Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 10 (8.3.1865)
- Date
- 1865-03-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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172 171 Kurze Üothen aus dem Gebiete-er Literatur.*) s. Almavzi'S Bibliothek wird ,um Verkauft au«, gebot«»! — Befände sich da« ungarische Israel iu eiuew uormaleu!Bittuag/iußaabr, bitte 0״. Eh." feint Iringrnbttt Aufgabe. al< dea Ankauf dieser Bibliothek für da« künftige oogarische Rabbiner-Seminar ,u befürworten und zu «mvfehleu. Unter den vorwaltendeu Umständen ik natürlich darau nicht zu drokea.' — Der von Professor Sawurl David Luzzatio angefertigte Katalog eotbält 1345 hebräische Nummern und 2232 Nummern io auderrn Sprachen. Zahl der Manuskripte: 334. Der gelehrte Sammler derselben. Joses Almanzi wurde in Rovigo am 25. März 1801 geboren und starb am 7. März 1860. Deo Freuuden der ueubebräischeo Literatur fino srioe weist gelungenen Gedichte hmlänglich bekannt. Kauflustige haben sich an Herrn David Tastel« franco in Trirst ,u wendeo. Dem Dernrhmen nach soll in Wien den Antrag gestellt worden sein, daß dre kais. Hosbibliothek die Manu- I'kriptr an sich kaufe. 10. Sefer Ha-Zijunim le-Diwre Ha-Kabbala von Aa roo Kornfeld (Prag. Verlag von Daniel Ebrmann)! Der al« Mensch . Jude und talmudischer Gelehrter hochgeachtete Verfasser war im Jahre 1863 verhindert, seinen lalmuditchen Studien mit gewohntem Fleiße obzulirgen. Er wählte daher während dieser Zeit eine Veschästigung. welche man sich als eine Spielerei des Geiste« wol kann gefallen lasse». Leider hatte er aber den gewiß nicht glücklichen Gedanken, die Resultatt dieser Spielerei zu veröffentlichen'. Das Kunststück des Herrn Veesaffer« besteht darin, daß er den Zahlenwerth der Buchstaben mosaischer Gebote berechnet, u d dann einen von ihm selbst versaßlen rabb. Satz von demselben Zahlcnweelhe ausstellt, um dadurch da« mosaische Gesetz tm Sinne der Tradition näher zu erläutern! Daß er sich bei dieser Meivol e Willküelichkelten erlauben muß. braucht kaum erwähnt zu werden. Seinem kn der Vorrede gegebenen Versprechen. sich nur de« biblisch-bebeäischcn Ausdruckezu bedienen, ist der Vcrsaffee nicht immer treu geblieben. Schon iw zweiten Gebot kommt הקף vor, im sechsten die monströse Form בכנרל; S. 4 Anfang steht היה als Jnsiililiv. und als biblischhebräisch die Worte: אינו עליו בבל יראה ü Als liteeärischcS Kuriosuw wag da« Schristchen immerhin gelten und ats ,Vi^eS wird r« wol auch Freunde stnden. 11. Von größrrm Werthe, als die eben angezeigle Schrift, aber doch von geringer wissenschajtlicher Bedeutung ist das apologetische Werkchen: כך היא דרכה של ח;רה von Moses Waldderg (Jassy, Lypografia Menervel. 1864. 8. 70 Bl.), welches gegen dabekannte׳ in diesen Blättern besprochene Daefah ichel Thora von Pineles ge. richtet »st- H׳:r Waldderg steh, nicht auf kritischem, sondern aus pilpulistischem Slandpunltc. Solchergestalt geht ihm einerseits da« Verstandniß für die Forschungen seines scharfsinnigen Gegners gänzlich ab; au. dcrerseil« fällt e» ihm bei seiner Methode nicht schwer. Alles zu rechtfertige», was er eben rechlscrligcn will. Damit wollen wir aber nicht behaupten. Laß alle Einreden des Herrn Verfassers grundlos seien; m manchen Spezialitäten scheint er vielmehr vollkommen Necht zu haben. Al« Beispiel führen wir n«7 die Bemerkung an, daß der Chalal nicht, wie Pineles meint, als Levitr zu betrachten sei (41, dj, und dir Er» kläruug de- (20, b). Hie und da zeigt der Herr Verfasser wrt Rech», daß die von Pinele« hervorgehobeoen Schwierigkeiten auch frü« Heren Talmuderklärern Nicht entgangen find. Dieser Nachweis ist jedoch von geringem Belange. La nicht die Entdeckung der Schwierigkeit, so», dern deren kritische Lösung die Hauptsache ist. um welche e« sich hau. telt. Uedrigrns erstreck« sich Waldderg« Kritik nicht auf das ganze Werk, dessen Resultate e« widerlegen soll. während anderseits nicht wenige heterogene Digressionen darin Vorkommen. Interessant bleiben die Be» mühuugen de« Pilpul«, sich der Kritik gegenüber zu behaupten jedenfall-, wenn dieselben auch auf keinen bleibenden Erfolg rechnen können. Durch dir Diskussion wird die Cruirung mancher Spezialität gefördert, und auch iu vorliegendem Werkchen werden Freunde eine- Wissenschaft« lichea TalmuLstudiummanche- Anregende finden. 12. Beth E!. Shreutempet verdienter ungarischer Israeliten. Bon Ignaz Reich. Lehrer de« hebräischen und unganschen Fache« an der israelitischen Norwalhauptschule iu Pest. 5. Heft. Mit 2 Porträt« (Jos. Engel, Bildhauer; med. Dr. (Sb. Schwarz). Inhalt: Theben Koppel (1—21); Dr. Schwär, Ed. (21—45); Engel Jos. (45-53); Freyer Abraham (53—61); Sichern,״»»» Sw. (61—67); Hahn Ign. (87—72). Da« biografische Werk erscheint im Selbstverläge de« Brr« faffer«, und dir Ausdauer, mit welcher Herr R> h au seinem Ehren« tempel baut, ist um io anerkennenSwerther. al« die ihm in neuester Zeit zu Theil gewordene Aufmunterung nicht wenig zu wünschen übrig läßt. Er selbst sagt hierüber: «Durch dir Ungunst der Verhältnisse, wie str gegenwärtig im Vaterlaade obwaltet, hat ein nur sehr geringer Zuspruch von Pränamcranten aus die zweite Auflage de» Beth.El sich kuudge« geben." Wir wünschen vom Herzen, daß dieser Zuspruch sich von Tag zu Tag steigere. Unter den im vorliegendem Hefte vorgeführten Personen ist Dr. Schwär, die bedeulendste und Ignaz Hahn am wenigsten bekannt. Am 31. Dez. 1800 zu Preßburg geboren, erlernte Hahn da« Drechsler« Handwerk, trat 1827 in niederländische Militärdienste, welche er. mit drei Orden geschmückt. verließ, um in einer Marine-Lande-fabrik auf der Insel Java als Aufseher ,u dienen. Später wurde er Direktor dieser Fabrik. Im Jahre 1862 kehrte er in die Heimat zurück, und ging am 21. Jänner 1864 »1 Wien mit Tode ab. Mir besonderer Vorliebe, ja mit einer gewissen Begeisterung malt der Herr Verfasser das Porträt R. Kovpel Theben'- au«. Kua« Lige und denkende Leser werde» aber tiefe Begeisterung schwerlich theilen. R. Kovpel war ein wohlthätiger Man», der!einem Volke und seinem Glauben mit aller Liebe anhing. Für vir Ideen und Aufgaben einer neuen Zeit hatte er jedoch nicht da« geringste Vrrständniß, und er bot seinen ganzen Einfluß aus. den Fortschritt zu verhindern. Diese seine Wirksamkeit kann leicht erklärt und entschuldigt werden, aber sse verdient sicherlich keine Glorifikation! Herr Reich macht S 17 seinen Helden sogar ,um Märtyrer der Emaiitipation und Militärpflichtizkeit der Iu» den. Der verdienstvolle Biograf ließ sich aber hier von tendentiösen Eulstellungen der geschichtlichen Wahrheit irre leiten, ohne zu bedenken, daß er eine psychologische Uniiiöglichkeit berichte, und baß seine Darstelluug von den »reiirn Depositären der Traditionen R. Koppel'« aus die unzweideutigste Weise kcmcntirt wurde. Ueberhaupt wünschen wir dem patriotischen. für bas Wohl seiner Lrüdcr glübcitden Verfasser bei seinen historischen Schildernngen ein größeres Maß von Nüchternheit, die ihn bewahren wird, die Farben so aufzutrageu. wie die« z. B. S. 18 bei der Beschreldung der Zustände der Gegenwart geschieht. Die wärmste Nniersilltzuiig von Seite der ungarischen Juden verdient aber das Bcih-8l auch in seiner gegenwärtigen Gestalt. Vcrichtignng. In dem Großwartciner Berichte »1 Nr. 6. d. Bl. ist aus Der« sehen die Szegedincr Schule nicht genannt worden. Die bclreffciiden Redaktionen werten köflichst ersucht, uns fei* gende Nummern zuzui'euden: Die Redaktion des ״Vorriors israelltlOQ״ Nr. 12 vom vorigen Jahre. Die Redaktion des ״Hamagld" Nr. 48 und 49 vom vorigen Jahre. Die Redakiivu der ״Monatsohrlft für Gosohlohte and Wissen• sohaft dos Jadonthams", Sevlcmberhefl vom vorigen Jahre. Die Redaktion des ״Ldnoatore lsraellta" Nr. 6 und 7 vom vorigen Jahre. Die Kcdaktion -cs ״Sen Lhananja." Inserat. Konkurs. (1 -J) 3» der hiesigen israelitischen KultuSgemeinde sind zwei Lehrerstellen, und zwar die Stelle deersten. der ein geprüfter Haupti'chullehrer sein muß. mit einem jährlichen Gehalt׳ von 500 fl. ö. W. und die Stelle eine« zweiten, der anch rin geprüfter Lehrer sein muß. mit einem jährlichen Gehsltr von 400 st ö. W. mit dem I. Mai d I zu besetzen. Hierauf Reflektirendr. dir der ungarischen, deutschen und hrbräi« schea Sprache mächtig sind. haben ihre Gesuche sammt Zeugnisses bi« 10- April d. I. portofrei eiuzuseuden au den Alt-Becse. im Mär, 1865. ') S. Nr. 2 38-40. Szegedin, Srldjlvrrlag drr KtlaklUi. Jultus-Vorsisnä in Alr-Berfe iw Baefer Komitat. Leipzig. iomaifbeat• Verlag 00* Frank Unjnec Druck von Sigmund Burger in Szrgediu.