Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 10 (8.3.1865)
- Date
- 1865-03-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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169 170 wahrhaft herzerhebeoder sei. Aehulichr Nolizra können zu der irrige» Auffassung Aulaß geben, al« wäre ,« um de» Besuch der hiesige» Sy» uagoge und um die Andacht in derselbe» früher >o schlecht bestellt ge. wesen, daß e« der schönen Stimme eines Kartschmaroff bedurfte, um unsere Gemeindewitglieder dahin zu locken. Alle Ehre und Aoerken» nung der schönen und imposanten Stimme de- Herrn Kartschmaroff, wie auch seiner zur Andacht stimmenden geschmackvo'!«״ edlen Vortragsweise, allein der Tempelbesuch war in unserer Gemeinde zu jeder Zeit ein sehr ersreulicher, und verkenne ich nicht, daß dersetbe, da wir an einen gcrrgellcn Gottesdienst mit Ehor und Orgelbegleitung und au vorzüg» liche Kantoren gewöhnt sind, durch Herrn Kartschmaroff nur gehobea werden kann. Es möge aber auch die Thalsacht angeführt sein, daß der Zudrang ju den erbauend.» gediegenen Predigten iiiil'errS gelehrte» und allgemein geachteten Oberrabbiners Herrn H. B. Fasset ei» ebenso leb. Hafter ist. und daß. abgesehen von dem Sabbaihnnd FestiagSgotteSdienste unsere Synagoge auch an Wochentagen Früh und Abends, bei welcher Gelege,,heit die Gebete ohne Gesang ganz einfach rezitirt werden, von einer respcltabl:» Zahl Andächtiger besucht wird. Der WohlthätigkeilSstnn unserer bemittelteren Genieindculilglieder hat sich neuerdings glänzend bewährt, eine zu Gunsten vcrschäinter ar« wer GlaubcnSgtiicffen dieser Tage veranstaltete Sammlung. ergab die Summe von tausend Gulden. Die hiesige Sparkasse bat in ihrer im Jänner abgehaltenen Ge. neralvcrsammluiig nebstanderen HumanitätSanstaltcn auch das hiesige israelitische Spital mit 70 st. und die jüdische» Armen mit 150 fl. bedacht. I'. Prcfibllrg, Aus. März. Die Gcmciiidcvorstchkr solle», wie ich aus guter Quelle vernehme, billlich eingeschritten sei», daß ihnen der l. ung. Siatlhallerkiraik »och eine zweijährige Frist zur Gründung einer Töchtrrschulr gönne! Hrrr Kalman Papprnheim hat in seinem das Seininar brircssendk» Separatvolttui hcrvorgebobcn, daß das fragliche Instiiul nur von einer Mliioridät gewünscht wird. Er Lenkt wahrschcinlich, daß d>5 Gründung einer Mädchenschule edensall« nur ein Wunsch der Minorität sri. Wäre Herr Kal»,an Papprnhriii, in theologische» und pädagogischen Dingen nicht ein konipletcr Ignorant, würde er rinsche». daß die Forderungen der Kulliir »nd Zivilisation iinuier zuvorderst von Minorität«« anSgrken. die aber später Majoritäten wer» den. Vor Kürzet» sind hier zwei christliche Töchterschulen gcipcrrt worde», die von 'jüliichcn Mädchen stark besucht ivurdcii. Die Eltern werde» wahrscheinlich iinscrl» Herrn Vorsteher bribrittge». daß eine Ge« »teindc-Töchlerichiile rin dkingciides Ardürsniß sei. Die hiesige Sparkasse hat auch in diesem Jahre der jüdische» Gen,rinde 100 fl. zu wohlthäligc» Zwecke» ,»gewendet. Der Osrr-Dalliui-Verei» erhielt 20 fl. davon. n. Arad, :1. März. Bei der ׳am vergangene» Sonntag statt» gesliildeneil Geiieralversaiiiiiiliiiig der Sparkasse.Aktio»äre ist Herr Paul Walisisch zni» Vizetirrkior gewählt worden. Unter den AttSschnßniäiinern und Zensoren finden sich folgende jüdische Aktionäre: Die Herren Ignaz Deutsch. Jalod SeböpkrS. Heinrich Blau. Mar Her,. Joi'es Hirschmann. Der »eugewählie Vizedircktor, Herr Walisisch, bat sich ui» die Reorga- . »isiriing unserer Schule so bedeutende Verdienste erworben, daß sein Wledereliitriit in die — übrigens aus tüchtigen Männern zusammrn» gesetzt, — Schulseltiou allgenirin gewünscht wird. VeSprim» Ende Fcbriiar. Der in diksrm Blatte erwähnte Dr. Villip ist vor längerer Zeit zum Primarius am hiesige» Bürgerspi» «alt ernannt worden. Den JahreSgehalt hat rr ciiiein Wohlthätigkrit«. zweckt zugewiese«. R Nagy-Knllö» im Februar. Der Bestand unserer Volks, schule ist Gottlob nunmehr grstchrrt. und wird dirselbe nicht nur auf unsere Gemeinde, sonder» auch auf di, Umgegend wohlthätig wirken. Der Vorsteher, Herr Israel Fisch »nd der KomilatSvbyflku« Dr. Nikolau« Bleuer habe» sich um dir Schule besonders vrrdirnt gemacht, und wird der Eifer dieser Ehreumäuner sicherlich auch in Zukunft nicht erkalte». rr. Lemberg, 23. Februar. Die voo jüdische» Dibelsorschera so bäusig vernachlässigte Syrische Bibelübersetzung. Peschita. wird voo dem vtkdirnstvollea Michael Wolf ne» ediet und zwar in he» b r Li sch er Schrift, um sie in jüdischen Kreise» zugänglicher und ge« weinnütziger z» wache», rio Unleroehmen. weiche« sich selbst empfiehlt ״h die wärmst, Unterstützung verdient. Da« Werk erscheint im Pränumern» «ionswege. Davon Ihnen erst vor Kurzem erwähnte Mag alle Tr« wir in von Jos. Perl« ist soebru ia zweiter Auflage erschiror». Preis: 60 kr. o. Battonya, im Februar. Dir ZustLnt, der bitflgen tkeioe» Gemeinde machen auf den Fremden einen wohsihätigeo Eindruck. Da« berustlreue Wirken de« jungen Rabbiner« Weil verdient besondere An« erkennung. Die opsrrwillig die Gemeinde ist. ersthkii Sir schon daran«, daß dieselbe 2200 fl. zur Erbauung eine« FrauenbadeS gespendet hat. I'. Aus dem 2«,roser Kowitat, im Februar. Die antistwina» ristische Orihodorie hat einen ihrer begabteste» und eifrigsten Vorkäw. pser verloren: tm Pechen,״dorfer Rabbinen Sabbatha« Diamant. Er war der 1615 geborne einzige Sohn de« Maharam Diamant in Trebitsck in Mäbren. Letzterer war ein frommer, wohlhabender, sehr geachteter Mann, der zu wiederholten Malen zum eisten Vorsteher gr. wählt wurde. Er gab seinem einzigen Sohne «ine fromme und sorg, sättige Erziehung, und ließ ihn von Sakcmon Reckcndorf im Hebräi. schen und in den deutsche» Schulgegenständen unterrichten. Nachdem Sabbatha! so weit vorbereitet war, daß er den Vorlesungen R. Joachim Deuischmann'S mi, Nutzen beiwob!,e» konnte, erhielt er seinen Konst» Veit Hahn ans Schüttenbofen znm Korrepetitor. Dieser hatte sich durch die Leltüre kabbalistischer Schriften fanatisirt, und Sabbathai folgte ihm auf dieser Baku. Er besuchte später die Jeschiba R. MoseS Sofer«. wo er in seiner Richtung bestärkt wurdt. Er war ein ehrlicher Fana. tilcr. und die rücksichtslose uiib delatorische Schärfe der von ihm konzi. pirteii Snroser Eingaben gegen die Errichtung eines Rabbiner-Semi» nars ist der treue Ausdruck feiner Grsinnungkn. In alle» Synagogen teS nördlichcii Ungarns werden Trauerreden über ihn gehalten. H. L«tr»tty. l. März. Am 26. v. M/hat Herr Bezirk«, rabbincr Stern ans Lnigpeltc'-lv über den verstorbene,1 Stefan Jankovich von Priberd eine treffliche ״ngarische Denkrede gehalten. Schüler der Lcngyrllniycr Schule bildete» drn Ehor »nd saiigrn uiiter Andrem ciiir von Hcrrn Stern verfaßte Hymne. Dir Herren Weißbcrg und Schwarz yaben die übernonimenr GesangSausgabe besriedigenv gelöst. N. Von der Drau, Ans. März. Der brave Lehrer Ehajim Poklak bat sich in der ,nd. Journ-listik so sehr bemersbar gemacht, daß er sicherlich verdient, von derselben in Schutz genomnikn z» werden. Ein Kollege in Füiislirche» hat eine ehrenrührige Ariißerung über ihn fallen lassen, dir de» gesiiinuiigSIüchtigen Mau» tief kränken u»,ß. Hofseiillich wird dcrselbr in seiner Gemcinde dir Anerkennung finden, di, ihm in jeder Rücksicht gebührt. 81- FvoaraÄ (Siebenbürgen), im Februar. Nttserm wackren giabbiner Eolmü ist <ö «ndlich grliingcn. die an unserer Schule erforderliche» Verbrsseriingen einzusührrn, und daber die tägliche Unierrichis» zeit auf sechs Siunteu z» reduziren. Seine Vvelesnngen in, Leseverein sind edenjo beliebt, wi, ,eine Kanzelrrden. Er. «»eck. Dr. Sleltnrr und der Oberlehrer sind zu Eber״Mitgliedern der Ehrvra Katdischa gewählt worden. Letztere gab am 13. d. M. ein Festmahl im Hause ihre- Bor» steherS. ve« Heer» MoieS WachSpreß. Die Vorsteher und Milgiteder der Gemeinde »,achten bei -dieser Gelegenheit reichliche Spenden. Auch die Gründung eines wodllbätigin Fraueiiverein» wurde beschlossen. Der wackere Lehrer K,irländer verstand rS, die Tischgesellschaft durch seinen gesunden Huinor z» erheitern. R. Bonyhod» im Februar. Für die Hinterbliebenen de« seommeu und armen Talmulisten Isak Stampfer ist hier riur Geldsammlung vrranstattlt worden. Unser Vorsteher. H««r Leopold Rocken, stein. Hai zu diesem Behuf, auch andere Gemeinten in Anspruch genom« men. Rabbiner Ehrlich in Fünskirchea ha» eio, Teauereedr über de» Vollendeten gehalten, und eine Grldsammlnng veranlaß». Ch. P. KüeSsalu, Ans. März. Dieser Tage blätterte ich in Visoutay's io ungarischrr Sprache geschriebenen Geographie für die Jugend. Ich war überrascht. S. 27 dieses Buche« zu lesen, daß die Zigeuner und dir Juden zerstreut im Königreiche wohnen, und daß die ungarischen Juden in Betreff ihrer religiösen Angelegenheiten mit dem Prster Rabbiner in Verbindung stehen. Daß letztere« nicht der Fall ist, weiß jeder ungarische Jude.