael Kirchheim. (Fortsetzung. *) Ahriman, auch Scheian genannt-Satan, brachte die b4se»> Be» gierden. den Tod und dir Menstruation d»r Frauen auf die Welt iVend. 1 und 9. vrgl. Er»bi» 100. Jalkut I. 27). Aus den Begrübnißvlätzea laufen die Dew« in Schaaren herum, vgl. Sanhedr. 45. Daß lieselbeu auch verschiedenen Geschlechtes find, wußte auch der Talmud (Grein 66) und so auch olle andern Eigenschaften. welche die Parsen ihnen veile» gen. wie daß fle beliebige Gestalten annehmen können Pes. 109; Ehulin 105; Abotb v. R. N. 37.). daß fie unfruchtbar find lEbag 16.) u. dgl. Eschtem. den mächtigsten der Dew« (Kl. 3, 108.) erkennen wir in Aschmodai—snodwL ckaov»; den Dem der Begierde. Kbeveio (VvuS ) io Kazziel; Khive, der Verderber und Beschädiget de« WachSthnme« und der Gewässer (Vend. 11) ist קסא in der Beschwörungsformel Peßach IIS. (vgl. Aroch ». ▼.); Sabetsch (Kt. 3. 66)=שיבתא (■ *) E. dir vorig» Nummer.